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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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13.05.2018 | 18:30 Uhr | Uta Helkenberg

Marbach: Deutsche Junioren gewinnen Nationenpreis-Premiere

Marbach hat große Zukunftspläne als Veranstalter

Marbach (fn-press). Gelungene Premiere in Marbach: Die deutsche Mannschaft hat mit nur 89,0 Minuspunkten den ersten in Deutschland ausgetragenen Junioren-Nationenpreis Vielseitigkeit vor Italien (104,3), Irland (165,3) und der Schweiz (1. 143,3) gewonnen. Für Calvin Böckmann (Lastrup) war es zugleich ein Doppelerfolg, denn er ging am Ende mit nur 27,6 Minuspunkten auch als Sieger der Einzelwertung des CCIOJ1* hervor.

Im vergangenen Jahr waren sie die Sieger im Alpen-Cup der Ponyreiter, in diesem Jahr starteten sie als Junioren erneut durch: Calvin Böckmann, Anna Lena Schaaf (Voerde) und Libussa Lübekke (Wingst) legten mit guten Dressuren und Nullrunden im Gelände die Grundlage zur Wiederholung ihres Vorjahreserfolges – nun allerdings im Sattel ihrer Nachwuchspferde.

Komplettiert wurde die deutsche Mannschaft durch Brandon Schäfer-Gehrau und Fräulein Frieda. Der Düsseldorfer hatte bereits nach der Dressur Platz zwei belegt. Im Gelände war er einer der Schnellsten. „Das ist ganz anders gelaufen als geplant. Ich wollte in die Zeit reiten, aber nicht so schnell. Meine Uhr war verdreht und das Piepen höre ich nicht so gut. Erst am letzten Minutenpunkt habe ich gemerkt, wie schnell ich bin und bin ganz ruhig ins Ziel geritten“, sagte Schäfer-Gehrau. Seiner Stute schien dies aber nichts ausgemacht zu haben. „Sie hatte im Ziel gute Laktatwerte“, so Schäfer-Gehrau beruhigt. Am Ende blieb es mit 28,7 Minuspunkten bei Platz zwei für das Paar, trotz eines Abwurfs im Springen.

Einen Fehler im Parcours musste auch Anna Lena Schaaf hinnehmen, Sie wurde mit Fairytale mit 32,7 Minuspunkten Sechste in der Einzelwertung. Noch vor vier Wochen in Oudkarspel konnte sie das CIC1* gewinnen, nicht zuletzt dank einer herausragenden Dressur. In Marbach kam sie auf dem Viereck nicht ganz so gut weg. “Die Dressur lief eigentlich auch hier ganz gut, da war nur ein kleiner Fehler im Schritt. Aber das ist ja auch immer etwas Geschmacksache“, sagte sie. 

Insgesamt waren im Springen nur zwei Nullrunden zu verzeichnen. Eine ging auf das Konto von Calvin Böckmann und Altair de la Cense, die sich damit an die Spitze katapultieren konnten, sowie Libussa Lübekke, die damit vom zwölften auf den siebten Platz aufrückte (32,8). Damit ging auch der Wunsch des Quartetts in Erfüllung: Es gab im Grunde kein Streichergebnis, denn alle vier lagen so dicht beieinander, dass sie selbst ohne das Ergebnis von Calvin Böckmann den Sieg davongetragen hätten.

Erfolgreich in der Einezlwertung war in Marbach auch Isabel Mengeler (Hamminkeln) mit Checkred. Sie belegte als deutsche Einzelreiterin Platz drei (31,1) vor Joelle Celina Selenkowitsch (Achim) mit Akeby's Zum Glück (31,3). 

„Mit dem Alpencup haben wir ja in Sachen Mannschaftswertung schon Erfahrung gesammelt“, erklärt Turnierleiter Wolfgang Leiß. „Die Idee mit dem Nationenpreis ist erst im Januar entstanden. Für uns ist das eine Ehre und eine Aufwertung für unser Turnier.“ 

Dies umso mehr, als man in Marbach größere Pläne für die Zukunft hat: Für 2023 möchte man sich für die Ausrichtung der Europameisterschaften Vielseitigkeit bewerben. „Den ganzen Winter über haben wir uns mit der Planung beschäftigt, ob man hier eine EM durchführen könnte“, sagte Landoberstallmeisterin Astrid von Velsen. Dabei sei man zu einem positiven Ergebnis gekommen. „Der Samen ist auch beim Ministerium auf fruchtbaren Boden gefallen.“ Eine Entscheidung pro EM zöge allerdings zahlreiche Investitionen nach sich. „Aber wir wollen uns ja weiterentwickeln und dafür braucht es eine zeitgemäße Infrastruktur. Im Moment stehen alle hinter uns. Also hoffen wir, dass es gut ausgeht“, so die Gestüts-Chefin. „Aber jetzt ist erst einmal die Politik an der Reihe.“

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