R+V Allgemeine Versicherung AG - Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht
Nein zur Pferdesteuer - Foto: Holger Schupp

Anmelden

Melden Sie sich an, um im FN-Shop zu bestellen oder die vielen Vorteile einer Persönlichen Mitgliedschaft zu nutzen.

Das können Sie tun

Informieren Sie sich
Keine Gemeinde will grundlos eine Pferdesteuer einführen. Die Gründe können Geldnot und Ärger über Pferdefreunde, wie Pferdeäpfel auf der Straße, sein. Aber auch der Druck aus Bürgerforen, bei denen Ortsansässige Vorschläge zur Haushaltsfinanzierung der Gemeinde vorbringen können, wächst. „Die sollen auch zahlen“, ist eine häufig geäußerte Forderung. Finden Sie heraus, welche Argumente bei Ihnen eine Rolle spielen. Lesen Sie dazu aufmerksam den Lokalteil Ihrer Zeitung, verfolgen Sie auch die Leserkommentare in der Online-Ausgabe zum Thema. Rufen Sie den Kämmerer Ihrer Gemeinde an und lesen sie öffentliche Aushänge Ihrer Gemeinde. Sprechen Sie Pferdefreunde an, ob sie vielleicht mehr wissen.

Suchen Sie sich Verbündete und vernetzen Sie sich
Bilden Sie mit möglichst vielen Pferdefreunden eine Organisationsstruktur. Mailverteiler, Telefonketten, Informationsblätter bei Tierärzten und Aushänge in allen Ställen helfen Ihnen dabei. Zur Ihren Ansprechpartnern gehören auch Hufschmiede und Reitvereine. Lassen Sie sich keinesfalls entzweien oder gegeneinander aufbringen. 

Wo wollen Sie sich treffen? Um ein Treffen zu organisieren, brauchen Sie Räumlichkeiten. Reitvereine bieten sich daher besonders an. Bestimmen Sie jemanden, der die Einladungen verbreitet und zuverlässig versendet. Tauschen Sie sich aus und vergessen Sie die nicht-organisierten Pferdefreunde nicht. Nur gemeinsam sind wir stark und nur gemeinsam kann die Einführung der Pferdesteuer verhindert werden. Vermitteln Sie den Pferdefreunden, dass alle betroffen sind und jeder gebraucht wird. Beim ersten Treffen geht es darum, Argumente gegen die Pferdesteuer zu sammeln. 

So sammeln Sie Argumente
Sammeln Sie alle Gegen-/Argumente. Schreiben Sie auch alle Pro-Argumente der Gemeinde auf. Befassen Sie sich gründlich mit diesen Punkten. Stellen Sie diesen dann die passenden Contra-Argumente gegenüber. 

Ein Beispiel: Für ländliche Tourismusregionen zerstört eine Pferdesteuer die Infrastruktur, die den Reittourismus fördert. Pferde werden verkauft und wechseln den Stall. Auch der Vergleich mit der Hundesteuer ist  unsinnig, denn sie soll die Hundehaltung eindämmen und nicht als Haushaltsfinanzierung der Gemeinde dienen. Nutzen Sie die Argumente, die auf Ihre Gemeinde am besten zutreffen. Führen Sie nur gewichtige Argumente an, die sich nicht widerlegen lassen. Vermitteln Sie das auch den anwesenden Pferdefreunden.

