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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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01.10.2017 | 02:45 Uhr | Julia Basic

Barcelona: sechster Platz für deutsche Reiter im Nationenpreisfinale

Junges Team schlägt sich achtbar unter erschwerten Bedingungen

Barcelona (fn-press). Die deutsche Springreiter haben das Finale der FEI-Nationenpreisserie auf Rang sechs abgeschlossen. Das junge und auf diesem Niveau zum größten Teil noch wenig erfahrene Team um Simone Blum, Laura Klaphake, Andreas Kreuzer und Routinier Marcus Ehning verzeichnete neun Strafpunkte. Der Höhepunkt zum Abschluss der Freiluft-Saison begann am Samstagabend fast zwei Stunden später als geplant. Grund war eine defekte Flutlichtanlage. Erst um kurz nach Mitternacht stand das niederländische Team als Sieger fest. Einen erfolgreichen Start in den Tag hatte zuvor der deutsche Einzelreiter Denis Nielsen erlebt, der sich mit seinem Hengst DSP Cashmoaker für den Großen Preis am Sonntag qualifizierte.

Licht an, Licht aus, Licht an, und am Ende gewinnen die Niederlande – so lässt sich der Abend des Nationenpreisfinales in aller Kürze zusammenfassen. Zwei Mal setzte die erste deutsche Teamreiterin Simone Blum (28/Zolling) mit ihrer Stute DSP Alice zum Warm-up an, doch die Vorbereitungsphase wurde immer wieder unterbrochen. Lange war unklar, wann die Flutlichtanlage wieder in Takt sein würde und das Springen beginnen könnte. Erst um 22.45 Uhr betrat das erste Starterpaar aus der Schweiz den Parcours. An siebter Stelle waren endlich Blum und Alice an der Reihe. Sie meisterten den schwierigen, championatswürdigen Parcours ohne Abwurf, verzeichneten jedoch einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung. „Eigentlich bin ich total zufrieden. Der Zeitfehler ist ärgerlich, Alice hat sich einmal kurz erschrocken und kam etwas vom Weg ab. Es hat ein bisschen Zeit gekostet, bis wieder Ruhe drin war. Aber insgesamt ist sie hervorragend gesprungen“, sagte Blum. Auch beim zweiten deutschen Paar, Laura Klaphake (23, Steinfeld) und Catch me if you can, sah es beinahe bis zum Schluss nach einer Nullrunde aus. Doch an der vorletzten Hürde, dem Aussprung der dreifachen Kombination, fiel eine Stange. „Ich hatte das Gefühl, ich bin gelandet, und erst zwei Galoppsprünge später habe ich die Stange fallen hören. Das war richtig schade. Aber ich bin ganz stolz auf mein Pferd. Catch me hat alles so einfach gemacht“, sagte Klaphake im Anschluss. 

Für Andreas Kreuzer (27/Herford) begann der Parcours gleich mit einem Abwurf am ersten Sprung. „Mein Hauptproblem war heute auf dem Abreiteplatz. Bei den letzten beiden Sprüngen fehlte die nötige Ruhe und Lockerheit. Leider habe ich den Parcours dementsprechend angefangen. Dadurch kam der Fehler am ersten Sprung. Danach war die Souveränität nicht mehr so da und der zweite Fehler folgte. Insgesamt fehlte unserem Team heute das nötige Quäntchen Glück“, erklärte Kreuzer, der mit seinem Wallach Calvilot neun Strafpunkte sammelte (Streichergebnis). Pech hatte auch Marcus Ehning (43/Borken), der mit Pret A Tout einen Abwurf kassierte. „Das war ärgerlich. Ich glaube, an diesem Sprung hatte kein anderer einen Fehler“, so Ehning. Das deutsche Quartett war eigentlich mit Rückenwind in den zweiten Umlauf des Nationenpreisfinales gestartet, nachdem es am Donnerstag souverän mit zwei Nullrunden den Einzug in das Finale der besten acht Teams geschafft hatte.

Bundestrainer Otto Becker blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „Wir hatten uns mehr erhofft, vor allem nach dem Ergebnis am Donnerstag. Aber heute lief es einfach von Anfang an nicht. Dennoch haben wir auch heute wieder gesehen, dass die Qualität da ist, aber die Erfahrung fehlt. Wir hatten drei richtig junge Leute dabei, die zum ersten Mal hier geritten sind. Am Ende müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein und das sind wir auch. Alle haben über das Jahr hinweg in vielen Nationenpreisen einen tollen Job gemacht, bei der Europameisterschaft und auch hier. Natürlich ist unserer unerfahrenen Truppe der späte Beginn und das lange Warten nicht entgegen gekommen. Der Tag war lang. Aber die Bedingungen waren für alle gleich. Doch wenn die Erfahrung fehlt, steckt man das nicht so leicht weg. Das ist überhaupt kein Vorwurf an die Mannschaft, alle haben gekämpft und sich gut gezeigt. Das sind tolle junge Leute, auf die wir in Zukunft bauen können.“

Auch Nielsen kann für den Großen Preis planen
Der lange Tag begann vor allem für Laura Klaphake und den deutschen Einzelreiter Denis Nielsen (28/Isen) mit einem schönen Ergebnis. Im Mittelpunkt stehen in Barcelona zwar die Mannschaftsspringen um den Sieg im Nationenpreisfinale. Doch auch in den Rahmenprüfungen geht es für die Reiter um einiges. Neben dem Großen Preis am Sonntag ist der Queens-Cup am Samstag das wichtigste Einzel-Springen des Wochenendes. Für Denis Nielsen ging es dabei auch um die Qualifikation für den Großen Preis, die sich die Teamreiter bereits am Donnerstag sichern konnten. Das gelang nun auch Nielsen und seinem Hengst DSP Cashmoaker mit zwei fehlerfreien Runden und dem neunten Platz. Noch einen Hauch schneller im Stechen waren Klaphake und ihr zweites Pferd Silverstone G, die Achte wurden.

Nielsen und Cashmoaker erreichten mit ihrem Ergebnis schon die gesetzten Ziele für dieses Wochenende: „Eine Schleife wollten wir mit nach Hause nehmen, und die Qualifikation für den Großen Preis schaffen. Ich bin happy, dass das geklappt hat und bin sehr zufrieden damit, wie Cashmoaker die beiden Runden heute gemeistert hat“, sagte Nielsen. Die beiden sind definitiv wieder zurück auf der großen internationalen Bühne. Gemeinsam wuchsen sie einst in den großen Sport hinein, gewannen das Finale von Deutschlands U25 Springpokal, wurden Deutsche Meister sowie Mitglied der Perspektivgruppe Springen und siegten unter anderem im Großen Preis von Herning (DEN). Viel Zeit zum Vorbereiten auf den Saisonhöhepunkt in Barcelona hatten die beiden nicht. Erst am Montagnachmittag klingelte Nielsens Handy. Bundestrainer Otto Becker war dran und fragte, ob der 28-Jährige für den kurzfristig ausgefallenen Philipp Weishaupt einspringen könne. „Zusammen mit Cashmoakers Besitzer Peter Wendeln haben wir dann entschieden, dass Barcelona eine tolle Chance für uns ist, die wir auf jeden Fall nutzen sollten. Um zehn Uhr abends sind wir losgefahren. Und die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagte Nielsen. jbc

Alle Ergebnisse aus Barcelona finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2017/1393/html/en/longinestiming/index.html

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