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18.08.2019 | 14:44 Uhr | Eva Borg

EM Vierspänner: Deutsches Team ist Europameister

Gold für Anna Sandmann, Georg von Stein und Michael Brauchle

Donaueschingen (fn-press). Die deutschen Vierspänner haben bei der Europameisterschaft in Donaueschingen überraschend Gold gewonnen. Schon nach Dressur und Gelände hat das Team mit Michael Brauchle, Georg von Stein und Anna Sandmann bei ihrer Heim-EM mit rund 15 Punkten geführt. Im Kegelfahren konnten die Teams aus Belgien und Frankreich trotz starker Runden im Hindernisparcours diesen Abstand nicht mehr aufholen und Deutschland gewinnt Gold (313.71). Silber geht nach Belgien (324,74), Bronze an das Team aus Frankreich (330,60). Neuer Europameister ist der Niederländer Bram Chardon. Der 26-jährige ehemalige Pony-Vierspänner-Weltmeister übernimmt damit den Titel von seinem Vater Ijsbrand, der im Gelände ausgeschieden ist und daher seinen Titel nicht verteidigen konnte.

„Wir sind super happy, dass das hier alles im eigenen Land so funktioniert hat, das ist einfach großartig. Da hätten wir nach dem Verlauf der bisherigen Saison nicht mit gerechnet“, freute sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger über seine erste Goldmedaille mit den Vierspännern. 

Als erstes deutsches Teammitglied musste die 23-jährige Anna Sandmann aus Lähden im Emsland, die zum ersten Mal an einer EM der Vierspänner teilnimmt, in den Kegelparcours. Sie fuhr souverän und flüssig durch alle Hindernisse, alle Bälle blieben auf den Kegeln. Aber am Ende wurde trotz lautstarker Anfeuerungsrufe vom Publikum die erlaubte Zeit etwas knapp und sie kam mit minimaler Zeitüberschreitung ins Ziel. Das ergab aber lediglich 1,16 Strafpunkte, so dass sie sich sogar von Platz sechs auf Platz fünf in der Einzelwertung verbessern konnte. Direkt nach ihr kam Teamkollege Michael Brauchle aus Baden-Württemberg, der am Vortag vor heimischem Publikum die Geländeprüfung gewonnen hatte. Er schaffte es in der erlaubten Zeit ins Ziel, aber ein Ball fiel bei ihm. Aber das war dennoch schon die Goldmedaille für Deutschland!

Georg von Stein verpasst Bronze
Der dritte deutsche Mannschaftsfahrer Georg von Stein aus Modautal im Odenwald hatte aber trotzdem noch Druck, denn er lag in der Einzelwertung auf Bronzekurs mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Belgier Glenn Geerts, der eine Nullrunde geliefert hatte. Und schon am zweiten Hindernis passierte es, ein Ball fiel und von Stein rutschte auf Rang vier. Bronze ging damit an Glenn Geerts, Silber gewann der Dressur-Sieger der Franzose Benjamin Aillaud.

„Dass es mit Bronze nicht geklappt hat, ist schon schade, aber wir freuen uns sehr über Mannschafts-Gold. Bei unserer eigenen EM wollten wir natürlich eine Medaille holen und nachdem es in Aachen nicht gut gelaufen ist, hatten wir da schon Druck“, sagte Georg von Stein. „Ich bin super stolz, viel besser hätte es nicht laufen können! Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, Gold mit dem Team und Fünfte im Einzel, hätte ich gesagt, träum weiter!“, sagte Anna Sandmann.

Fünf deutsche Fahrer landeten in der Einzelwertung in den Top Ten: Hinter Georg von Stein auf Platz vier (Platz vier in der Dressur, Platz drei im Gelände) folgen auf den Plätzen fünf und sechs direkt seine Teamkollegen Anna Sandmann (Platz sieben in der Dressur, Platz acht im Gelände) und Michael Brauchle (Platz 16 in der Dressur, Platz eins im Gelände). „Wie Anna das hier bei ihrer ersten Vierspänner-EM gemacht hat, das ist schon der Hammer“, war Cheftrainer Geiger begeistert, von den Leistungen und der Nervenstärke seiner „Newcomerin“. 

Durch eine fehlerfreie Runde im Kegelparcours schob sich Annas Vater Christoph Sandmann, der vor zwei Jahren bei der EM in Göteborg Bronze geholt hat und mit dem deutschen Team Vize-Europameister wurde, auf Platz sieben (Platz neun in der Dressur, Platz 16 im Gelände) vor. Seine damalige Teamkollegin Mareike Harm aus Negerbötel in Schleswig-Holstein war auch als Einzelfahrerin am Start, da sie auf ihr Verlasspferd Amicello verzichten musste und nun Ersatzpferd Quebec Sautreuil, genannt Sepp, in der Dressur und im Kegelfahren anspannen musste. Bei ihr fiel ein Ball, sie belegte am Ende Platz zehn in der Einzelwertung.

