Informationen zum Coronavirus für den Pferdesport
R+V Allgemeine Versicherung AG - Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht
Pferdesport - Breitensport, Turniersport, Spitzensport - Foto: Julia Rau

Anmelden

Melden Sie sich an, um im FN-Shop Tickets für Veranstaltungen sowie Broschüren, Formulare und Verträge zu bestellen und sich in der Ausbilderbörse einzutragen.

Reiten lernen - Was Eltern wissen wollen

Ihr Kind redet nur noch von Pferden? Das Kinderzimmer ist über und über mit Pferdepostern tapeziert? Jedes Pony muss gestreichelt werden? Ihr Kind ist aus dem Stall gar nicht mehr wegzukriegen? Dann ist Ihr Kind mit dem Pferdevirus infiziert. Keine Sorge, das ist keine Krankheit, sondern der Beginn einer wunderbaren Beziehung, die einen nie mehr loslässt. Wer einmal für Pferde und Ponys entflammt ist, bleibt für immer ein Pferdefreund.

Wenn Sie Ihrem Kind das Hobby „Pferd“ ermöglichen, eröffnen Sie Ihrem Kind eine ganze Welt, von der es ein Leben lang profitiert. Das Pferd kann Freund und Tröster sein. Es macht selbstbewusst, denn es lässt Ihr Kind über sich hinauswachsen. In unserer technisierten Welt bietet das Hobby „Pferd“ die Verbindung zur Natur. Der Umgang mit dem Pferd erfordert und fördert Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen. Der positive Einfluss des Pferdes auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist auch durch eine Studie belegt. 

Hier beantworten wir viele Fragen, die Sie rund um das Thema Pferd haben:

  1. Ab welchem Alter können Kinder reiten lernen?
  2. Was macht eine gute Reitschule aus und wie finde ich diese?
  3. Welche Ausrüstung braucht mein Kind?
  4. Wie läuft der Reitunterricht ab?
  5. Wie sieht es aus mit Sicherheit und Versicherung?
  6. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
  7. Und wie kann ich mein Kind bei seinem neuen Hobby unterstützen?

Die Antworten auf diese Fragen finden Sie nachfolgend, aber auch auf Papier in der Broschüre „Hilfe, mein Kind ist pferdeverrückt!“. Hinweis: Wenn nachfolgend von Reitschule die Rede ist, ist immer auch die Fahr- und Voltigierschule eingeschlossen.

Familie mit Pferd - Foto: Holger Schupp

1. Einstiegsalter
Den Zeitpunkt, wann Ihr Kind mit dem Pferdesport beginnt, legen Sie ganz individuell fest. Die nachfolgende Empfehlung dient zu Ihrer Orientierung.

Kindergarten- und Vorschulalter:

Geführtes Ponyreiten und/oder Voltigierunterricht sind empfehlenswert. Im Voltigierunterricht turnt ein Kind oder turnen bis zu drei Kinder gemeinsam Übungen auf dem Pferd. Auch das Kutschefahren kann ab 4 Jahren an einer geeigneten Fahrschule erlernt werden. Der vertrauensvolle Umgang mit dem Pony unter ständiger Aufsicht kann ab ca. vier Jahre mit Begleitung der Eltern stattfinden. Dabei stehen jegliche Tätigkeiten rund ums Pony im Vordergrund: Mithilfe beim Putzen, Füttern, Führen

Grundschulalter:
Der Einstieg in den Reitsport ist möglich. Im Einzel- oder Gruppenunterricht, auf einem geführten Pony oder an der Longe. Qualifizierte Mithilfe beim Vorbereiten des Ponys sollte gegeben sein.  Das beste motorische Lernalter ist zwischen 10 bis 13 Jahren. Es ist aber hilfreich, wenn Ihr Kind schon sehr früh Vertrauen zu Ponys und Pferden gefunden und bereits Bewegungserfahrungen gemacht hat. Das Erlernen und Vertiefen der Sportart beginnt idealerweise in dieser Altersstufe.

2. Reitschule
Gute Reitlehrer und passende Lehrpferde bzw. -ponys sind die wichtigsten Kritererien bei der Auswahl einer Reit-, Fahr- oder Voltigierschule. 

Daran erkennen Sie gute Schulponys/-pferde:
Ist Ihr Kind noch sehr jung oder klein, sollte die Reitschule unbedingt über Ponys verfügen. Kleine Kinder gehören auf kleine Pferde – also Ponys. Die richtige Proportion von Kind und Pferd ist wichtig für das Reiten als auch für den Umgang mit dem Pferd.

