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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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10.09.2014 | 19:00 Uhr | Susanne Hennig

WEG Dressur: Gold, zweimal Silber und Bronze fürs Dressurteam

Deutsches Quartett vor Großbritannien und den Niederlanden

Caen (fn-press). Nach den Europameisterschaften 2013 eroberte das deutsche Dressurteam auch bei den Weltreiterspielen in Caen die Mannschafts-Goldmedaille zurück – die nunmehr elfte bei Weltmeisterschaften seit deren Premiere 1966. Ein Erfolg, auf den Bundestrainerin Monica Theodorescu (Sassenberg) wahrlich stolz sein kann. Zweimal Silber für Helen Langehanenberg (Billerbeck) und Damon Hill im Grand Prix Special und in der Kür, dazu eine Bronzemedaille für Kristian Sprehe (Dinklage) und Desperados im Special machten die deutsche Bilanz perfekt.

Mannschafts-Gold und drei Teammitglieder unter den Top 5 – besser hätte der Grand Prix der Weltreiterspiele in der Normandie für das deutsche Team kaum verlaufen können. Vor vier Jahren in Kentucky war nicht mehr als Bronze machbar. Bundestrainerin Monica Theodorescu sagte zwar lachend, „Gold, ja das war der Plan“, aber dass der Abstand zu den britischen Silbermedaillengewinnern über zehn Prozent betragen würde, hätte sie sich nicht träumen lassen (Deutschland 241,7, Großbritannien 213,334). Die deutsche Dressurequipe wuchs über sich selbst hinaus. Isabell Werth meinte in der Pressekonferenz: „Das war, glaube ich, das stärkste Team, das wir je auf einer Weltmeisterschaft hatten.“ Und sie muss es wissen, denn die 45-Jährige feierte gewissermaßen silbernes „Dienstjubiläum“. Vor 25 Jahren bestritt sie ihr erstes Seniorenchampionat, und seitdem fehlte sie höchst selten auf der großen internationalen Bühne.
Auch Dr. Dennis Peiler, Chef de Mission in Caen und Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), lobte: „Alle vier Reiterinnen haben super Leistungen gezeigt und den kurzfristigen Ausfall von Totilas und Matthias Alexander Rath gut kompensieren können.“

Die Briten freuten sich über Platz zwei. Eigentlich hatten sie sich nur Bronze ausgerechnet, verriet ihr Equipechef Ric Waygood, aber da auch das niederländische Team von Ausfällen geschwächt an den Start ging, konnte die Mannschaft Großbritanniens zu Silber reiten. Ihre Superstars verzauberten auch in der Normandie das Publikum: Olympiasieger und Europameister Valegro und seine Reiterin Charlotte Dujardin zeigten einen fehlerfreien Grand Prix mit zahlreichen Höhepunkten: 85,271 Prozent. In der Einzelrangierung folgte ihr Isabell Werth mit Bella Rose (81,529), vor Helen Langehanenberg mit Damon Hill (81,357). Auf dem vierten Platz behauptete sich die Niederländerin Adelinde Cornelissen, die einen frischen, bewegungsstarken und fehlerfreien Parzival präsentierte (79,629). Immerhin: Der Jazz-Sohn ist bereits 17 Jahre alt. Position fünf belegte Kristina Sprehe mit Desperados (78,814), Fabienne Lütkemeier und D’Agostino rangierten auf Platz 17.

Nach dem Grand Prix kam das „Aus“ für Isabell Werths Bella Rose. Die zehnjährige Westfälin hatte sich eine beginnende Huflederhautentzündung zugezogen. Isabell Werth: „Das trifft uns völlig überraschend, ich bin tief enttäuscht. Aber natürlich wollen wir kein Risiko eingehen, die Gesundheit der Stute hat absoluten Vorrang, deshalb habe ich sie für den Special zurückgezogen.“

