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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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28.07.2019 | 20:40 Uhr | fn-press

EM Ermelo: Sechs Medaillen für deutsche Voltigierer

Gold für Chiara Congia und Justin van Gerven im Pas de Deux

Ermelo (fn-press). Nach einem überragenden Finaltag im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaften fielen am Sonntag im „Ruitersportcentrum“ im niederländischen Ermelo die Entscheidungen bei den Europameisterschaften der Senioren. Am Ende konnten die Athleten von Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf) und Disziplintrainer Kai Vorberg (Sassenberg) sechs Medaillen einfahren. Chiara Congia (Köln) und Justin van Gerven (Köln) siegten im Pas-de-Deux, gefolgt von ihren Mannschaftskollegen Janika Derks und Johannes Kay (beide Dormagen). Im Einzel der Damen gewann Derks zudem Silber. Bei den Herren gewann Jannik Heiland (Wulfsen) Silber, Thomas Brüsewitz (Köln) freute sich über Bronze. Bei den Teams gewann die Mannschaft des VV Ingelsberg Silber.

Die erste Entscheidung des Tages fiel bei den Herren. Hier hatten sich die drei Vertreter der schwarz-rot-goldenen Flagge allesamt eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Zunächst lief Thomas Brüsewitz in den Zirkel des „Ruitersportcentrum“ in Ermelo ein. Bei seinem freien Rückwärts-Flickflack unterlief dem 25-jährige Kölner, der vor zwei Wochen zum vierten Mal in Folge den CHIO in Aachen gewonnen hatte, erneut, wie schon am Freitag im Nationenpreis, ein Fehler. Doch trotz seines Abrutschers von seinem 10-jährigen KWPN-Wallach Eyecatcher (Longe: Alexandra Knauf) konnte der für den Voltigierverein Köln-Dünnwald startende Voltigierstar, der im Vorjahr Bronze bei den Weltreiterspielen in Tryon gewonnen hatte, das achtköpfige Richtergremium mit seiner „Alexander-Hamilton-Performance“ überzeugen und mit einer Kürnote von 8,651 Punkten zunächst die Führung übernehmen. Im Anschluss lieferte Sportsoldat Jannis Drewell aus Gütersloh mit seiner „Eddie-the-Eagle“-Kür auf dem 10-jährigen Oldenburger Qualimero OLD – loingiert von seiner Mutter Simone Drewell – eine nahezu fehlerfreie Meisterleistung ab, die mit 8,834 Zählern belohnt wurde. Damit wurde der 28-jährige Europameister von 2015 und Weltcup-Sieger der Jahre 2017 und 2018 zunächst auch vor Brüsewitz platziert. Später stellte sich jedoch ein Rechenfehler heraus, der Drewell im Endergebnis 8,377 Punkte einbrachte und damit ein Tausendstel weniger als sein Mannschaftskollege Thomas Brüsewitz. Dies stellte exakt das Ranking aus dem Vorjahr von den Weltreiterspielen aus Tryon dar. Und auch die vorderen Platzierungen waren identisch zu den Resultaten der WEG. Jannik Heiland untermauerte mit seiner abschließenden Kür seine herausragende Form. Der amtierende Vizeweltmeister kassierte für seine Gini-Choreografie mit dem 16-jährigen Hannoveraner Dark Beluga mit Longenführerin Barbara Rosiny starke 9,243 Punkte. Damit lag der 27-jährige Ingenieur aus Wulfsen im Endergebnis aller vier Durchgänge bei herausragenden 8,845 Punkten und stellte damit einen persönlichen Ergebnis-Rekord auf. In vielen Jahren hätte Heiland mit diesem Resultat vermutlich auf dem obersten Podest gestanden. Aktuell jedoch regiert ein Athlet die Szene nach Belieben. Lambert Leclezio, der aus Mauritius stammt und seit vergangenem Jahr für Frankreich startet, demonstrierte mit dem elfjährigen Aroc aus Schweizer Zucht – longiert von Corinne Bosshard – eine künstlerisch herausragende Choreografie. Für seine Darbietung erhielt der 22-Jährige, der sich die WM-Titel 2016 und 2018 sicherte, 9,304 Punkte und kam insgesamt auf eine Endnote von 9,001. Damit durchbrach Leclezio als erster Athlet überhaupt die magische Grenze von über neun Punkten in einem Championat über vier Durchgänge (Pflicht, Technik, 2 x Kür).

