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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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22.08.2015 | 22:45 Uhr | fn-press

EM Aachen: Vier Medaillen für Deutschland

Jannis Drewell holt Gold, Thomas Brüsewitz und Pia Engelberty/Torben Jacobs Silber, Viktor Brüsewitz Bronze

Aachen (fn-press). Medaillenregen für die deutschen Voltigierer bei den Europameisterschaften in Aachen: Einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gab es heute für die Pferdeakrobaten von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg – und das in nur zwei Entscheidungs-Prüfungen. Für eine Sensation sorgte Jannis Drewell (Steinhagen) mit dem Sieg bei den Herren bei seinem ersten Championat. Silber holten Thomas Brüsewitz (Garbsen) und das Pas-de-Deux Pia Engelberty und Torben Jacobs (Kür). Bronze gab es für Viktor Brüsewitz (Garbsen).

Gold, Silber und Bronze für Deutschland in einem Wettbewerb – „dieses Resultat gab es zuletzt 2005“, erinnert sich Co-Bundestrainer Kai Vorberg, der selbst 2007 für den letzten deutschen EM-Titel der Herrenkonkurrenz gesorgt hatte. „Ich hatte auf drei Medaillen bei den Herren gehofft“, erklärt die Bundestrainerin Ulla Ramge. „Wir wussten, dass es möglich war. Aber dass es jetzt tatsächlich so gekommen ist, das ist unglaublich.“
In Aachen erfüllten sich nun Jannis Drewell (Steinhagen) sowie Thomas und Viktor Brüsewitz (Garbsen) ihre Träume von der EM-Medaille im eigenen Land. Nach einem spannenden Dreikampf über vier Umläufe triumphierte der 24-jährige Championats-Neuling Drewell mit seinem Pferd Diabolus und seiner Mutter Simone Drewell an der Longe am Ende in seiner Rolle als Shaolin-Mönch mit dem erneuten Kürsieg. Im Technikprogramm am Morgen hatte er mit Rang zwei den Grundstein zu Gold gelegt. 8,369 Punkte verbuchte der Westfale in der Totalen – und verwies damit seinen Bundeskader-Kollegen Thomas Brüsewitz mit Airbus (Longe: Irina Lenkeit) auf Rang zwei (8,343). Der 21-Jährige hatte das Technikprogramm gewonnen und hätte als erster Voltigierer den kontinentalen Titel sowohl bei den Junioren als auch den Senioren perfekt machen können. Doch der Mann vom Landesverband Hannover kam schließlich im Finale mit seiner Kür zum Thema „Der gestiefelte Kater“ nicht hundert Prozent optimal durch das Programm. Auch Viktor Brüsewitz verbuchte kleine Unsicherheiten – schaffte aber mit Rockard H und Winnie Schlüter dennoch den souveränen erneuten Sprung auf das Treppchen. Bereits 2011 hatte er EM-Bronze in Le Mans (FRA) gewonnen.

„Der Sprecher machte es so spannend mit den Noten. Als mir unsere Bundestrainerin Ulla Ramge ins Ohr flüsterte, dass ich Europameister bin, konnte ich es überhaupt nicht glauben“, gab der Sportsoldat Drewell zwischen Lachen und Weinen zu Protokoll, nachdem er mit Deutschland-Fahne rasend, jubelnd und tobend eine gebührende Ehrenrunde durch das Deutsche-Bank-Stadion gedreht hatte. „Die Schärpe ziehe ich jetzt erst mal nicht mehr aus“, brachte er fassungslos über die Lippen. Dass auch noch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen persönlich zum Gratulieren im Deutsche Bank Stadion aufgetaucht war, hatte den Europameister tief beeindruckt. „In den vergangenen Jahren bin ich als vierter Mann immer knapp am Championat vorbeigerutscht. Seit einem Jahr bin ich Sportsoldat und kann jetzt jeden Tag trainieren. Ich glaube, das hat den Ausschlag gegeben, dass ich noch etwas besser geworden bin.“

