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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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13.09.2018 | 03:00 Uhr | Julia Basic

WEG Tryon: Distanzritt wurde abgebrochen

Zu heiß, zu nass, zu matschig – Entscheidung im Sinne der Pferde

Tryon/USA (fn-press). Der Distanzritt der Weltreiterspiele in Tryon wurde aufgrund von schwierigen Wetter- und Bodenverhältnisse vorzeitig abgebrochen. Die Entscheidung fiel laut dem Veranstalter auf Grundlage des internationalen Reglements sowie des “Code of Conduct for the Welfare of the Horse” des Weltreiterverbandes FEI, der besagt, dass Wettkämpfe nicht unter extremen Wetterkonditionen ausgetragen werden dürfen, die das Wohlergehen der Pferde gefährden könnten. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) begrüßt diese Entscheidung, die im Sinne der Pferde getroffen wurde.

Bereits der Start in diesen Distanzritt war turbulent verlaufen: Um 6.30 Uhr Ortszeit gingen die Distanzreiter und ihre Pferde auf die 160 Kilometer lange Strecke. Wenige Stunden später dann der Abbruch des Rennens nach dem ersten Loop, weil einige Starter auf eine falsche Strecke geleitet worden waren. Dann der Neustart, nur noch über eine Distanz von 120 Kilometern. Auch die drei deutschen Paare Rebecca Arnold (Nürtingen) mit Serpa, Bernhard Dornsiepen (Balve) mit Bekele el Djem und Ursula Klingbeil (Buch) mit Aid Du Florival machten sich gegen 11.15 Uhr wieder auf den Weg.

Nach dem Neustart begann es bald stark zu regnen, was den Boden in einen rutschigen Untergrund verwandelte. Temperaturen von rund 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit machten die Bedingungen immer schwieriger. Gemeinsam kam das deutsche Team nach dem ersten Loop zum Vet-Gate. Dort aber ging es nur für Dornsiepen und Klingbeil weiter. Der Wallach Serpa von Rebecca Arnold qualifizierte sich aus metabolischen Gründen nicht für den zweiten Loop weiter. Mehr dazu lesen Sie hier: www.pferd-aktuell.de/fn/newsticker/weltreiterspiele/weg-tryon-update-zum-distanzreiten

Dornsiepen und Klingbeil absolvierten auch den zweiten und dritten Loop – dann die Nachricht, dass der Ritt komplett abgebrochen wird. Dornsiepen sagte: „Wir hatten bis zum Abbruch einen tollen Ritt, es war total angenehm zu reiten. Die Stimmung an der Strecke war der Wahnsinn, landschaftlich herrlich, es gab unglaublich viele freundliche Helfer und super Unterstützung von den Zuschauern. Allein um denen etwas zurückzugeben, bin ich nach dem ersten Abbruch weitergeritten. Ich war den Tränen nahe, als der endgültige Abbruch kam. Wir hätten gerne um eine Medaille mitgekämpft, auch wenn wir wussten, dass dafür alles passen muss und wir alle unsere Leistung abrufen müssen.“

Insgesamt sei der Ablauf der Veranstaltung für die Reiter ein Schlag ins Gesicht gewesen, sagte Dornsiepen. „Den Abbruch an sich kann ich aber nachvollziehen, die Bedingungen waren extrem. Mein Pferd kam gut damit zurecht, fühlte sich sehr gut an. Es muss aber auch andere Pferde gegeben haben, deren Pulswerte extrem hoch waren. Die Argumentation für den Abbruch ist für mich also ok.“

Schon die Tage vor dem Start seien schwierig für die Teams gewesen, berichtete Annette Kaiser. Informationen habe es nur stückchenweise gegeben, und diese seien immer wieder verändert worden. Selbst der Ort des Startes sei bis zum Beginn des Rennens nicht bekannt gewesen. Deshalb auch die Verwirrung beim Start. „Fakt ist, dass solch eine Änderung eines 160-Kilometer-Rennens die Athleten, Pferd und Reiter, völlig aus dem Konzept bringt“, sagte Kaiser. „Das ist eine Riesen-Enttäuschung für die Athleten und alle, die hierfür riesigen Aufwand und Vorbereitung betrieben haben. Trotzdem muss man sagen, dass man heute kein Pferd gesehen hat, dem es offensichtlich nicht gut ging. Unsere deutschen Pferde waren top-fit.“

Dass die Reiter die Strecke vor dem Start nicht besichtigen konnten, sei zwar ärgerlich gewesen, aber nachvollziehbar. Das Gelände, auf dem die Strecke verlief, gehört nämlich 70 Privatleuten. „Von Anfang an war klar, dass die Grundstücke nur für diesen einen Tag des Rennens geöffnet werden“, sagte Kaiser. „Das war nicht schön, aber auch nicht überraschend.“

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