Deutsche Reiterliche Vereinigung

Zahlen und Fakten aus Pferdesport und Pferdezucht

Menschen und Pferde

  • Laut einer Studie der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) gaben 2016 rund 14 Millionen Befragte an, Interesse am Reiten zu haben. Rund 4 Million interessieren sich sogar ganz besonders für diese Sportart. Dabei wurden jedoch nur über 14-Jährige befragt. Die Studie ermittelte auch die Zahl der Reiter in Deutschland: 3,89 Millionen Menschen bezeichnen sich selbst als Reiter. 1,25 Millionen betreiben diese Sportart intensiv. Darunter sind 78 Prozent Frauen. Außerdem gibt es etwa 900.000 Pferdebesitzer in Deutschland.
  • Nach Hochrechnungen der FN auf Grundlage verschiedener Studien und Zahlen wie zum Beispiel der IPSOS-Studie, der Tierseuchenkassen und der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) leben ca. 1,3 Mio. Pferde in Deutschland.

Der organisierte Pferdesport

(Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2019)

  • Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (Fédération Equestre Nationale, FN), der nationale Dachverband des Pferdesports, ist die weltweit größte Pferdesport-Vereinigung. Innerhalb des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) rangiert die FN mit 682.380 Mitgliedern (Vorjahr: 686.747) an achter Stelle.
  • Großer Beliebtheit erfreut sich der Pferdesport beim weiblichen Geschlecht. Rund 79 Prozent (538.705) der FN-Mitglieder sind Mädchen und Frauen. Mit 143.675 Mitgliedern ist der männliche Anteil deutlich geringer.
  • Die meisten Vereinsmitglieder registriert der Landesverband Baden-Württemberg mit 98.523 (Vorjahr: 98.534), gefolgt von Westfalen mit 97.321 (Vorjahr: 98.203), Bayern mit 92.059 (Vorjahr: 92.506), Hannover mit 80.454 (Vorjahr: 81.815), Hessen mit 69.265 (Vorjahr 69.405) und Rheinland mit 58.627 (58.988). In Addition von Westfalen und Rheinland käme Nordrhein-Westfalen auf 155.948 und Niedersachen (Hannover/Bremen und Weser-Ems) auf 129.375 Vereinsmitglieder.

Organisationstruktur der FN

  • Der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als Dachverband sind 17 Landesverbände Pferdesport mit 7.334 Reit- und Fahrvereinen (Vorjahr: 7.364) angeschlossen. Zum Bereich Zucht gehören 25 deutsche Zuchtverbände, davon 15 mit dem Schwerpunkt auf die Warmblutzucht.
  • Der FN (oder ihren Mitgliedsverbänden) direkt angeschlossen sind außerdem 3.575 Pferdebetriebe (Vorjahr: 3.702) sowie 58.193 (Vorjahr: 58.951) Persönliche Mitglieder.
  • Weitere FN-Mitgliedsverbände sind das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) sowie der Deutsche Reiter- und Fahrer-Verband und die Deutsche Richtervereinigung für Pferdeleistungsprüfungen. Hinzu kommen neun Anschlussverbände: Deutsche Westernreiter Union Deutschland, Island Pferde-, Reiter- und Züchterverband, Verein Deutscher Distanzreiter und -fahrer, Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten, Deutscher Akademischer Reiterverband, Internationale Gangpferde-Vereinigung, Bundesverband für klassisch-barocke Reiterei Deutschland, Verein Deutscher Hengsthalter sowie die Deutschen Jungzüchter.

Turniersport: Zahlen und Fakten

  • Im Jahr 2019 wurden 3.567 Turnierveranstaltungen (Vorjahr: 3.575) mit 66.281 Prüfungen (Vorjahr 68.001) und 1.377.474 Starts (Vorjahr 1.389.244) ausgetragen. Die Geldpreise erreichten 2019 eine Höhe von 32.639.473 Euro (Vorjahr: 32.701.454).
  • 2019 stellte die FN 80.342 Jahresturnierlizenzen aus, die zur Teilnahme an Turnierveranstaltungen berechtigten (Vorjahr: 81.344); davon 1.567 Ausweise für ausländische Reiterinnen und Reiter (Vorjahr: 1.564), die an deutschen Turnieren teilnahmen. Darüber hinaus fanden 6.077 Jugendliche und Erwachsene über so genannte Schnupperlizenzen den Weg in den Turniersport (Vorjahr: 6.848).
  • 2019 wurden von der FN Fortschreibungen (Turnierlizenzen) für 132.257 Turnierpferde und -ponys (Vorjahr: 135.146) sowie 2.572 FEI-Pässe für international startende Turnierpferde (Vorjahr: 2.387) ausgestellt. Darunter sind 21.131 neu ins Turnierpferderegister eingetragene Pferde und Ponys (Vorjahr: 21.186).
  • 2019 stieg erneut der Anteil älterer Pferde im Sport. 29,35 Prozent (Vorjahr 27,73) waren zwischen elf und 15 Jahre alt und 9,86 Prozent (Vorjahr: 9,56) sogar über 18 Jahre alt – Tendenz weiter steigend. Den Hauptanteil aller Turnierpferde - 52,71 Prozent (Vorjahr 55,19) – machen weiterhin Pferde zwischen fünf und zehn Jahren aus. Anders als in den Vorjahren ist der Anteil jüngerer Pferde wieder leicht angestiegen. 8,08 Prozent (Vorjahr 7,53) der Turnierpferde waren drei- und vierjährig, was sicherlich auch durch die wieder steigenden Zahlen in der Pferdezucht liegt.

