Deutsche Reiterliche Vereinigung
19.09.2021 | 20:55 Uhr | fn-press

WM Ponyfahrer: Platz vier für deutsches Team

Pony-Vierspänner: Platz vier für Niels Kneifel

Le Pin au Haras/FRA (fn-press). Nach den Championaten der Vierspänner und der Zweispänner hatten jetzt die Ponyfahrer ihre Weltmeisterschaft. In Le Pin au Haras im Norden Frankreichs fuhren die besten Ponyfahrer der Welt ein-, zwei- und vierspännig um die Medaillen und den WM-Titel. Die deutsche Mannschaft, die als Titelverteidiger nach Frankreich gereist war, verpasste mit Platz vier eine Medaille. Der Sieg in der Teamwertung ging in die Niederlande.

Für die deutsche Mannschaft starteten bei der Pony-WM insgesamt sechs deutsche Fahrer, je zwei pro Anspannungsart, wobei immer das bessere Ergebnis in der jeweiligen Anspannungsart für die Mannschaft gewertet wurde. Dazu gehörten bei den Pony-Einspännern Niels Grundmann (Fredenbeck) und Sandra Schäfer (Münster), bei den Pony-Zweispännern Nea-Renee Bonneß (Beelitz) und Rene Jeurink (Hoogstede), sowie die Pony-Vierspännerfahrer Steffen Brauchle (Lauchheim) und Niels Kneifel (Wunstorf). Mit insgesamt 483,17 Punkte rangierte das deutsche Team am Ende auf Platz vier. Die Goldmedaille ging in die Niederlande (446,61), Silber gewannen die Fahrer aus der Schweiz (461,75), die Bronzemedaille errangen die Fahrer aus Belgien (479,72).

„Vielleicht sollten wir das Bewertungssystem für die Mannschaften etwas überdenken“, regte Equipechef Fritz Otto-Erley an, „das jetzige System bevorzugt die Spezialisten.“ Er beurteilt die Leistungen der deutschen Ponyfahrer als „nicht so schlecht wie die Einzelplatzierungen aussagen, aber von einer Weltmeisterschaft ohne Medaille nach Hause zu fahren ist schon etwas enttäuschend."

Pony-Vierspänner: Platz vier und fünf für Kneifel und Brauchle
Die beste Platzierung brachten die Pony-Vierspännerfahrer mit nach Hause. Niels Kneifel beendete das Championat auf Platz vier (169,25 Punkte) und verpasste damit knapp die Bronzemedaille. Nach Platz sechs in der Dressur, Platz acht im Kegelfahren konnte er mit nur 8,83 Strafpunkten im Kegelparcours zwei Plätze „gut machen“, da es sehr viele Fehler im Kegelparcours gab. Teamkollege Steffen Brauchle (Lauchheim), der als amtierender Weltmeister angetreten war, belegte in diesem Jahr Platz fünf (171,09). Nach Platz zwei in der Dressur und Platz sechs im Gelände war er von Platz drei der Zwischenwertung ins Kegelfahren gestartet. Aber 14,93 Strafpunkte ließen ihn auf Platz fünf abrutschen. Jacqueline Walter (Petershagen) beendete die WM auf Platz 13 (210,96). Bei den Pony-Vierspännern gingen 20 Gespanne an den Start.

Pony-Zweispänner: Platz zehn für Rene Jeurink
Bei den Zweispännern waren insgesamt 41 Gespanne am Start, davon starten vier für Deutschland. Das beste deutsche Ergebnis erreichte Rene Jeurink, der bei seiner ersten WM die Dressur gewonnen hatte. Er belegte am Ende Platz zehn (165,88) – nach Platz 16 im Gelände und 10,19 Strafpunkten im Kegelparcours. Nachwuchsfahrerin Nea-Renee Bonneß (Beelitz) wurde Zwölfte (171,20), Dieter Baackmann (Emsdetten) Vierzehnter (174,22). Carl Holzum fuhr mit 184,35 Punkten auf den 18. Rang. 

Pony-Einspänner: Niels Grundmann auf Platz fünf
Bei den Einspännern landeten drei deutsche Teilnehmer unter den Top Ten – am besten schnitt Niels Grundmann aus Fredenbeck auf Platz fünf (158,66) ab. Angespannt hatte er seinen bewährten Tadeus. Auf dem neunten Rang schloss Sandra Schäfer (Münster) mit Carino S die Weltmeisterschaft ab (160,20), ihr folgte Anna Genkinger (Pfalzgrafenweiler) mit Bella Donna als Elfte (161,48). Karolin Schettler (Haltern am See) und Ricardo landeten auf Platz 22.

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring) sprach von etwas „glücklosen Voraussetzungen“ in allen drei Teilprüfungen, wie den für die deutschen Reitponys sehr eng gebauten Hindernissen im Marathon und im Kegelparcours. „Beide Kurse waren eher ausgelegt für kleine Ponys, also Welsh-A oder Welsh-B, unsere Ponys taten sich da schwer. Aber vielleicht müssen wir auch mehr trainieren. Und auch mehr Turniere im Ausland besuchen, damit wir uns öfter mit den Nationen messen, die beinahe ein Abonnement auf die Medaillen haben“, so ein erstes kritisches Fazit des Bundestrainers.

Der Veranstaltung in Le Pin au Haras fehlte in seinen Augen etwas der Glanz. „Wenn ich daran denke, mit welchem Aufwand die Ungarn vor zwei Wochen die Europameisterschaft der Vierspänner in Budapest aufgezogen haben, war diese WM doch recht einfach und schlicht. Da hätten sich die Franzosen vielleicht auch etwas mehr Mühe geben können“, kommentierte Geiger. FN/Christine Meyer zu Hartum

Stand: 19.09.2021