Deutsche Reiterliche Vereinigung
09.04.2022 | 12:19 Uhr | fn-press

Leipzig: Vierspänner mit rasantem Auftakt beim Weltcup-Finale

Mareike Harm mit schneller Runde, aber ohne Glück

Michael Brauchle beim Weltcup-Finale in Leipzig - Foto: Lafrentz Michael Brauchle startet mit einer Wildcard beim Weltcup-Finale in Leipzig 2022 und belegte Platz 5 beim Auftakt. Foto (c): Stefan Lafrentz

Leipzig (fn-press). Die Vierspänner haben sich im Weltcup Finale in Leipzig zu später Stunde, aber voll besetzten Rängen, einen spannenden Wettkampf geliefert. Es war die Einlaufprüfung für das Finale am Sonntag. Der Sieg ging nicht an den Multi-Champion und mehrfachen Weltcup-Gewinner Boyd Exell aus Australien, sondern an Europameister Bram Chardon aus den Niederlanden.

Die deutschen Farben vertraten Michael Brauchle (Aalen) und Mareike Harm (Negernbötel). Brauchle geht mit einer Wildcard an den Start, musste mit seinem Gespann als Erster in den Parcours. Er präsentierte sein Gespann in toller Form und belegte nach einem Abwurf den fünften Platz (156,94 Sekunden). Der Vize-Europameister mit dem Team 2021 und Bronzemedaillengewinner in der Einzelwertung war inklusive der vier Strafsekunden für einen Abwurf nur um sechs Zehntel hinter dem Belgier Glenn Geerts (Rang vier in156,34 Sek.), der zwar eine strafpunktfreie Runde fuhr, aber deutlich langsamer als Brauchle war.

Für Mareike Harm, die als erste Frau überhaupt, sich für ein Weltcup-Finale qualifiziert hat, standen am Ende des Tages 163,89 Sekunden im Protokoll, das bedeutete Platz sechs. Pech, denn sie hatte mit einer flotten Runde und lediglich einem Abwurf eine sehr gute Leistung erbracht hatte, doch im Laufe des Parcours ein bereits durchfahrenes Hindernis nochmal überfahren. Das erhöhte ihr Strafsekundenkonto um weitere acht Sekunden. So gesehen spiegelt ihr sechster Platz nicht die wirkliche Klasse ihrer Vorstellung wider. Für die Finalprüfung gibt der Auftritt auf jeden Fall Anlass zur Hoffnung.

Richtig spannend wurde es bei den letzten beiden Startern. Der Australier Boyd Exell schickt sich an in Leipzig seinen zehnten Weltcup Finalsieg einzufahren, Bram Chardon aus den Niederlanden war 2019 Weltcup Sieger und möchte das verhindern. Als vorletzter Starter legte Exell eine fulminante Runde ohne Abwurf in 143,35 Sekunden hin, das waren neun Sekunden weniger als bei dem Drittplatzierten Belgier Dries Derieck (152,76 Sek. inkl. eines Abwurfs). Am Ende reichte das für den amtierenden Weltmeister Exell doch nur zu Platz zwei im Ranking der laufenden Prüfung, denn als letzter Starter fegte der amtierende Europameister Bram Chardon in so atemberaubenden Tempo durch die Halle, dass er noch einmal acht Sekunden schneller war als Exell und als überlegener Sieger die Ehrenrunde anführte.

Bei der über den Sieg im Weltcup entscheidenden Prüfung am Sonntagmittag fängt jeder Teilnehmer wieder bei null an, die Karten werden also ganz neu gemischt. FN/Christine Meyer zu Hartum

Stand: 09.04.2022