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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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29.07.2018 | 18:24 Uhr | Daniel Kaiser

DM Elmshorn: Titel geht erstmals an Fredenbeck

Goldmedaillen im Voltigieren für Kristina Boe, Thomas Brüsewitz, Janika Derks und Johannes Kay sowie Fredenbeck

Elmshorn (fn-press). Die Entscheidungen bei den Itzehoer Deutschen Meisterschaft im Voltigieren in Elmshorn sind gefallen. Die Titel gehen in diesem Jahr an die Mannschaft Fredenbeck (Landesverband Hannover), Kristina Boe (Hamburg), Thomas Brüsewitz (Köln) und das Pas-de-Deux Johannes Kay und Janika Derks (Neuss).

Die erste Entscheidung des Wettkampftages in der Fritz-Thiedemann-Halle fiel im Doppelvoltigieren. In dieser Prüfung sicherten sich Johannes Kay und Janika Derks ihren ersten nationalen Titel. Die Spitzenvoltigierer vom RSV Neuss-Grimlinghausen, die 2016 den Vize-WM-Titel in Le Mans holten und nun für die Weltreiterspiele in Tryon nominiert sind, konnten ihre Führung aus dem ersten Umlauf halten und sich sogar noch einmal steigern. Für ihre Kür zum Theme „Energie“, die sie auf dem Rücken von Dark Beluga und longiert von Barbara Rosiny präsentierten, erhielten sie 9,299 Punkte und in der Gestaltung sogar einmal die Höchstnote 10,0. Im Gesamtergebnis landeten die von Meistertrainerin Jessica Lichtenberg trainierten Rheinländer damit bei 9,117 Punkten und verwiesen die starke Konkurrenz auf die weiteren Plätze.

Platz zwei ging an die CHIO-Aachen-Sieger Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs. Die Kölner blieben, diesmal mit Picardo und Longenführer Patric Looser, nur knapp hinter den Titelträgern und beendeten die Titelkämpfe mit 9,038 Punkten. Damit riss erstmals seit 2014 die Siegesserie von Jacobs. Der Medizinstudent hatte zuletzt jeweils zweimal mit Pia Engelberty und Bresch auf dem obersten Podest der deutschen Championate gestanden.
Platz drei ging an den Landesverband Westfalen. Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes vom RV Altena beendeten das Turnier mit ihrem Pferd Caram OE und Longenführerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels mit 8,888 Punkten und erhielten dafür die Bronzemedaille. Platz vier ging nach Baden-Württemberg an Nadja Wiesenberg und Michael Walker vom RFV Murrgau, die mit Rockford und Longenführer Rob de Bruin auf 8,314 Zähler kamen.
Ulla Range zeigte sich zufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge. Vor allem die guten Bewertungen der Richter steigern die Vorfreude der Bundestrainerin auf den Jahreshöhepunkt, die World Equestrian Games in North Carolina. „Alles läuft nach Plan. Jetzt geht es an das letzte Feintuning und dann haben beide Doppel in den USA gute Chancen, um die Goldmedaille mitzukämpfen“, analysierte Ramge, die betonte, dass auch die Bronzemedaillengewinner Ossenberg-Engels und Gerdes in Elmshorn einen hervorragenden Job abgeliefert haben.

Enorme Spannung gab es im Wettbewerb der Herren. Hier wurde der Titel mit einem Unterschied von nur vier Tausendstel Punkten entschieden. Das glücklichere Ende hatte dabei Thomas Brüsewitz auf seiner Seite. Der Sportstudent vom Team Norka des VV Köln-Dünnwald hatte nach den ersten drei Durchgängen in Führung gelegen. Mit Danny Boy OLD und Longenführer Patric Looser startete der CHIO-Aachen-Sieger hervorragend in seine Finalkür – bis zum turnerischen Highlight, einem rückwärts gesprungenen Flick-Flack. Bei dieser Höchstschwierigkeit musste der 24-Jährige unfreiwillig das Pferd verlassen und verbuchte einen Sturz. Die Überraschung folgte bei der Notenverkündung: Trotz des Fehlers reichte der Vorsprung des Kölners für seinen allerersten DM-Titel, den er mit der Finalwertung von 8,667 Punkten eroberte. Brüsewitz tritt damit in die Fußstapfen von Jannis Drewell, der in den vergangenen drei Jahren triumphiert hatte. Zur letzten DM in Elmshorn anno 2014 hieß der Sieger im Übrigen ebenfalls Brüsewitz. Damals jedoch gewann Thomas älterer Bruder Viktor, der in diesem Jahr auf Rang fünf voltigierte.

Platz zwei mit einer Endnote von 8,663 Zählern ging an den Landesverband Bayern. Sportsoldat Julian Wilfling, Mitglied im Team Ingelsberg, bewies über alle vier Umläufe hinweg mit seinem Pferd Feliciano und Longenführer Lars Hansen eine enorme Konstanz und freute sich über seine erste DM-Silber-Medaille. Auf den Bronzerang vorarbeiten konnte sich Jannik Heiland vom Reit- und Fahrverein Kirchwärder. Der Deutsche Meister von 2012 zeigte mit Dark Beluga und Longenführerin Barbara Rosiny die beste Kür des Tages (9,163) und schob sich damit an Jannis Drewell vorbei. Der amtierende Weltcup-Sieger erwischte heute einen schwarzen Tag und kam in seiner Kür nur auf 7,688 Punkte. „Ich habe Feliciano heute aus dem Gleichgewicht gebracht. Das hat er mir dann auch deutlich und zu Recht gezeigt“, analysierte der Vorjahres-Sieger vom Pferdesportverein Steinhagen.

