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Veterinärmedizin - Tierschutz, Medikation, Arzneimittelrecht, Foto: Christiane Slawik

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Impfungen für Pferde

Gesundheitsvorsorge

Pferde impfen - Foto: FotoliaNeben pferdegerechter Haltung und Fütterung spielt die Gesundheitsvorsorge eine wichtige Rolle für die Leistungs- und Lebensfähigkeit des Pferdes. Nur noch selten leben Pferde in konstanten Pferdebeständen, sondern verlassen für Ausritte, Training oder Turnier den Stall und treffen in der Regel auch auf andere Pferde. Damit einhergehen die Immunabwehr schwächender Stress und die Wahrscheinlichkeit, sich mit neuen Krankheitserregern anzustecken. Eine Möglichkeit, sein Pferd und damit weitere Pferde zu schützen, ist die Impfung.

Gegen welche Krankheiten die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) die Impfung bei Pferden vorschreibt oder empfiehlt, lesen Sie hier:

Was bedeutet Impfen?
Impfen, im Sinne der Schutzimpfung, ist eine der ältesten medizinischen und zugleich erfolgreichsten prophylaktischen Maßnahmen, um Infektionen und Erkrankungen zu verhindern, auch wenn es um die Kontrolle und/oder die Unterbindung der Ausbreitung von bakteriellen oder viralen Infektionen geht. Impfen ist eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit von Pferden zu erhalten.

Was passiert beim Impfen?
Pferde haben wie alle Säugetiere ein Immunsystem, das sie vor Krankheitserregern schützt, die in den Körper eindringen. Zum einen wendet dieses System die Bildung von Antikörpern und Abwehrzellen als eine Abwehrstrategie an, zum anderen kann das Immunsystem Gedächtniszellen bilden, so dass es die gleichen Erreger auch nach Jahren noch erkennen und bekämpfen kann. Diese Fähigkeit ist die Grundlage für das Impfen. Die Impfung trainiert das Immunsystem zur Abwehr gegen spezifische Krankheitserreger, indem abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder deren Bestandteile per Impfung in den Körper verbracht werden, auf die der Körper mit entsprechenden Abwehrmechanismen reagiert.

Wie wird geimpft?
Ein wirksamer Impfschutz beginnt mit der Grundimmunisierung. Sie besteht in Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff meist aus drei Impfungen. Auffrischungsimpfungen müssen in unterschiedlichen Zeitabständen vorgenommen werden, wie dies bei den einzelnen Impfstoffen aufgezeigt wird. Aufgrund der Immunverhältnisse des Saugfohlens sollte die Grundimmunisierung mit allen derzeit verfügbaren Impfstoffen nicht vor dem abgeschlossenen sechsten Lebensmonat erfolgen. Nach der Erstimpfung folgt nach sechs bis acht Wochen die zweite, nach sechs oder zwölf Monaten die dritte Impfung. Wird eine solche Auffrischungsimpfung versäumt, kann eine komplette Grundimmunisierung erforderlich werden. Eine korrekte Grundimmunisierung ist die Voraussetzung für die Ausbildung eines guten Immunschutzes!

Was ist beim Impfen zu beachten?
Für einen wirksamen Impfschutz, sind die vorgegebenen Impfintervalle einzuhalten. Damit der Körper des Pferdes auf die Impfung mit der optimalen Immunantwort reagieren kann, dürfen nur gesunde und parasitenunbelastete Tiere geimpft werden. Vor der Impfung ist das Pferd daher vom Tierarzt zu untersuchen und die Impffähigkeit festzustellen. Prinzipiell sollten Entwurmungen vor den Impfungen erfolgt sein. Nach der Impfung soll das Pferd einige Tage leicht bewegt werden.

Welche Impfungen bei Pferden müssen sein?
Es gibt zwei Impfungen, die ein Muss für Pferde sind: Die Impfungen gegen Tetanus und Influenza. Zusätzlich wird die Impfung gegen Herpesviren empfohlen. Ob noch weitere Impfungen sinnvoll sind, gilt es, mit dem Tierarzt abzustimmen. In bestimmten Regionen Deutschlands kann eine Tollwut-Impfung sinnvoll sein. Ein anderes Beispiel ist die Impfung gegen Pilz, die betroffenen Pferden, neben anderen Maßnahmen, helfen kann, wieder gesund zu werden und nicht erneut an Pilz zu erkranken. Bei den Impfungen, die zusätzlich durchgeführt werden können, sind die Wirksamkeit der Impfung und/oder das damit einhergehende Impfziel zu bedenken.

