Deutsche Reiterliche Vereinigung

Reiten lernen

Pferde haben immer schon eine große Faszination auf Menschen jedes Alters ausgeübt. Die Beschäftigung mit dem Pferd – sei es vom Boden oder vom Sattel, Kutschbock oder Voltigiergurt aus – begeistert viele. Zum Reiten lernen sind zunächst keine besonderen Begabungen oder Fähigkeiten notwendig. Das heißt, jeder kann reiten lernen.

Beim Reiten tritt der Mensch in Kontakt mit einem großen, starken und schnellen Tier und wird durch scheinbar unsichtbare Hilfen mit ihm zu einer harmonischen Einheit. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man mit sportlichem Ehrgeiz an den Reitsport herangeht und auf Turnieren den direkten Leistungsvergleich mit anderen sucht, oder ob man eher breitensportlich im gemeinsamen Ausreiten Motivation und Erholung findet. Was auch immer das persönliche Ziel ist, der Weg ist zunächst einmal das Erlernen der reiterlichen Grundfertigkeiten. Und die werden immer noch am besten in einer qualifizierten Reitschule mit gut ausgebildeten Lehrpferden und Ausbildern vermittelt. 

 

Für die ersten Stunden reichen ein Reithelm, eine enganliegende Hose und feste Schuhe aus. Am besten sind mindestens knöchelhohe Schuhe mit durchgehender Sohle und kleinem Absatz. Stiefel oder Stiefeletten mit Chaps sind danach eine sinnvolle Investition, weil sie dem Fuß guten Schutz und Stabilität bieten. Die Hose sollte enganliegen und keine Falten werfen. Nähte an den Innenseiten können leicht zu schmerzhaften Scheuerstellen führen. Keine Kompromisse sollten beim Kopfschutz gemacht werden. Fahrradhelme sind zum Reiten ungeeignet. Manchmal kann man in der Reitschule einen Reithelm ausleihen oder sich beim Kauf beraten lassen. Ob gekauft oder geliehen – nur ein gutsitzender und passend verschnallter Helm kann den Kopf schützen.

Zum Reiten sind qualifizierte Reitschulen mit gut ausgebildeten Lehrpferden und Ausbildern besonders zu empfehlen. Der Ausbilder sollte freundlich, hilfsbereit und auskunftsfreudig sein, also auf alle Fragen eingehen und sich auch Zeit für die Antworten nehmen. Und ganz wichtig: Natürlich sollte er auch eine Qualifikation haben, z. B. Trainer C, B, A oder Pferdewirt. 

Im Pferdebranchenbuch der FN gibt es eine Übersicht gekennzeichneter Vereine und Betriebe, die ständig aktualisiert wird. Unter dem Stichwort Mitgliedsverbände sind dort auch die Adressen der Landesverbände Pferdesport, die ggf. weitere Angebote in der Nähe kennen.

Hier geht es zum Pferdebranchenbuch...

Anfänger werden häufig erstmal geführt, um ein Gefühl für die Bewegungen des Pferdes und das eigene Gleichgewicht zu bekommen. Das Pferd trägt dabei einen Gurt mit Griffen, an denen sich der Reiter anfangs festhalten kann. Später wird dann an der Longe geritten. Dabei geht das Pferd an einer langen Leine (der Longe) um den Reitlehrer herum. So kann dieser Tempo und Gangart des Pferdes kontrollieren, während sich der Reiter ganz auf seinen Sitz konzentrieren kann. Nach einigen Longenstunden steht der Wechsel in eine Anfängergruppe mit mehreren Reitern an.

Parallel zur Reitstunde lernt der Reiter auch die Grundlagen im Umgang mit dem Pferd kennen – also Pflegen, Versorgen, Führen und Vorbereiten. So baut ein guter Reitunterricht theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten gleichermaßen aus. Gute Literatur zum Reiten lernen gibt es beim FNverlag.

Reiten ist eine koordinativ sehr anspruchsvolle Sportart. Die Koordination entwickelt sich am besten durch vielfältiges und regelmäßiges Üben und Wiederholen. Es braucht schon ein paar Jahre, um ein guter und sicherer Reiter zu werden. Für gute Fortschritte gilt: lieber öfter und abwechslungsreich, als selten und intensiv. Mindestens einmal die Woche sollte man zur Reitstunde gehen. Je häufiger in der Woche geritten wird, umso besser. Dann sind die Fortschritte größer und schneller. Denn es gilt: Reiten lernt man nur durch Reiten!

