Deutsche Reiterliche Vereinigung

New Forest Pony

Stabile Sportler aus den königlichen Wäldern

Zwischen Southampton und dem Fluß Avon in der Grafschaft Hampshire befindet sich eine ausgedehnte Waldlandschaft. Etwa 30.000 ha dieses Gebietes sind seit dem 9. Jahrhundert in königlichem Besitz und waren vor allem das bevorzugte Jagdgebiet des britischen Herrscherhauses und seiner Gäste. Inzwischen ist ein 17.000 ha umfassender Wald mit mehreren kleinen Ortschaften (Lyndhurst, Brokenhurst und Burley) eingezäunt. Die Straßen können über sogenannte „Cattle Grits“ befahren werden. In diesem geschlossenen Areal ist es den Bauern seit Jahrhunderten gestattet, als Entschädigung für die Wildschäden ihre Ponys zu weiden. Heute leben etwa 2.500 Stuten und Hengste im Wald und ernähren sich von den Gräsern der Waldwiesen.

Die New Forest Ponys sind im Ursprung verwandt mit den auf den britischen Inseln heimischen Rassen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Kreuzungsversuche mit kleineren und größeren Ponyrassen, aber auch mit Arabern und Vollblütern unternommen. Die Ahnenreihen sind daher vielfach nur kurz, da über die frei lebenden Ponys kein offizielles Stutbuch geführt wurde.

Von den Vorläufern der heutigen „The New Forest Pony Breeding and Cattle Society“ wurde 1910 das erste Stutbuch herausgegeben. Seit dieser Zeit werden unter wechselnder Regie die erforderlichen Stutbuchdaten gesammelt, um Zuchtbescheinigungen ausstellen zu können.

Die in zwei Typrichtungen gezüchteten New Forest Ponys sind durchschnittlich 143 cm beim Typ A und 122 cm beim Typ B groß. Inzwischen wurde der Typ A bevorzugt, da auch die Käufer größere Ponys wünschen. Die guten Reiteigenschaften, verbunden mit ausgeglichenem Temperament, Trittsicherheit und großer Gelehrigkeit waren auch die Grundlage für einen weltweiten Export speziell in die europäischen Länder, aber auch nach Übersee. Wesentlichen Einfluss auf die Erschließung dieser Absatzmärkte hatten die Gestüte, die rund um das New Forest-Gebiet und im Raum südlich Londons angesiedelt sind.

Die deutsche New Forest Pony-Zucht begann 1965 mit Gestüten in Schleswig-Holstein, Weser-Ems und Bayern. Größe und Rittigkeit waren die wichtigsten Merkmale, um dieses Pony in Deutschland zu integrieren. Die aufstrebende Jugendreiterei und die sportlichen Erfolge, die mit New Forest Ponys erzielt wurden, waren die beste Werbung. Hengste wie „Merrie Mountaineer“ „Oakley Starlight“ und vor allem „Tajo“ gewannen national und international goldene Schleifen im Dressur- und Vielseitigkeitssport. Die deutschen Züchter haben es sich zum Ziel gesetzt, bei Erhaltung des Typs speziell das Gangvermögen zu verbessern.

Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten beim sportlichen Wettkampf, bei Jagden, Distanzritten, aber auch im Fahrsport oder bei Ausritten machen dieses Pony so beliebt. Besonders Kinder und Jugendliche, die mit dem Reiten beginnen wollen, sind auf einem New Forest Pony gut aufgehoben. Durch seine Stabilität und Größe ist es ebenso gut geeignet für den Freizeitsport erwachsener Reiter.

Für die Zucht von New Forest Ponys in Deutschland gilt folgendes Zuchtziel

  • Rasse: New Forest Pony
  • Herkunft: England; New Forest, westlich von Southampton
  • Größe: maximal 148 cm
  • Farben: alle, außer Schecken, Tiger, Palomino mit blauen Augen, Albinos. Palominos oder sehr helle Füchse mit dunklen Augen sind nur als Wallache und Stuten eintragungsfähig; weiße Abzeichen sollten am Kopf nicht über die Gesichtsfläche und an den Beinen nicht über die Mitte des Vorderwurzelgelenkes (knöcherner Vorstoß des Erbsenbeins) bzw. den Sprunggelenkshöcker hinausgehen.
  • Gebäude:
    • Kopf: edler, mittelgroßer, ausdrucksvoller Kopf; breite Stirn; Nasenlinie gerade bis konkav; keine Ramsnase; Auge groß und klar mit dem Ausdruck von Vertrauen, Ruhe und Intelligenz; mittelgroße Ohren
    • Hals: Ganaschenfreiheit; leicht gebogen, gut aufgesetzt
    • Körper: gut ausgebildeter Widerrist; lange, schräge Schulter; kräftiger Rücken; gut bemuskelte Kruppe; ausreichende Gurtentiefe; ovalrippig
    • Fundament: klar ausgebildete Gelenke; kräftige und korrekte, harte, runde Hufe; Röhrbein mittelstark, nicht zu lang gefesselt; Hinterhand gut gewinkelt, muskulös
  • Bewegungsablauf: raumgreifend, elastisch, mit energischem Schub aus der Hinterhand; keine übertriebene Aktion
  • Einsatzmöglichkeiten: für alle Freizeit- und Reitsportzwecke von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besonders geeignet (Vielseitigkeit, Dressur, Springen, Fahren); vermehrt auch Westernreiten
  • Besondere Merkmale: gutartig, unkompliziert; guter Futterverwerter; ausgeglichenes Temperament; klug, mutig, lernfreudig, trittsicher, springfreudig, leichtrittig, zuverlässig.

Sonderregelung
Ab dem Jahr 2000 dürfen nur noch Hengste mit maximal 6,25 % Furzey Lodge Golden Wonder-Blutanteil gekört werden; ab dem Jahr 2013 gelten nur Ponys mit nicht mehr als 6,25 % Furzey Lodge Golden Wonder- Blut als New Forest-Ponys.

 

Ihr Ansprechpartner

Dr. Teresa Dohms-Warnecke

Stellv. Geschäftsführerin

Tel: 02581/6362-157
Fax: 02581/6362-105

mkuypers@fn-dokr.de

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