Deutsche Reiterliche Vereinigung
17.06.2017 | 18:17 Uhr | Uta Helkenberg

CCI4* Luhmühlen: Hoy bleibt auch hier in Führung

Setzt Julia Krajewski ihre Zweitplatzierten-Serie fort?

Luhmühlen (fn-press). Bettina Hoy gibt den Ton in Luhmühlen an: Nicht nur im CIC3* bzw. der Deutschen Meisterschaft, sondern auch im CCI4* blieb die Europameisterin von 1997 im Geländeritt fehlerfrei und sicherte sich damit in beiden Prüfungen die bereits nach Dressur eingenommene Spitzenposition.

Anders im mit 26 deutschen Paaren ausgesprochen stark besetzten CIC3* treten lediglich sechs deutsche Vertreten im CCI4* an, machen dies jedoch durch ihre Leistungen wett. Hinter Bettina Hoy und Designer, die morgen mit 36,0 Minuspunkten ins Springen startet, rangiert Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot auf dem zweiten Rang. Das Olympia-Paar hatte die Richter in der Dressur kaum weniger beeindruckt als Bettina Hoy. Nach Dressur schlugen gerade einmal 37,1 Minuspunkte für die beiden zu Buche, die sie sich auch nach dem Geländeritt erhalten konnten. „Wenn ich alles richtig mache, springt er morgen gut. Aber ich glaube, Julia hat die bessere Bilanz im Parcours“, sagte Hoy, als sie nach dem Ausgang der Prüfung befragt wurde. Krajewski konterte: „Ich bin in diesem Jahr schon vier Mal gestartet und war vier Mal Zweiter, ein weiterer zweiter Platz würde in die Serie passen. Aber egal wie es ausgeht, am glücklichsten ist man, wenn das Gelände gut gelaufen ist. Und ich bin super zufrieden mit meinem Pferd, das in einer tollen Form ist.“

Einen Platz nach vorne rückten Nicola Wilson aus Großbritannien und Bulana. Mit 38,7 Minuspunkten nehmen sie den dritten Platz ein, den nach Dressur Marylin Little innehatte. Die US-Amerikanerin fiel jedoch wegen Zeitfehlern mit RF Scandalous auf den neunten Rang zurück. Zunächst waren ihr sogar noch 50 Strafpunkte für eine „Missing Flag“ angerechnet worden. Diese Punkte gibt es neuerdings, wenn ein Paar eine schmale Ecke außerhalb der Flaggen überspringt. Ein Manöver, das im Eifer des Gefechts schnell einmal passiert und bislang mit Ausschluss geahndet wurde. Nach dem neuen Reglement kann sich der Reiter im Zweifelsfall dazu entschließen, den Sprung neu anzureiten und dafür 20 Strafpunkte zu kassieren, oder dazu, weiterzureiten und gegebenenfalls 50 Strafpunkte zu kassieren. Falls es denn ein Fehler war. Beim deutschen Ben Leuwer (Sprockhövel) im CIC3* war dies beispielsweise nicht der Fall, wie ein Foto- und Videobeweis nach seinem Ritt erbrachte. Seine 50 Minuspunkte wurden ebenso wieder gestrichen wie die von Marylin Little.

Auch der nach Dressur fünftplatzierte Franzose Astier Nicolas konnte seine Position nicht halten. Sein Molakai stoppte abrupt vor einem Heckensprung und setzte seinen Reiter auf demselben ab. Das Paar musste ausscheiden. Little und Nicolas machten den Weg frei für Vorjahressieger Andreas Dibowski (Döhle), der mit FRH Butts Avedon dank einer Nullrunde vom achten auf den sechsten Platz im Ranking vorrückte (41,4).

Insgesamt gab es jedoch nur wenige „Vorkommnisse“ dieser Art, die den Fluss der beiden Geländeprüfungen störte. 17 vom 48 Paaren beendeten das CCI4*-Gelände ohne Zeit- und Hindernisfehler. Die Strecken wurden erstmals vom britischen Kursdesigner Mike Etherington-Smith kreiert und von den Reitern durchweg als „sehr freundlich und fair“ bezeichnet. „Manche sagen sogar, sie seien zu soft gewesen. Das akzeptiere ich. Aber ich entschuldige mich nicht dafür“, sagte Etherington-Smith und erklärte, dass man auch als Parcourschef erst ein Gefühl für die Geländegegebenheiten entwickeln müsse.

Alle Ergebnisse unter www.luhmuehlen.de oder www.rechenstelle.de.

Stand: 17.06.2017