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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Schenkelweichen: Wie klappt die lösende Übung am besten?

© Barbara Wolfgramm, entnommen aus Richtlinien Bd. 1, FNverlag, Warendorf

Jede Reitstunde beginnt mit der Lösungsphase. Und damit die Vierbeiner sich gut aufwärmen, dehnen, locker werden und dem Reiter gut zuhören, gibt es verschiedene Bahnfiguren und Lektionen, die dabei helfen. Hierzu gehört auch das Schenkelweichen, bei dem sich das Pferd in geringer Stellung auf zwei Hufschlägen vorwärts-seitwärts bewegt.

Die Lektion Schenkelweichen gehört zu den lösenden Übungen und fördert die Durchlässigkeit des Pferdes, sprich das feine Reagieren auf alle Reiterhilfen. In der Vorwärts-Seitwärts-Bewegung setzt das Pferd sein inneres Hinterbein und das innere Vorderbein jeweils schräg vor das äußere. Dabei kreuzen sich die Beine. Der Reiter sollte darauf achten, dass das Pferd leicht nach innen gestellt ist, aber nicht in der Rippe gebogen ist. Reitet man Schenkelweichen an der langen Seite, dann bewegt sich das Pferd mit einer Abstellung von etwa 45 Grad (also einem halben rechten Winkel) zur Bande. Der Reiter regt mit seinem inneren, vorwärts-seitwärts treibenden Schenkel, der etwa eine Handbreit hinter dem Sattelgurt liegt, die Bewegung an. Mit dem äußeren, verwahrenden Schenkel rahmt er die Bewegung ein. Der verwahrende Schenkel liegt ebenfalls hinter dem Sattelgurt, ist aber nicht so aktiv wie der vorwärts-seitwärts treibende Schenkel. Er soll die seitliche Bewegung der Hinterhand nur begrenzen, um ein Ausweichen zu verhindern.

Am einfachsten gelingt das Schenkelweichen, wenn das Pferd mit dem Kopf in Richtung Bande blickt.
Reitet man also auf der rechten Hand und möchtet das Pferd dem linken Schenkel weichen lassen, stellt es um, bevor man die Lektion beginnt. Der vorherige äußere Schenkel wird zum neuen inneren Schenkel.
Zum Merken: Innen ist in dem Fall die Richtung in die das Pferd schaut, sprich beim Schenkelweichen gestellt ist. In unserem Beispiel wäre innen dann beim Beginn der Lektion links. Ist der Reiter schon weiter fortgeschritten, kann er diese Lektion auch ausführen, wenn das Pferd in die Bahn guckt sowie diese Lektion auch mal im Trab reiten.

Und so sollte die Hilfengebung (Beispiel Schenkelweichen links) aussehen:

Das Pferd wird nach links gestellt. Die Hinterhand wird mit leichter Abstellung (etwa 45 Grad) in die Bahn geführt. Dabei belastet der Reiter seinen inneren Gesäßknochen (hier der linke) etwas mehr und treibt mit dem inneren,in diesem Fall linken Schenkel, der etwas hinter dem Gurt liegt, vorwärts-seitwärts, wenn das innere Hinterbein des Pferdes abfußt.

Wichtig ist, dass der Vorwärtsfluss dabei erhalten bleibt – das Pferd soll nicht in Zeitlupe gehen, aber auch nicht wegeilen. Der äußere Zügel gibt so viel nach, wie es die Stellung erfordert, die Verbindung zum Pferdemaul bleibt dennoch bestehen. Andererseits verhindert er eine zu starke Abstellung und Biegung des Halses und damit ein Ausfallen über die Schulter. Mit dem leicht angenommenen inneren Zügel stellt der Reiter sein Pferd ganz leicht und gibt sofort nach, wenn auch das Pferd nachgibt.

© Barbara Wolfgramm, entnommen aus Richtlinien Bd. 1, FNverlag, WarendorfTipps:

  • Je leichter und präziser das Pferd den seitwärts treibenden Schenkel des Reiters annimmt, desto besser ist der Schenkelgehorsam insgesamt und damit auch die „Kontrolle“ über das Pferd. Mit dem „Übertreten an der offenen Zirkelseite“ kann man das Pferd schon auf das Schenkelweichen vorbereiten und es damit vertraut machen. Diese Übung ist aber auch nur dann wertvoll, wenn auch die Zirkellinie eingehalten werden kann. Außerdem bietet diese Übung eine hervorragende Möglichkeit, um mit dem so wichtigen Durchfühlen mit dem inneren Schenkel das Pferd in seiner Durchlässigkeit zu verbessern. Wichtig ist, dass der äußere verwahrende Schenkel und der äußere verwahrende Zügel geschmeidig anliegen/ anstehen und vom Pferd so akzeptiert werden.
  • Beim Schenkelweichen ist der Moment des Vortreibens sehr wichtig. Denn die Vorwärtstendenz in dieser Übung ist bedeutender als die Seitwärtsbewegung.

Klappt die Übung des Übertretenlassens auf der offenen Zirkelseite auf beiden Händen, kann man sie auch an der langen Seite als „Viereck verkleinern und vergrößern“ (siehe Abb. rechts) problemlos ausführen. Eine weitere gute Übung zur Vorbereitung auf das Schenkelweichen ist das Reiten von korrekten Vorhandwendungen. Man sollte Schenkelweichen nicht zu oft und nicht zu lange reiten und das Pferd ausgiebig loben, wenn es verstanden hat, was ihr von ihm möchtet und die Lektion motiviert und fleißig ausgeführt hat.

Ansprechpartner

Foto von Katrin Bickmann

Katrin Bickmann

Tel 02581/6362-221
Fax 02581/633146

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