Glücklich zeigte sich auch Thomas Brüsewitz, der vor der finalen Kür noch knapp in Führung lag und aufgrund der Auslosung als Erster der drei Deutschen in den Zirkel einlaufen musste. „Ich war wohl etwas zu entspannt“ sagte er. „Der ganze Wettbewerb war völlig verrückt – fantastisch“, betonte der Silbermedaillengewinner. Nach zwei Medaillen bei den Junioren sei das nun die erste „richtige“ Medaille für ihn. „Für uns hier in Aachen bei der Europameisterschaft zu starten, das war der Wahnsinn.“ Auch sein Bruder Viktor war restlos glücklich: „Nach der Pflicht war ich sehr zufrieden. Die hat nahezu perfekt geklappt, da war ich selber fast überrascht“, berichtete er In der Kür habe es leider nicht so hingehauen. „Deshalb wollte ich heute noch einmal zeigen, was ich kann. Das habe ich getan, so gut ich konnte.“

Kai Vorberg, der Disziplintrainer der deutschen Voltigierer, freute sich über „seine“ Herren und fügte hinzu: „Dieses Jahr hatten wir tatsächlich fünf bis sechs Anwärter für die Europameisterschaften. Und je stärker die Konkurrenz ist, umso besser wird man bekanntlich.“

Eine weitere Medaille für Deutschland gab es im Pas-de-Deux. Hier begeisterten die Kölner Pia Engelberty und Torben Jacobs einmal mehr mit ihrer Vampir-Kür auf dem Rücken von Danny Boy (Longe: Patric Looser) und erhielten die Top-Note 8,913. Wenig später liefen die führenden Österreicher Jasmin Lindner und Lukas Wacha ein – und patzten gleich mehrmals in ihrer Choreografie. Dennoch gab es 8,99 Punkte vom Richterkollegium – und damit den erneuten Gesamtsieg mit 8,853 Punkten vor Engelberty/Jacobs (8,725). Die amtierenden Vize-Weltmeister konnten die Medaille aber dennoch genießen. Edelmetall beim „Heimspiel“ war für die Pferdeakrobaten das erklärte Ziel. „Als ich in der Halle stand und den Jubel hörte, dachte ich nur: Diesen Moment muss ich mir merken und für den Rest meines Leben abspeichern“, sagte Engelberty. „Wir haben uns von dem Aachener Publikum zur Silbermedaille tragen lassen“, kommentierte Jacobs. Die Bronzemedaille ging an Evelyn Freund und Stefanie Millinger aus Österreich (8,557), die das zweite deutsche Paar – Gera-Marie Grün und Justin Van Gerven – auf Rang vier verwiesen (8,297). Die Kölner waren mit Danny Boy als letztes Duo an den Start gegangen, konnten das ersehnte Podest aber nicht mehr erklimmen und wurden wie 2014 Vierte. „Sie haben wirklich gekämpft und sind natürlich jetzt im ersten Moment ein bisschen enttäuscht“, sagte Vorberg, „aber spätestens morgen kommt der Stolz auf die tolle Gesamtleistung zurück.“

Bei den Damen konnte die Schweizerin Simone Jäiser heute mit dem deutlichen Sieg im Technikprogramm die Gesamtführung übernehmen. Corinna Knauf fiel mit Fabiola und ihrer Schwester Alexandra Knauf an der Longe vom ersten Rang auf Platz drei zurück. Die 22-Jährige bewahrte sich aber dennoch alle Chancen. Ebenso wie Christine Kuhirt, Fuzzy und Stefan Lotzmann. Das Westfalen-Trio holte in überzeugender Manier Platz zwei im Technikprogramm und rangiert derzeit mit 8,11 Punkten nur 0,014 Zähler hinter dem Podest. Knauf liegt bei 8,124. Das deutsche Duo will in der morgigen Kür Angriff nehmen auf die führenden Jäiser (8,205) und die Österreicherin Lisa Wild (8,125). Genau ein Tausendstel liegt zwischen den Damen auf dem Silber- und Bronzerang, weniger als ein Zehntel zwischen allen drei Voltigiererinnen auf den Medaillenrängen. Spannung pur für die letzte Runde, die ab 11.15 Uhr über die Bühne geht. Im Anschluss folgt ab 13.10 Uhr der abschließende Durchgang der Teams. FN/Daniel Kaiser

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