Deutsche Reiterliche Vereinigung

Jessica von Bredow-Werndl

Dressurreiterin

Die Bayerin Jessica von Bredow-Werndl hat 2014 mit dem niederländischen Hengst Unee BB den Sprung in den deutschen Championatskader geschafft. Mit ihm wurde sie jeweils Dritte bei den Weltcup-Finals in Las Vegas, Göteborg und Paris. Zwei Bronzemedaillen bei den Deutschen Meisterschaften und einmal Team-Bronze bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen kamen hinzu. Medaillen zu gewinnen, damit kennt sich die 33-Jährige bestens aus: Bis 2006 gewann sie insgesamt sechs Gold- und zwei Silbermedaillen bei Nachwuchseuropameisterschaften und drei Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Fünf Jahre trainierten sie und ihr Bruder Benjamin Werndl übrigens bei Isabell Werth. Die Geschwister betreiben heute gemeinsam das Dressurausbildungszentrum Aubenhausen, bilden sowohl talentierte Pferde als auch Reiter bis zur Grand-Prix-Reife aus. Jessica von Bredow-Werndl ist seit 2013 mit Vielseitigkeitsreiter Max von Bredow verheiratet, die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.

TSF Dalera BB ist seit 2015 im Stall von Jessica von Bredow-Werndl. Innerhalb kurzer Zeit brachte sie die Stute auf Spitzenniveau. Im Dezember 2017 siegten sie im Finale der Nachwuchs-Grand-Prix-Serie Louisdor-Preis. „Ich liebe dieses Pferd einfach, sie will immer alles richtig machen und kann das auch“, schwärmte die Reiterin kurz nach dem Sieg. 2018 ging es erfolgreich weiter: Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve gewannen die beiden Bronze in der Kür – obwohl es erst die zweite Grand-Prix-Kür für die Stute war. In Aachen gehörten sie 2018 zum siegreichen Nationenpreis-Team und wurden für die Weltreiterspiele in Tryon/USA nominiert, wo sie mit der deutschen Equipe die Goldmedaille gewannen. Auch 2019 ging es erfolgreich weiter: DM-Bronze im Grand Prix Special und Silber in der Kür sowie Mannschaftsgold und Einzelbronze in der Kür bei der Europameisterschaft in Rotterdam. 2020 gewann Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera ihren ersten DM-Titel im Grand Prix Special. In der Kür wurde es bei der DM in Balve Silber. 2021 führte bei der DM in Balve kein Weg an den beiden vorbei, sie gewannen Gold im Special und Gold in der Kür. 

„Ich bin unheimlich stolz auf Dalera und mich, dass wir es jetzt geschafft haben“, sagte Jessica von Bredow-Werndl nach ihrer Nominierung für Tokio. Für die zuletzt hocherfolgreiche Dressurreiterin geht mit der Nominierung ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. „Ich bin dabei. Ich war schon zwei Mal knapp nicht dabei und ich habe es jetzt geschafft. Ich bin voll im Rennen und habe alle Chancen.“ Und diese Chancen nutze sie. Schon im Grand Prix der Olympischen Spiele, der nur als Qualifikation für die Kür und die Mannschaftswertung zählte, lieferte sie mit Dalera das beste Ergebnis ab. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Dorothee Schneider mit Showtime FRH und Isabell Werth mit Bella Rose gewannen sie die Mannschafts-Goldmedaille für Deutschland. Mit einer herausragenden Kür zur Musik vom Film von La-La-Land erzielte sie unglaubliche 91,732 Prozent und gewann auch noch Einzel-Gold. „Pure Freude, Erleichterung und wahnsinnige Dankbarkeit", so fasst Jessica von Bredow-Werndl ihre Gefühle nach dem Gewinn der Goldmedaille zusammen.

  • Geburtsdatum: 16. Februar 1986
  • Wohnort: Aubenhausen

Championatspferd 2021: TSF Dalera

  • Geburtsjahr: 2007
  • Geschlecht: Stute
  • Rasse: Trakehner
  • Vater: Easy Game
  • Mutter: Dark Magic von Handryk
  • Besitzer: Beatrice A. Bürchler-Keller
  • Züchter: Silke Druckenmüller
  • Pflegerin: Paula Kallmünzer