Lernen heißt auch Fehler machen. Wer Laufen lernt, fällt hin. Wer Schwimmen lernt, schluckt auch mal Wasser. Und wer Reiten lernt, fällt auch mal vom Pferd. Das ist aber meistens gar nicht schlimm. Der Ausbilder wird stets ein Pferd wählen, das in Bezug auf Größe, Temperament und Ausbildungsstand zum Reiter passt. Trotzdem kann auch für das bravste Anfängerpferd keine Garantie gegeben werden. Je sportlicher und beweglicher der Reiter ist, desto leichter lernt er, sich auf dem Pferd auszubalancieren und desto geringer ist das Verletzungsrisiko. Eine fundierte und vor allem vielseitige Ausbildung ist die Grundlage für Sicherheit im Reitsport. Und natürlich die richtige Ausrüstung. Also, immer einen Reithelm tragen!

Eine Sicherheitsweste ist für das Springen im Gelände über feste Hindernisse erforderlich. Zum Reiten lernen ist eine Sicherheitsweste nicht nötig. Ganz im Gegenteil kann sie das Erlernen der reiterlichen Grundlagen und das Entwickeln eines guten Sitzes bei Reitanfängern sogar behindern, wenn Größe und Passform nicht stimmen. Wird später auch im Gelände geritten und auch über feste Hindernisse gesprungen: Kaufen Sie die Sicherheitsweste in einem Reitsportfachgeschäft. Dort berät man Sie gerne. Manche Reitschulen bieten auch Leihwesten in verschiedenen Größen an. Tipp: Mit einer gutsitzenden Schutzweste muss eine Rolle vorwärts möglich sein, sonst behindert sie mehr als sie schützt.

Reiten - ein Hobby für jedes Alter

Der Pferdesport lässt sich in der Gruppe, in der Familie oder auch alleine ausüben. Seine Durchführung ist ganzjährig möglich, drinnen wie draußen in der freien Natur. Ob jung oder alt, Reiten bietet sich für fast jedes Lebensalter an. Trotzdem gibt es wichtige Unterschiede zwischen dem Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In einer guten Reitschule wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Rücksicht genommen und der Unterricht daran angepasst.

Bereicherung für das Familienleben

Welchen positiven Einfluss Pferde auf seine Töchter haben, wie die Stute Fienchen das Familienleben bereichert und was er als "sattelschleppender" Vater gelernt hat, erzählt der ARD-Sportjournalist Peter Großmann in diesem Film aus der FN-Filmreihe "Pferde machen Menschen".

Ihr Ansprechpartner

Flavia Lehmkämper

Tel: 02581/6362-239
Fax: 02581/6362-7239

flehmkaemper@fn-dokr.de

Unsere Empfehlung

Kleiner Ratgeber für Reitanfänger
Kleiner Ratgeber für Reitanfänger

Der kleine Ratgeber im praktischen Taschenformat beantwortet Fragen für Reitanfänger rund um den Einstieg in den Reitsport und bietet hilfreiche Tipps und Antworten.

Lernkoffer für Kinder

Mit dem Lernkoffer gibt die FN Erziehern, Lehrern, Trainern und Ausbildern Infos und Materialien an die Hand, um das Thema "Pferd" schon den jüngsten Pferdefans spielerisch näher zu bringen. Der Lernkoffer ist unter anderem gefüllt mit einem Putzbeutel, einer Pferde-Leine, Postkarten und Poster, Heftchen zum Malen und Rätseln und einem Pferdebilderbuch. Für Erzieher, Ausbilder und Eltern enthält der Koffer verschiedene Lernmaterialien. Der Lernkoffer kostet 29 Euro und kann im FN-Shop direkt bestellt werden.

FN-Broschüren für Reitanfänger

Die FN bietet im FN-Shop zahlreiche Broschüren und Flyer zum Thema Reiten lernen an. Ihr Kind ist pferdeverrückt? Dieser Ratgeber für Eltern bietet Informationen zum Einstiegsalter, zur passenden Reitschule, zur Ausrüstung und zum Reitunterricht. In der Broschüre "Kinder mit Pferden stärken" wird ein Modell für ein gesundheitsförderndes Sportangebot für Kinder vorgestellt. Und der Flyer "Reiten macht das Beste aus dir" erklärt die besondere Bedeutung des Pferdes für die Entwicklung von Kindern.

Stand: 07.07.2020