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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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10.09.2017 | 23:00 Uhr | Uta Helkenberg/Melanie Köster

DJM Aachen: Gold für Rothenberger, Allard und Middelberg

Die neuen Nachwuchsmeister in der Dressur stehen fest

Aachen (fn-press). Finaltag der Deutschen Jugendmeisterschaften in der Aachener Soers: Insgesamt gab es an diesem Wochenende elf neue Deutsche Meister in den Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren zu feiern. In der Dressur gingen die Titel an Semmieke Rothenberger mit Dissertation (Junge Reiter), Romy Allard mit Summer Rose (Junioren) und  Anna Middelberg mit Drink Pink (Ponyreiter). 

Erst drei Jahre ist es her, da stand der aktuelle Mannschaftsolympiasieger und zweifache Vize-Europameister Soenke Rothenberger mit Cosmo bei den DM der Jungen Reitern an erster Stelle. In Aachen folgte ihm nun seine kleine Schwester Semmieke Rothenberger nach. Zwei Mal war sie bereits Deutsche Meisterin der Ponyreiter, einmal Juniorenmeisterin – nun gab es Titel Nummer vier. „Wenn die anderen zuhause am Esstisch davon erzählt haben, wie es ist, in Aachen zu reiten, saß ich als Jüngste immer dabei und habe gedacht, sorry, nicht mein Thema“, sagt die neue U21-Meisterin. Nun kann auch sie mitreden, wenn es um den Einritt ins große Aachener Dressurstadion geht. „Es ist schon ein tolles Gefühl, hier unter denselben Bedingungen zu reiten wie die ‚Großen‘, sagt sie und gesteht: „Mein großer Traum ist es schon, einmal hier beim CHIO zu starten.“ Im Finale präsentierte sie mit ihrer Stute Dissertation eine nagelneue Kür. „Das war ein bisschen aufregend, aber ich habe mir gesagt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Die Musik dazu stammt übrigens vom Komponisten Yanni, zu der bereits ihr Vater Sven Rothenberger 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta an den Start ging. Es war die richtige Entscheidung: Mit 82,15 Prozent setzte sich die 18-Jährige wie schon in den beiden Wertungsprüfungen zuvor deutlich vom übrigen Feld ab.

Mit einem Gesamtergebnis von 232,413 Punkten betrug Rothenbergers Vorsprung auf die Silbermedaillengewinnerin Leonie Richter (Bad Essen) mehr als zehn Punkte (222,877). Richter wiederholte in Aachen ihren Vorjahreserfolg im Sattel des Oldenburger Wallachs Don Windsor OLD aus dem Besitz und zuvor geritten von Florine Kienbaum. Und auch dieses Paar startete noch etwas „grün“ in seine Kür. „Wir haben diese vorher erst einmal geritten“, sagte die 21-Jährige. Mit exakt 77 Prozent landete sie auf Platz zwei, was ihren Silberrang auch in der Meisterschaftswertung besiegelte.

Denn auch andere Paare hatten durchaus Medaillenchancen erkennen lassen. Allen voran der Münsteraner Psychologie-Student Luca Michels mit Rendezvous. Bei den Europameisterschaften hatte er noch das Pech, als Vierter im hochkarätigen deutschen Team nicht in der Kür starten zu dürfen. Nun bot sich dafür in der Soers die passende Gelegenheit. Die Grundlage dafür basierte auf einer zu Beginn der Saison geliehenen Kür. "Ich hatte da spontan ein internationales Turnier und zu dem Zeitpunkt dachten wir noch nicht daran, dass wir überhaupt so weit kommen", erzählte Michels. Als es dann ernst wurde, mit der EM und auch der DJM wurde diese dann gemeinsam mit Bundestrainer Oliver Oelrich überarbeitet, neue Linien wurden eingebaut und auch die Musik entsprechend angepasst. "Jetzt ist das wirklich ganz und gar 'unsere' Kür", sagte der 19-Jährige, der ursprünglich aus dem Rheinland kommt und das CHIO als regelmäßiger Besucher über viele Jahre kennt. Das sah im Übrigen auch die Jury so und belohnte die Vorstellung mit 75,775 Prozent, was am Ende Platz drei und in der Gesamtwertung mit 217,266 Prozent ebenfalls Bronze bedeutete. Das Nachsehen hatte Anna Christina Abbelen (Kempen), die sich als Dritte in der zweiten Wertungsprüfung ebenfalls noch Chancen hatte ausrechnen können. Mit ihrer „König-der-Löwen-Kür“ wurde sie im Finale jedoch "nur" Fünfte. Mit 216,573 Punkten belegte sie in ihrem letzten Junge-Reiter-Jahr Platz vier

DM-Newcomerin Romy Allard gewinnt Junioren-Titel
Spannend bis zum Schluss waren die Meisterschaften der Junioren, da in diesem Jahr drei der vier EM-Teilnehmer fehlten. Linda Erbe und Lia Welschof verzichteten ganz auf den Start, Rebecca Horstmann versuchte sich bereits bei den Jungen Reitern. Lediglich Johanna Sieverding (Cappeln) trat mit Lady Danza zum Titelkampf an und konnte sowohl die erste Wertungsprüfung als auch das Finale für sich entscheiden. Ihre „schnörkellose“ Kür zu Klängen von Mark Foster und Robby Williams gefiel nicht nur den Richtern, die dafür 76,375 Prozent vergaben. „Das war noch einmal ein toller Abschluss, hier im Soerser Stadion reiten zu können“, sagte die 17-Jährige. Am Ende reichte ihr Gesamtergebnis von 219,891 Punkten aber nicht ganz zum Titel, sie gewann Silber.

