Deutsche Reiterliche Vereinigung

Schutz vor sexualisierter Gewalt

Vorbeugen und Aufklären, Hinsehen und Handeln!

Gemeinsam mit dem DOSB und seinen Mitgliedsorganisationen setzt sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein. Die körperliche und emotionale Nähe, die im Sport entstehen kann und in keinem anderen Zusammenhang ähnlichen Stellenwert findet, birgt Gefahren sexualisierter Übergriffe. Eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns Verantwortlicher muss dazu beitragen, Betroffene zum Reden zu ermutigen, potentielle Täter abzuschrecken und ein Klima zu schaffen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt.

Maßnahmen der FN zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Pferdesport:

  • Erste Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt im Pferdesport, in Vereinen und Betrieben ist das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch. Die FN kooperiert seit dem 1. Mai 2020 mit dem Verein N.I.N.A. („Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Jungen und Mädchen“), der die fachliche Leitung dieses Hilfetelefons innehat. Die Nummer des Hilfetelefons ist 0800 22 55 530. Die Beratungszeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr oder per E-Mail unter mail@nina-info.de. Weitere Informationen finden Sie unter www.nina-info.de oder www.anrufen-hilft.de.  
  • Das Thema "Schutz vor sexualisierter Gewalt" wurde durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung verbindlich in das Ausbildungssystem und die Lehrkonzeption der Amateurtrainer integriert. Seit dem 1. März 2012 müssen angehende Trainer einen Ehrenkodex unterschreiben.
  • In der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO) wird bereits seit vielen Jahren als Zulassungskriterium zur Trainerprüfung die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses verlangt, welches nicht älter als sechs Monate alt sein darf. Darüber hinaus kann die Deutsche Reiterliche Vereinigung nach APO die Führung der Bezeichnung "Trainer" und somit auch die Trainerlizenz "aus wichtigem Grund" aberkennen.
  • 2013 wurde für die Landesverbände ein Handlungsleitfaden mit Hinweisen zum Vorgehen bei Meldung einer Vermutung, zum Thema Öffentlichkeitsarbeit, zum Thema Präventionsmaßnahmen, Maßnahmen der FN und Ansprechpartner der FN erstellt.
  • Seit Anfang 2014 muss jede Person, die einen Trainerschein ablegen möchte und dafür einen Lehrgang besucht, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
  • Es wurde Aufklärungs- und Infomaterial für Jugendliche erstellt.
  • Aufgrund von Hinweisen der FN hat auch ihr Anschlussverband, die Bundesvereinigung der Berufsreiter, ihre Satzung im Hinblick auf Prävention von sexualisierter Gewalt ergänzt.
  • 2013, 2015, 2017 und 2019 wurde die FN-Satzung im Hinblick auf die Prävention von sexualisierter Gewalt und möglichen Sanktionen ergänzt (§ 3 Ziffer 3 und 4, § 15 Ziffer 6, § 22 Ziffer 4, § 23 Ziffer 3).
  • 2017 wurde die Jugendordnung der FN im Hinblick auf die Prävention von sexualisierter Gewalt ergänzt.
  • Das Thema Prävention von sexualisierter Gewalt wurde im Herbst 2018 als verbindliches Weiterbildungsmodul in das Programm der Landestrainerseminare Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Voltigieren und Fahren integriert.
  • Seit März 2019 werden bei Lehrgängen für Kaderathleten am Bundesstützpunkt in Warendorf für Junioren und Junge Reiter der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit freiwillige anonyme Evaluationen durchgeführt, um sicherzustellen, dass Respekt und Wertschätzung während der Maßnahmen gelebt werden und es keinen Anhaltspunkt für die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung gegeben hat.
  • Im Mai 2019 hat sich die FN an einer Plakataktion des DOSB mit einem eigenen Poster beteiligt. Darüber wurden auch die Landesverbände informiert. Zudem wurde das Poster bei den FN-Tagungen vorgestellt und aktuelle Hinweise zum Thema Prävention von sexualisierter Gewalt im Beirat Sport gegeben.
  • Die FN ist als einer von vier dafür ausgewählten Spitzensportverbänden Teil eines Forschungsprojekts der Deutschen Sporthochschule Köln mit dem Titel „Trainer/innen in der Prävention sexualisierter Gewalt: Umgang mit Nähe und Distanz im Verbundsystem Nachwuchsleistungssportsystem“. Das Projekt ist im Herbst 2019 gestartet, aus dem Pferdesport nehmen vier Nachwuchsbundestrainer aus vier Disziplinen daran teil.
  • Es gibt eine intensive Kooperation mit DSJ und DOSB im Bereich Prävention von sexualisierter Gewalt
Fotolia/Motortion

Beratungshotline N.I.N.A.

Beratung durch pädagogisch/psychologisch ausgebildete Fachkräfte gibt es kostenfrei und anonym bei N.I.N.A. - telefonisch unter 0800 22 55 530 oder per E-Mail unter mail@nina-info.de. Die Beratungszeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr. Nährere Informationen finden Sie auch unter www.nina-info.de oder www.anrufen-hilft.de.

Poster

Das Poster zum Thema Missbrauch im Pferdesport kann kostenlos über den FN-Shop bestellt werden (zzgl. Versandkosten). Sportdeutschland setzt sich aktiv für den Kinderschutz ein und verurteilt jede Art von sexuellem Missbrauch! Das Poster ist in einer Gemeinschaftsaktion der Deutschen Sportjugend, des Deutschen Olympischen Sportbundes und der FN entstanden. 

Aufruf der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Die FN begrüßt den Aufruf der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland im Kontext Sport. Die Kommission ruft erwachsene Betroffene auf, die in Kindheit und Jugend sexueller Gewalt beim Freizeit-, Breiten- und Leistungssport sowie beim Schulsport ausgesetzt waren, von ihren Erfahrungen zu berichten. Dafür bietet die Kommission einen geschützten Rahmen in Form von vertraulichen Anhörungen oder von schriftlichen Berichten. Alle Informationen zum Aufruf erhalten Interessierte unter www.aufarbeitungskommission.de/sport oder telefonisch unter 0800 40 300 40 (kostenfrei und anonym).

Kampagne "Kein Raum für Missbrauch" und Aktivitäten der Deutschen Sportjugend (dsj)

Im Jahr 2013 startete die Kampagne "Kein Raum für Missbrauch" des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung. Die Kampagne soll dazu dienen, ein klares Signal gegen sexualisierte Gewalt im Sport zu setzen. Über die Aktivitäten und Materialien der Deutschen Sportjugend (dsj) zum Thema "Gegen sexualisierte Gewalt im Sport" informiert die Seite unter www.dsj.de/kinderschutz. Broschüren zum Themenfeld sind dort als Download verfügbar. Umfassende Informationen zum Thema hat der Landessportbund NRW auf der CD "Schweigen schützt die Falschen" zusammengestellt.

Der Lehrfilm "Schutz vor sexualisierer Gewalt" des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zeigt, wie Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in Sportvereinen entwickelt und dauerhaft angewendet werden können.

Ihr Ansprechpartner

Maria Schierhölter-Otte

Leiterin

Tel: 02581/6362-135
Fax: 02581/6362-7135

mschierhoelter@fn-dokr.de

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Stand: 15.09.2020