Deutsche Reiterliche Vereinigung

Gesundheitsvorsorge: Pferde richtig impfen

Neben pferdegerechter Haltung und Fütterung spielt die Gesundheitsvorsorge eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes. Nur noch selten leben Pferde in konstanten Pferdebeständen, sondern verlassen für Ausritte, Training oder Turnier den Stall und treffen in der Regel auch auf andere Pferde. Durch Ausflüge oder Transporte wird das Immunsystem gefordert und die Wahrscheinlichkeit, mit neuen Krankheitserregern in Kontakt zu kommen, steigt. Auch Menschen können Krankheitserreger von einem Stall in den nächsten tragen. Eine Möglichkeit, sein Pferd und damit weitere Pferde vor Infektionskrankheiten zu schützen, ist die Impfung.

Was bedeutet Impfen?

Impfen, im Sinne der Schutzimpfung, ist eine der ältesten medizinischen und zugleich erfolgreichsten prophylaktischen Maßnahmen, um Infektionen und Erkrankungen zu verhindern, auch wenn es um die Kontrolle und die Unterbindung der Ausbreitung von bakteriellen oder viralen Infektionen geht. Impfen ist eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit von Pferden zu erhalten. Prof. Dr. Klaus Osterrieder, Veterinärvirologe an der Freien Universität Berlin, stellt dazu klar: „Aus meiner Sicht ist es unethisch, sein Pferd nicht impfen zu lassen und ihm damit den Schutz vor Infektionskrankheiten zu verwehren.“

Was passiert bei der Impfung?

Pferde haben wie alle Säugetiere ein Immunsystem, das sie vor Krankheitserregern schützt, die in den Körper eindringen. Zum einen wendet dieses System die Bildung von Antikörpern und Abwehrzellen als eine Abwehrstrategie an, zum anderen kann das Immunsystem Gedächtniszellen bilden, so dass es die gleichen Erreger monate- bis jahrelang nach einer Infektion noch erkennen und bekämpfen kann. Diese Fähigkeit ist die Grundlage für das Impfen. Die Impfung „trainiert“ das Immunsystem zur Abwehr gegen spezifische Krankheitserreger, indem abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder deren Bestandteile per Impfung in den Körper verbracht werden, auf die dieser mit entsprechenden Abwehrmechanismen reagiert. Es werden gezielt Antikörper gegen den Erreger gebildet.

Wie wird geimpft?

Grundvoraussetzung für einen wirksamen Impfschutz ist eine korrekt durchgeführte Grundimmunisierung. Sie besteht in Abhängigkeit von der Krankheit, gegen die geimpft werden soll, sowie vom verwendeten Impfstoff meist aus drei Impfungen (Grundimmunisierung 1 bis 3 = G1 bis G3). Aufgrund der Immunverhältnisse des Saugfohlens sollte die Grundimmunisierung mit allen derzeit verfügbaren Impfstoffen nicht vor dem abgeschlossenen sechsten Lebensmonat erfolgen.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) veröffentlicht regelmäßig die „Leitlinien zur Impfung von Pferden“. Hier wird genau empfohlen, in welchen Abständen Pferde gegen welche Krankheiten geimpft werden sollten. Daneben gibt es die Impfvorschriften der LPO, welche Mindestanforderungen enthalten und daher etwas weiter gefasst sind als die Empfehlungen der StIKo Vet (siehe unten). Ein gemäß den Vorgaben der StIKo Vet grundimmunisiertes und in der Folge halbjährig geimpftes Pferd ist aber immer auch gemäß LPO korrekt geimpft.

Impfempfehlung für Pferde gemäß der StIKo Vet

  Tetanus Influenza Herpes
Grundimmunisierung

Erste Impfung im Alter von 6 Monaten

Zweite Impfung 4 bis 6 Wochen nach erster Impfung

Dritte Impfung 12 bis 14 Monate nach zweiter Impfung

Erste Impfung im Alter von 6 Monaten

Zweite Impfung 4 bis 6 Wochen nach erster Impfung

Dritte Impfung 5 bis 6 Monate nach zweiter Impfung

Erste Impfung im Alter von 6 Monaten

Zweite Impfung 4 bis 6 Wochen nach erster Impfung

Dritte Impfung 5 bis 6 Monate nach zweiter Impfung

Auffrischungsimpfung Wiederholungsimpfungen im Abstand von 2-3 Jahren* (ggfs. Impfentscheidung nach Antikörper-Schnelltest) Wiederholungsimpfungen im Abstand von 6 Monaten** Wiederholungsimpfungen im Abstand von 6 Monaten

Bitte beachten Sie auch die Infos zur Influenza-Impfpflicht für Turnierpferde weiter unten!