Die anderen deutschen Einzelfahrer Rene Poensgen (Eschweiler), EM-Debütant Markus Stottmeister (Bösdorf), Dirk Gerkens (Paderborn) und Sebastian Heß (Ubstadt-Weiher) belegten die Plätze 17, 19, 20 und 26. „Auch bei den Einzelfahrerin haben wir gute Leistungen gesehen“, so Bundestrainer Geiger. „Nachwuchsfahrer Markus Stottmeister hat das hier bei seiner ersten EM toll gemacht.“ Unterstützt wurde Geiger bei der EM vom mehrfachen Weltmeister Boyd Exell aus Australien, der ihm als Co-Trainer  zur Seite stand.

Die Titelverteidiger aus den Niederlanden spielten bei der Vergabe der Mannschafts-Medaillen nach viel Pech im Gelände keine Rolle mehr bei der EM, denn Teammitglied Koos de Ronde trat im Kegelfahren nicht mehr an. Und da Ijsbrand Chardon im Gelände ausgeschieden war, gab es kein Mannschaftsergebnis mehr.

Deutsche Führung nach Geländeprüfung
Das deutsche Team hatte nach dem Gelände die Führung im Mannschaftswettbewerb übernommen. Der Sieg in der Geländeprüfung ging zur Freude des Publikums an ihren Lokalmatador Michael Brauchle. Der aktuelle Deutsche Meister fuhr eine Bestzeit nach der anderen und gewann mit 105,65 Punkten. „Die Pferde haben einen Top-Job gemacht“, sagte Brauchle im Ziel. „Michi kehrt grade zu seiner alten Marathon-Top-Form zurück“, freute sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. Auch schnell war Teamkollege Georg von Stein aus Modautal in Hessen, er wurde Dritter. „Das Gelände hier liegt mir einfach, die Pferde kennen das hoch und runter von Zuhause. Das erste Hindernis war direkt sehr eng, da war ich noch etwas zu zögerlich, da hatte ich erst doch ganz schön Respekt, danach lief es dann“, sagte der Odenwälder, der in den vergangenen drei Jahren in Donaueschingen die Geländeprüfung gewinnen konnte. Auch Anna Sandmann zeigte rasante Runden durch die acht Hindernisse – Platz acht.

Bei den nach der Dressur noch führenden Niederländern lief dagegen einiges schief. Koos de Ronde hatte eigentlich die Führung übernommen, da er die schnellsten Zeiten in allen Hindernissen gefahren war. Aber er hatte in der Phase A – eine Srecke, die in einer bestimmten Zeit gefahren werden muss, bevor es in die Hindernisse geht – sich mit der Zeit verkalkuliert und zahlreiche Strafpunkte dafür bekommen. Als Letzter für die niederländische Mannschaft startete der aktuelle Europameister und viermalige Weltmeister Ijsbrand Chardon. Allerdings kippte seine Kutsche in Hindernis fünf um, als er zu dicht mit einem Rad an einen Baum fuhr. Ihm selbst, seinen Beifahrern und den Pferden ist nichts passiert, alle blieben unverletzt. Aber er schied aus der Prüfung aus und somit wird auch sein Dressurergebnis nicht mehr für die Mannschaft gewertet. Platz zwei im Gelände ging an seinen Sohn Bram Chardon, der damit auch die Führung in der Kombinierten Wertung übernehmen konnte. 

Starker Dressurauftakt
Den Grundstein für den Erfolg der deutschen Mannschaft legte Georg von Stein als erster Mannschaftsfahrer bereits in der Dressur. „Ich hatte heute ein super Gefühl, es hat richtig Spaß gemacht und das ist ja immer ein Zeichen dafür, dass viel klappt“, sagte er nach seiner Dressurvorstellung. Mit seinen 47,58 Strafpunkten führte er sogar bis zur Mittagspause, am Ende wurde es Platz vier. Als letzte Starterin der 41 EM-Teilnehmer lieferte auch Anna Sandmann ein Top-Ergebnis in der Dressur ab. „Ich habe versucht auszublenden, dass ich für die Mannschaft fahre, ich versuche doch sowieso das bestmögliche Ergebnis abzuliefern. Außerdem wusste ich ja erst seit gestern, dass ich im Team bin, da hatte ich ja nicht so lange Zeit darüber nachzudenken“, lachte sie. „Anna ist ganz toll gefahren, sie hat versucht alles rauszuholen, das war eine Dressur mit Pepp“, sagte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. Sie belegte mit 48,58 Punkten Platz sieben. Bei Michael Brauchle, dem dritten deutschen Mannschaftsfahrer, lief nicht alles ganz optimal. Er kam auf Platz 16. evb

Weitere Informationen zur EM der Vierspänner unter www.pferd-aktuell.de/em2019/vierspaenner-in-donaueschingen

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