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Pferdesport - Breitensport, Turniersport, Spitzensport - Foto: Julia Rau

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Reiten für Spät- und Wiedereinsteiger

Mit über 40 in den Sattel? Na klar!

Reiten als Sport verlangt weniger Beweglichkeit, Schnell- und Muskelkraft oder auch extreme Ausdauer – alles Attribute der Jugend – als andere Sportarten. Stattdessen steht hier vor allem die Koordination im Vordergrund. Selbstverständlich benötigt auch ein Reiter Körperspannung, Beweglichkeit und Kondition, doch alles in Maßen.

Reiten ist gut für die Gesundheit
Dr. Gero Kärst ist mit 53 Jahren selbst aktiver Reiter (und Späteinsteiger). Als Arzt ist er ein großer Befürworter des Reitsports auch im Alter. "Diejenigen, die es vorleben, beweisen eindrucksvoll, wie der Umgang mit dem Sportpartner dazu beiträgt, ‚jung und fit‘ zu bleiben", stellt Dr. Kärst fest. Voraussetzung ist für ihn einerseits genügend Grundkondition des Reiters und Aufwärmgymnastik vor dem Reiten, andererseits auch regelmäßiges Training: "Fünf Stunden pro Woche oder auch mehr sollten erreicht werden", so Kärst. Und er nennt weitere positive Aspekte des Reitens: "Schon das Reiten in Harmonie mit dem Pferd im Schritt erfordert bzw. fördert die komplexe statische Achse (Wirbelsäule/Becken) und trainiert so die Körperhaltung. Selbst das therapeutische Reiten nutzt diese Effekte, und kein Erwachsener und ‚Späteinsteiger‘ sollte daher Angst haben, nicht begabt zu sein. Die Kombination von Mensch und Tier hat in allen Variationen einen positiven psychologischen Effekt, und dies fördert (das Tier fordert bzw. erfordert es ja auch) die Kontinuität. Reiten im hier gefragten Sinne sollte hauptsächlich in der Natur und weniger in der Halle stattfinden, das ist ein weiterer Gesundheitsfaktor." Reiten ist überdies gelenkschonend: "Es ist wie beim Radfahren eine Entlastung von Hüfte, Knie und auch den Fußgelenken gegeben, da das Körpergewicht ja viel im Sattel getragen wird; und auch Leichttraben ist sehr förderlich für die Gelenke durch die Zirkulationsanregung der Gelenkflüssigkeit", so Dr. Kärst.

Reiten für Späteinsteiger
Späteinsteigern fällt es häufig deutlich schwerer als jugendlichen Reitanfängern, sich im Sattel loszulassen und locker und geschmeidig im Gleichgewicht zu sitzen. Und auch mental bringt das Alter beim Einstieg in den Reitsport häufig Probleme mit sich, wie Ausbilderin Yvonne Dressler, selbst 48 Jahre alt, weiß: "Jugendliche machen viel mehr aus dem Bauch heraus. Erwachsene denken zu viel über den Bewegungsablauf nach. Sie sind deutlich unbeweglicher und haben viel mehr Angst vor einem Sturz und den Folgeerscheinungen."
Einen Vorteil gibt es allerdings, den der erwachsene Späteinsteiger eindeutig für sich verbuchen kann: Reitanfänger in der Lebensmitte sind normalerweise finanziell unabhängig und können sich so bewusst für die Investition in den Reitsport entscheiden.

Wiedereinsteiger im Vorteil?
Während Späteinsteiger tatsächlich bei Null anfangen, können Wiedereinsteiger bereits auf eine reiterliche Laufbahn zurückblicken. Damit verbunden haben sie meistens auch entsprechende Erwartungen, wenn sie wieder in den Sattel steigen. Während Dressler als Ausbilderin nur selten mit Späteinsteigern konfrontiert wird, finden sich unter ihren Schülern doch recht viele Wiedereinsteiger. Der vermeintliche Vorteil – dass der Reitschüler schon weiß, was er vom Reiten erwartet, und auf eine gewisse Erfahrung zurückblicken kann – wandelt sich in der Praxis häufig zum Problem: "Die oft lang gehegten Erwartungen lassen sich leider fast gar nicht umsetzen. Wiedereinsteiger glauben ganz oft, dass das einmal Erlernte in ein paar Wochen wieder abrufbar ist, doch das klappt natürlich nicht. Sie müssen verhältnismäßig lange an der Grundlage arbeiten, da sie unbeweglicher als früher sind und häufig auch Angst vor Stürzen haben.“ Damit einher geht eine besondere Herausforderung für den Ausbilder: „Es ist schwierig, als Ausbilder den Unterricht so zu gestalten, dass es nicht langweilig wird und der Spaß erhalten bleibt." 

Doch auch die äußeren Bedingungen haben sich deutlich verändert, wenn jemand, der als Jugendlicher geritten ist, im mittleren Alter wieder in den Sattel möchte: „Kaum einer hat so viel Zeit für das Reiten wie ein Jugendlicher. Ein- bis zweimal in der Woche eine gute Stunde ist ja nicht wirklich viel. Und dann gibt es noch die Reiter, die sich nach ihrem Job lieber entspannen möchten – das versteht aber das Pferd meistens nicht“, so Dressler.

Aus ihren Erfahrungen resultierend hat Dressler ganz konkrete Tipps für alle, die in der Lebensmitte noch (wieder) in den Sattel möchten: "Sie sollten sehr intensiv darüber nachdenken, welche Reitweise die passende ist. Möchte man lieber viel ausreiten, sich nach dem Büro entspannen oder sich wirklich mit der klassischen Reitlehre intensiv beschäftigen? Für alles gibt es unterschiedliche Reitställe."

Wenn die Motivation stimmt und die Fitness gegeben ist, steht jedoch auch einem erfolgreichen Späteinstieg in den Reitsport nichts im Wege, wie Dr. Gero Kärst weiß: Er kam erstmals in den Sattel, als die Kinder ein Reitabzeichen ablegen sollten und er als gutes Beispiel voranging. Heute ist er als Späteinsteiger aktiver Turnierreiter. Der positivste Aspekt des Reitens ist für ihn klar definiert: "Die aktive Erholung und das Zusammenwachsen mit seinem Partner Pferd – aber auch die Freude am Fortschritt der Ausbildung des Pferdes." Im Wettkampf braucht der Späteinsteiger die richtige Einstellung: "Probleme gibt es nicht, wenn man auch eine schlechte Note akzeptiert und zum Anlass nimmt, zu arbeiten, um besser zu werden", so Dr. Kärst.

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Andrea Winkler

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