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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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23.04.2016 | 10:20 Uhr | Julia Basic

Tote Konik-Fohlen in Sachsen-Anhalt

Nabu: Spuren deuten auf Wolfsriss hin

Köthen (fn-press). Drei Fohlen sind tot, zwei sind mit leichten Bissverletzungen davongekommen, zwei weitere werden vermisst. Das berichtet der Naturschutzbund (Nabu). Die Nabu-eigene Primigenius gGmbH betreut im Wulfener Bruch und auf dem ehemaligen Militärgelände Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt ein Beweidungsprojekt mit einer halbwilden Konik-Herde. Nach Angaben des Nabu sind kürzlich sieben Fohlen dieser Herde vermutlich Opfer eines Wolfsangriffs geworden.

Laut Nabu steht ein genetischer Nachweis, dass es tatsächlich das Wolfspaar war, das seit einiger Zeit immer wieder in der Oranienbaumer Heide gesichtet wird, noch aus. Dennoch deuten alle Zeichen darauf hin, so Stephanie Caspers, Geschäftsführerin von Primigenius. „Nach Rücksprache mit unserem Wolfsexperten Markus Bathen ist die Spurenlage eindeutig. Aufgrund der Verletzungen konnten die beiden in dem Gebiet lebenden Wölfe mit hoher Wahrscheinlichkeit als Verursacher identifiziert werden.“ Der Nabu berichtet, dass zwei Fohlen direkt auf der Weide getötet wurden. Ein weiteres wurde so schwer verletzt, dass es trotz tierärztlicher Behandlung noch in der Folgenacht starb. Außerdem wiesen zwei Fohlen Bissverletzungen auf, diese sind nach der tierärztlichen Behandlung aber wohlauf. Zwei Tiere sind verschollen, hier kann die Ursache bisher nicht geklärt werden.

„Wir gehen mit dieser Nachricht bewusst an die Öffentlichkeit, auch um Pferdehalter im umliegenden Gebiet zu informieren“, sagt Caspers. „Leider sieht es derzeit so aus, als hätten sich die Wölfe auf die Fohlen spezialisiert. Bereits 2015 gab es einen Angriff auf die Herde, der aber, wie wir annehmen, von den Pferden selbst abgewehrt werden konnte. Ein Fohlen wurde damals schon leicht verletzt.“ Derzeit stehe nicht fest, in welchem Radius sich die Wölfe bewegen, sodass nicht abzuschätzen sei, ob auch Gefahr für Pferde in der Umgebung der Oranienbaumer Heide besteht.

Dennoch kann Caspers, die selbst leidenschaftliche Reiterin und Pferdehalterin ist, besorgte Pferdehalter beruhigen. „Wir haben bei unseren Koniks einen Sonderfall, der nicht mit konventioneller Pferdehaltung zu vergleichen ist.“ Demnach beweiden die Tiere ein etwa 800 Hektar großes Gebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Oranienbaumer Heide. Die Fläche ist mit einem ca. 30 kilometerlangen wildtierdurchlässigen Zaun begrenzt. „Das Beweidungsprojekt soll so naturnah wie möglich sein, deshalb können wir die Wildtiere nicht von dieser Fläche verbannen“, sagt Caspers. Allein aufgrund seiner Länge sei es nicht möglich, den Zaun in kurzer Zeit und ohne erheblichen finanziellen Aufwand „wolfssicher“ aufzurüsten.

Die Fohlen und trächtigen Stuten der Konik-Herde wurden inzwischen auf eine andere Weide, dem zweiten Standort des Betriebes im Wulfener Bruch umgesiedelt. Dort sollen sie solange bleiben, bis die Fohlen groß genug sind, um für die Wölfe nicht mehr als Beutetiere attraktiv zu sein. Die Pferde stehen nun auch näher an bewohnten Siedlungen. Caspers rät auch anderen Pferdehaltern in der Umgebung, tragende Stuten und Fohlen auf Weiden in häuslicher Nähe zu halten. Als möglichen Grund für den Angriff auf die Koniks nennt Caspers, dass die Setzzeit der eigentlichen Beutetiere des Wolfes, wie Reh- und Rotwild, noch nicht eingesetzt habe. „Die bereits geborenen Fohlen sind für die Wölfe also nur eine Alternative.“ Quelle: www.primigenius.de/leben-mit-dem-wolf

Auch wenn die Konik-Herde in der Oranienbaumer Heide aufgrund ihrer Haltungsbedingungen einen Sonderfall darstellt, sorgt dieser Fall für Besorgnis unter Pferdehaltern. „Das sind beunruhigende Nachrichten aus Sachsen-Anhalt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass es ein Wolfsangriff war, dann bestätigt uns das noch mehr in der Annahme, dass Wölfe eine Gefahr für Pferde auf der Weide darstellen“, sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Die FN macht sich auf höchster politischer Ebene dafür stark, dass die Position des Wolfs im EU-Recht überdacht wird. Derzeit ist der Wolf entsprechend des EU-Rechts in die höchste Kategorie aller schützenwerten Tier- und Pflanzenarten eingestuft. Dies ist die Gruppe IV und in dieser gilt absoluter Schutz vor menschlichen Eingriffen. Etwas weniger streng ist die Gruppe V, die es unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, „Tiere oder Pflanzen zu entnehmen“, wie es heißt. „Wir wollen erreichen, dass der Wolf von Gruppe IV nach Gruppe V wechselt“, so Lauterbach. jbc

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