Ist die Impfung gegen Tetanus wirklich nötig?
Tetanus – auch Wundstarrkrampf genannt – ist eine bakterielle Infektion (Bakterium: Clostridium tetani), die über die Bildung eines Neurotoxins die muskelsteuernden Nervenzellen schädigt und häufig zum Tode führt. Das Bakterium kommt nahezu überall in der Umwelt – insbesondere im Boden – vor und gelangt in der Regel durch Wunden in den Organismus. Pferde sind besonders anfällig für das Toxin dieses Bakteriums. Die Impfung gegen Tetanus bei Pferden ist eine Selbstverständlichkeit. Ein Unterlassen der Tetanusimpfung verstößt gegen den Tierschutz und ist unverantwortlich, da die Impfung der einzig wirksame Schutz gegen die Erkrankung an Tetanus ist.

Was ist bei der Impfung gegen Tetanus zu beachten?
Für alle Pferde, egal, ob es sich dabei um ein Turnierpferd, den Youngster auf der Weide oder einen Freizeitpartner für das Gelände handelt, ist die Tetanus-Impfung eine absolute Pflicht. Nach der korrekten Grundimmunisierung müssen die Wiederholungsimpfungen, je nach Impfstoffhersteller, in einem ein- bis dreijährigen Abstand wiederholt werden, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. In Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff weiß der Tierarzt, zu welchem Zeitpunkt die nächste Tetanus-Impfung erfolgen sollte. Allerdings haben wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass bei einer ordnungsgemäßen Grundimmunisierung ein Impfschutz durchaus deutlich über die Zeit des vom Impfstoffhersteller angegebenen Impfintervalls hinaus bestehen kann. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, mit Hilfe eines Schnelltests den vorhandenen Tetanus-Antikörperspiegel zu überprüfen. Nach einer konsequenten, vollständigen Grundimmunisierung kann die Impfentscheidung theoretisch von dem Ergebnis des Schnelltest abhängig gemacht werden.

Warum ist die Influenza-Impfung so wichtig?
Die Influenza ist eine Virus-Erkrankung des gesamten Atmungsapparates. Sie ist hoch ansteckend und gefährdet ganze Bestände vor allem nicht oder nicht korrekt geimpfter Pferde. Die Symptome sind starker Husten, hohes Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten. Im Extremfall führt die Influenza zu chronischem Husten und bleibenden Schäden an den Atemwegen. Influenzaviren sind weltweit verbreitet. Alljährlich erkranken Pferde auf Grund einer Infektion mit diesen Viren, zumeist handelt es sich in diesen Fällen um nicht geimpfte Pferde. Teilweise erkranken auch geimpfte Pferde, vor allem dann, wenn sie mit Impfstoffen geimpft wurden, die nicht die aktuell kursierenden Influenzaviren enthalten. Grund dafür ist die Fähigkeit dieser Viren, ihre immunogenen Eigenschaften von Zeit zu Zeit zu verändern. Daher sind wiederkehrende Überprüfungen von den Proben der Atemwege erkrankter Pferde untersuchter Viren notwendig, um die aktuell im Feld verbreiteten Virenstämme zu erfassen, die verfügbaren Impfstoffe hinsichtlich ihrer immunitätsbildenden Fähigkeit zu überprüfen und/oder gegebenenfalls neue Impfstämme in die Impfstoffe zu übernehmen.

Wieso gibt es die Influenza-Impfpflicht für Turnierpferde?
Für Pferde, die am Turniersport teilnehmen, schreibt die FN die Influenza-Impfung nach erfolgter Grundimmunisierung alle sechs Monate vor. Der Grund ist einfach: Die Impfung gegen Influenzavirusinfektionen ist nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft die einzige Maßnahme, um speziell bei Pferden im Sport, die Infektion, das Auftreten der Erkrankung und deren Ausbreitung zu verhindern. Geregelt ist die Impfvorschrift in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), § 66 Allgemeine Teilnahmebeschränkungen von Pferden. Nähere Informationen finden sich in den Durchführungsbestimmungen. Pferde, die nicht im Turniersport eingesetzt werden und selten mit Pferden aus anderen Beständen zusammentreffen, sind einem geringeren Infektionsdruck ausgesetzt, sodass nach der korrekten Grundimmunisierung eine Impfauffrischung einmal jährlich ausreichen kann.

Was kann die Herpesimpfung und was kann sie nicht?
Bei Pferden in der ganzen Welt kommen mehrere Herpesviren mit unterschiedlichen Krankheitsmöglichkeiten vor. All diese Infektionen verlaufen latent, d. h. auch wenn das einmal infizierte Pferd nicht erkrankt, bleibt es über lange Zeiträume Virusträger und -ausscheider und somit eine Infektionsquelle, da es unter ungünstigen Umständen, wie z.B. Stress, zu einer Reaktivierung des Virus im Pferd kommen kann, die zu einer massiven Ausscheidung des Erregers führt. Die für Pferde in Zusammenhang mit dem Thema Impfung relevanten Herpesviren sind zum einen das EHV (Equines Herpesvirus) 1, das in erster Linie für den so genannten Virus-Abort verantwortlich ist, in selteneren Fällen aber auch eine neurologische Verlaufsform hervorrufen kann. Das zweite relevante Virus ist das EHV4, welches in der Regel Atemwegsinfektionen, vorrangig bei Absetzfohlen und jungen Pferden, hervorruft. Im Gegensatz zur Influenzainfektion, bei der das Pferd entweder nach überstandener Infektion oder Impfung mit schutzverleihender Immunität nach einer gewissen Zeit wieder frei von Virus ist, bleiben einmal mit Herpes infizierte Pferde ein Leben lang Virusträger. Das trifft auf rund 80 Prozent aller Pferde weltweit zu.

