Deutsche Reiterliche Vereinigung
19.06.2021 | 19:15 Uhr | Uta Helkenberg

DM Luhmühlen: Michael Jung gibt weiter den Ton an

Julia Krajewski nach Gelände auf Platz zwei / Sandra Auffarth Dritte

Luhmühlen (fn-press). Michael Jung liegt weiter auf Kurs in Richtung Titel. Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften Vielseitigkeit im Rahmen der Longines Luhmühlen Horse Trials konnte der dreifache Olympiasieger mit fischerChipmunk FRH seine Spitzenposition aus der Dressur nach einer fehlerfreien Geländerunde weiter festigen.

„Es lief mehr wie nach Plan. Jeder Sprung war toll, es hat wirklich richtig Spaß gemacht. Es ist von Anfang bis Ende super gelaufen. Er ist in dieses Jahr noch besser drauf als letztes Jahr und macht von Turnier zu Turnier einen besseren Eindruck“, sagte Jung über seinen 13-jährigen Hannoveraner fischerChipmunk FRH. Wie nach der Dressur nimmt das Paar nun 21,4 Minuspunkte ins abschließende Springen mit.

Ihm am dichtesten auf den Fersen ist Julia Krajewski (Warendorf) mit der elfjährigen Amande de B’Neville. Auch sie blieb auf dem internationalen Vier-Sterne-Kurs fehlerfrei, rückte damit einen Platz vor und ist nun mit 23,9 Minuspunkten Zweite. „Geländereiten mit Mandy ist wie Löwenreiten, aber einen zahmen Löwen mittlerweile. Sie ist wahnsinnig schnell, sicher und kämpft mit, aber immer im positiven Sinn. Sie war so schnell, dass ich im letzten Drittel das Tempo etwas herunterregeln konnte, weil ich gemerkt habe, wir sind schnell und in der Zeit. Ich bin sehr glücklich, wie sich die Stute entwickelt hat“, sagte die Junioren-Bundestrainerin.

Neue Nummer drei nach dem Gelände ist Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit ihrem WM- und EM-Pferd Viamant du Matz, der dank einer Nullrunde drei Plätze gutmachen konnte. So bleibt es für ihn bei 27,1 Minuspunkten. Auffarth: „Ich musste keinen Aufwand betreiben, um die Zeit zu erreichen. Er hatte so einen Rhythmus von Anfang bis Ende. Er war auch nicht so stark am Anfang wie sonst manchmal, war super konzentriert und sprang vom Feinsten. Vielleicht lag es auch daran, dass nicht so viel Atmosphäre war.“ Denn Zuschauer sind in diesem Jahr in Luhmühlen coronabedingt nicht zugelassen.

Insgesamt war Sandra Auffarth mit gleich drei Pferden am Start. Während sie mit „Mat“, aber auch mit Nachwuchspferd The Phantom of the Opera sehr zufrieden war, musste sie mit ihrem ersten Pferd, dem Holsteiner Let’s Dance, einen Vorbeiläufer am ersten Wasserhindernis, dem Longines-Teich, hinnehmen. „Ich muss mir das nochmal in Ruhe anschauen. Aber wir waren uns da ein bisschen uneinig. Ich wollte ihn noch einmal ‚auf die Füße holen‘, hatte nicht so eine richtig gute Distanz und vielleicht habe ich ihn dadurch etwas aus dem Konzept gebracht. Danach ging er sehr gut und sicher weiter. Das war halt sehr teuer und ärgerlich“, sagte sie. Denn mit Let’s Dance hatte sie nach Dressur den zweiten Platz belegt, durch den Fehler erhöhten sich die 22 Minuspunkte auf 54,8 Minuspunkte (Platz 47).

Für die drei Führenden geht es in Luhmühlen nicht nur um Meisterehren, sondern auch um einen Platz im Team für die Olympischen Spiele. „Unsere Topreiter sind in Topform. Jeder hat hier gezeigt: ich will. Das war toll zu sehen. Ich bin echt stolz auf sie“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Damit meinte er nicht nur das Spitzentrio, sondern alle Kandidaten auf der Longlist für die Olympischen Spiele, die in Luhmühlen am Start sind. Andreas Dibowski fehlten nur zwei Sekunden zur Nullrunde – er rangiert mit FRH Corrida mit 30,6 Minuspunkten auf Platz zehn. „Die Stute war sehr motiviert und ehrgeizig, ich musste ein-zweimal etwas ziehen. Einen Stilpreis gewinnt man so nicht und da habe ich auch die Sekunden verloren“, sagte „Dibo“ etwas ärgerlich. Direkt hinter ihm folgt Anna Siemer (Salzhausen) auf Platz elf (30,7 Minuspunkte). Sie kam mit FRH Butts Avondale ohne Zeit- und Hindernisfehler ins Ziel und schwärmte: „Es war genauso, wie ich mir das gedacht hatte. Es war einfach toll, toll, toll.“ Und auch Sophie Leube (Hamm) und Jadore Moi blieben fehlerfrei, allerdings gab es für sie zusätzlich 3,2 Zeitstrafpunkte. Das Paar rangiert mit 33,8 Minuspunkten auf Platz 15 nach Dressur und Gelände.

Darüber hinaus hatte Christoph Wahler (Bad Bevensen) mit Carjatan S am Samstagmorgen ein eindrucksvolles Debüt in der internationalen Fünf-Sterne-Prüfung gegeben, ebenso wie Michael Jungs zweites Toppferd fischerWildWave.

Noch ist die Prüfung allerdings nicht zu Ende. Am Sonntagmorgen steht für alle die Verfassungsprüfung an und danach das abschließende Springen. Das NDR überträgt die Entscheidung live am Sonntag, 20. Juni von 15.00 bis 16.00 Uhr. Darüber hinaus zeigt Horse&Country TV (gegen Gebühr) ganztägig alle Prüfungen unter https://horseandcountry.tv/de/

Informationen gibt es auch unter www.pferd-aktuell.de/spitzensport/deutsche-meisterschaften/deutsche-meisterschaft-vielseitigkeit

Stand: 19.06.2021