Auch bei den Damen landeten alle drei deutsche Athletinnen unter den Top Zehn. Pauline Riedl erhielt für ihre abschließende Kür mit dem neunjährigen Hannoveraner Flamant und Longenführerin Jessica Lichtenberg 8,312 Punkte und verbuchte im Endklassement 8,16 Zähler. Damit beendete die 25-Jährige Aachenerin vom RSV Neuss-Grimlinghausen ihr erstes Einzel-Championat auf Rang neun. Corinna Knauf aus Köln kam heute auf 8,231 Punkte – das machte 8,248 Zähler in der Endabrechnung für die 26-Jährige mit ihrer 15-jährigen Westfalen-Stute Fabiola W und Longenführerin Alexandra Knauf sowie Rang sieben. Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgte Janika Derks. Die amtierende Weltcup-Siegerin aus Dormagen turnte einmal mehr nahezu fehlerfrei durch ihre Kür zum Thema „Million Dollar Baby“. Dafür erhielt die 29-jährige Physiotherapeutin vom RSV Neuss-Grimlinghausen mit ihrem 12-jährigen KWPN-Wallach Carousso Hit 8,797 Punkte und kam im Endergebnis auf 8,636 Zähler. Damit verwies sie Jasmin Lindner aus Österreich, die Weltmeisterin von 2016, deutlich auf Rang drei (8,473). Lediglich eine Konkurrentin konnte sich bei diesem Championat gegen Derks behaupten. Auch zum Abschluss erhielt Katharina Luschin vom UVC Wildegg aus Wien mit 9,043 Punkten die höchste Tageswertung der Damen. Im Endergebnis stand die 26-jährige Österreicherin schließlich mit ihrem Pferd Fairytale und ihrer Trainerin und Longenführerin Maria Lehrmann bei 8,827 Punkten. Im Vorjahr hatte Luschin die Weltreiterspiele in Tryon auf Platz sieben beendet.

Die ersehnte Goldmedaille für Deutschland gab es schließlich im Pas-de-Deux. Hier konnten Chiara Congia und Justin van Gerven ihren Vorsprung vom Vortag noch einmal ausbauen. Auf ihre heutige Kür erhielten die 22-jährige Psychologie-Studentin und ihr 24-jähriger Partner vom VV Köln-Dünnwald 9,053 Punkte und damit das Höchstergebnis des Tages. In der Totale kamen die Rheinländer mit ihrem 13-jähriger Westfalen-Wallach Picardo und Longenführerin Alexandra Knauf auf 8,943 Punkte. Auch Platz zwei sicherten sich die Deutschen. Janika Derks turnte mit ihrem 24-jährigen Partner Johannes Kay auf dem Rücken des neunjährigen Rheinländers Diamond Sky sowie Longenführerin Jessica Lichtenberg zu 8,537 Punkten im Endergebnis. Damit verwiesen die Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen, die vor zwei Wochen den CHIO in Aachen gewonnen hatten, die Österreicherinnen Eva Nagiller und Romana Hintner auf Platz drei (8,296).

Den krönenden Abschluss des Tages bildete der Mannschaftswettbewerb. Hier sicherten sich die Voltigierer vom VV Ingelsberg den Tagessieg in der Finalkür. Die Bayern um FN-Voltigiermeister und Longenführer Alexander Hartl erhielten für ihre „Mexiko-Kür“ auf dem Rücken des 17-jährigen Lazio 9,059 Punkte. Dies war der knappe Tagessieg vor den Voltigierern des UVC Wildegg aus Wien. Die Österreicher kamen heute auf glatte 9,0 Punkte und setzten sich damit auch im Endergebnis knapp vor das deutsche Team. Die Vertreter der Alpenrepublik verbuchten am Ende des Championats mit ihrem Pferd Alessio L'Amabile und Longenführerin Maria Lehrmann 8,533 Punkte. Ingelsberg stand bei 8,52 Zählern. Damit sicherten sich die Österreicher um Equipechef Manfred Rebel den ersten Championatstitel seit 2009. Platz drei ging an das Team Noroc aus Frankreich (8,39), gefolgt von Schweden (7,949), Dänemark (7,933) und der Schweiz (7,817).

Im EM-Medaillenspiegel setzte sich Österreich mit zwei Gold-, einer Silber und zwei Bronzemedaillen an die Spitze, gefolgt von Frankreich mit zwei Gold- sowie einer Bronzemedaille. Deutschland erreichte mit sieben Medaillen (1 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze) das meiste Edelmetall. FN/Daniel Kaiser

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