Neben der Größe des Ponys spielt auch sein Wesen eine Rolle. Das Pony für Einsteiger sollte gelassen, einfühlsam, kinderlieb und neugierig sein. Es sollte einen zufriedenen Eindruck machen. Das können Sie als Laie auch erkennen: Ein Pony, das beim Putzen immer die Ohren anlegt, vielleicht sogar schnappt oder sich von Kindern überhaupt nicht aus dem Stall holen lässt, signalisiert wenig Eignung als Anfänger-Pony. Dennoch: Auch das bravste Pony kann sich mal erschrecken. Denn es ist ein Tier und keine Maschine. Und genau diese Lebendigkeit, die Partnerschaft mit einem anderen Lebewesen macht den Reiz und die Faszination dieses Hobbys auch aus. Der Fluchtreflex gehört einfach zur Natur von Pferden. Wie auch die Tatsache, dass Pferde als Steppen- und Herdentiere gerne viel laufen und mit Artgenossen zusammen sind. Je mehr die Haltung auf der Reitanlage die Natur und die Bedürfnisse des Pferdes berücksichtigt, desto ausgeglichener und zufriedener sind die vierbeinigen Lehrer. Deshalb achten Sie darauf, ob die Schulponys und -pferde genügend Bewegung, möglichst täglichen Auslauf und Kontakt zu Artgenossen haben.

Zu guter Letzt ist auch die Ausrüstung der Lehrpferde ein Hinweis auf die Qualität einer Reitschule: Jedes Pony/Pferd sollte über kindgerechtes Putz- und Sattelzeug verfügen. Die Ausrüstungsgegenstände sollten in gutem Pflegezustand sein und sich in Kinderreichweite befinden.

Daran erkennen Sie einen guten Reitlehrer:

  • Er hat Erfahrung im Unterricht mit Kindern.
  • Er ist einfühlsam, d.h. er fordert die Kinder, ohne sie zu überfordern. 
  • Er ist ehrlich und authentisch. 
  • Er ist fantasiereich, denn bei Kindern ist Abwechslung gefragt. 
  • Er hat eine anerkannte Qualifikation (Trainer C, B, A oder Pferdewirt, Pferdewirtschaftsmeister, ggf. mit Ergänzungsqualifikation Kinderreitunterricht). 
  • Er bildet sich regelmäßig fort.

Die Ausstattung der Reitanlage:

  • Sicherheitsaspekte müssen gewährleistet sein (u.a. eingezäunter Reitplatz) 
  • kindergerechte Ausstattung und Ordnung
  • einwandfreie sanitäre Anlagen 
  • kindergerechtes Lehrmaterial für den Theorieunterricht 
  • Qualitätssiegel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (weiß-grünes Schild der FN)

Wie finde ich die passende Reit-/Fahrschule in meiner Nähe?
Auf unserer Internetseite finden Sie unter folgendem Link eine Übersicht gekennzeichneter Vereine und Betriebe, die ständig aktualisiert wird: www.pferd-aktuell.de/fn-service/pferdebranchenbuch. Unter dem Stichwort Mitgliedsverbände finden Sie dort auch die Adresse Ihres Landesverbandes Pferdesport, der ggf. weitere Angebote in Ihrer Nähe kennt.

3. Ausrüstung
Reithelm:
Reithelme gibt es in allen Größen in Reitsportfachgeschäften und sollten gut belüftet sein. Der Helm muss eine 3- oder 4-Punkt-Befestigung nach EN 1384 besitzen und mit einem Einstellriemen ausgestattet sein. Gute Reithelme kauft man in Reitsportfachgeschäften, denn dort wird man entsprechend beraten. Fragen Sie in Ihrer Reitschule nach Leihhelmen. Ein Fahrradhelm ersetzt übrigens keinen Reithelm, da der Fahrradhelm nicht für einen Sturz vom Pferd konzipiert wurde.

Schuhe/Stiefel:
Wenn noch keine Reitstiefel angeschafft werden sollen, sind knöchelhohe Stiefeletten und sogenannte Chaps (eine Art Gamaschen) die beste Lösung. Die Reitschuhe sollten über den Knöchel reichen, um diesen zu stützen und einen kleinen Absatz besitzen, der dem Durchrutschen des Fußes im Steigbügel entgegen wirkt. Ebenfalls ist eine Sohle mit Profil von Vorteil, da sie einen besseren Halt sichert. Für den Voltigierunterricht sind Turnschläppchen und eine Leggins empfehlenswert.

Reithose:
Die Reithose sollte gut sitzen und eng anliegen. Eine gebrauchte Reithose ist für den Anfang auch völlig ausreichend. Jeans sind nicht geeignet, da die Innennähte die Haut aufscheuern.

Reithandschuhe:
Sie sind empfehlenswert für Kinder, da sie für einen guten Griff am Zügel sorgen. Reithandschuhe sollten aus einem rutschfesten Material sein und können auf der Innenseite mit Gumminoppen besetzt sein.

