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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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15.09.2019 | 20:45 Uhr | Uta Helkenberg

DAM Vielseitigkeit: Christian Gärtner ist Deutscher Meister

Sächsisches Paar gewinnt die dritten Amateur-Meisterschaft in Langenhagen

Langenhagen (fn-press). Der neue Deutsche Meister der Amateure in der Vielseitigkeit heißt Christian Gärtner. Bei der dritten Auflage der Deutschen Amateur-Meisterschaften in Langenhagen-Twenge setzte sich der 30-jährige Berufschullehrer aus Sachsen mit Namibia gegen die Konkurrenz durch. Silber ging an Katja Meinecke mit Abington, die Bronzemedaille erzielte Nadine Zastrow mit Kira.

Nach der Dressur noch auf Rang 13, gab ein fehlerfreies Springen, aber vor allem ein schneller Geländeritt den Ausschlag für den Titelgewinn. Nur zehn Sekunden länger als erlaubt brauchten Christian Gärtner und seine Stute Namibia und übernahmen so mit 38,8 Minuspunkten die Spitzenposition innerhalb der DAM-Wertung. „Einmal bin ich sogar die längere Alternative geritten. Sie ist einfach ein total schnelles Geländepferde, mit Puste ohne Ende“, sagte Christian Gärtner über seine elfjährige Stute, ein Deutsches Sportpferd von Mighty Magic, die wie er selbst aus Sachsen stammt. „Ich habe sie fünfjährig über unseren Tierarzt bekommen, bin mit ihr beim Bundeschampionat gestartet und dann haben wir uns so weiter nach oben gearbeitet.“ In diesem Jahr war das Paar bereits in Liepe, Holzerode und Sahrendorf erfolgreich und trug in Hambach zum vierten Platz des sächsischen Teams beim Bundeswettkampf bei. „Ich bin schon auch wegen der Deutschen Meisterschaft hier, aber dass es so ausgehen würde, hätte ich nicht gedacht. Das ist phänomenal“, freute sich der neue Deutsche Amateur-Meister, der aus der sächsischen Vielseitigkeits-Hochburg Horka stammt, wo am kommenden Wochenende ebenfalls ein Vielseitigkeitsturnier stattfindet. Mit Reiterball. „Mal sehen, ob wir den etwas aufpeppen. Gefeiert wird auf jeden Fall!“

Glücklich mit dem Ausgang der DAM ist auch Katja Meinecke aus Neuruppin in Brandenburg, die sich mit 39,6 Minuspunkten dem auf dem Silberrang einreiht. „Es ist ein Traum. Wir hatten eine tolle Dressur, einen ärgerlichen Reiterfehler im Springen und durchs Gelände ist er so nur so durchgeschwebt“, lobte die 34-jährige Zahnärztin und junge Mutter ihren 17-jährigen Abington, ein in Brandenburg gezogenes Deutsches Sportpferd von Atreju’s Artax. „Ich kenne ihn seit 16 Jahren. Ich habe beide Eltern selbst Springen geritten und habe ihn als Jährling zu Weihnachten geschenkt bekommen und selbst ausgebildet. Wir haben alles gemeinsam erreicht. Er ist eigentlich kein typisches Vielseitigkeitspferd, er ist ein Kämpfer, aber kein Draufgänger. Er macht das nur für mich. Es ist jetzt seine letzte Saison und das ist natürlich ein bombastischer Abschluss.“

„Das war überhaupt nicht abzusehen. Vorher habe ich noch gesagt, wenn ich hier ohne Hindernisfehler durchs Gelände komme, ist alles andere egal“, sagte Bronzemedaillengewinnerin Nadine Zastrow aus Nehms. Nachdem die Holsteinerin in der Dressur noch den ein oder anderen „Wackler“ hatte („Da fehlt uns eben einfach auch etwas Routine“). rückte sie zunächst durch eine Nullrunde im Parcours und am Sonntag durch eine schnelle Geländerunde immer weiter nach oben, wobei sie auch etwas von den Fehlern der anderen profitierte. Mit 40,7 Minuspunkten landete die 33-Jährige am Ende auf dem DAM-Treppchen. „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin eigentlich hierher gefahren, weil mir verschiedene Leute gesagt haben, dass das hier so eine super schöne Prüfung ist und eine tolle Organisation. Dass hier auch die Deutschen Amateur-Meisterschaften stattfinden, war eher Zufall“, gestand sie schmunzelnd. Nadine Zastrow ist Landwirtin auf einem Familienbetrieb in Nehms, hatte daher schon früh Kontakt zu Ponys und Pferden. Ihre nur 1,64 Meter große Mecklenburger Schimmelstute Kira (von Kulmann) hat sie, seit diese dreijährig ist. Zuviel Erfahrung auf Drei-Sterne-Niveau wie in Langenhagen haben die beiden noch nicht. „Kira hat wirklich für mich gekämpft, sie müsste ja nicht über so schmale Hindernisse springen, wenn sie das nicht auch wollte“, sagte Nadine Zastrow und charakterisierte ihre Beziehung. „Es heißt, wir seien wie ein altes Ehepaar, das sich in- und auswendig kennt und sich blind vertraut.“

Zu den Pechvögeln der DAM gehörte unter anderen Simone Boie. Für die 28-jährige Titelverteidigerin aus Hünxe sah es bis zum Geländeritt nach einer Titelverteidigung aus, dort schied sie allerdings an Hindernis 18a, der Kanzel am Wald, nach einem Sturz aus.

Wie in den Vorjahren wurde die Deutsche Amateur-Meisterschaft im Rahmen einer internationalen Drei-Sterne-Prüfung ausgetragen. „Die große Zahl an Startern, aber insbesondere das hochkarätige Starterfeld beweisen, wie beliebt das Turnier ist, das Marc Münkel und sein Veranstalterteam hier auf die Beine stellen“, sagte Philine Ganders-Meyer, Vielseitigkeits-Koordinatorin des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR). „Umso mehr freue ich mich, dass hier auch den Amateuren eine eigene Plattform geboten wird, sich unter solche guten Bedingungen und unter sich zu messen. Sie haben hier wirklich tolle Leistungen gezeigt.“

Als Sieger der ersten Abteilung des CCI3*-S, innerhalb der auch die DAM ausgetragen wurde, ging dank der besseren Dressur Konstantin Harting (Königswinter) mit Konil (34,3 Minuspunkte) vor Christian Gärtner hervor. Die zweite Abteilung für Reiter mit mehr als 1.431 Ranglistenpunkte und für internationale Gäste ging auf das Konto von Dirk Schrade (Heidmühlen) mit Dajara (28,1 Minuspunkte).

Die ebenfalls ein zwei Abteilungen ausgeschriebene Zwei-Sterne-Prüfung entschieden Kaya Thomsen (Lindewitt) mit Horseware’s Barny und Vanessa Bölting (Münster) mit Ready to Go W für sich.

Alle Ergebnisse unter www.rechenstelle.de.

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