Deutsche Reiterliche Vereinigung
03.11.2020 | 18:15 Uhr | Uta Helkenberg

Gustav-Rau-Medaille in Gold für Dr. Thomas Nissen

Langjähriger Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes in Neumünster ausgezeichnet

Neumünster (fn-press). Im Rahmen der der 50. Holsteiner Körung und Elite-Auktion in Neumünster ist der langjährige Zuchtleiter des Verbands der Züchter des Holsteiner Pferdes, Dr. Thomas Nissen, mit der Gustav-Rau-Medaille in Gold ausgezeichnet worden. „Deine ruhige und weitblickende, stets loyale Art, hat Dich über die Jahre zu einem Vorbild im Berufsstand der Zuchtleitungen werden lassen“, sagte Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des FN-Bereichs Zucht, in seiner Laudatio. „Beeindruckend auch, dass Du immer die eigenen Interessen hinten angestellt und, um nicht angreifbar zu werden, sogar die eigene, erfolgreiche Pferdezucht für Deinen Beruf aufgegeben hast.“

Dr. Thomas Nissen, der in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist, trat nach Landwirtschafts-Studium und Promotion in Kiel und anschließendem Referendariat im Kieler Landwirtschaftsministerium 1988 die Nachfolge von Gerhard Gramann als Zuchtleiter des Verbands der Züchter des Holsteiner Pferdes an. Der Einsatz englischer Vollblüter und französischer Hengste führte unter seiner Leitung zu einer erfolgreichen Modernisierung des Holsteiner Pferdes. Nach Rückzug des Staates aus der Hengstkörung und -selektion 1989 arbeitete Dr. Nissen als Repräsentant des Holsteiner Verbandes am Aufbau und später an den Änderungen der gemeinsamen Zuchtverbandsordnung der deutschen Pferdezuchtverbände und der Neukonzeption der Hengstleistungsprüfung unter dem Dach der FN mit. Aufgrund seiner Art, Menschen zu verbinden, seines fachlichen Weitblicks und seiner Bereitschaft, jederzeit zusätzliche Arbeit für das hippologische Gemeinwohl zu übernehmen, wurde er in zahlreiche Fachgremien und Arbeitskreise berufen. „Über 30 Jahre lang warst du bundesweit Vordenker und Impulsgeber und hast wichtige Themen, wie zum Beispiel die Hengstleistungsprüfung, aber auch die Zuchtwertschätzung, Körung oder neue Züchtungstechniken entscheidend mitbestimmt“, sagte Dr. Miesner.

Im Jahr 2005 wurde Dr. Thomas Nissen auf Vorschlag des FN-Präsidenten Breido Graf zu Rantzau in den Vorstand der Weltzuchtorganisation WBFSH gewählt und war bis 2018 deren Vize-Präsident. „13 Jahre lang hast Du der WBFSH viele Impulse für die Weiterentwicklung gegeben. Dabei warst du immer weltoffen und neugierig, die Interessen der anderen Zuchtverbände zu verstehen und die Deutschen Pferdezucht international ausgewogen zu vertreten“, sagte Dr. Miesner verbunden mit dem Wunsch, auch weiterhin auf die Erfahrung und das Wissen Dr. Nissens zählen zu können.

Noch bis zum Jahresende wird Dr. Thomas Nissen das Amt des Zuchtleiters und Geschäftsführers des Holsteiner Verbandes ausüben, danach geht er in Ruhestand. Hb

Stand: 04.11.2020