Deutsche Reiterliche Vereinigung
08.06.2021 | 17:00 Uhr | Uta Helkenberg

#endlichwiederturnier: So klappt der Wiedereinstieg

Tipps von Nachwuchs-Bundestrainer Peter Teeuwen

Warendorf (fn-press). Fast überall in Deutschland sind auch die Amateure nun wieder zu Turnieren zugelassen. Für viele war es eine lange Pause, manche planen nun ihren ersten Turnierstart überhaupt. Woran man erkennt, dass man selbst und sein Pferd wieder fit ist fürs Turnier, wie man sich gezielt vorbereitet und was man bei der Planung beachten sollte, dazu hat Peter Teeuewen, Bundestrainer der Nachwuchsspringreiter, gute Tipps parat.

Schritt 1: Welche Formalitäten sind zu beachten?
Peter Teeuwen: „Erst einmal muss man sich Gedanken darüber machen, wo will ich überhaupt hin? Zu welchem Turnier möchte ich gerne fahren. Grundsätzlich müsst ihr euch auch die Frage stellen: Erfülle ich die Voraussetzungen, um auf Turnieren reiten zu können. Ihr müsst klären, ob ihr alle Formalitäten erledigt hat, wie eine Jahresturnierlizenz zu beantragen und im Pferdepass zu kontrollieren, ob alle Impfungen vollständig sind.“

Schritt 2: Wie plane ich den Start nach einer Turnierpause
Peter Teeuwen: „Wenn das erledigt ist, dann überlegt, wo ihr gerade steht. Habt ihr einen großen Trainingsrückstand, weil ihr nicht die Möglichkeit hattet, euer Pferd springmäßig aufs Turnier vorzubereiten, müsst ihr euch zunächst Gedanken über Trainingsplan machen. Dieser gibt euch einerseits Sicherheit, andererseits stellt er aber auch sicher, dass euer Pferd genügend gut vorbereitet ist. Dabei hilft es euch, einmal aufzuschreiben, an welchem Turnier oder an welchen Turnieren ihr teilnehmen wollt und ob es einen Höhepunkt gibt, den ihr anstrebt. Diesen Zeitplan müsst ihr dann so abstimmen, dass ihr immer genügend Zeit habt, euch auf jede Veranstaltung passend vorzubereiten.“

Schritt 3: Auf welchem Niveau steige ich wieder ein?
Peter Teeuwen: „Wenn der Turnierplan steht, geht es darum, das einzelne Turnier zu planen. Vor jedem Turnier braucht ihr einen gewissen Vorlauf, was das Training anbelangt. Das heißt, ihr solltet das Training so ausrichten, dass ihr die Anforderungen, die auf Turnier auf euch zukommen, zuhause sicher ableisten können. Wenn ihr zum Beispiel eurer erstes E-Springen nach langer Zeit reiten wollt, solltet ihr zuhause in der Arbeit schon so weit fortgeschritten sein, dass ihr in der Lage sein, eine Etage höher – also auf A-Niveau – reiten zu können. Dann habt die Sicherheit, dass es eine Klasse niedriger auf dem Turnier klappen wird – auch wenn natürlich immer mal ein Fehler passieren kann.“

Schritt 4: Wie baue ich mein Training auf?
Peter Teeuwen: „Auch wenn die Vorfreude aufs Turnier groß ist, solltet ihr im Training die Anforderung langsam steigern, nicht gleich so hoch und breit anfangen, wie auf dem Turnier gefordert wird. Erstmal solltet ihr überprüfen, ob ihr (noch) in der Lages seid, den Rhythmus zwischen den Sprüngen zu halten und die Distanzen passend zu reiten. Fragt euch, ob eure dressurmäßige Ausbildung gut genug ist und ob euer Pferd eine genügend Grundlagenausdauer besitzt? Und ob eure Grundlagenausdauer ausreichend ist? Eine Minute am Stück zu galoppieren, kann anstrengend sein. Geht bei solchen Fragen offen mit euch selbst um und passt euer Training entsprechend an. Eine gute Vor-Turnier-Planung ist wichtig, um mit einem guten Gefühl und einem sicher vorbereiteten Pferd zur Veranstaltung zu fahren.“

Schritt 5 – Kurz vor dem Turnier: An welche Details sollte ich denken?
Peter Teeuwen: „Vor dem Turnier solltet ihr euch darüber informieren, ob es dort einen Rasen- oder Sandplatz gibt und ob eure Stollen passen. Solche Kleinigkeiten können manchmal entscheidend sein. Außerdem sollet ihr vorab einmal testen, ob sich euer Pferd verladen lässt, vor allem, wenn ihr das längere Zeit nicht mehr gemacht habt. Am besten, ihr verabredet euch auf mal auf einer anderen Anlage und simuliert ein Turnier, um das Procedere einmal zu testen. Wenn ihr aufs Turnier geht, kann immer noch Unvorhergesehenes passieren, aber ihr kommt dann mit den ganz normalen Abläufen nicht mehr in Bedrängnis."

 

Stand: 09.06.2021