* je nach Impfstoffhersteller
** Bei Pferden mit einer geringen Influenzavirusexposition, die regelmäßig geimpft und weder bei Turnieren noch bei anderen Veranstaltungen mit größeren Pferdeansammlungen aus verschiedenen Beständen (z.B. Wanderreiten) eingesetzt werden, kann ein Intervall bis zu 12 Monaten ausreichend sein.

Was ist beim Impfen zu beachten?

Für einen wirksamen Impfschutz sind die vorgegebenen Impfintervalle einzuhalten. Damit der Körper des Pferdes auf die Impfung mit der optimalen Immunantwort reagieren kann, dürfen nur gesunde Tiere geimpft werden. Vor der Impfung ist das Pferd daher vom Tierarzt zu untersuchen und die Impffähigkeit festzustellen. Prinzipiell sollten Entwurmungen vor den Impfungen erfolgt sein. Nach der Impfung soll das Pferd einige Tage nur leicht bewegt werden.

Welche Impfungen bei Pferden müssen sein?

Es gibt zwei Impfungen, die ein Muss für Pferde sind: Die Impfungen gegen Tetanus und Influenza. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), ein aus Tierärzten und Forschern zusammengesetztes Expertengremium, bezeichnet zusätzlich die Impfung gegen Herpesviren beim Pferd als so genannte „Core-Impfung“. Auch von der FN wird die Impfung gegen Herpes empfohlen. Ob noch weitere Impfungen sinnvoll sind, gilt es, mit dem Tierarzt abzustimmen. In bestimmten Regionen Deutschlands wird eine Impfung gegen das West-Nil-Virus angeraten (siehe unten). Ein anderes Beispiel ist die Impfung gegen Pilz, die betroffenen Pferden, neben anderen Maßnahmen, helfen kann, wieder gesund zu werden und nicht erneut an Pilz zu erkranken.

 

Wieso gibt es die Influenza-Impfpflicht für Turnierpferde?

Für Pferde, die am LPO-Turniersport oder an WBO-Wettbewerben auf Pferdeleistungsschauen (d.h. an Turnieren mit Wettbewerben der WBO und Leistungsprüfungen der LPO) teilnehmen, schreibt die FN die Influenza-Impfung nach erfolgter Grundimmunisierung alle sechs Monate vor. Der Grund ist einfach: Die Impfung gegen Influenzavirusinfektionen ist nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft die einzige Maßnahme, um die Infektion, das Auftreten der Erkrankung und deren Ausbreitung zu verhindern. Geregelt ist die Impfvorschrift in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), § 66 Allgemeine Teilnahmebeschränkungen von Pferden (1.7). Nähere Informationen zum vorgeschriebenen Impfschutz gegen Influenzavirusinfektionen, z.B. wie die Grundimmunisierung gegen das Influenzavirus durchzuführen ist und in welchen Abständen Wiederholungsimpfungen notwendig sind, finden sich in den Durchführungsbestimmungen zu § 66.1.7 LPO.

Impfungen gegen Influenza für Turnierpferde gemäß LPO:
Grundimmunisierung Besteht aus drei Impfungen:
Zweite Impfung mindestens 28 und höchstens 70 Tage nach der ersten Impfung
Dritte Impfung maximal 6 Monate + 21 Tage nach der zweiten Impfung
Auffrischungsimpfung Wiederholungsimpfungen im Abstand von maximal 6 Monaten + 21 Tagen


Alle Pferde, die bisher nicht gegen Influenza geimpft wurden, keine ordnungsgemäße Grundimmunisierung erhalten haben oder bei denen der Abstand zwischen zwei Impfungen gegen Influenzaviren länger als 6 Monate plus 21 Tage war, müssen vor einem Turnierstart neu grundimmunisiert werden. Für Pferde, die schon eine lange Zeit ihres Lebens geimpft wurden gilt: Die Impfungen innerhalb der letzten drei Jahre müssen korrekt, also im Abstand von maximal 6 Monaten plus 21 Tagen erfolgt sein, damit das Pferd an Turnieren teilnehmen darf.