Bilden Sie eine Gruppe
Fassen Sie die beim Treffen anwesenden Pferdefreunde zu einer Gruppe zusammen. Geben Sie sich einen Namen  und bestimmen Sie zunächst zwei bis drei Sprecher. Eine Person genügt selten. Die Aufgaben sollten von mehreren Schultern gestemmt werden. Bestimmen Sie außerdem eine zuverlässige Person, die bei allen Treffen Protokoll führt. Diese drei bis vier Personen sind die, die die Gruppe zusammenhalten und dafür sorgen, dass die Struktur stabil bleibt und die Arbeit nicht ins Stocken kommt. Diese Personen können auch später die Gespräche mit den Politikern vor Ort führen, wie z.B. dem Bürgermeister und dem Kämmerer. Trotzdem ist jeder in der Gruppe aufgefordert, sein persönliches Umfeld über den Unsinn und die Schädlichkeit einer Pferdesteuer aufzuklären. Bitten Sie alle Pferdefreunde um Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise. Fragen Sie nach bestehenden Kontakten, die hilfreich sein könnten. Bieten Sie ggf. auch ein vertrauliches Gespräch an, falls jemand nicht offen sprechen kann. Vereinbaren Sie das Datum für das nächste Treffen. Bestenfalls einigen Sie sich auf regelmäßige Treffen zu einem Zeitpunkt, den sich alle leicht merken können und der in naher Zukunft liegt.

Bei allen folgenden Treffen sollte jeder Bericht erstatten, welche Gespräche mit welchem Erfolg stattgefunden haben und wo Handlungsbedarf besteht. Auch diese Ergebnisse müssen protokolliert werden. So behält die Gruppe den Überblick. Zwischen den Treffen sollten Rückmeldungen an den oder die Sprecher erfolgen. Verteilen Sie Aufgaben und die nötigen Gespräche auf verschiedene Gruppenmitglieder. So stärken Sie die Gemeinschaft und nehmen Druck von einzelnen Personen.

Ergreifen Sie die geeigneten Maßnahmen
Alle Maßnahmen müssen wohlüberlegt sein. Schütten Sie nicht das Kind mit dem Bade aus, sondern überlegen und entscheiden Sie in der Gruppe, welche Aktionen Ihnen in Ihrer Situation in Ihrer Gemeinde helfen können. Vielleicht genügt ein Gespräch, vielleicht ist auch eine Demonstration sinnvoll. Es kann auch helfen, auf dem Wochenmarkt einen Informationsstand einzurichten oder Handzettel mit den wichtigsten Argumenten zu verbreiten. Vielleicht veranstalten Sie auch selbst einen Informationstag, lassen die Reiterjugend etwas vorführen und laden Ihre Politiker dazu ein. Auch wenn die Pferdesteuer nachvollziehbar in Ihrer Gemeinde kein Thema ist, müssen Sie trotzdem am Ball bleiben. Bedenken Sie, Haushaltslagen können sich ändern. Bleiben Sie informiert, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Stimmen Sie sich mit der Gruppe über die Vorgehensweise ab und nehmen Sie Einwände ernst. Jeder Pferdefreund ist wichtig. Entscheiden Sie gemeinsam, wann die Presse eingeschaltet werden soll. Lassen Sie die Pressevertreter vor allem über Ihre Veranstaltungen berichten. Zeigen Sie den Mitbürgern, was Sie alles leisten. Werden Sie politisch und besuchen Sie unbedingt alle Sitzungen der Ausschüsse. Die Pferdesteuerbeschlüsse werden in diesen Sitzungen vorbereitet. Dabei handelt es sich um den Finanzausschuss und/oder den Haupt- und Finanzausschuss. Nur die Stadtverordneten können die Entscheidung für oder gegen eine Pferdesteuer treffen. Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Das Argument:“ Wir müssen eine Pferdesteuer einführen“, ist nicht zutreffend. Die Pferdesteuer ist eine kommunale Bagatellsteuer und kann von jeder Gemeinde aus eigener Entscheidung beschlossen oder abgelehnt werden. Welche Maßnahmen auch immer Sie ergreifen, bleiben Sie stets sachlich und tragen Sie Ihre überzeugendsten Argumente immer wieder vor.
Sollten Sie bereits einen Steuerbescheid erhalten haben, besteht die Möglichkeit Widerspruch gegen diesen einzulegen. Setzen Sie sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung, der überprüft, ob und in wie weit das Urteil für Ihren Einzelfall Anwendung finden kann.

