R+V Allgemeine Versicherung AG - Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht
Turniersport - Disziplinen, Turniere, LPO - Foto: www.reit-bilder.de

Anmelden

Melden Sie sich an, um im FN-Shop zu bestellen oder die vielen Vorteile einer Persönlichen Mitgliedschaft zu nutzen.

Das Turnier - rundum attraktiv

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Reit- und Fahrausweisinhaber kontinuierlich zurückgegangen. Es fehlt an Zeit und Geld, so die häufigste Begründung für den Turnierausstieg. Beklagt werden aber auch mangelnde Chancengleichheit und Zeiteinteilungen, die Berufstätigen einen Start unmöglich machen. Dagegen kann man mit der Ausschreibung etwas tun. 

Der Besuch eines Turniers ist für die Teilnehmer mit einem teilweise erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Dafür wünschen sie sich natürlich ein Prüfungsangebot, das ihnen ausreichend Startmöglichkeiten und vor allem einen fairen Leistungsvergleich bietet. Der Eindruck, lediglich „Kanonenfutter“ im Feld einer Handvoll Profis, Semiprofis und bekannter Namen zu sein, ist auf Dauer demotivierend. Ähnlich frustrierend ist es für erwachsene Einsteiger, wenn sie ständig gegen Jugendliche antreten müssen. Entweder haben sie das Gefühl, gegen die Jüngeren den Kürzeren zu ziehen, oder sie müssen sich von deren Eltern vorwerfen lassen, den Kindern die Schleifen wegzunehmen. Doch gerade die ältere Generation wird in den kommenden Jahren im selben Maße an Bedeutung gewinnen, wie die Zahl der Jugendlichen abnimmt. Allein in den letzten Jahren zehn Jahren ist Anteil der 22- bis 40-Jährigen um rund zehn Prozent geschrumpft, der Anteil der Ü40-Jährigen entsprechend gewachsen.

„Äpfel und Birnen“
Faire Prüfungsbedingungen heißt: kein Vergleich von „Äpfeln und Birnen“. Mit einer durchdachten Ausschreibung lassen sich etwa gleich starke Konkurrenzen erzeugen. Die LPO bietet dazu schon immer zahlreiche Möglichkeiten: 

  • Trennung nach Leistungsklassen – die älteste Form einer Kategorisierung der Reiter nach ihrer Vorerfahrung 
  • Trennung nach Ranglistenpunkten – auch hier werden die Teilnehmer nach den Vorleistungen in Gruppen unterteilt
  • Trennung nach Alter der Pferde oder Reiter
  • geschlossene“ Prüfungen – hierin sind seit 2013 die besonders routinierten und entsprechend erfolgreichen Viel-Starter ausgeschlossen.
  • Einschränkung des Teilnehmerfeldes durch Vorgabe von Handicaps oder Mindesterfolge
  • Auswahl von Prüfungen, die von vorne herein bestimmte Zielgruppen ansprechen: z.B. Hunterklassen, kombinierte Dressur-, Spring- (und Gelände-)prüfungen, Gewöhnungs- und Eignungsprüfungen für junge Pferde.

Eine Teilung von Prüfungen schon in der Ausschreibung bietet sich vor allem dort an, wo in den vorangegangenen Jahren generell wegen hoher Nennungszahlen geteilt werden musste. Oder wo mit hohen Nennungszahlen zu rechnen ist.

Beispiel RV Rheinhessen-Süd: Beim Dressurturnier wurden 2013 zwei zusätzliche S-Dressuren ausgeschrieben, eine „geschlossene“ Prüfung und eine für „junge“ Pferde, die sich beiden großen Zuspruchs erfreuten.

Ein Patentrezept für die richtige Ausschreibung gibt es sicherlich nicht. In jedem Verein und jeder Region ist das Klientel etwas anders. Was dem Veranstalter bei der Planung wirklich hilft, ist der Blick in die alte Ausschreibung, die Starterlisten des Vorjahres und nicht zuletzt auf den Wunschzettel der Vereinsmitglieder.

Das Leid mit der Zeit
So ein Pech. Da hat man genannt und stellt plötzlich fest, dass man gar nicht reiten kann, weil die Prüfung am Freitagvormittag angesetzt ist. Die Zeiteinteilung bot noch bis 2012 manchem Berufstätigen eine böse Überraschung. Seit 2013 muss der vorläufige Zeitplan nicht nur vorgeben, an welchem Tag, sondern auch zu welcher Tageszeit eine Prüfung geplant ist.

Weitere Beispiele für eine teilnehmerfreundliche Zeiteinteilung sind:

  • Zusammenpassende Prüfungen entsprechend legen, dass wenig Leerlauf entsteht und es sich lohnt, vor Ort zu bleiben
  • Statt sechs Prüfungen in LK 5 an einem Tag, lieber drei an zwei Tagen
  • Zeitliche Trennung von Disziplinen, beispielsweise ein Tag Dressur, ein Tag Springen (geeignet vor allem für Veranstalter mit nur einem Turnierplatz).

