Deutsche Reiterliche Vereinigung
03.09.2020 | 19:30 Uhr | Uta Helkenberg

BuCha 2020: Die Listen fürs Finale füllen sich

Doppelerfolg für Eva Möller und Danica Duen

Warendorf (fn-press). Mit der Finalqualifikation der fünfjährigen und dem Kleinen Finale der sechsjährigen Dressurpferde, den vierjährigen Hengsten und den dreijährigen Reitponys wurden die Bundeschampionate am Donnerstag fortgesetzt. Dabei durften sich zwei der erfahrensten Championatsreiterinnen – Eva Möller und Danica Duen – über gleich zwei Siege mit ihren Pferden beziehungsweise Ponys freuen.


Nach Secret bei den sechsjährigen Dressurpferden sorgte am Donnerstag der Rheinländer Hengst So Unique für den zweiten Erfolg des dreimaligen Weltmeisters der jungen Dressurpferde Sezuan. Von Wilhelm Klausing aus einer Mutter von Donnerhall gezogen, dominierte So Unique das Starterfeld in der Finalqualifikation der fünfjährigen Dressurpferde. Bereits vor zwei Jahren wurde der Dunkelfuchs in Warendorf mit der schwarz-rot-goldenen Schärpe dekoriert, im vergangenen Jahr gewann er im Rahmen der Weltmeisterschaften Ermelo mit Abstand die Vierjährigen-Prüfung. So Unique, aus dem Besitz der Helgstrand Dressage und vorgestellt von Eva Möller, wurde von den Richtern in allen Kriterien für „sehr gut“ befunden. Entsprechend stand am Ende die glatte 9,0 und damit der Sieg in der ersten Abteilung, dem Preis des Dressurstalls Sandbrink.

Gleich drei Mal ergab das Urteil der Jury – Kerstin Holthaus, Thomas Keßler und Ulrike Nivelle – die Endnote 8,8, womit die zweite Abteilung, Preis der Baronin Amely von Bucholtz, gleich drei Sieger hatte. Einer davon war auch gleichzeitig der erste Starter des 76 Teilnehmer zählenden Starterfeldes: der Oldenburger Hengst Gaitano OLD (v. Goldberg M. – Rohdiamant) aus der Zucht von Heiko Meinen und für die Keo Pty. Ltd. vorgestellt von Beatrice Buchwald. Ebenfalls eine 8,8 errechnete sich für die Oldenburger Stute Sommernacht (v. Rocco Granata – San Remo) aus der Zucht und im Besitz von Ingo Pape aus Hemmoor, die sich insbesondere im Trab hervortat (9,5) und von Greta Heemsoth geritten wurde. Last but not least durfte sich auch Sandra Kötter über eine Goldene Schleife für die Hannoveraner Stute Feingefühl (v. Fürstenball - Farewell III) freuen. 2018 gewannen beide bereits das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache. Feingefühl stammt aus Zucht und Besitz von Gaby Heye-Hammerlage.

Sechsjährigen Dressurpferde: Sieg für Chuck Bass
Die zweite Chance, noch ins Finale einzuziehen, konnten gleich sieben sechsjährige Dressurpferde für sich nutzen. Allen voran der westfälische Rapphengst Chuck Bass (v. Cennin – Rosentau), der für seine Vorstellung eine Gesamtnote von 8,1 erzielte und damit das Kleine Finale - Preis des Gestütes Nymphenburg – für sich entschied. „Das war schon eher eine Überraschung. Wir waren gestern auch schon sehr zufrieden mit dem Pferd, aber heute war es, glaube ich, nochmal besser als gestern“, sagte seine Reiterin Kira Goerens-Ripphoff, die zusammen mit ihrem Mann die frühere Anlage von Hartwig Burfeind bei Bremen betreibt und mit Chuck Bass bereits im Vorjahr das Finale erreichte. „Chuck Bass ist sehr ehrgeizig, er würde alles für seinen Reiter machen und es wird ein Traum sein, ihn weiter zu reiten und auszubilden. Da weiß man jetzt schon, wohin die Reise gehen kann. Das ist nicht nur für Jungpferdeprüfungen ein tolles Pferd, sondern auch für später.“

