Turniersport mit dem Pferd

Das Turniersystem in Deutschland

Auf einem Turnier zu starten, ist für viele Pferdesportler ein großes Ziel. Denn wo sonst lassen sich die eigenen Fortschritte und die des Pferdes besser überprüfen? Wer zum ersten Mal an einem Turnier teilnehmen möchte, hat oft viele Fragen: Welche Prüfung darf ich reiten, wie melde ich mich an, welche Voraussetzungen müssen mein Pferd und ich erfüllen? Aber auch nach dem Einstieg in den Turniersport gilt es Jahr für Jahr einige Formalitäten zu erledigen: Die Jahresturnierlizenz für den Turnierreiter muss neu beantragt, das Turnierpferd fortgeschrieben werden.

Bevor man seinen ersten Auftritt auf einem Turnier plant, sollte man sich das Turniersystem in Deutschland genauer ansehen. Unterschieden werden zunächst zwei Prüfungsarten: Wettbewerbe (WB) und Leistungsprüfungen (LP). Bei Wettbewerben kommt als Regelwerk die Wettbewerbs-Ordnung (WBO) zur Anwendung, Leistungsprüfungen finden gemäß Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) statt.

Einstieg in den Turniersport: Wettbewerbe gemäß WBO

Für das erste Turnier empfiehlt sich der Start in einem Wettbewerb (WB), in dem die Anforderungen noch nicht so hoch sind. Typische Wettbewerbe für Einsteiger sind die Führzügelklasse, der Reiterwettbewerb sowie der Dressur- und der Springreiterwettbewerb. Zielgruppe sind heranwachsende Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene, die erste Turniererfahrungen sammeln wollen. Diese breitensportlichen Wettbewerbe sind in der Wettbewerbsordnung (WBO) geregelt. Für die Teilnahme an Wettbewerben wird keine Jahresturnierlizenz benötigt. Die Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht zwingend notwendig, sondern abhängig von der jeweiligen Ausschreibung. Ebenso wenig muss das Pferd bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als Turnierpferd eingetragen werden. Die Anmeldung erfolgt über das Nennungssystem Nennung online oder schriftlich mit dem Nennungsformular WBO.

Für Fortgeschrittene: Leistungsprüfungen gemäß LPO

Die Leistungsprüfungen (LP) richten sich an Pferdesportler, die bereits Erfahrungen im Turniersport gesammelt haben. Hier gibt es unterschiedliche Klassen (E bis S) und die Anforderungen steigen allmählich. Für alle Leistungsprüfungen gilt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Wer hier starten will, benötigt eine Jahresturnierlizenz, muss Mitglied in einem Verein sein und sein Pferd als Turnierpferd eintragen lassen. Nennungen zu Leistungsprüfungen können nur über Nennung online  abgegeben werden, Papiernennungen wie bei Wettbewerben sind nicht mehr möglich.

Leistungsprüfungen der Klasse E bis S

Innerhalb der Leistungsprüfungen werden verschiedene Prüfungsklassen nach Schwierigkeit eingeteilt:

  • E – Eingangsstufe
  • A – Anfangsstufe
  • L – Leicht
  • M – Mittelschwer
  • S – Schwer

Zusätzlich wird zwischen Basis- und Aufbauprüfungen für junge Pferde und den "normalen" Leistungsprüfungen unterschieden. Basis- und Aufbauprüfungen wie die Reitpferde- oder Springpferdeprüfung sollen dem jungen Pferd den Einstieg in den Turniersport erleichtern. Hier wird innerhalb der Wertnote vor allem Bezug auf die Veranlagung des Pferdes genommen. In den normalen Leistungsprüfungen dagegen – zum Beispiel einer Dressur- oder Springprüfung – zählt nur das, was Reiter und Pferd am jeweiligen Tag in der Prüfung zeigen.

Einteilung in Leistungsklassen

Damit Turniereinsteiger nicht direkt gegen die antreten müssen, die schon seit Jahren dabei sind, werden die Reiter in verschiedene Leistungsklassen eingeteilt. Die Leistungsklassen bauen aufeinander auf: von der Leistungsklasse 7, als unterste Leistungsklasse, bis zur Leistungsklasse 1 als höchste Stufe.

Das Turniersystem im Pferdesport

Ceecoach

Intelligent verbunden

Ceecoach ist ein innovatives Kommunikationssystem auf Basis der Bluetooth-Technologie. Es verbindet bis zu sechs Personen über 500 Meter. Weitere Informationen finden Sie unter www.peiker-cee.de.

FN-App

Die App der Deutschen Reiterlichen Vereinigung bietet neben Newsticker, TV-Tipps und Turnierkalender eine Pferdenamensuche, die Auskunft darüber gibt, welche Pferdenamen bereits vergeben sind. Mit der ADMR-Suchmaschine kann überprüft werden, ob Substanzen und die Inhaltsstoffe im Futter entsprechend der Anti-Doping und Medikamentenkontrollregeln (ADMR) erlaubt sind.

Stand: 09.07.2019