Dalera – verschmust und ehrgeizig

Dalera sei für sie ein unvergleichliches Pferd, sagt Jessica von Bredow-Werndl über ihre Stute. Sie sei wahnsinnig liebevoll und verschmust, aber wenn es darauf ankomme genauso ehrgeizig wie ihre Reiterin. Dalera gebe im Viereck immer alles und kämpfe mit ihr. „Sie ist so ein ehrliches Pferd und es ist einfach so toll, jemanden an seiner Seite zu haben, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann. Ich weiß genau, wenn ich in das Viereck in Tokio einreite, wird sie alles für mich geben. Und das ist etwas ganz, ganz Besonderes.“

2021 Tokio/JPN Einzel TSF Dalera BB Gold
2021 Tokio/JPN Mannschaft TSF Dalera BB Gold

2018 Tryon/USA Mannschaft TSF Dalera BB Gold
2018 Tryon/USA Grand Prix Special TSF Dalera BB 16.

2019 Rotterdam/NED Grand Prix Special TSF Dalera BB 4.
2019 Rotterdam/NED Grand Prix Kür TSF Dalera BB Bronze
2019 Rotterdam/NED Mannschaft TSF Dalera BB Gold
2015 Aachen/GER Grand Prix Special Unee BB 8.
2015 Aachen/GER Grand Prix Kür Unee BB 7.
2015 Aachen/GER Mannschaft Unee BB Bronze

2021 Balve Grand Prix Kür TSF Dalera BB Gold
2021 Balve Grand Prix Special TSF Dalera BB Gold
2020 Balve Grand Prix Special TSF Dalera BB Gold
2020 Balve Grand Prix Kür TSF Dalera BB Silber
2019 Balve Grand Prix Special TSF Dalera BB Bronze
2019 Balve Grand Prix Special Zaire-E 8.
2019 Balve Grand Prix Kür TSF Dalera BB Silber
2018 Balve Grand Prix Special TSF Dalera BB 4.
2018 Balve Grand Prix Kür TSF Dalera BB Bronze
2018 Balve Grand Prix Special Zaire-E 5.
2018 Balve Grand Prix Kür Zaire-E 4.
2016 Balve Grand Prix Special Unee BB 7.
2016 Balve Kür Unee BB 6.
2015 Balve Grand Prix Special Unee BB Bronze
2015 Balve Kür Unee BB Bronze
2014 Balve Grand Prix Special Unee BB 5.
2014 Balve Kür Unee BB Bronze
2013 Balve Grand Prix Special Unee BB 7.
2013 Balve Kür Unee BB 7.

2018 Paris/FRA CDI-W Finale Grand Prix Unee BB 3.
2018 Paris/FRA CDI-W Finale Grand Prix Kür Unee BB 3.
2016 Göteborg/SWE CDI-W Finale Grand Prix Unee BB 4.
2016 Göteborg/SWE CDI-W Finale Grand Prix Kür Unee BB 3.

Jessica erinnert sich an ihren ersten Lehrmeister "Wolle"

"Wolle hat mir den Einstieg in den Reitsport so einfach wie möglich gemacht, weil er sooo ehrlich war. Eigentlich hat er regelrecht auf mich aufgepasst. Wolle hieß richtig Voltaire und war ein Schulpony im Reitbetrieb meiner Tante. Er war klein und weiß und unheimlich brav. Erst habe ich ihn nur einmal die Woche im Schulbetrieb geritten, aber dann war er mein Pflegepony. Ich habe ihn fast jeden Tag geputzt und es gab immer viel zu putzen, weil Wolle weiß war. Ich war also immer gut beschäftigt. Wolle hat sich immer gefreut, wenn ich komme. Ich glaube, er hat gemerkt, dass ich ihn so richtig mag.

Wolle war das perfekte Lehrpony. Er war einfach nur nett. Er hatte außerdem ganz kurze, flache Galoppsprünge, das war natürlich optimal zum Lernen. Meine Eltern konnten auch schön durchatmen, denn er wollte mich nicht loswerden. Und wenn ich doch mal runtergefallen bin, war es ja nicht hoch. Einmal hat er sich in der Reitstunde so heftig geschüttelt, dass ich runtergerutscht bin.

Auf Wolle bin ich auch mein erstes Turnier geritten, einen Reiterwettbewerb. Ich war damals fünf und fand das megaspannend. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich kein Turniersakko anhatte, sondern so einen Pulli mit integriertem Latz. Puppen waren zu Wolles Zeit schon absolut ade, ich wollte viel lieber zu ihm in den Stall. Und zu Weihnachten habe ich mir immer nur etwas für unseren Hund oder fürs Pony gewünscht. Wolle war für mich unheimlich wichtig. Ich wäre sicher auch ohne ihn den Pferden verfallen, aber mein Einstieg in die Reiterei wäre niemals so nett gewesen."

Stand: 29.07.2021