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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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29.08.2017 | 16:00 Uhr | fn-press

DKB-BCH 2017: Tanz-Talente fürs große Viereck

"Viele Karrieren haben hier in Warendorf begonnen"

Warendorf (fn-press). Sie sind die Strahlemänner und Dancing-Queens bei den DKB-Bundeschampionaten, die morgen in Warendorf beginnen: die fünf- und sechsjährigen Nachwuchs-Dressurpferde und -ponys, die zwischen verheißungsvoller Versammlungsbereitschaft und atemberaubender Verstärkung bereits in jungen Jahren das andeuten, was jeden reitsportlichen Ästheten mit der Zunge schnalzen lässt. Viele Wiederholungstäter sind übrigens darunter, die bereits als Reitpferd oder -pony für Aufsehen gesorgt haben.

Für das Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde zugelassen sind alle Pferde, die eine speziell ausgeschriebene Dressurpferdeprüfung der Klasse L mit der Wertnote von 8,0 oder besser abgeschlossen haben. Auf den DKB-Bundeschampionaten starten alle Aspiranten dann zunächst in der Finalqualifikation. Die besten zehn (bei 45 Startern) bzw. zwölf Pferde (ab 46 Starter) empfehlen sich direkt fürs Finale. Alle anderen haben die Chance, im „Kleinen Finale“ noch einmal fünf Finalplätze zu erobern. Die sechsjährigen Dressurpferde müssen in einer entsprechenden als Qualifikation ausgeschriebenen Dressurpferdeprüfung der Klasse M eine 8,0 erreichen. Dann haben sie das Ticket für Warendorf in der Tasche. Der Weg ins Finale verläuft auch für sie nach demselben Prinzip wie bei den Fünfjährigen, nur eben auf M-Niveau.

Beurteilt werden die Rittigkeit und die Grundgangarten unter besonderer Berücksichtigung der entsprechenden Förderungsfähigkeit. Auch der Gesamteindruck als Dressurpferd prägt die Wertnote maßgeblich mit. Hierzu zählen im Einzelnen der Bewegungsablauf, das Gebäude, die Ausstrahlung sowie die Mühelosigkeit und Geschmeidigkeit, mit der das Pferd die verlangten Aufgaben absolviert. Ein taktrein, losgelassen gehendes Pferd, das weich an den Hilfen steht und freudig und korrekt seine Lektionen absolviert, ist genau das, was die Richter gerne sehen wollen.

Wer den Namen Meyer zu Strohen hört und an die DKB-Bundeschampionate denkt, dem fällt als erstes sicherlich die Stute ein, mit der Kathrin Meyer zu Strohen im Jahr 2003 die wohl erfolgreichste Saison ihrer Karriere absolvierte. Poetin, die bewegungsgewaltige Braune gewann unter ihrer Reiterin 2003 zunächst die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und sicherte sich im Anschluss auch noch den Titel der Dressurpferde-Championesse bei den Sechsjährigen. Aber auch Hans-Heinrich Meyer zu Strohen hatte die Stute bereits in Warendorf aufs Siegertreppchen geritten: Im Jahr 2000 gewann der ehemalige Leiter der Niedersächsischen Landesreitschule auf Poetin das DKB-Bundeschampionat der dreijährigen Reitpferde.

Hans-Heinrich Meyer zu Strohen beschreibt: „Für uns liefern die DKB-Bundeschampionate mit den Qualifikationen einen Leitfaden im Prüfungsangebot für junge Pferde. Deshalb nutzen wir mit unseren Pferden jede Chance, auf solchen herausragenden Ereignissen zu starten. Aber: Es ist kein Muss. Die den seelischen und körperlichen Bedürfnissen adäquat vorangetriebene Ausbildung ist für mich der Maßstab.“ Beim Training vor Ort legt der Fachmann sehr viel Wert auf Ruhe und Routine: „Wir machen das Pferd mit Umgebung und Atmosphäre vertraut. Wichtig dabei ist: keine Experimente, weder in puncto Training noch bei der Ausrüstung. Alles bleibt wie gewohnt. In Warendorf befinden wir uns auf der internationalen Bühne für hochklassige Nachwuchsstars, da gebe ich mir keine Blöße!“ Meyer zu Strohen weiter: „Mein Pferd muss losgelassen sein, willig, aktiv im Maul, das wollen die Richter sehen. Glücklicherweise bevorzugt man heute wieder ein Pferd mit natürlichen Schwingungen. Der enge Strampelmann ist out.“ Trotz Erwartungsdrucks dürfe man sich als Reiter nicht überschätzen und die Sache zu ehrgeizig angehen, sagt Meyer zu Strohen und begründet: „Dann wird man verkrampft und das Pferd hat keine Chance, sich nach seinen Möglichkeiten zu entfalten. Ein zu eng eingestelltes Pferd hat keine guten Karten beim Bundeschampionat.“