Nach Mannschafts-Gold schmückten zwei weitere Medaillen die deutschen Dressurreiterinnen „Das war ganz großes Kino.“ Bundestrainerin Monica Theodorescu schnappte nach dem Special regelrecht nach Luft. Sowohl Kristina Sprehe auf Desperados als auch Helen Langehanenberg auf Damon Hill zeigten im Kampf um die vorderen Plätze ungemein starke Ritte, die noch besser waren als im Grand Prix, der Teamentscheidung. Der 13-jährige Hannoveraner Desperados kam nur in der ersten Passage etwas aus dem Takt, ansonsten gelang die Prüfung makellos. „Für das Team zu starten und ein gutes Ergebnis erzielen zu müssen, setzt einen natürlich unter Druck. Aber jetzt in der Einzelentscheidung konnte ich ganz befreit reiten, ich habe ja nichts zu verlieren“, sagte Kristina Sprehe. Mit dem guten Gefühl, bereits Mannschafts-Weltmeisterin zu sein, habe sie das Viereck betreten. Die 27-Jährige aus Dinklage musste noch eine Dreiviertelstunde zittern, ob ihre 79,762 Prozent ausreichen würden, denn ihre größte Konkurrentin, die Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival, kam erst als letzte Starterin an die Reihe: Cornelissen wurde ihr nicht gefährlich, sondern beendete den Grand Prix Special mit Platz vier (79,328). Bronze also für Deutschland. Silber gesellte sich hinzu, denn auch Helen Langehanenberg riskierte auf dem 14-jährigen Damon Hill mehr als im eher auf Sicherheit angelegten Grand Prix. Die Galopptour gelang vom Allerfeinsten. „Ich hatte gestern vollmundig angekündigt, heute was draufzulegen, jetzt bin ich total happy, dass das auch geklappt hat“, meinte die 32-Jährige. 84,468 Prozent sicherten souverän Silber, aber zur Nummer 1, Charlotte Dujardin, fehlt noch ein Quäntchen. „1,5 Prozent Vorsprung, da bin ich schon recht nah dran, ich gebe nicht auf“, so Helen und strahlt. Noch mehr Risiko in der Kür am Freitag? Die Antwort fällt kurz und knapp aus: „Na klar.“

Charlotte Dujardins niederländischer Wallach Valegro agierte wieder einmal präzise wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk. Für seine Piaffen zückte die Richter mehrfach die Topnote „10“. „Das war heute einer der besten Ritte, die ich je hatte“, erklärte die Britin, die den Grand Prix mit 86,12 Prozent abschloss und nun das dritte Championat in Folge gewann. die damit nach den Olympischen Spielen 2012 und der Europameisterschaft 2013 beim dritten Championat ´- Olympische Spiele, Europa- und Weltmeisterschaften - in Folge triumphierte. Dies gelang in der Geschichte des Dressursports bislang nur zwei deutschen Paaren: Nicole Uphoff und Rembrandt sowie Isabell Werth und Gigolo.
Fabienne Lütkemeier platzierte sich mit dem Hannoveraner Wallach D’Agostino an 19. Stelle (74,082 Prozent). Auch die 24-jährige Paderbornerin zeigte eine gute, nahezu fehlerfreie Prüfung. Für die abschließende Kür war sie jedoch nicht zugelassen. Nur die 15 besten Teilnehmer aus dem Grand Prix Special konnten um die zweiten Einzelmedaillen kämpfen.

Noch einmal Silber „ernteten“ Helen Langehanenberg und Damon Hill in der Kür. „Gefühlt war es besser als meine 90 Prozent-Runde in Neumünster“, sagte Helen Langehanenberg strahlend, nachdem sich Damon Hill in seinem dritten Wettbewerb bei den Weltreiterspielen noch mal gesteigert hatte. In der Kür gaben der 14-jährige westfälische Hengst und seine Reiterin alles, schließlich hatte Helen Langehanenberg das Ziel klar formuliert, besser sein zu wollen als Valegro und seine Reiterin Charlotte Dujardin. Damon Hill blieb fehlerfrei, punktete in seiner brillanten Galopptour, zeigte ausdrucksstarke Piaffen und Passagen und „flog“ geradezu in den Verstärkungen übers Viereck. 88,286 Prozent lautete das Urteil der sieben Richter. Es sollte nicht für Gold reichen. Der zwölfjährige niederländische Wallach Valegro und Charlotte Dujardin aus Großbritannien zogen wie schon im Grand Prix Special an dem deutschen Paar vorbei: 92,162 Prozent. Vier Prozent Unterschied sind zwar etwas viel, aber wenn Valegro keinen Fehler macht, ist er seit drei Jahren nicht zu schlagen.

Kristina Sprehe, die Bronzemedaillengewinnerin des Specials, musste wiederum bis zum letzten Ritt zittern. Diesmal überzeugte die Niederländerin Adelinde Cornelissen mit ihrem 17-jährigen Wallach Parzival in einer starken Kür und drehte den Spieß um: Bronzemedaille mit 85,714 Prozent. Kristina Sprehe rangierte auf Platz 4 (83,125). „Es waren zwei anstrengende Wochen, erst das Trainingslager, dann die WM. Das merke ich Desperados an. Der Ritt heute war irgendwie zäher, ich musste mehr arbeiten“, sagte die 27-Jährige aus Dinklage, die mit Mannschafts-Gold und Einzel-Bronze rundum zufrieden nach Hause fährt. Die beiden Hengste Damon Hill NRW und Desperados FRH legen jetzt ein paar Wochen Turnierpause ein.

Ein rundum positives Fazit zog auch Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Die WM hier war noch eine Nummer größer als die Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Unser Team-Gold, das große Ziel, haben wir souveräner gewonnen. In Herning mussten wir noch zittern. Ich bin glücklich, unsere Bilanz ist top.“ hen

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