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Deutsche Classic Ponys - Foto: Stefanie Grober

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Deutsches Reitpony

Turnierspezialisten aus deutscher Zucht

Das Jahr 1965 ist als Beginn der Reitponyzucht in Deutschland anzusehen. Anlässlich der Jahrestagung der „Arbeitsgemeinschaft der Ponyzuchtverbände“ in Bad Harzburg hielt ein New Forest Pony-Züchter aus den Niederlanden einen Vortrag zur Zucht größerer Reitponys und über den plötzlich ansteigenden Bedarf an Jugendreitpferden in Holland. Diese Anregungen machten sich die Vertreter der anwesenden Zuchtverbände zu eigen und versuchten, eigene oder ähnliche Wege zu gehen. In einer Zeit wachsenden Wohlstands und vermehrter Freizeit war das allgemeine Interesse am Reitsport stark angestiegen. Im Jugendbereich wurden die ersten Ponyturniere veranstaltet. Kinder und Jugendliche entdeckten - nicht zuletzt durch Bücher und Fernsehen angeregt - ihre Liebe zum Pferd und zum Pferdesport.

Versuche, in den einzelnen Züchtervereinigungen durch Kreuzungsprogramme wie Vollblut-Hengst und Fjordpferde-Stute oder Araber und Haflinger, führten letztlich nicht zum Erfolg. Erst der Import britischer Ponys und Besuchsreisen nach England regten zu einem Einkauf in großem Stil an und entfachten einen Ponyboom in Deutschland. Etwa ab 1975 setzte sich in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen mit Weser-Ems und Hannover sowie in Schleswig-Holstein die Reitponyzucht durch, wobei als Basisrassen heimische Wildbahnpferde in Westfalen, sonst aber britische Ponyrassen, vor allem Welsh Ponys, dominierten. Angepaart wurde mit Arabern, Angelo-Arabern und Vollblütern. Als Vorbild wurde das britische „Riding Pony“ betrachtet. Den deutschen Züchtern schwebte ein Pony vor, das die Qualitäten eines Reitpferdes mit dem Charakter, dem Typ und dem Leistungswillen eines Ponys verbinden sollte. In dem sehr kurzen Zeitraum von 6 - 10 Jahren entwickelte sich ein Reitponytyp, der sehr bald den aufstrebenden Turniersport beherrschte.

Impressionen vom Deutschen Reitpony

Foto: Schwoebel

Auf zunächst norddeutschen Schauen, später auch auf Bundesebene, hatten die Züchter Gelegenheit, ihr Zuchtziel zu demonstrieren. Bald kristallisierten sich auch bedeutende Vatertiere heraus, die von den Züchtern bevorzugt wurden. Leistungsprüfungen, zunächst nur der Hengste im Feld, später auf Station, heute auch von den hochwertigen Stuten gefordert, verbesserten den Zuchtfortschritt und führten zu einer größeren Ausgeglichenheit im Typ. Turniere auf nationaler und etwa ab 1975 auch auf internationaler Ebene bewiesen, dass die Reitponys deutscher Zucht den internationalen Standard erreicht hatten. Den deutschen Züchtern gelang es, mit Fleiß und Umsicht in der für die Pferdezucht kurzen Zeit von 20 Jahren ein Sportpferd im Kleinen zu züchten, das alle Anforderungen des Pferdesports erfüllt.

Die möglichst in einer Größe von 138 - 148 cm (Größenklasse G) gezüchteten Reitponys werden mit deutlichen Reitpferdepoints gewünscht, wobei der Typ mit kleinem Kopf, großen, lebhaften Augen und kleinen Ohren als Ponycharakter erhalten bleiben sollte. Anfang der 90er Jahre wurde in verschiedenen Zuchtverbänden der Versuch unternommen, durch die Einkreuzung von Warmblut-Hengsten (Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner) Leistungsverbesserungen zu erreichen. Die Erfolge waren zum Teil ermutigend, doch mussten in manchen Fällen Konzessionen an den Ponytyp gemacht werden.

Aufgrund der verschiedenen Herkünfte ist die Farbskala ebenfalls breit angelegt. Es sind praktisch alle bekannten Pferdefarben vertreten, doch überwiegen die Braunen, Füchse, Rappen und Schimmel. Die Reitponyzucht hat sich in der Zahl immer weiter nach oben entwickelt und ist die zweitstärkste Rassegruppe innerhalb der deutschen Ponyzuchten.

 Für die Deutsche Reitponyzucht gilt folgendes Zuchtziel:

  • Rasse: Deutsches Reitpony
  • Herkunft: Deutschland
  • Größe: ca. 138 cm - 148 cm
  • Farben: alle
  • Äußere Erscheinung:
    • Kopf: klein, trocken, ausdrucksvoll und edel; genügend Ganaschenfreiheit; lebhaftes, freundliches Auge, Ohren nicht zu groß; Nüstern großen, weiten
    • Hals: mittellang, breit, gut aufgesetzt, zum Kopf verjüngend
    • Körperbau: im Reitpferdetyp stehend; große, schräg gelagerte Schulter, markanter, weit in den Rücken hineinreichender Widerrist; mittellanger, gut bemuskelter Rücken; ausreichende Brusttiefe; längere, leicht geneigte, gut bemuskelte Kruppe; nicht zu hoch angesetzter Schweif, harmonische Rumpfaufteilung    
    • Fundament: trocken; korrekte, ausreichend großen Gelenken, mittellangen Fesseln und festen, wohlgeformten, mittelgroßen Hufen
  • Bewegungsablauf:
    • Grundgangarten: fleißig, taktmäßig, elastisch und raumgreifend; ausgeprägter Schub aus der Hinterhand; geringe Knieaktion gewünscht
    • Springen: geschickt, vermögend und überlegt, mit Gelassenheit und Intelligenz
  • Innere Eigenschaften/Leistungsveranlagung/Gesundheit:
    • Erwünscht ist ein unkompliziertes, umgängliches, gleichzeitig einsatzfreudiges, nervenstarkes und verlässliches Pony, das einen wachen, intelligenten Eindruck macht und durch sein Auftreten und Verhalten gute Charaktereigenschaften sowie ein gelassenes, ausgeglichenes Temperament erkennen lässt. Erwünscht ist ein rittiges, vielseitig veranlagtes, leistungsbereites und leistungsfähiges, für Reit- und Sportzwecke jeder Art insbesondere für Kinder geeignetes Pony. Erwünscht sind weiterhin robuste Gesundheit, gute physische und psychische Belastbarkeit, natürliche Fruchtbarkeit sowie das Freisein von Erbfehlern.

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Reitabzeichen-Filme

FN-Film zum Reitabzeichen 10

Was muss man können?

Welche Anforderungen bei den verschiedenen Reitabzeichen erfüllt werden müssen, erfährt man in diesen Filmbeiträgen der FN. Bei den Reitabzeichen handelt es sich um ein zehnstufiges Qualifikationssystem, mit dem man sich reiterlich vom Anfänger zum Könner entwickeln kann.