Pferdezucht: Zahlen und Fakten

Maßgeblichen Anteil an den Erfolgen des deutschen Pferdesports trägt die deutsche Reitpferde- und Reitponyzucht.

  • Im Jahr 2019 wurden in der deutschen Reitpferdezucht 2.832 Zuchthengste (Vorjahr: 3.023) sowie 53.478 Zuchtstuten (Vorjahr: 53.490) sowie insgesamt 26.299 Fohlen (Vorjahr: 26.300) registriert. Dabei ist Zahl der Bedeckungen minimal von 31.864 im Jahr 2018 auf insgesamt 31.194 gesunken.
  • Darüber hinaus waren 2019 insgesamt 3.355 Pony- und Kleinpferdehengste aller Rassen (Vorjahr: 3.385), 19.477 Pony- und Kleinpferde-Zuchtstuten (Vorjahr: 19.589) sowie 8.399 Fohlen (Vorjahr: 8.432) bei den Verbänden gemeldet.
  • Für die Gesamtheit aller Pferde- und Ponyrassen der FN-angeschlossenen 25 Zuchtverbände (vom Achal Tekkiner bis zum Warlander) sind 2019 folgende Bestandszahlen an Zuchttieren gemeldet worden: 7.244 Hengste (Vorjahr 7.544), 80.873 Zuchtstuten (Vorjahr: 81.140) und 36.936 Fohlen (Vorjahr: 38.298).
  • 2019 legten 176 Reitpferdehengste die 14-tägige Veranlagungsprüfung ab (Vorjahr 172). 75 Hengste wurden der 50-tägigen Hengstleistungsprüfung unterzogen (Vorjahr 95). Die Sportprüfung absolvierten 188 gekörte Hengste (Vorjahr 182). Ihre Leistungsfähigkeit stellten 2.677 Zuchtstuten (Vorjahr: 2.697) in Stations- und Feldprüfungen unter Beweis.
  • Bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon/USA stammten von insgesamt 560 gestarteten Pferden 128 Pferde aus der deutschen Pferdezucht. Somit sind fast 23 Prozent aller in den Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Reining, Fahren, Para und Voltigieren gestarteten Pferde deutschen Ursprungs. In der Disziplin Springen stammten 33 von insgesamt 124 Pferden aus deutscher Zucht. Das sind 27 Prozent. Von 77 gestarteten Dressurpferden waren in Tryon 26 Pferde aus deutscher Zucht, das sind 34 Prozent. 16 Vielseitigkeitspferde von 83 sind den deutschen Zuchtverbänden zuzuordnen, das entspricht 19 Prozent.
  • Bei der Medaillenvergabe dominierten die deutschen Pferde in Tryon in den drei olympischen Disziplinen. So stammen 19 der insgesamt 45 vierbeinigen Medaillengewinner in der Dressur, Springen und Vielseitigkeit aus deutscher Zucht. Über alle sieben Disziplinen betrachtet, in denen es in Tryon Medaillen gab, macht ihr Anteil 29 Prozent aus. Die meisten Medaillen sammelten deutsche Pferde im Springen – insgesamt zehn von 15 möglichen. Acht von 15 Medaillen waren es in der Dressur, die auf das Konto der deutschen Pferdezucht gingen, davon vier goldene. In der Vielseitigkeit gelangte bei dem Championat nur ein deutsches Pferd in die Medaillenränge.

Wirtschaftsfaktor Pferd

  • Mehr als 10.000 Firmen, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen in Deutschland haben direkt oder indirekt das Pferd als Haupt-Geschäftsgegenstand.
  • Der Umsatz der deutschen Pferdewirtschaft liegt bei geschätzten 6,7 Milliarden Euro. Darunter fallen 39 Prozent (2,6 Mrd. Euro) der Ausgaben auf den Bereich Pferdehaltung, 61 Prozent (4,1 Mrd. Euro) auf den Bereich Einzelhandel und Dienstleistungen.
  • Auf den Reitpferdeauktionen der Zuchtverbände im Jahr 2019 wurden 848 Reitpferde zu einem Durchschnittspreis von 24.725 Euro versteigert. Der Gesamtumsatz dieser Auktionen betrug 20.966.800 Euro (Vorjahr: 783 Reitpferde, Durchschnittspreis 25.090 Euro, Gesamtumsatz 19.645.700 Euro). Weiterhin wurden bei den Auktionen der Zuchtverbände rund 1.645 Zuchtpferde und Fohlen sowie Ponys und Kaltblüter (Vorjahr: 1.700) versteigert.

Weitere Zahlen, Daten und Fakten finden Sie im Jahresbericht der FN.

Ihr Ansprechpartner

Julia Basic

Pressesprecherin

Tel: 02581/6362-190
Fax: 02581/6362-7190

jbasic@fn-dokr.de

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Stand: 11.08.2020