Die 5 wichtigsten Argumente gegen die Pferdesteuer

  1. Pferdehaltung und das Reiten fördern das soziale Engagement. Die Jugend lernt, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Außerdem ist der Reitsport vollständig abhängig vom Ehrenamt. Eine Unterstützung aus der Kasse der Gemeinde gibt es für gewöhnlich nicht (klären Sie das vorher).
  2. Viele Landwirte konnten nur überleben, weil sie von der Viehhaltung auf die Pensionspferdehaltung umgestellt haben. Sie sind abhängig davon, dass die Pferdefreunde sich die Haltung auch leisten können. Viele Betriebe müssen schon die hohe Grundsteuer auf die Stallmieten umlegen, um überleben zu können. Zudem ist die Konkurrenz aus den Nachbargemeinden groß. Vier Pferde sichern einen Arbeitsplatz!
  3. Der Sport ist von der Landesverfassung geschützt. Es kann nicht sein, dass mit einer Pferdesteuer zum ersten Mal ein Volkssport besteuert wird. Der Deutsche Olympische Sportbund und die Landessportbünde warnen daher davor, dass dieses Tabu gebrochen wird und der Weg für weitere Sportsteuern frei wird.
  4. Über 70 Prozent der ReiterInnen sind unter 21 Jahre alt. Eine Pferdesteuer würde vor allem die Jugend treffen, von denen viele noch kein oder nur ein sehr geringes Einkommen haben.
  5. Ein Großteil der Pferde wird in Außenbereichen und auf Weiden gehalten. Pferde sind unverzichtbar, um die Verbuschung der Landschaft zu verhindern. Diese Weiden müssten sonst aufwändig mit Maschinen gemäht werden. Das Beweiden durch Pferde ist angewandter Naturschutz und die Lebensgrundlage für viele Insekten und damit auch für Vögel.

Diese Argumente und Verhaltensweisen helfen Ihnen nicht:
Es gibt Argumente, die Ihnen schlüssig erscheinen, aber von den Stadtverordneten missverstanden werden. Argumentieren Sie nicht:

  • ..mit den Kosten der Pferdehaltung. Menschen ohne Pferdebezug ist nicht zu vermitteln, auf was Reiter verzichten, um sich ihr Hobby leisten zu können.
  • Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen über z.B. KiTa-Gebühren ein. Für Gebühren gibt es eine Gegenleistung. Der Vergleich ist absolut untauglich, weil es für eine Pferdesteuer keine Gegenleistung gibt. Außerdem haben auch Pferdefreunde Kinder.
  • Legen Sie grundsätzlich keine Zahlen zu Pferdebeständen und Pferdefreunden offen. Sie schaffen den Stadtverordneten sonst völlig ungeeignete Berechnungsgrundlagen, die Sie später mühsam aufklären müssen.
  • Gehen Sie davon aus, dass auch Ihre Gegner bestens auf die Gespräche vorbereitet sind und sich möglicherweise Argumentationshilfen haben zukommen lassen. Gehen Sie nicht blauäugig in politische Gespräche.
  • Verzichten Sie darauf, auf andere Gruppen zu zeigen, die „mehr Steuern“ zahlen könnten. Bleiben Sie fair. Sie sind Sportler oder vertreten Sportler.

Der Abwehrkampf geht weiter. Wir alle werden unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen. Ihre wichtigsten Ansprechpartner sind:

Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)
Thomas Ungruhe / Roy Bartels
Tel.: 025816362527 oder -144
E-Mail: TUngruhe@fn-dokr.de / RBartels@fn-dokr.de

Pferdesportverband Hessen
Robert Kuypers
Tel.: 02771/8034-15
Fax: 02771/803420
E-Mail: robert.kuypers@psv-hessen.de

Ansprechpartner

Foto von Roy Bartels

Roy Bartels

Tel 02581/6362-144
Fax 02581/6362-7144

E-Mail

Böckmann

Der neue Portax L SR bietet 63 cm mehr Innenraumlänge und eröffnet Pferd und Reiter Möglichkeiten für variable Raumgestaltungen. Ablagesysteme, Haken, Netze und Sitzmöglichkeiten plus Stiefelknecht sorgen für Flexibilität im begehbaren Sattelraum.

Mehr Informationen