Beispiel RFV Springe: Hier wird das große Sommerturnier als ein Turnier ausgeschrieben, jedoch nach Disziplinen auf zwei Wochenenden verteilt, was zu einem entspannteren Turnierablauf geführt hat: „Insbesondere die Dressurreiter wissen das zu schätzen, aber auch die Helfer. Dies wiegt auch die Doppelbelastung an zwei Wochenenden auf, denn die Veranstaltungstage innerhalb der Woche wurden von allen als deutlich negativer eingeschätzt. Natürlich bedeuten diese Turniere nicht nur einen zeitlichen Mehraufwand, auch die Kosten für Richter, DRK, Festzelt haben sich nahezu verdoppelt. Diesen höheren Kosten steht allerdings ein Vielfaches an Zufriedenheit und Einnahmemöglichkeiten aus dem Catering gegenüber, das ganz überwiegend von ehrenamtlichen Helfern geleistet wird.“

Darf’s ein bisschen mehr sein?
Ein Turnier auf die Beine zu stellen, bedeutet Arbeit genug. Der Sport alleine reicht aber oft nicht aus, um auch Zuschauer anzulocken. Es muss schon etwas mehr geboten werden, will man am Wochenende nicht „unter sich“ bleiben.

Zum typischen Rahmenprogramm zählt alles, was mit Pferden zu tun hat: Dressur- und Fahrsportdemonstrationen, Voltivorführung, Quadrillen, aber auch Ausgefalleneres wie Kaltblutrennen und Skijöring. Die Vielfalt des Themas Pferd kommt auch durch Hengstvorführungen, Zuchtstutenprüfungen oder Fohlenschauen zur Geltung, die wiederum die enge Verbindung von Pferdezucht und -sport dokumentieren.

Bei geschickter Ausschreibung gestalten die Turnierteilnehmer ihr Rahmenprogramm auch selbst. Der WBO-Teil bietet weit als nur Führzügelklasse und Reiterwettbewerb für Turniereinsteiger. Mit Hilfe der WBO lassen sich publikumswirksame Wettbewerbe über die Grenzen von Leistungsklassen und Reitweisen hinaus kreieren: vom Caprilli-Test, über Allround-Wettbewerb mit Aktionsparcours, Kostümspringprüfung, Paardressur, Barockreiten und Gelassenheitsprüfung bis hin zu Funtrail, Ringreiten, Jump and Run, Jump and Bullriding sowie Pferd-und-Hund-Wettbewerbe in allen Varianten.

Über Aktionen auf dem Turnierplatz hinaus sorgt ein attraktives Ausstellerangebot (Kleidung, Reitsportartikel, Futter, Automobile, Versicherungen…) für Flair rund um den Turnierplatz. Bei den Aktiven wie nicht-reitenden Besuchern geschätzt wird auch eine Gastronomie, die mehr bietet als die übliche „Turnierforelle“ mit Pommes. Ein Züchter-Brunch am Sonntagmorgen kommt ebenso gut an wie die „Happy Hour“ am Samstag mit Getränken zum halben Preis. Gute Tradition hat in vielen Vereinen die Samstagabend-Party mit DJ in der Reithalle. Der RFV Springe beispielsweise peppt seine jährliche WBO-Veranstaltung mit einem Reiterflohmarkt auf. Ebenfalls beliebt sind Angebote für Kinder. Oft entscheiden gerade die Kleinen darüber, was die Familie am Wochenende unternimmt. Finden Sie auf dem Turnier eine geeignete Beschäftigung, haben Eltern und ältere Geschwister die Chance, in aller Ruhe den Sport zu genießen.

Beispiel RC am Schwanberg: Zu einem Familienfest für Jung und Alt wurde das Turnier des RC am Schwanberg. Verbunden mit einem „Tag des offenen Hofes“ erwartete die Besucher nicht nur spannender Sport, sondern auch Marktstände, Live-Musik und Attraktionen wie Holzrücken mit dem Pferd, Volti-Vorführung, Ponyreiten, Kinderschminken, Hüpfburg und Malwettbewerb.

Alte Helden

Alte Helden - Filmreihe über ehemalige Olympiapferde, Foto: Stefan Lafrentz

Spitzenpferde im Ruhestand

Sie haben ihre Reiter zu sportlichen Erfolgen getragen und für sie um Titel gekämpft. Bonaparte, Cento, Marius, Satchmo und Shutterfly. Wir haben uns gefragt, was machen die "Alten Helden" eigentlich.

Filme ansehen...