Wann braucht mein Kind eine Sicherheitsweste?
Eine Sicherheitsweste ist für das Springen im Gelände über feste Hindernisse erforderlich. Zum Reiten lernen ist eine Sicherheitsweste nicht nötig. Ganz im Gegenteil kann sie das Erlernen der reiterlichen Grundlagen und das Entwickeln eines guten Sitzes bei Reitanfängern sogar behindern, wenn Größe und Passform nicht stimmen.
Wenn Ihr Kind dann später im Gelände reitet und auch über Hindernisse springen will: Kaufen Sie die Sicherheitsweste in einem Reitsportfachgeschäft. Dort berät man Sie gerne. Manche Reitschulen bieten auch Leihwesten in verschiedenen Größen an.

4. Reitunterricht
Der Reitunterricht beginnt schon mit dem Putzen und dem Erlernen des richtigen Umgangs mit einem Pony. Hier spielen Verhaltensweisen gegenüber dem Pony, Vorgehensweisen und vieles mehr eine wichtige Rolle.

Je nachdem wie alt Ihr Kind ist und was in seinem Interesse liegt, gibt es verschiedene Formen des Unterrichts. Dabei ist es nicht immer die Regel, dass für jedes Kind ein Pony zur Verfügung stehen muss. Oft ist es hilfreich und gibt Sicherheit, wenn sich zwei Kinder zunächst gemeinsam um ein Pony kümmern.

  • Unterricht im Umgang mit dem Pony 
  • Geführtes Ponyreiten, dabei teilen sich ggf. mehrere Kinder ein Pony
  • Einsatz von fortgeschrittenen Reitern, die das Pony führen 
  • Voltigierunterricht 
  • Einzelunterricht an der Longe 
  • Einzelunterricht im freien Reiten (ohne Longe) 
  • Gruppenunterricht 
  • Kutsch-Fahrunterricht

5. Versicherung
Lernen heißt auch Fehler machen. Wer Laufen lernt, fällt hin. Wer Fahrrad fahren lernt, kippt mal um. Wer Schwimmen lernt, schluckt auch mal Wasser. Und wer Reiten lernt, kann auch mal runterfallen. Das ist aber nicht schlimm und kommt auch nicht oft vor. Zudem ist reiten ein Sport. Je sportlicher und beweglicher ein Kind ist, desto leichter lernt es reiten und desto geringer ist das Verletzungsrisiko. 

Dennoch ist grundsätzlich zu empfehlen, dass Sie für Ihr Kind eine private Unfallversicherung abschließen. Wichtig ist übrigens, dass die Reit-, Fahr- oder Voltigierschule für die eingesetzten Lehrponys eine eigene Haftpflichtversicherung hat, die auch das sogenannte Fremdreiterrisiko abdeckt. Fragen Sie in der Reitschule ruhig nach.
Reitet Ihr Kind als Mitglied in einem Reitverein, ist es über die Mitgliedschaft im Verein zusätzlich versichert.

6. Kosten

  • Anschaffungskosten für sachgerechte Ausrüstung (Reithelm, Reitstiefel...) 
  • Kosten für den Reit-/Longier-/Fahrunterricht: Der Preis für eine Reitstunde (Gruppenunterricht) liegt meist zwischen 10 und 16 Euro pro Kind. Die Preise können aber regional abweichen. 
  • Einzelunterricht nach Absprache mit dem Ausbilder.

7. So können Sie Ihr Kind unterstützen:

  • Reiten, Voltigieren und Fahren lernen braucht Zeit und Geduld. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die Fortschritte Ihres Kindes mal stagnieren. So ist das nun einmal beim Lernen. Beherzigen Sie dies und motivieren Sie Ihr Kind zum Durchhalten. 
  • Vertrauen Sie auf den Reitlehrer ihres Kindes. Er oder sie ist der Fachmann bzw. die Fachfrau. 
  • Stehen Sie voll und ganz hinter dem Hobby Ihres Kindes. 
  • Zeigen Sie Interesse und stellen Sie auch Fragen. 

Werden Sie selbst aktiv!
Wenn Sie übrigens mehr hinter die neue Leidenschaft Ihres Kindes kommen und vielleicht sogar am Stall mehr mit Ihrem Kind zusammen machen wollen, bietet sich ein sogenannter Basispass-Kurs an. Dabei erfahren Sie die wichtigsten Dinge über Pferde und Ponys und die Grundlagen im Umgang wie Putzen und Führen. Am Ende kann man sogar eine Prüfung machen.
Fragen Sie danach in der Reitschule Ihres Kindes. Wenn es kein entsprechendes Angebot gibt, regen Sie es an. Vielleicht gibt es noch andere Eltern, die dazu Lust haben. Und wer weiß, was daraus wird, denn Reiten ist ein Familienhobby!

Ansprechpartner

Foto von Maria Schierhölter-Otte

Maria Schierhölter-Otte

Tel 02581/6362-135
Fax 02581/6362-403

E-Mail

Pikeur

Die neue Kollektion entdecken!

Die neue Frühjahr-/ Sommer-Kollektion 2020 von Pikeur ist da.

Jetzt entdecken!