Bei erforderlicher Grundimmunisierung ist ein Turnierstart erst möglich, wenn 14 Tage nach der 2. Impfung der Grundimmunisierung vergangen sind. Zwischen der 3. Impfung der Grundimmunisierung sowie Wiederholungsimpfungen und einem Turnierstart müssen 7 Tage vergangen sein.

Die Impfvorschrift der WBO findet sich in Regel 14.4 sowie im Teil III der WBO. Diese Regel besagt, dass bei Veranstaltungen, bei denen sowohl LP nach LPO als auch WB nach WBO ausgeschrieben werden, die Impfbestimmungen gemäß Durchführungsbestimmungen der LPO gelten (Durchführungsbestimmungen zu § 66.1.7 LPO). Ob Pferde, Ponys und andere Equiden, die an Breitensportlichen Veranstaltungen (d.h. an Turnieren ausschließlich mit Wettbewerben der WBO und ohne Leistungsprüfungen der LPO) teilnehmen, gemäß LPO-Vorgabe gegen Influenzavirusinfektionen geimpft sein müssen, richtet sich nach den „Besonderen Bestimmungen“ des zuständigen Landesverbands/der zuständigen Landeskommission. Zudem gelten die Vorgaben der genehmigten Ausschreibung des Veranstalters.

Spezialfall Zuchtstute

Für den Schutz der Stute selbst vor einer Erkrankung und zur Vorbeugung einer Fehlgeburt ist es unerlässlich, dass diese gegen Tetanus, Influenza und Herpes geimpft ist. Über die Biestmilch werden zudem die lebenswichtigen Antikörper direkt nach der Geburt auf das Fohlen übertragen. Daher muss eine Stute vor dem Zuchteinsatz eine ordnungsgemäße Grundimmunisierung erhalten und in der Folge gemäß den Vorgaben geimpft werden. Für die Zeit der Trächtigkeit empfiehlt die StIKo Vet zusätzlich folgende Auffrischungsimpfungen (nähere Informationen zu den Impfstoffen siehe unten im Abschnitt zur Herpesimpfung):

Influenza Herpes

Impfung im 4. bis 5. Monat der Trächtigkeit
und
Impfung im 10. bis 11. Monat der Trächtigkeit

Lebendvakzine gegen EHV-1:
Impfung im 4. bis 5. Monat der Trächtigkeit
und
Impfung im 8. Monat der Trächtigkeit

oder

Inaktivierte Vakzine gegen EHV-1+4:
Impfung im 5. Monat der Trächtigkeit
und
Impfung im 7. Monat der Trächtigkeit
und
Impfung im 9. Monat der Trächtigkeit

Warum ist die Influenza-Impfung so wichtig?

Die Influenza (Pferdegrippe) ist eine Virus-Erkrankung des gesamten Atmungsapparates. Sie ist hoch ansteckend und gefährdet ganze Bestände vor allem nicht oder nicht korrekt geimpfter Pferde. Die Symptome sind starker Husten, hohes Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten. Im Extremfall führt die Influenza zu chronischem Husten und bleibenden Schäden der Lunge. Influenzaviren sind weltweit verbreitet. Alljährlich erkranken Pferde auf Grund einer Infektion mit diesen Viren, zumeist handelt es sich in diesen Fällen um nicht geimpfte Pferde.

Die Influenzaviren besitzen die Fähigkeit, ihre immunogenen Eigenschaften von Zeit zu Zeit zu verändern. Daher werden die in den Impfstoffen enthaltenen Virenstämme regelmäßig mit den Virenstämmen abgeglichen, die im Feld zu Infektionen führen, damit die Impfstoffe gegebenenfalls angepasst werden können. Zurzeit ist in Deutschland ein Impfstoff verfügbar, der beide aktuell von der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) empfohlenen Influenza-Stämme enthält.

Ist die Impfung gegen Tetanus wirklich nötig?