Vierjährige Hengste: Triple für Helgstrand Dressage
Bei strömenden Regen hatten auch die vierjährigen Hengste ihren ersten Auftritt auf dem Reitpferdeplatz. In einem starken Starterfeld gaben am Ende drei Pferde der Helgstrand Dressage den Ton an. Zunächst war es der Hannoveraner Danciero (v. Dancier - Floriscount, Züchter: ZG Broers und Weber), Sieger der Westfalen-Körung 2018, der mit einer glatten 9,0 die Führung übernahm. Am Ende musste er allerdings seinem Stallnachbarn Global Player (v. Grand Galaxy Win T M - Don Schufro) mit einem Zehntel Abstand das Feld überlassen. Für den Oldenburger Siegerhengst zückten die Richter - Wolfgang Egbers, Peter Olsson und Jürgen Uthoff – sowohl im Trab als auch für die Rittigkeit eine 9,5, für Schritt und Galopp gab es jeweils die 9 und für das Exterieur die 8,5. Gesamtnote 9,1. „Beide Hengste sind sich sehr ähnlich, von ihrer Veranlagung und ihrem Talent. Und beide sind super rittig. Danciero ist der etwas energiereichere, Global Player ist zuhause etwas gelassener, ist der Entspannte, gibt aber auf dem Turnier alles“, sagte Eva Möller, die beide Pferde gewohnt routiniert in der Prüfung vorstellte. Für sie und Global Player (Züchter: Henrik Hansen), der erst in diesem Jahr aus Dänemark zurück in Deutschland ist, war es erst das zweite gemeinsame Turnier.

Komplettiert wurde der Erfolg für den Stall Helgstrand im Preis der Hengststationen Beckmann und Schurf durch einen dritten Platz für Fynch Hatton OLD (v. Formel Eins - Sir Donnerhall I), in dessen Sattel in diesem Jahr jedoch nicht Eva Möller sondern Sina Aringer saß. Der dunkelbraune Hengst, Sieger der Oldenburger Sattelkörung aus der Zucht von Bernhard Ilting-Reuk, verließ den Reitpferdeplatz mit einem Endergebnis von 8,7, dicht gefolgt von Vorjahres-Bundeschampion Damaschino (v. Danone I – Fidermark) aus der Zucht und im Besitz des Klosterhof Medingen. Der Hannoveraner Fuchshengst wurde wie schon im Vorjahr von Hannah Laser präsentiert und erzielte eine Endnote von 7,6. Insgesamt traten 14 vierjährige Hengste zur Finalqualifikation an, sechs dürfen am Samstag im Finale antreten.

Dreiährige Ponys: Herzrose D und Herzzauber D vorne
Auch für die jüngsten Talente stand am Donnerstag die Finalqualifikation auf dem Programm. Im Preis der Ponyforum GmbH der dreijährigen Reitponys – Stuten und Wallache – wusste die in Westfalen gezogene Herzrose D den Richtern – Peter Mannheims, Dr. Carsten Munk , Ute von Platen – am besten zu gefallen. Für den Schritt der Falbstute v. Herzkönig vergaben sie gar die 9,5, insgesamt errechnete sich eine 8,7 (Trab 8, Galopp 8,5, Ausbildung 8,5, Exterieur 9). „Ich kenne das Pony von Geburt an, selbst da waren wir schon dabei. Die Stute ist schon was Besonderes für uns, sie war auch schon Westfälische Siegerstute und ist auch schon Westfalenchampion geworden“, sagte Züchterin, Besitzerin und Reiter Danica Duen, die schon mit Herzroses Muttervater Casino Royale K zwei Mal das Bundeschampionat in Warendorf gewinnen konnte. Für die Stute gibt sie auch gleich das Ziel vor. „Wir planen definitiv, sie als Zuchtstute zu behalten, da ist es natürlich schon toll, wenn sie hier gut abschneidet. Ich denke, in ihr steckt noch ein bisschen mehr, aber mit dem Ritt heute waren wir natürlich absolut zufrieden.“ Glücksgefühle dürfte die Finalqualifikation auch bei Tanja Fischer hervorgerufen haben. Ihre Palomino-Stute Glücksgefühle K (v. Hesselteich's Golden Dream - MV: FS Don't Worry) aus der Zucht und im Besitz der Zuchtgemeinschaft Klüsener landete mit der Wertnote 8,5 auf Platz zwei. Den dritten Platz belegte mit 8,4 DSP Der kleine Champion v. Diamand Touch, gezogen von Heike Schulmerig aus der Lady Farbenfroh v. Londontime. Im Sattel saß Michèle Schulmerig.