In Bezug auf das hohe Risoko, das Thomas Brüsewitz mit seinem Flick-Flack eingegangen war, blieb Bundestrainerin Ramge mit Blick auf Tryon gelassen: „Thomas hatte drei Top-Durchgänge. Den Fehler haben wir analysiert. Er weiß ganz genau, was zu tun ist und wird den optimalen Absprungpunkt beim nächsten Mal sicher finden. Ich sehe das sehr gelassen, denn es ist gut, dass wir diese Korrektur nun noch einmal vornehmen können. Ansonsten ist das eine sehr konstante Übung und kann am Ende auch den Unterschied ausmachen.“ Auch für Sportsoldat Wilfling, der nicht in Tryon dabei sein wird, freute sich Ramge. „Er hat eine Durststrecke durchlaufen und ist nun wieder in der Spitze der Herren angekommen.“

Deutlicher als bei den Herren fiel die Entscheidung bei den Damen aus. Hier sicherte sich die Hamburgerin Kristina Boe ihren zweiten DM-Titel ihrer Karriere nach ihrem Sieg im Jahr 2016 in Verden. Die 30-jährige Lokalmatadorin vom RFV Kirchwärder unterstrich mit ihrem Pferd Don de la Mar und Longenführerin Winnie Schlüter ihre eindrucksvolle Dominanz. Mit 8,781 Punkten strich Boe nach dem Sieg beim Weltcup-Finale in Dortmund und dem Triumph beim CHIO Aachen nun bereits den dritten großen Titel des Jahres ein. „Tina unterstreicht hier einmal mehr ihre Bestform und war extrem souverän. Das war beeindruckend“, gab Ramge zu Protokoll. Für die Athletin selbst war der Sieg ein weiterer Höhepunkt. „Ich musste zwar in dem einen oder anderen Umlauf ganz schön arbeiten, aber vor allem in der abschließenden Kür habe ich es richtig genossen, hier zu turnen“, sagte die Norddeutsche, die heute mit starken 9,373 Punkten belohnt wurde.
Platz zwei sicherte sich Janika Derks. Die Neusserin beendete die DM mit ihrem Pferd Carousso Hit und Longenführerin Jessica Lichtenberg mit 8,516 Punkten. Dahinter rangierte Corinna Knauf aus Köln, die mit Fabiola W und Longenführerin Alexandra Knauf auf 8,455 Zähler kam. Über Platz vier freute sich Regina Burgmayr aus Ingelsberg (8,077), gefolgt von Jasmin Glahn vom Ingelheimer RV (8,074) und Pauline Riedl aus Neuss (7,989).
Eine Top-Leistung zeigte in der heutigen Kür auch Hannah Steverding. Die Athletin vom RV Bad Dürkheim glänzte heute mit der zweitbesten Kür des Tages – und das in ihrem allerersten Jahr bei den Senioren. „Wie Hannah bislang durchstartet, ist beispiellos“, lobte Bundestrainerin Ulla Ramge, die ebenso auf die sehr guten Leistungen von Jasmin Glahn (Rheinland-Pfalz) und Nathalie Döhnert (Westfalen) aufmerksam wurde.

Den großen Höhepuntk des Wettkampftages gab es schließlich im Mannschafts-Finale. Hier hatte sich bereits nach den ersten zwei Durchgängen ein spannender Dreikampf abgezeichnet. Auch im abschließenden Durchgang schenkten sich die deutschen Spitzenteams schließlich nichts und lieferten allesamt herausragende Leistungen ab. Mit einem Wimpernschlag absetzen konnte sich schließlich der RV Fredenbeck. Die Mannschaft vom Landesverband Hannover erhielt auf ihre Kür zum Thema „Goethes Faust“ die Wertnote 9,39. Damit kamen die Pferdeakrobaten von Trainerin Gesa Bührig mit ihrem Pferd Wizaro, die vor zwei Wochen bereits den CHIO Aachen gewonnen hatten, auf insgesamt 8,615 Zähler und sicherten sich den ersten DM-Titel ihrer Vereinsgeschichte. „Wir können diese Kür nicht besser. Heute war alles perfekt“, sagte Bührig kurz nach dem Auslauf aus dem Zirkel.

Mit 9,291 Punkten in der Kür (Rang drei) folgte dahinter das Team Norka des VV Köln-Dünnwald. Die Gruppe von Trainer und Longenführer Patric Looser, die die schwarz-rot-goldene Flagge im September bei den Weltreiterspielen in Tryon vertreten wird, rangierte in der Endabrechnung mit 8,601 Punkten nur hauchdünn hinter Fredenbeck. Platz zwei in der Kür (9,316) und Rang drei in der Totalen ging an den VV Ingelsberg. Die Bayern um Voltigiermeister Alexander Hartl beendeten die DM mit 8,505 Punkten. Mit großem Abstand dahinter folgte das Voltigierzentrum Meerbusch (7,595) bei seinem DM-Debüt, gefolgt vom VV Köln-Dünnwald II (7,52) sowie den Baden-Württembergern vom Team Pegasus-Mühlacker (7071).
 
 

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