Deutsche Reiterliche Vereinigung
11.06.2914 | 17:00 Uhr | Susanne Hennig

Denis Nielsen gewinnt 'Deutschlands U25 Springpokal'

Startplatz beim CHIO Aachen für den Sieger / Prüfungsserie für 2014 beendet

Hamburg (fn-press). Premiere gelungen: Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und der Familie Müter, Gestüt Drei Eichen in Königslutter, fand beim Hamburger Derby-Turnier seinen hochklassigen Abschluss. Sieger Denis Nielsen darf sich nun auf seinen Start beim CHIO Aachen freuen.

Seinen ersten Sieg in einem Drei-Sterne-Springen feierte der 24-jährige Denis Nielsen gleich auf einem der prominentesten Plätze der Welt: Im Finale von „Deutschlands U25 Springpokal“, das nach den Stationen in Braunschweig, Mannheim und Balve seinen diesjährigen Abschluss in Hamburg fand, zeigte Nielsen mit dem achtjährigen Calido-Sohn Cashmoaker erstklassige Leistungen. „Das war ein super Erlebnis, hier auf dem großen Derby-Platz zu reiten. Und jetzt darf ich nach Aachen, davon träumt ja jeder Reiter“, sagte er Pferdewirt, der seit sieben Jahren auf Gestüt Sprehe in Löningen tätig ist.

Der Sieg im Finale ist in der Tat mit einem besonderen Bonbon verbunden. Zu „Deutschlands U25 Springpokal“ zählen nämlich nicht nur die vier Topturniere. Das Förderkonzept der Serie schließt zugleich den Startplatz für den Sieger beim CHIO Aachen ein. Außerdem werden einige Finalisten für den Nationenpreis in Budapest nominiert und zuvor von Co-Bundestrainer Heiner Engemann in einem Lehrgang auf Gestüt Drei Eichen als Team „eingeschworen“. Nach Ungarn reisen Jana Wargers, Vanessa Borgmann, Marcel Marschall, Gerrit Schepers, Frederic Troschke und Hendrik Dowe. Welche vier Reiter das Quartett für den Nationenpreis bilden werden, will Engemann erst kurz vorher entscheiden. Sieger Denis Nielsen wird nicht dabei sein, da er sein noch junges Pferd schonen möchte.

Bundestrainer Otto Becker zog ein rundum positives Fazit des Finales in Hamburg: „Wir haben tollen Sport gesehen. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass sich auf diesem anspruchsvollen Platz und in diesem wirklich schweren Springen gleich neun Starter fürs Stechen qualifizieren. Das spricht für die Qualität der Reiter und lässt uns für die nächsten Jahre hoffen.“ Schon im Interview vor Prüfungsbeginn hatte Becker die Notwendigkeit betont, große Anstrengungen in der gezielten Förderung des Nachwuchses zu unternehmen. „Die jetzigen Spitzenreiter wie Ludger Beerbaum oder Meredith Michaels-Beerbaum werden nicht ewig weitermachen.“

Garantiert weitermachen werde die Platzierten des U25-Finales: Henry Vaske, der im vergangenen Jahr in der Altersklasse der Jungen Reiter an der Europameisterschaft teilnahm, ritt auf Platz zwei. Im Sattel des zwölfjährigen Oldenburgers Quinaro meisterte der 21-Jährige aus dem südniedersächsischen Halen das Stechen ohne Abwurf, aber minimal langsamer als der Sieger. Platz drei sicherte sich Laurenz Buhl (21), der von Dietmar Gugler in Pfungstadt trainiert wird, mit dem französischen Hengst Roi de Berg. Die Zeit hätte für den Sieg gereicht, aber das Paar kassierte einen Abwurf. Auf den weiteren Plätzen: 4. Gerrit Schepers mit Caroll, 5. Jana Wargers mit Cornet’s Dream, 6. Vanessa Borgmann mit Come to win 7. Jan Wernke mit Forry de Luxe, 8. Pia Reich mit Charmonie und 9. Jens Christ mit Acorat.   hen

Drei Fragen an Sieger Denis Nielsen

FN-Aktuell: Der Hamburger Derby-Platz – das ist ein Platz, der Springsportgeschichte erzählen kann. Sie sind in Hamburg beim ersten Finale des U25-Springpokals dabei gewesen – und haben gewonnen! Wie war das erste Einreiten vorbei an Wall, Eisenbahnschranken und Pulvermanns Grab?
Denis Nielsen: Das war ein super Gefühl. Ich bin schon auf vielen großen Plätzen geritten, aber nicht so groß wie Hamburg. Das war absolut beeindruckend. Während des Ritts hat man sich natürlich voll konzentriert, aber am Tag zuvor und beim Abgehen des Parcours habe ich schon mal daran gedacht, wer hier schon alles geritten ist und gewonnen hat.

FN-Aktuell: Der achtjährige Calido-Sohn Cashmoaker war ihr Siegerpferd in Hamburg. War es risikofreudig mit einem so jungen Pferd beim Springpokal-Finale an den Start zu gehen?
Denis Nielsen: Ich wusste natürlich nicht, wie Cashmoaker auf dem großen Platz reagieren würde, aber er war relativ gelassen. Ich reite ihn erst seit Anfang dieser Außensaison, aber wir haben uns schnell bis zum Drei-Sterne-Niveau gearbeitet. Er ist sehr ehrgeizig, vorsichtig und will unbedingt auf die andere Seite. Bessere Voraussetzungen gibt es nicht.

FN-Aktuell: Sie sind seit sieben Jahren Bereiter im Gestüt Sprehe. War für Sie immer klar, dass Sie auch beruflich reiten wollen?
Denis Nielsen: Nein, nicht unbedingt. Ich bin zwar schon früh geritten, weil auch meine Eltern beide im Springsattel unterwegs und bis S-Niveau erfolgreich waren, aber zwischenzeitlich hatte ich mal das Interesse etwas verloren. Dann habe ich Fußball und Tennis gespielt. Irgendwann hat mich der Pferdesport wieder gereizt und durch die Erfolge wurde mein Ehrgeiz immer mehr geweckt. Der Sport wurde mehr und mehr, ich hatte viel Spaß und habe die Reiterei dann auch zum Beruf gemacht. Und ich habe diese Entscheidung noch nie bereut.

Das Interview führte Kim Kreling.

 

Stand: 12.06.2014