Tetanus – auch Wundstarrkrampf genannt – ist eine bakterielle Infektion (Bakterium: Clostridium tetani), die über die Bildung eines Neurotoxins die muskelsteuernden Nervenzellen schädigt und häufig zum Tode führt. Die Sporen des Bakteriums kommen nahezu überall in der Umwelt – insbesondere im Boden – vor und gelangen in der Regel durch Wunden in den Organismus. Pferde sind besonders anfällig für das Toxin dieses Bakteriums. Die Impfung gegen Tetanus bei Pferden ist eine Selbstverständlichkeit. Ein Unterlassen der Tetanusimpfung verstößt gegen den Tierschutz und ist unverantwortlich, da die Impfung der einzig wirksame Schutz gegen die Erkrankung an Tetanus ist.

Was ist bei der Impfung gegen Tetanus zu beachten?

Für alle Pferde, egal, ob es sich dabei um ein Turnierpferd, den Youngster auf der Weide oder einen Freizeitpartner für das Gelände handelt, ist die Tetanus-Impfung eine absolute Pflicht. Nach der korrekten Grundimmunisierung muss die Impfung gegen Tetanus gemäß Empfehlung der StIKo Vet alle zwei bis drei Jahre aufgefrischt werden, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Je nach verwendetem Impfstoff kann auch eine jährliche Wiederholungsimpfung erforderlich sein. Der Tierarzt weiß, zu welchem Zeitpunkt die nächste Tetanus-Impfung vom Impfstoffhersteller empfohlen wird. Allerdings haben wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass bei einer ordnungsgemäßen Grundimmunisierung ein Impfschutz durchaus deutlich über die Zeit des vom Impfstoffhersteller angegebenen Impfintervalls hinaus bestehen kann. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe eines Schnelltests den vorhandenen Tetanus-Antikörperspiegel zu überprüfen. Nach einer konsequenten, vollständigen Grundimmunisierung kann die Impfentscheidung theoretisch von dem Ergebnis des Schnelltest abhängig gemacht werden.

Was kann die Herpesimpfung und was kann sie nicht?

Bei Pferden auf der ganzen Welt kommen mehrere Herpesviren mit unterschiedlichen Krankheitsmöglichkeiten vor. Ein einmal infiziertes Pferd bleibt lebenslang latent infiziert und damit Virusträger, auch wenn es selber nicht erkrankt oder die Erkrankung bereits überstanden hat. So tragen ca. 80% der Pferde das Virus bereits in sich, vergleichbar mit dem Lippenherpes beim Menschen. Unter ungünstigen Umständen, wie z.B. Stress (z.B. Stallwechsel, Veränderungen in der Herde, andere Erkrankungen), kann es zu einer Reaktivierung des Virus im Pferd kommen, die zu einer massiven Ausscheidung des Erregers führt und eine Infektionsquelle für andere Pferde darstellt.

Die für Pferde in Zusammenhang mit dem Thema Impfung relevanten Herpesviren sind zum einen das Equine Herpesvirus 1 (EHV-1), das in erster Linie für den so genannten Virus-Abort und Atemwegsinfektionen verantwortlich ist, in selteneren Fällen aber auch eine neurologische Verlaufsform der Erkrankung hervorrufen kann. Das zweite relevante Virus ist das Equine Herpesvirus 4 (EHV-4), welches in der Regel Atemwegsinfektionen, vorrangig bei Absetzfohlen und jungen Pferden, hervorruft.

