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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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17.11.2019 | 18:20 Uhr | Julia Basic

Stuttgart: Belgier Devos wiederholt Vorjahreserfolg im Weltcup-Springen

Philipp Weishaupt zwar am schnellsten, jedoch mit vier Strafpunkten auf Platz 5

Stuttgart (fn-press). Die deutschen Springreiter waren im Stechen des Stuttgarter Weltcup-Springens vom Pech verfolgt. Keines der vier qualifizierten Paare kam ohne Fehler durch den Parcours. Philipp Weishaupt gelang mit Che Fantastica zwar die schnellste Runde, jedoch fiel auch bei ihnen eine Stange – Rang fünf. Besser machte es die Konkurrenz aus dem Ausland, alles voran der Belgier Pieter Devos. Er wiederholte mit dem Wallach Apart seinen Vorjahreserfolg. Für die deutschen Reiter gab es immerhin ein paar Weltcup-Punkte. Die Turnierleitung zog ein rundum positives Fazit des Turnierwochenendes. Und einen besonders emotionalen Moment gab es auch noch: Hans-Dieter Dreher verabschiedete seinen langjährigen Sportpartner Embassy II in den Ruhestand.

„Diesmal hat leider das Glück gefehlt“, resümierte Bundestrainer Otto Becker am Ende eines langen Turnierwochenendes in der Stuttgarter Schleyer-Halle. Dabei begann der erste Umlauf des Weltcup-Springens durchaus vielversprechend. Insgesamt qualifizierten sich fünf deutsche Paare mit fehlerfreien Runden für das elfköpfige Stechen. Markus Brinkmann (Herford) und sein Holsteiner Pikeur Dylon starteten an zweiter Stelle ins Stechen. Die beiden hatten sich 2017 erstmals für das Weltcup-Finale qualifiziert. In Stuttgart ließen sie es ruhig angehen. Nach einem Abwurf kamen sie in einer Zeit von 58.90 Sekunden ins Ziel – Platz elf. Gleich im Anschluss zeigte der Schweizer Steve Guerdat, dass er mit Venard de Cerisy nichts anderes als den Sieg im Blick hatte. Die beiden benötigten nur 45.87 Sekunden und blieben ohne Strafpunkt. Nur den Bruchteil einer Sekunde langsamer waren der Brite Scott Brash und Hello Senator (46.05sec), die ebenfalls fehlerfrei waren. In diese Riege reihte sich auch der Schweizer Pius Schwyzer mit der Mecklenburger Stute Courtney Cox (von Carlo – Espri) ein (46.25sec).

All das konnte sich Pieter Devos in Ruhe ansehen, ehe er mit Apart einen noch schnelleren Weg durch den Parcours fand. Die Uhr stoppte bei 45.35 Sekunden. Lediglich Philipp Weishaupt (Riesenbeck) unterbot diese Marke mit Che Fantastica noch. Sie nahmen dem Führenden fast zwei Sekunden ab (43.63sec) und blieben bis zum letzten Sprung ohne Abwurf – doch genau dort passierte es. Die Stange fiel. „Mein Pferd ist trotzdem fantastisch gesprungen“, sagte Weishaupt hinterher über die zehnjährige Oldenburger Stute (von Check In – Pablo).

Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit dem Rheinländer Cool Feeling (Cornado NRW – Lancer II) und Daniel Deußer (Rijmenam/BEL) mit Killer Queen VDM verzeichneten jeweils einen Abwurf und belegten die Plätze acht und neun. Damit sammelten sie dennoch ihre ersten acht bzw. neun Weltcup-Punkte in dieser Saison. Brinkmann erhielt für seinen elften Platz sechs Punkte, Weishaupt zwölf. Damit liegt er nach fünf von 14 Weltcup-Stationen auf Rang 17 des Zwischenrankings. Bester Deutscher ist weiterhin Christian Kukuk, der in Oslo und Helsinki insgesamt 19 Punkte gesammelt hat. Auch er hatte sich in Stuttgart für das Stechen qualifiziert, doch war nach dem ersten Umlauf bei seinem Pferd Quintino ein Kratzer im Einwirkungsbereich des Sporens gefunden worden – dies führte nach dem Reglement automatisch zu einer Disqualifikation des Reiters aus Riesenbeck. Der Weltcup der Springreiter zieht nun weiter nach Madrid. Im Januar steht mit Leipzig dann die zweite deutsche Station auf dem Programm.

Zufriedene Turnierleiter
Veranstalter und Turnierleiter blickten auf fünf rundum gelungene Turniertage zurück. Rund 55.000 Zuschauer strömten in die Schleyer-Halle, etwa so viele wie auch im Vorjahr. Veranstalter Andreas Kroll sagte: „Der Samstag war komplett ausverkauft, sodass wir die Tageskasse am Abend schließen mussten. Auch am Sonntag war die Halle knallvoll. Da fragt man sich, wie man das noch steigern kann. Aber uns fällt schon etwas ein. Von meiner Seite kann ich ein tolles Fazit ziehen.“

Carsten Rotermund, sportlicher Leiter für den Bereich Dressur, bestätigte das: „Wir hatten ein Top-Teilnehmerfeld. Die Überraschungssiege von Lisa Müller und Jessica von Bredow-Werndl waren für den Sport tolle Ergebnisse und für alle etwas Besonderes. Wir haben damit gerechnet, dass Isabell Werth am Sonntag nochmal richtig angreift, und das hat sie getan. Insgesamt waren wir mit den Dressurprüfungen rundum zufrieden. Auch im Fahren hatten wir ein klasse Starterfeld mit Mareike Harm, die hier einen tollen Einstand im Weltcup geboten hat.“ Ihm pflichtete Andreas Krieg bei, der die Leitung im Bereich Springen innehat: „Das Drehbuch hätten wir nicht besser schreiben können. Mein großer Dank geht auch an das Publikum, ohne dessen Unterstützung die Reiter und Pferde nicht solche tollen Leistungen bringen könnten.“

Abschied von Embassy II
Bevor das Weltcup-Springen begann, verabschiedete Lokalmatador Hans-Dieter Dreher seinen langjährigen Sportpartner, den 18-jährigen Hannoveraner Hengst Embassy II (von Escudo I – Silvio I), in den Ruhestand. 18 Siege in internationalen Springprüfungen feierten die beiden in ihrer gemeinsamen Karriere. Sie gewannen unter anderem die Weltcup-Prüfungen von Stuttgart (2013) und Leipzig (2015) sowie den Großen Preis von Donaueschingen (2018) und den Preis der Stadt Mannheim (2017). Mehrere Male gehörten sie dem deutschen Nationenpreis-Team an, 2013 siegten sie mit der Equipe in Rotterdam.

Der Hengst steht im Besitz der Familie Galmbacher, bei der sich Dreher von Herzen bedankte: „Ich bin sehr froh, dass uns Embassys Besitzer nie getrennt haben und uns als Team zusammen gelassen haben. Ich bin dankbar für all die Erfolge, die wir gemeinsam feiern durften“, sagte Dreher. Was den bildschönen Rappen auszeichnet, darin waren sich Reiter und Besitzer einig: Verlässlichkeit, ein großes Herz sowie unbändiger Wille und Leidenschaft. Zwar wird Embassy nun nicht mehr auf der turniersportlichen Bühne zu sehen sein, dafür aber seine Nachkommen. Als Deckhengst wird er weiterhin im Einsatz sein. jbc

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