Deutsche Reiterliche Vereinigung
06.08.2914 | 17:00 Uhr | Uta Helkenberg

EM Pony Millstreet: Gold, Gold, Gold für deutsche Dressurreiter

Semmieke Rothenberger gelingt das Triple

Millstreet/IRL (fn-press). Mit Mannschaftsgold und Semmieke Rothenberger als Triple-Championesse kehrten die deutschen Dressurreiter von den Pony-Europameisterschaften im irischen Millstreet nach Hause zurück. Es war der 29. Sieg eines deutschen Dressureiterteams, seit 1978 in Le Touquet die ersten Pony-Europameisterschaften ausgetragen wurden. Nur acht Mal verpassten die deutschen Ponydressurreiter seither Gold, davon ausgerechnet zwei Mal in Millstreet (1981 und 1989). Jetzt, 25 Jahre später, klappte es auch auf der Grünen Insel mit dem Titel.

Zuletzt wurde es aber doch noch eng für das deutsche Quartett. Dank der Vorstellung der britischen Schlussreiterin Phoebe Peters mit SI Lucci war der deutsche Vorsprung ziemlich geschrumpft. Die Doppel-Europameisterin des Vorjahres wurde für ihre Vorstellung mit 76,59 Prozentpunkten belohnt, was den Briten ein Endergebnis von 222,257 Punkten eintrug. Damit lag es an Semmieke Rothenberger mit Deinhard B, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Die Bad Homburgerin, die in Millstreet ihre dritten Europameisterschaften bestritt, spielte ihre ganze Prüfungsroutine aus, gewann mit 78,410 Prozentpunkten nicht nur die Prüfung, sondern sicherte auch ihrem Team mit 225,333 Punkten den Sieg. „Semmie war total cool und hat nicht einen Punkt liegengelassen“, freute sich Bundestrainerin Cornelia Endres. Die Bronzemedaille sicherte sich mit 216,667 Punkten die niederländische Mannschaft.

Ihren Siegeszug setzte Semmieke Rothenberger dann auch in den weiteren Prüfungen fort. Was ihre Schwester Sanneke als Juniorin und Junge Reiterin vorgemacht hatte, gelang im vierten Anlauf nun auch der Jüngsten der drei Rothenberger-Geschwister: Triple-Gold bei Europameisterschaften. Mit 78,341 Prozentpunkten verwies sie in der Einzelwertung die Vorjahres-Dritte Lisanne Zoutendijk aus den Niederlanden mit Champ of Class (74,976) sowie die Britin Alexandra Hellings mit Der Kleine Lord (74,756) auf die Plätze. In der Kür waren es sogar 79,975 Punkte für die 14-jährige Hessin und ihren 15-jährigen Dornick B-Sohn, mit denen sie Titelverteidigerin Phoebe Peters (78,7) und Lisanne Zoutendijk (77,85) hinter sich ließ.

Für die größte Überraschung sorgte EM-Neuling Lea Luise Nehls (Berlin). Im Teamtest lieferte sie als erste deutsche Reiterin mit 73,769 Prozentpunkten bereits das zweitbeste Ergebnis der deutschen Mannschaft. „Lea hat sich hier super geschlagen. DSP De Long war sechsjährig Bundeschampion der Dressurponys, Lea hat ihn seit vierjährig und selbst ausgebildet. In diesem Jahr haben sie sich von Turnier zu Turnier gesteigert“, sagte Conny Endres. Erst kurz vor der EM beim letzten Turnier in Vierzon hatte Nehls die Startgenehmigung erhalten. Die langjährige Erfolgstrainerin fühlte sich darin bestätigt, „lieber Paare mit aufsteigender Form zu nominieren als solche, die im März einmal spitze waren“. Lea Luise Nehls bedankte sich für das in sie gesetzte Vertrauen mit einem sechsten Platz in der Einzelwertung (72,854) und einem fünften Platz in der Kür (74,65).

Gewohnt beständig zeigte sich Nadine Krause (Bad Homburg) mit Danilo in allen drei Prüfungen. Im Teamtest blieb sie zwar knapp hinter Nehls, konnte dann aber in der Einzelwertung und Kür wie gewohnt punkten. Für einen Medaillenplatz reichte es aber auch bei ihrer dritten Europameisterschaft nicht ganz. Mit 73,951 Prozentpunkten in der Einzelwertung und 75,825 Punkten in der Kür belegte sie wie schon in den Vorjahren Platz vier.

Hinter den – zugegebenermaßen hohen – Erwartungen blieb die zweite Newcomerin im deutschen Team. Maike Mende (Nordwalde) und Desert Rose, beim CDIOP Vierzon noch dreimal siegreich, hatten Probleme mit der gewaltigen Kulisse des Green Glen Equestrian Centre. Beim Teamtest begann kurz vor dem Einreiten auf dem Springplatz nebenan eine Siegerehrung und bei der achtjährigen Ponystute „gingen - blink - alle Lampen an“, beschrieb Endres. In der Einzelwertung war es ähnlich. Dass Pony und Reiter bei den Richtern dennoch gut ankamen, zeigte sich in den trotz der zahlreichen Fehler guten Ergebnissen von 71,959 (Teamtest) beziehungsweise 70,195 Prozentpunkte in der Einzelwertung (Platz 16). Hb

 

Stand: 06.08.2014