Voltigieren bei den Weltreiterspielen

Sieben Medaillen für die deutschen Voltigierer

Eine erfolgreiche Premiere feierte die Nationenpreiswertung im Voltigieren bei den Weltreiterspielen in Tryon/USA. Die deutsche Mannschaft – vertreten durch das Team Norka des VV Köln-Dünnwald und die beiden Einzelvoltigierer Jannik Heiland und Kristina Boe – sicherte sich mit fulminanten Küren die erste Goldmedaille der Voltigier-Weltmeisterschaften 2018. In der Summe erzielte die deutsche Mannschaft 26,502 Punkte, womit sie die Repräsentanten aus der Schweiz – das Team Lütisburg, Nadja Büdiker und Lukas Heppler – mit 25,833 Punkten sowie die Österreicher – Team RC Wildegg, Katharina Luschin und Lisa Wild - mit 25,71 Punkten auf die Medaillenränge verwies.

Bereits einen Tag später stand die nächste Medaille für Deutschland auf dem Programm: Bronze für Johannes Kay und Janika Derks im Pas de Deux. Neuer Weltmeister ist das italienische Duo Lorenzo Lupacchini und Silvia Stopazzini, das die Titelverteidiger Jasmin Lindner und Lukas Wacha aus Österreich auf den Silberrang verwies.

Und auch in den Einzelwettkämpfen lief es gut für die deutschen Voltigierer. Kristina Boe wird neue Weltmeisterin, Janika Derks gewinnt die Silbermedaille. Bei den Herren sichert sich Jannik Heiland die Silbermedaille hinter dem für Frankreich startenden Lambert Leclezio. Thomas Brüsewitz und Jannis Drewell werden Dritter und Vierter.

Den glanzvollen Schlusspunkt der Voltigierwettbewerbe setzten Thomas Brüsewitz, Torben Jacobs, Jana Zelesny, Chiara Congia, Justin van Gerven und Corinna Knauf vom Team Norka des VV Köln-Dünwald. Mit dem bewährten Duo, bestehend aus dem Wallach Danny Boy OLD und Longeführer Patric Looser, zeigten sie eine fehlerfreie Kür. Mit einer Gesamtnote von 8.638 siegte die Gruppe vor der Schweiz (8.433) und Österreich (8.198).

Das deutsche Voltigier-Team im Überblick...

Weltmeister Voltigieren Nationenpreis und Gruppe

Nationenpreis
Gold: Deutschland (Team Norka des VV Köln-Dünnwald, Jannik Heiland, Kristina Boe)
Silber: Schweiz
Bronze: Österreich

Gruppe
Gold: Team Norka des VV Köln-Dünnwald/GER
Silber: Schweiz
Bronze: Österreich

Weltmeister Voltigieren Einzelwertung und Pas de Deux

Damen
Gold: Kristina Boe/GER
Silber: Janika Derks/GER
Bronze: Lisa Wild/AUT

Herren
Gold: Lambert Leclezio/FRA
Silber: Jannik Heiland/GER
Bronze: Thomas Brüsewitz/GER

Pas de Deux
Gold: Lorenzo Lupacchini und Silvia Stopazzini/ITA
Silber: Jasmin Lindner und Lukas Wacha/AUT
Bronze: Janika Derks und Johannes Kay/GER

Wettkampfmodus Voltigieren in Tryon 2018

Die Voltigierer tragen ihre Wettbewerbe in Tryon in der neu renovierten Halle aus, die 5.000 Zuschauern Platz bietet. Und wer die internationalen Voltigierfans kennt, weiß: Sie füllen die Halle nicht nur, sie lassen sie auch beben. In Tryon gibt es sogar einen Grund mehr zu feiern. Neben den bekannten Titeln im Gruppen- und Einzelvoltigieren sowie im Pas de Deux werden erstmals auch Medaillen in einem Nationenpreis vergeben, den jeweils die Gruppe und zwei Einzelvoltigierer für ihr Land bestreiten. Pflicht, Kür und Technikprogramm Im Eiskunstlauf wurde sie abgeschafft, im Voltigieren gibt es sie noch: die Pflicht. Das Absolvieren vorgeschriebener Übungen ist sowohl für die Gruppen als auch die Einzelvoltigierer der Auftakt zur WM. Für die Gruppen führen zwei weitere Kür-Durchgänge dann zur Medaille, die Einzelvoltigierer müssen dazu noch ein Technikprogramm mit vorgeschriebenen Elementen absolvieren. Das Pas de Deux wird in zwei Kürdurchgängen ausgetragen. Dabei ist es für die Voltigierer Ehrensache, jedes Jahr mit einer neuen Kür einzulaufen. Besonders beliebt sind Filmmusiken, die von den Athleten sportlich und künstlerisch umgesetzt werden – im passenden Outfit, versteht sich.

Manche Küren bleiben unvergessen, wie die „Mozart-Kür“ von Kai Vorberg, 2006 damit Weltmeister und heute Co-Bundestrainer Voltigieren, Jannis Drewells EM-Sieg 2015 als buddhistischer Mönch oder die Zombie-Vorstellung von Kristina Boe, die der Unfallchirurgin im vergangenen Jahr zum EM-Titel verhalf. Gänsehaut bereitet den Fans bis heute auch der Gedanke an die spacige WM-Kür des Team Neuss, mit der sich die sechs Rheinländer und ihre Trainerin Jessica Lichtenberg 2014 die Goldmedaille in Caen sicherten.

Wer jetzt übrigens meint, das Pferd spiele in dieser Disziplin eine untergeordnete Rolle, irrt. Auch eine „Pferdenote“ fließt ins Gesamtergebnis ein. Entsprechend wichtig ist ebenfalls die Rolle des Longenführers, der bei Erfolg auch mit einer Medaille belohnt wird.

Stand: 24.09.2018