In Deutschland sind grundsätzlich zwei Impfstoffe gegen Herpesviren auf dem Markt, allerdings ist deren Verfügbarkeit in Deutschland durch Lieferengpässe seitens der Hersteller oftmals leider begrenzt. Es handelt sich dabei zum einen um einen abgeschwächten Lebendimpfstoff (EHV1), der die Gefahr einer Infektion mit diesem Virus verringert und Symptome der entstehenden Atemwegsinfektion abmildert. Der andere auf dem Markt befindliche Impfstoff ist ein Kombinationsimpfstoff aus EHV1 und 4, bei dem die Impfviren in abgetöteter Form vorliegen. Neben Atemwegsinfektionen wird durch diese Impfung die Gefahr des Virusaborts bei tragenden Stuten abgemildert. Im Unterschied zu den Impfungen gegen Tetanus oder Influenza, die das einzelne Pferd relativ sicher vor der Erkrankung schützen, kann die Impfung gegen Herpes die Infektion und den eventuellen Ausbruch der durch Herpes hervorgerufenen Krankheiten beim einzelnen Pferd nicht sicher verhindern, sondern lediglich günstig beeinflussen oder abmildern. Die Impfung gegen Herpes stellt einen wichtigen Bestandteil der betriebshygienischen Maßnahmen dar, dessen Hauptziel es ist, die Ausscheidung von Herpesviren im Gesamtbestand zu verringern. Dies ist nur möglich, wenn möglichst alle Pferde flächendeckend geimpft werden. Nach der Grundimmunisierung erfolgt eine Auffrischung der Impfung in halbjährlichem Rhythmus. Durch die bestehenden Lieferengpässe kann es zu Problemen beim Aufrechterhalten des Impfschutzes kommen. Da EHV1 und 4 viele Ähnlichkeiten aufweisen, kann der Tierarzt bei Lieferengpässen auf einen anderen als den bisher verwendeten Impfstoff ausweichen. Allerdings gilt diese Ausnahme nicht für Impfungen, die Teil der Grundimmunisierung sind. Hier sollte immer der gleiche Impfstamm verwendet werden. Beim Ausweichen auf den EHV1-Impfstoff, ist jedoch insbesondere bei Zuchtbetrieben und tragenden Stuten wichtig zu beachten, dass dieser Impfstoff keine Zulassung für die Vorbeugung des Virusaborts besitzt. Tierärzte können ggf. auch Impfstoffe aus dem Ausland beziehen.

Trotz der oben genannten Einschränkungen in Bezug auf die EHV-Impfung empfiehlt die FN, die Pferde gegen das Herpesvirus impfen zu lassen.

Impfempfehlung für Pferde in der Übersicht: 

Tetanus Influenza Herpes


Impfen

ja ja (für Turnierpferde verpflichtend) empfehlenswert
Grundimmunisierung

1. Impfung: im Alter von abgeschlossenem 6. Lebensmonat

2. Impfung: 6-8 Wochen nach1. Impfung

3. Impfung: 12 Monate nach 2. Impfung

1. Impfung: im Alter von 6 Monaten

2. Impfung: 4-10 Wochen (28-70 Tage) nach 1. Impfung

3. Impfung: 6 Monate (plus maximal 21 Tage) nach 2. Impfung

1. Impfung: im Alter von 5 Monaten

2. Impfung:im Alter von 6 Monaten

3. Impfung: im Alter von 12 - 14 Monaten

Auffrischungsimpfung

Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1-3 Jahren* (ggfs. Impfentscheidung nach Antikörper-Schnelltest)

Wiederholungsimpfungen im Abstand von 6 Monaten (plus maximal 21 Tage)**

Wiederholungsimpfungen im Abstand von 6 Monaten

* je nach Impfstoffhersteller

** Für Pferde, die nicht im Turniersport eingesetzt werden und die einem geringeren Infektionsdruck ausgesetzt sind, ist eine Wiederholungsimpfung pro Jahr ausreichend. 

Ansprechpartner

Foto von Angelika Stephan

Angelika Stephan

Tel 02581/6362-237
Fax 02581/6362-543

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