Vielseitigkeit bei den Weltreiterspielen

Bronze für Ingrid Klimke und SAP Hale Bob OLD

Ingrid Klimke gewinnt mit SAP Hale Bob OLD die WM-Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen in Tryon/USA. Die deutsche Mannschaft belegt Platz fünf in der Teamwertung. Damit haben sich die deutschen Vielseitigkeitsreiter für den Start bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio qualifiziert.

Ingrid Klimke (Münster), die nach Dressur und Gelände die Führung übernommen hatte, musste als letzte Starterin in den Springparcours. Bis zum vorletzten Sprung hatte sie es in der Hand, ihrem Europameister- auch den Weltmeistertitel hinzuzufügen. Dann jedoch rollte am letzten Oxer die Stange. Mit vier zusätzlichen Strafpunkten landete Klimke auf Platz drei. „Natürlich würde ich lügen, wenn ich sagte ich, ich freue mich über Bronze mehr als über Gold. Aber es gibt Schlimmeres“, sagte sie. Es sei der einzige Fehler, den ihr Pferd während dieser WM gemacht habe. „Bobby ist eine wundervolle Dressur gegangen und im Gelände kamen wir fehlerfrei ins Ziel“, sagte sie. „Manchmal fehlt eben einfach auch das letzte Quäntchen Glück.“

Neue Weltmeisterin ist die Britin Rosalind Canter, EM-Fünfte des Vorjahres, die sich mit Allstar B vom dritten Platz nach Dressur über Platz zwei nach Gelände an die Spitze vorkämpfte. Sie beendete die WM mit nur 24,6 Minuspunkten vor dem in England lebenden Iren Padraig McCarthy mit Mr Chunky. Der ehemalige Springreiter blieb im Parcours ebenfalls fehlerfrei und sicherte sich damit den Silberrang – zum Nachteil seiner Teamkollegin Sarah Ennis mit Horseware Stellor Rebound, die vor dem Springen noch auf Platz drei rangierte und ihre Hoffnungen auf eine Einzelmedaille durch einen Abwurf zunichte machte.
Sie wurde Fünfte, noch hinter dem dreimaligen australischen Mannschafts-Olympiasieger Andrew Hoy und seinem neuen Pferd Vassily de Lassos.

Die deutsche Mannschaft, die nach Dressur und Geländeritt auf Platz sechs lag, konnte im Springen noch einen Platz gutmachen. Grund dafür waren die Nullrunden von Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise und Andreas Dibowski (Döhle) mit der erst neunjährigen Hannoveraner Stute FRH Corrida. Damit musste am Ende nur der Abwurf von Klimke zum Zwischenstand addiert werden. "Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht. Mein Pferd hat perfekt abgeliefert. Und mit der Mannschaft wollten wir natürlich mehr“, sagte „Dibo“, der als zweitbester deutscher Teamreiter Platz 28 belegt.

Kai Rüder folgt mit Colani Sunrise auf Platz 33. „Von meinem Startplatz her betrachtet, bin ich sehr zufrieden. Klar, hätte ich mir noch ein paar Punkte weniger in der Dressur gewünscht und etwas weniger Zeitfehler im Gelände“, sagte Rüder. der in Tryon den "Pathfinder" für das deutsche Team gespielt hatte. „Unser Minimalziel haben wir erreicht: die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio“, zog Hans Melzer sein Fazit.

Das Streichergebnis fürs Team lieferte Julia Krajewski (Warendorf), die mit Chipmunk FRH nach ihrem fulminanten Dressurstart einen Vorbeiläufer im Gelände kassiert hatte und auch im Springen zwei Abwürfe hinnehmen musste (Platz 39/56,3). Bereits im Gelände ausgeschieden war Titelverteidigerin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit ihrem Nachwuchspferd Viamant du Matz.

Strahlende Gewinner der Teamwertung und damit neue Weltmeister sind die Briten, die sich erstmals seit 1994 wieder WM-Gold sicherten. Für die zweitplatzierten Iren liegt die letzte Championatsmedaille sogar 23 Jahre zurück (EM Pratoni del Vivaro). Den Bronzemedaille nehmen die Franzose mit nach Hause. 

Das deutsche Vielseitigkeits-Team im Überblick...

Weltmeister Vielseitigkeit Mannschaft 2018

Gold
Großbritannien 

Silber
Irland

Bronze
Frankreich
...

Platz fünf: Deutschland (Andreas Dibowski - FRH Corrida, Ingrid Klimke - SAP Hale Bob OLD, Julia Krajewski - Chipmunk FRH und Kai Rüder - Colani Sunrise)

Weltmeister Vielseitigkeit Einzelwertung 2018

Gold
Rosalind Canter/GBR - Allstar B

Silber
Padraig McCarthy/IRL - Mr Chunky

Bronze
Ingrid Klimke/GER - SAP Hale Bob OLD

Stand: 24.09.2018