Deutsche Reiterliche Vereinigung
05.10.2020 | 17:30 Uhr | Uta Helkenberg

Bundesvierkampf in Appelhülsen: Heimsieg für Westfalen

Westfalenteams gewinnen Gold in beiden Altersklassen

Appelhülsen (fn-press). Besser spät als nie, hieß es auch für den Bundesvierkampf und Bundesnachwuchsvierkampf, die mit rund sechsmonatiger Verspätung Anfang Oktober in Appelhülsen ausgetragen wurden. Dabei gelang den Titelverteidigern aus Westfalen mehr als nur ein Heimsieg: Mit jeweils zwei Teams am Start, sicherten sie sich Gold in beiden Abteilungen und darüber hinaus je Silber (BVK) und Bronze (BNVK). Die beiden übrigen Medaillen gingen ins Rheinland.

Es war Team Westfalen II, das sowohl im Laufen, wie auch Schwimmen und Dressurreiten die höchste Punktzahl aller zwölf Teams davontrug. Mit einem Endstand von 17.350 Punkten war Sina Brügger (Ascheberg), Johanna Henrichs (Schloß Holte-Stukenbrock), Johann Vogt (Brakel) und Amelie Tönnissen (Senden) der Sieg im Bundesvierkampf nicht zu nehmen. „Es ist das erste Mal, dass wir auch in Laufen und Schwimmen vorne waren, sonst mussten wir uns meistens mit unserer Reiterei von unten nach oben vorarbeiten“, berichtete Mannschaftsführer Christa Middendorf stolz. „Wir waren aber auch gut vorbereitet, haben eigens zu einem Wochenendlehrgang eingeladen und mehrfach Training in unterschiedlichen Reithallen angeboten. Für die Eltern war das sicherlich ein ziemlicherAufwand, aber es hat sich gelohnt."

Im Parcours hatte nicht Westfalen II, sondern die Konkurrenz aus dem eigenen Verband –Westfalen I – die Nase vorn. Mit insgesamt 17.173 Punkten landeten Maya Gretenkord (Dortmund), Alessia Meier (Hüllhorst), Fiona Mönsters (Coesfeld) und Ann Madeleine Cordes (Münster) auf dem Silberrang.

Die Bronzemedaille ging mit 16.911 Punkten an die Mannschaft aus dem Rheinland, bestehend aus Janine Itjeshorst (Schermbeck), Victoria Katharina Kempen (Geldern), Jule Sophie Mertins (Geldern) sowie Victoria Theresia Joosten aus Rees, die als einzige Teilnehmerin am Bundesvierkampf sowohl im Viereck als auch im Springen Noten im „guten“ Bereich erzielte – 8,2 in der Dressur und sogar 8,5 für ihre stilsichere Nullrunde im Parcours.

Die drei führenden Teams stellten jeweils auch die Podestplätze in der kombinierten Einzelwertung. Der dritte Platz ging an Alessia Meier, die sich als beste Schwimmerin und Springreiterin des Team Westfalen I hervortat. Die Silbermedaille ging dank Victoria Theresia Joostens Leistungen ins Rheinland. Die höchste Punktzahl – nicht nur innerhalb ihres Teams Westfalen II - erzielte allerdings Sina Brügger, die im vergangenen Jahr bereits Zweite der Einzelwertung im Bundesnachwuchsvierkampf war und in diesem Jahr am Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit teilgenommen hat. Sie kassierte nicht nur im Schwimmen volle 1.000 Punkte, sondern legte auch die Bestnote 8,8 in der Dressur vor. Dabei saß die erst zwölfjährige Aschebergerin im Sattel von Svenson TB, einem der beiden Teampferde von Westfalen II. „Beim Bundesvierkampf ist es so, dass jede Mannschaft zwei Pferde stellt, zwei werden von einem anderen Team zugelost. Das heißt, alle Pferde absolvieren die Aufgabe zwei Mal, einmal mit dem eigenen und einmal mit einem fremden Reiter“, erklärte Christa Middendorf den Modus, der Bundesvierkampf lange Tradition hat.

„Beim Bundesnachwuchsvierkampf reitet allerdings jeder sein eigenes Pferd“, so Middendorf weiter. Auch in dieser Abteilung war den Gastgebern der Sieg nicht zu nehmen. Mit einem Endergebnis von 17.346 Punkten machte Westfalen I mit Marla Moderegger, Mia Ketteler (Bocholt), Lale Brinkmeier (Espelkamp) und Zoe Maria Czerwonka (Dortmund) das Rennen. Gleich drei Mannschaftsreiterinnen kamen in der Dressur über die 8,0, allen voran Marla Moderegger, die mit einer 8,8 die Höchstnote erzielte. In der kombinierten Einzelwertung wurde die 13-Jährige aus Senden allerdings „nur“ Dritte. Die Plätze eins und zwei machten ihre Teamkollegin Lale Brinkmeier und Franziska Bockhorn aus Goch unter sich aus – zugunsten der Rheinländerin.

Auch wenn es am Ende nicht zu Sieg reichte: Im Schwimmen und Parcours hatten die Nachwuchsvierkämpfer aus dem Rheinland die Nase vorn (Endstand 17.299 Punkte). Wie schon ihre ältere Schwester Victoria Theresia Joosten im Bundesvierkampf, wusste Henriette Katharina Joosten im Parcours am besten zu gefallen. Die 13-Jährige erhielt ebenfalls eine 8,5 - das beste Ergebnis – und trug damit maßgeblich zur Silbermedaille des rheinischen Teams bei, dem außerdem Soraya Schmäh (Wesel), Franziska Bockhorn (Goch) und Emma Buschheuer (Wesel) angehörten.

Komplettiert wurde der Heimerfolg der Westfalen durch eine Bronzemedaille für Team II. Mit etwas Abstand auf die ersten beiden Teams belegten Lena-Sophie Jankord (Münster), Sophia Hanning (Nottuln), Judith Peter (Coesfeld) und Lukas-Wilhelm Sühling (Borken) mit 16.643 Punkten Platz drei. Für Judith Peter gab es übrigens noch einen Sonderpreis. Sie war die schnellste Läuferin im Bundesnachwuchsvierkampf.

Der schnellste Läufer kam aus Baden-Württemberg und hieß Kim Luan Wilhelm. Im Bundesvierkampf waren es Anna Pragal vom Team Bremen und der Thüringer Hannes Oschmann, die allen davonliefen.

Im Schwimmen legten die Sächsin Emily Schröder (BVK) und Lisa Gebhardt (BNVK) die schnellste Zeit vor, bei den Herren Timo Kümmel aus Hessen beziehungsweise Oskar Rauscher aus Baden-Württemberg. Hb

Stand: 05.10.2020