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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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31.10.2013 | 09:30 Uhr | Uta Helkenberg

DOSB Fachkonferenz Sport und Schule: Interview mit Maria Schierhölter-Otte

Karlsruhe (fn-press). Mitte Oktober trafen sich Vertreter der deutschen Sportverbände auf Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Fachkonferenz Sport und Schule in Karlsruhe. Unter dem Motto „Die Rolle des organisierten Sports in der Ganztagsbildung“ wurden die Herausforderungen und Auswirkungen der schulpolitischen Veränderungen erörtert und Handlungsstrategien für die Verbands- und Vereinsarbeit diskutiert. FN-aktuell sprach mit Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der Abteilung Jugend der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), über die Veranstaltung.

FN-aktuell: „Um was ging es im Wesentlichen bei der Veranstaltung?“
Maria Schierhölter-Otte: Neben den zentralen Fragen zum Ausbau der Ganztagsschule wurden unter anderem die Themen Qualifizierung, Beteiligung an Bildungsnetzwerken sowie schulische Ausbildung und Nachwuchsleistungssport ausführlich behandelt. Neu war auch das Thema Inklusion, das für viele Verbände noch völliges Neuland ist. Für viele überraschend waren die aktuellen Hochrechnungen dazu, wie sich die Zahl der Jugendlichen unter 20 Jahren bis 2060 entwickeln wird. Man geht davon aus, dass in diesem Zeitraum die Zahl der Jugendlichen um 25 Prozent zurückgehen wird, wobei die ‚Landbevölkerung’ davon mehr betroffen sein wird als der städtische Raum. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Pferdesport.“

FN-aktuell: „Mehr Sorgen als der demographische Wandel bereitet vielen Reitvereinen aktuell die Entwicklung von G8 und Ganztagsschule. Wie sieht man das in anderen Verbänden?
MSO: „G8 und Ganztagsschule sind für alle ein Problem. Viele Fachverbände gehen davon aus, dass schon bald G9 zurückkehren wird oder zumindest die Schüler, die im Leistungs- und Spitzensport unterwegs sind, diese Schul-Wahl treffen werden. Andererseits ist es aber gerade in der Ganztagsschule so, dass sportliche Angebote mit großem Vorsprung die Hitliste der angebotenen Möglichkeiten anführen. Davon profitieren aber natürlich die Sportarten am meisten, die sich problemlos vom Verein in die Schule verlagern lassen – und das geht eben im Pferdesport nicht.“

FN-aktuell: „Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?
MSO: „Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen. Alle Fachverbände unternehmen daher große Anstrengungen, um die weniger werdenden Jugendlichen für den Sport zu gewinnen. Für uns ist es daher auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe, unsere Vereine und Betriebe über die Bedeutung und die Möglichkeiten von Kooperationen mit Kindergärten und Schulen aufzuklären. Wir haben den großen Vorteil, dass unsere in den Vereinen und Betrieben geleistete Erziehung und Bildung mit dem Pferd wunderbar in den Bildungsauftrag der Schule passt, da das Lebewesen Pferd den Jugendlichen sozusagen automatisch wichtige Kern- und Sozialkompetenzen vermittelt: Sozialverhalten, Teamgeist, Rücksicht etc. Wir müssen noch mehr als bisher herausstellen, dass solche Kooperationen für beide Seiten eine Win-Win-Situation darstellen.“

FN-aktuell: „Reiten als Schulsport ist ja schon seit Langem ein Thema bei der FN. Was läuft bereits gut?
MSO: „Die FN hat von Beginn an auf Qualitätsstandards bei der Leitung von Kooperationen gesetzt. Das heißt, nur mit einem Trainer C darf eigenverantwortlich eine Reit-AG oder Projektgruppe geleitet werden. So weit sind andere Fachverbände noch nicht, da gibt es dann schon mal Konkurrenzdenken zwischen dem Sportlehrer der Schule und dem Übungsleiter des Vereins. Derzeit sind wir außerdem dabei, mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Universität Würzburg unsere Schulsportaktivitäten zu evaluieren. Spätestens 2014 erfahren wir dann, wo unsere Baustellen noch liegen.“

FN-aktuell: „Gab es eine besondere Anregung, die Sie von der Fachkonferenz mit nach Warendorf genommen haben?
MSO: „Da gibt es einige. Ganz besonders interessant fand ich jedoch das vom Deutschen Fußballbund (DFB) vorgestellte ‚Junior-Coach-Konzept‘ nach dem in den Schulen die Nachwuchstrainer von morgen ausgebildet werden. Das Konzept wendet sich an Vereine und Schulen gemeinsam, um Jugendliche schon ganz früh für eine Trainerlaufbahn mit relativ wenig Aufwand zu gewinnen. Dieses Modell ist für mich auch für den Pferdesport denkbar.“

Das Interview führte Uta Helkenberg.

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