Die gleiche Kombination wie bei den Stuten und Wallachen – Herzkönig mal Casino Royale K – führte auch bei den dreijährigen Ponyhengsten zum Sieg. Und auch hinter Herzzauber D steht der Name Danica Duen. „Das ganz besondere ist, dass ich mit dem Vater des Ponys auch schon selbst Vize-Bundeschampion geworden bin. Die Mutter hat Bronze gewonnen und sie hat außerdem unseren „Cosmo Royale“ hervorgebracht. Das ist für unsere eigene Zuchtstute „Cascada Royale“ dann der vierte Bundeschampion“ so Duen. Im vergangenen Jahr verließ Herzzauber D die süddeutschen Reitponykörung mit Höchstnoten, unter anderen gab es die Höchstnote für den Trab und auch in Warendorf zückten die Richter einmal die glatte 10 für den Palomino-Hengst, dieses Mal für den Galopp. „Das hat er wirklich hervorragend gemacht, das war ein Galopp am Optimum, weit unter den Schwerpunkt, ganz energisch bergauf und mit deutlichem Bodengewinn“, sagte Richterin Ute von Platen. Und noch ein zweiter Hengst konnte die Jury von einer 10 im Galopp überzeugen, Date de Luxe AT (v. Dating AT – Rex the Robber), in der Gesamtwertung reichte es für ihn allerdings „nur“ für Platz vier.

Platz zwei ging mit einer Gesamtnote von 8,9 an FS Next Diamond (v. FS Numero Uno - FS Don't Worry) aus der Zucht und im Besitz des Ferienhof Stücker, vorgestellt von Marina Welbers. Den dritten Platz belegte der in Westfalen gezogene George (v. Hesselteich's Golden Dream - FS Cocky Dundee) aus der Zucht von Tanja Schalkamp. Gleich als erster Starter erzielte George eine Gesamtergebnis von 8,8. Besitzer ist die Familie von Wulffen, in seinem Sattel hat Wibke Hartmann-Stommel Platz genommen. „Wir haben ganz großartige dreijährige Ponyhengste gesehen, mit viel Qualität. Die Entscheidung war nicht ganz einfach und vielleicht ändert sich auch im Finale noch etwas, das ist ja letztlich auch von der Tagesform abhängig. Grundsätzlich können wir sehr froh, so viele tolle Hengste hier am Start zu haben, das Starterfeld ist auf jeden Fall noch besser als in den Vorjahren“, so Richterin Ute von Platen.

Am Freitag starten die Bundeschampionate auch für die Dressurponys, die vierjährigen Reitponys sowie die dreijährigen Reitpferde, außerdem können die noch nicht qualifizierten sechsjährigen Dressurpferde ihre Chance auf einen Finalplatz im Kleinen Finale nutzen. Alle Ergebnisse, Starter- und Ergebnislisten gibt es hier: www.pferd-aktuell.de/spitzensport/bundeschampionate/starterlisten-ergebnisse-und-medaillenspiegel

Zusätzlich bieten FN und ClipMyHorse.TV zahlreiche digitale Angebot rund um die Bundeschampionate an, wie zum Beispiel eine Nachrichtensendung, die täglich abends ausgestrahlt wird. Die Beiträge der „Bundeschampionate digital“ sind hier zu finden: www.pferd-aktuell.de/bundeschampionate-digital Hb

Stand: 04.09.2020