In Deutschland sind grundsätzlich zwei Impfstoffe gegen Herpesviren auf dem Markt. Es handelt sich dabei zum einen um einen abgeschwächten Lebendimpfstoff gegen EHV-1, der die Gefahr einer Infektion mit diesem Virus verringert und Symptome der entstehenden Atemwegsinfektion abmildert. Der andere auf dem Markt befindliche Impfstoff ist ein Kombinationsimpfstoff aus EHV-1 und 4, bei dem die Impfviren in abgetöteter Form vorliegen. Neben Atemwegsinfektionen wird durch die Impfung die Gefahr des Virusaborts bei tragenden Stuten abgemildert. Im Unterschied zu den Impfungen gegen Tetanus oder Influenza, die das einzelne Pferd relativ sicher vor der Erkrankung schützen, kann die Impfung gegen Herpes die Infektion und den eventuellen Ausbruch der durch Herpes hervorgerufenen Krankheiten beim einzelnen Pferd nicht sicher verhindern, sondern lediglich günstig beeinflussen oder abmildern. Der große Vorteil der Impfung ist, dass geimpfte Pferde im Falle einer Erkrankung oder auch im Falle einer Reaktivierung des Virus ohne erkennbare Symptome weniger Viren ausscheiden und dadurch das Risiko der Krankheitsübertragung gesenkt wird. Die Impfung gegen Herpes stellt daher einen wichtigen Bestandteil der betriebshygienischen Maßnahmen dar, deren Hauptziel es ist, die Ausscheidung von Herpesviren im Gesamtbestand zu verringern. Dieses wird nur gewährleistet, wenn möglichst alle Pferde flächendeckend geimpft werden. Nach der Grundimmunisierung erfolgt eine Auffrischung der Impfung in halbjährlichem Rhythmus. Da EHV-1 und 4 viele Ähnlichkeiten aufweisen, kann der Tierarzt auf einen anderen als den bisher verwendeten Impfstoff ausweichen, sollte es wie in der Vergangenheit geschehen zu Lieferengpässen kommen. Allerdings gilt diese Ausnahme nicht für Impfungen, die Teil der Grundimmunisierung sind. Hier sollte für alle Impfungen der Grundimmunisierung der gleiche Impfstoff verwendet werden.

Trotz der oben genannten Einschränkungen in Bezug auf die EHV-Impfung empfiehlt sowohl die StIKo Vet als auch die FN, die Pferde gegen das Herpesvirus impfen zu lassen.

Was ist das West-Nil-Virus und wann sollte ich mein Pferd dagegen impfen lassen?

Eigentlicher Zielwirt des West-Nil-Virus sind Vögel, zwischen denen es durch Mücken übertragen wird. Wenn eine Mücke zuerst einen infizierten Vogel und anschließend einen Menschen oder ein Pferd sticht, können auch diese angesteckt werden. Mensch und Pferd sind Fehlwirte für das West-Nil-Virus. Das bedeutet, dass sie zwar erkranken können, jedoch nach heutigem Wissenstand nicht ansteckend sind. Zugvögel tragen das Virus in sich und verbreiten es über die ganze Welt, im östlichen Teil Deutschlands wurde es erstmals im Herbst 2018 bei Vögeln, Menschen und Pferden diagnostiziert.

Beim Pferd verläuft die Infektion mit dem West-Nil-Virus in den meisten Fällen entweder ohne Symptome oder in Form einer fieberhaften Allgemeinerkrankung. Bei ungefähr acht Prozent der infizierten Pferde kommt es jedoch zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Bei 30 bis 50 Prozent dieser neurologisch erkrankten Pferde verläuft die Krankheit tödlich, überlebende Pferde behalten oft dauerhafte Schäden zurück.

Die StIKo Vet empfiehlt, alle Pferde gegen das West-Nil-Virus zu impfen, die in bereits betroffenen Gebieten oder der näheren Umgebung dieser Gebiete gehalten werden oder dorthin transportiert werden sollen. Zurzeit (Stand: Februar 2020) sind dieses in Deutschland hauptsächlich Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg sowie die benachbarten Regionen (z.B. Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Ost-Niedersachsen). Angesichts der Erfahrungen mit der Ausbreitung des West-Nil-Virus in anderen Ländern geht die StIKo Vet davon aus, dass sich das Virus auch in Deutschland in den kommenden Jahren weiter verbreiten wird. Es ist daher für Pferdebesitzer empfehlenswert, sich regelmäßig beim Friedrich-Löffler-Institut über die aktuelle Verbreitung des Virus sowie bei der StIKo Vet über die aktuellen Impfempfehlungen zu informieren.

Die Impfung gegen das West-Nil-Virus sollte möglichst rechtzeitig vor Beginn der Mückensaison, also im Frühjahr, abgeschlossen sein, damit in der Phase der größten Mückenaktivität im Hochsommer ein hoher Antikörperspiegel im Pferd vorliegt. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen, deren Abstand vom verwendeten Impfstoff abhängig ist. Wiederholungsimpfungen werden jährlich empfohlen.

Ihr Ansprechpartner

Angelika Stephan

Sekretariat

Tel: 02581/6362-237
Fax: 02581/6362-543

astephan@fn-dokr.de

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