Fahren bei den Weltreiterspielen

Deutsche Fahrern fehlte in Tryon das Glück

Mit dem Kegelfahren der Vierspännerfahrer sind die achten Weltreiterspiele zu Ende gegangen. Die deutschen Reiter und Voltigierer kehren mit 17 Medaillen nach Hause zurück, die Fahrer waren dieses Mal jedoch nicht dabei. Sie belegen im Teamranking den fünften und letzten Platz, in der Einzelwertung wird Mareike Harm Zwölfte, Georg von Stein belegt Platz 13.

Das deutsche Team mit Christoph Sandmann, Georg von Stein und Mareike Harm hatte bereits in der Dressur keinen optimalen Start erwischt. Im Gelände rutschte die Stute Wanita aus dem Gespann von Christoph Sandmann aus, so dass der Routinier aus dem Emsland ausscheiden musste und keinen Beitrag mehr zur Teamwertung leisten konnte. Das Pferd blieb zum Glück unverletzt.

Die Goldmedaille in der Mannschaftswertung holte sich das Team des Gastgebers USA vor den Niederlanden und Belgien. In der Einzelwertung war dem Australier Boyd Exell die Goldmedaille nicht zu nehmen – sein fünfter WM-Titel seit den Weltreiterspielen in Kentucky/USA. Die Silbermedaille sicherte sich der US-Amerikaner Chester Weber, gefolgt von Edouard Simonet aus Belgien.

Das deutsche Vierspänner-Team im Überblick...

Weltmeister Fahren Mannschaft 2018

Gold
USA

Silber
Niederlande

Bronze
Belgien

Weltmeister Fahren Einzelwertung 2018

Gold
Boyd Exell/AUS

Silber
Chester Weber/USA

Bronze
Edouard Simonet/BEL

Wettkampfmodus Fahren in Tryon 2018

Klassisch-elegant sieht es aus, wenn die Fahrer in der Dressur im Fahrstadion ihre Kreise ziehen. Rasant geht’s dagegen am nächsten Tag beim Marathon auf dem „White Oaks Course“ zu, der seinen Namen von den für das östliche Nordamerika typischen Weiß-Eichen hat. Acht knifflige Hindernisse warten auf der rund neun Kilometer langen Geländestrecke auf die Gespanne. Jedes Hindernis besteht aus mehreren Pflichttoren, die in einer bestimmten Reihenfolge zu durchfahren sind. Immer wieder schreiten die Fahrer die Hindernisse vor der Prüfung ab, um den für sie besten Weg herauszufinden. Gewertet wird die Zeit von der Ein- bis zur Ausfahrt, für das Abstreifen abwerfbarer Hindernisteile und das Verlassen des Wagens durch Fahrer oder Beifahrer werden Strafpunkte addiert.

Die Bewertung beim Kegelfahren ist ähnlich wie beim Springreiten, nur dass nicht Stangen, sondern Bälle fallen. Gestartet wird in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenergebnisses. Wer in Führung liegt, geht als Letzter ins Rennen. Da zählt nicht nur Fahrkunst, sondern auch ein gutes Nervenkostüm.

Fünf Pferde darf jeder Fahrer einsetzen, so dass zwischen den Teilprüfungen getauscht werden kann. Denn auch unter den Fahrpferden gibt es Dressur und Geländespezialisten. Einen Unterschied macht es auch, an welcher Stelle die Pferde angespannt sind. „Die Stangenpferde sind die ‚Arbeiter‘, die Vorderpferde sind die ‚Showmaker‘. Die einen ziehen die Kutsche, die anderen zeigen, wo es langgeht“, erklärt Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.

Stand: 24.09.2018