„In wunderschönem Ambiente findet ein gut organisiertes Turnier statt, das von Reitern und Züchtern für Reiter, Züchter und Pferdefreunde gemacht ist“, so beschreibt Christoph Hess die besondere Aura der DKB-Bundeschampionate. Der FN Ausbildungsbotschafter war etliche Jahre „die Stimme“ am Dressurviereck und leitete die Moderation bei den Dressurpferden mit viel Fingerspitzengefühl. Kaum einer kennt das Geschehen im und ums Championats-Viereck wie er. Hess ist sich sicher: „Für viele Besucher ist ein Jahr ohne die DKB-Bundeschampionate wie ein Jahr ohne Weihnachten!“ Warum die DKB-Bundeschampionate einen so hohen Stellenwert in der Reitsportszene innehaben, erklärt der Experte so: „Es ist ein Come Together der besten deutschen Nachwuchspferde aller Disziplinen und der großen Reiter- und Züchterfamilie. Man sieht dort herausragend gute Pferde, die großartig vorgestellt werden und trifft Menschen, von denen man weiß, dass sie in jedem Jahr bei den DKB-Bundeschampionaten dabei sein. Das verbindet.“

Die DKB-Bundeschampionate seien für eine Reihe von Pferden das Einstiegsticket in den großen Sport. „Viele Karrieren haben hier in Warendorf begonnen. Wer bei den DKB-Bundeschampionaten vorne mit dabei ist, der weiß, dass er auf dem richtigen Weg in den internationalen Sport ist.“ Zwei Pferde sind dem Dressurkenner besonders in Erinnerung geblieben: „Da ist zunächst Poetin, die eine unglaubliche Ausstrahlung hatte, ja eine ganz besondere Aura verbreitete. Auch an Imperio, den Anna Sophie Fiebelkorn fünfjährig beeindruckend in Szene setzte, kann ich mich noch sehr gut erinnern.“

Neben herausragenden Pferden sind es kleine Anekdoten, die Christoph Hess untrennbar mit den DKB-Bundeschampionaten verbindet und die noch sehr präsent in seinem Gedächtnis sind. Schmunzelnd erzählt er: „In einem Jahr versank das Bundeschampionat im Schlamm, der Regen ließ über Tage nicht nach. Ich schlug also vor, die Finalprüfung der Fünfjährigen in die neu erbaute Seminarhalle zu verlegen. Das war leider eine klassische Fehlentscheidung. Die Pferde, die in der Qualifikationsprüfung vorne lagen, kamen mit der neuen Situation nämlich nicht zurecht. Stattdessen wurden die Pferde hoch platziert, die niemand auf dem Zettel hatte. Zudem standen die Buchstaben falsch, so dass sich auch noch verritten wurde. Am Abend gab es leider mehr lange als freudige Gesichter.“

Monica Theodorescu, Bundestrainerin der Dressurreiter sagt: „Für viele Reiter, die ein gutes junges Pferd haben und die Qualifikation geschafft haben, ist es etwas ganz besonderes in Warendorf in dieser speziellen Atmosphäre an den Start zu gehen. Für viele Berufsreiter ist es das Ziel die Nachwuchspferde ihrer Kunden an den Start zu bringen, das ist schon mit einem gewissen Druck verbunden. Und natürlich, für die Züchter ist es das wichtigste Championat, um ihre Zuchtprodukte zu präsentieren.“ Verschiedene erfolgreiche Pferde seien über die Bundeschampionate gegangen, aber dies sei natürlich nicht einzig ausschlaggebend für eine internationale Karriere im Dressurviereck, so Theodorescu. „Viele Hengste empfehlen sich durch eine erfolgreiche Bundeschampionatsteilnahme sowohl für den Sport als auch für die Zucht.“ Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr der inzwischen fast schon legendäre Damon Hill NRW. „Dieser Hengst hat alle Jungpferdechampionate bis hin zu internationalen Championaten und Olympischen Spielen und auch den Zuchteinsatz bei gutem Management mit Erfolg geleistet. Das gelingt sehr selten.“ FN/J.Kaup

Die DKB-Bundeschampionate gehen vom 30. August bis 3. September. Mehr www.DKB-Bundeschampionate.de

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