Neue Deutsche Meisterin wurde stattdessen die erst 15-jährige Romy Allard aus Krefeld. Im Sattel der achtjährigen Oldenburger Rappstute veranlasste diese die Richter in allen drei Wertungsprüfungen zu Topnoten. Mit 76,275 Prozent für ihre Interpretation der Songs aus den Musicals Rocky Horror Picture Show und Sister Act blieb sie zwar knapp hinter Sieverding, überrundete diese jedoch in der Addition aller drei Noten mit insgesamt 220,840 Punkten. Allard selbst war darüber am meisten überrascht: "Ich habe noch drei Juniorenjahre vor mir, deshalb habe ich damit, dass es so gut läuft, nicht gerechnet. Mein Ziel war, gut abzuschneiden“, sagte sie. Wie ihre Trainerin Anna-Christina Abbelen, die seit Kurzem betreut und ja selbst noch bei den Jungen Reitern startete, hatte auch sie Allard in Aachen ein volles Programm. Parallel zur Junioren-Tour trat sie mit Dujardin B bei den Ponyreitern an und wurde dort Sechste.

Wie bei den Jungen Reitern landete auch bei den Junioren ein junger Mann auf dem Bronzeplatz. „Damit habe ich niemals gerechnet“, sagte auch der 16-jährige sachsen-anhaltinische Landesmeister Franz Otto Damm aus Zerbst strahlend. Er saß in Aachen im Sattel des erst siebenjährigen DSP Lifestyle. „Den haben wir als Fohlen zu unserem selbst gezogenen Hengstfohlen zugekauft“, berichtet sein Vater. Aus beiden Youngstern ist etwas geworden. Der eine wurde gekört, der andere wurde von Franz Otto Damms Schwester erfolgreich bei den Bundeschampionaten vorgestellt. Seit vergangenem Jahr reitet nun auch der frisch gebackene Bronzemedaillengewinner den dunkelbraunen Wallach (v. Lord Fantastic) mit. Mit 72,9 Prozent sorgten die Richter dafür, dass sich die Kürmusik des Paares „Mission Impossible“ nicht bewahrheitete, sondern sich sogar in eine erfolgreiche „Mission Medaille“ verwandelte. Insgesamt kam das Paar auf ein Endergebnis von 214,210 Punkten.

Ponyreiter:Titel für Anna Middelberg
Bis zum Schluss war bei den Ponyreitern alles offen. Von der ersten von insgesamt drei Wertungsprüfungen an lieferten sich die beiden Mannschaftseuropameisterinnen Jana Lang und Anna Middelberg ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit ihrer Kür ließ die 14-jährige Glandorferin, in der ersten Wertungsprüfung noch Zweite, ihre Teamkollegin von Kaposvar endgültig hinter sich. 80,75 Prozent vergaben die Richter für die schwungvoll vorgetragene Kür zur Filmmusik von „Die Eiskönigin“ – persönliche Bestleistung für das Middelberg. Insgesamt kam sie auf 228,225 Punkte. Anna Middelbergs Partner ist der neunjährige Fuchswallach Drink Pink (v. FS Don’t Worry), der nach seiner Bundeschampionatsteilnahme vierjährig nach Schweden an Ella Viebke verkauft worden war. Diese startete mit ihm 2015 bei den Pony-Europameisterschaften in ihrer Heimat Malmö. Nach Aussage von Bundestrainer Oliver Oelrich konnte Anna Middelberg Drink Pink nur kaufen, weil es noch eine kleine Schwester gibt, die ihn später weiterreiten kann und er daher lange in einer Familie bleibt. „Wir haben ihn vor einem Jahr gefunden und bei minus 14 Grad ausprobiert. Aber wir wussten sofort: Der ist es“, sagte die strahlende Siegerin, deren persönliches DM-Ziel ein Platz unter den ersten Fünf gewesen war. „Es ist einfach nur cool hier in Aachen reiten zu können“, sagte sie.

Bei den EM in Kaposvar war sie Bronzemedaillengewinnerin in der Kür, nun landete Jana Lang (Schmidgaden) in der Soers mit ihrer „Hier-kommt-die-Maus“-Kür hinter Middelberg auf Platz zwei. 77,175 Prozent gab es hierfür von den Richtern, was addiert mit den Vortagesergebnissen 226,105 Punkte und damit ebenfalls den Silberrang bedeutete. "Das sind meine zweiten Deutschen Meisterschaften. Letzes Jahr lief es allerdings noch nicht so gut", freute sich 14-Jährige, die zum Training drei Mal in der Woche vom bayerischen Schmidgaden nach Frankfurt fährt, wo NK Cyrill bei seiner Besitzerin Dr Stephanie Krause lebt. 

Die dritte DM, drei Mal Platz drei in den drei Wertungsprüfungen und am Ende Bronze – das war die Bilanz für den 14-jährigen Moritz Treffinger aus dem nordbadischen Oberderdingen und seine bunte Fuchsstute Top Queen H. Er erzielte für seine Kür zu Klängen von David Guetta 74,5 Prozent, die sich am Ende zu einem Gesamtergebnis von 219,767 Punkten für den Schüler von Joachim Neubert addierten. 

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