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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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19.06.2017 | 09:00 Uhr | fn-press

10. FN-Bildungskonferenz lockte 500 Ausbilder

Die vielseitige und anspruchsvolle Aufgabe von Trainern stand im Mittelpunkt

Warendorf (fn-press). Die Seminarhalle des Bundesleistungszentrums in Warendorf war zur 10. Bildungskonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gut gefüllt. Was macht einen guten Trainer aus? Welche Faktoren bestimmen über den Trainingserfolg und wie viele Vorgaben brauchen die Sportler? – das waren nur einige Fragen, denen sich die rund 500 Besucher der Jubiläumskonferenz widmeten. Ausbildungsexperten und Trainer beleuchteten die „Schlüsselfunktion Trainer/in“ in Vorträgen, Diskussionen und Praxisdemonstrationen.

Professor Dr. Nils Neuber vom Institut für Sportwissenschaft an der Universität Münster ist sich sicher: „Die Lernaufgabe des Sports ist die Bewegungsaufgabe“. Darunter versteht der Sportwissenschaftler, dass Trainer ihre Sportler zu einer selbstständigen Lösung eines Bewegungsproblems auffordern. Die Sportler sollen lernen, Möglichkeiten der Bewegung auszuprobieren und zu entwickeln. Neuber unterscheidet zwischen durchgreifendem und vermittelndem Unterricht. Bei der durchgreifenden Variante gäbe der Trainer Anweisungen, während bei der vermittelnden der Sportler zunächst selber Lösungen entwickeln kann. Welche Art die bessere ist? Das komme auf die einzelnen Personen an, so Neuber. Jugendlichen würden mehr Freiheiten beispielsweise oft gut tun, während Erwachsene eher mehr Leitung benötigen. Aber: „Die eine Variante schließt die andere nicht aus. Hauptsache, Sie machen sich den Unterschied klar und wissen, was sie tun“, resümiert Neuber.

Wie Bewegungsaufgaben und vermittelnder Reitunterricht für Kinder und Jugendliche aussehen können, zeigten Peter Teeuwen, Nachwuchstrainer der Ponyreiter, Junioren und Jungen Reiter, und Markus Scharmann, Wissenschaftskoordinator der FN. Sie gestalteten eine Springreitstunde mit einer jungen Reitschülerin. „Früher wurde das „Warum“ nicht erklärt“, erinnert sich Teeuwen an seine eigenen reiterlichen Anfänge. In der Praxisdemonstration stellte er der Reitschülerin immer wieder Fragen: Welche Möglichkeiten des Treibens hast du? Wie war das vom Grundtempo her? Wie war jetzt dein Gefühl beim Anreiten der Cavalettis? Wie kommst du besser zum zweiten Sprung hin? Teeuwen zeigte, wie Reitunterricht ein ständiger Dialog sein kann. Im Anschluss bewerteten die Besucher über Feedback-Karten Sportlerin, Trainer und Lernsituation. Dabei hoben viele vor allem die angenehme Atmosphäre und Sinnhaftigkeit des Unterrichts sowie die große Selbstreflexion der Reiterin lobend hervor. Einem Besucher fiel auf, dass Teuuwen die Schülerin wenig gelobt habe. Hermann Grams, Diplom-Sportlehrer und Seminarleiter, erwiderte auf diese Anmerkung in einer anschließenden Diskussion: „Diese Unterrichtsform braucht kein Lob, die Reiterin spürt es selbst.“

Eine angenehme Lernsituation und die positive Ansprache der Sportler sind auch Ulla Koch wichtig. Die Bundestrainerin der Kunstturnerinnen lieferte in ihrem Vortrag einen Blick über den Tellerrand und erklärte Unterrichtsformen in ihrer Sportart. Auch als Nicht-Reiterin halte sie die positive Ansprache des Trainers an den Reiter für wichtig, damit dieser auch seinem Pferd gegenüber positiv auftreten könne. Denn: Lob bewirke größere Motivation und damit bessere Leistungen und Erfolg. Für diese Ansicht erntete sie viel Beifall von den Besuchern. „Die mentale Stärke des Athleten beginnt beim Trainer“, ist Koch sich sicher. Es sei wichtig, nicht auf Fehler zu warten, sondern davon auszugehen, keine zu machen. Das würde sich auch auf den Sportler übertragen, der weniger Fehler mache, wenn er wisse was er könne. Und wenn doch Fehler passieren? „Dann müssen wir positiv bleiben und dem Athleten erklären, was er machen soll und nicht was er falsch gemacht hat.“

Die große Bedeutung des Trainers für den Lernerfolg und auch den späteren sportlichen Erfolg hob auch Gudrun Schwind-Gick, Leiterin des Ressorts Bildung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), in einem Vortrag hervor. Die Tätigkeit des Trainers sei sehr herausfordernd. Zum einen habe er eine Vorbildfunktion, zum anderem sei er einem hohen gesellschaftlichen Erwartungsdruck ausgesetzt, insbesondere im Kinder- und Jugendsport, so Schwind-Gick: „Die Eltern haben heute auch pädagogische Erwartungen an den Trainer.“ Für den DOSB habe der Trainer deshalb einen hohen Stellenwert. Der Verband möchte in den kommenden Jahren die Attraktivität und Anerkennung des Trainers verbessern.

Wie komplex die Tätigkeit des Trainers ist und wie ein selbstbewusster, mental starker Trainer aussehen kann, zeigte in einer zweiten Praxisdemonstration Bundestrainerin Monica Theodorescu. Auf die Frage, was sie von Theodorescu lerne, antwortete ihre Reitschülerin: „Entspannt bleiben.“. Auch wenn eine Lektion nicht so klappe, vermittle die Trainerin Ruhe. Zurzeit übt Theodorescus Reitschülerin mit ihrem Pferd Galopppirouetten. „Es geht nicht ums Knöpfe drücken. Der Reiter muss fühlen und für mich ist die Frage, wie vermittle ich das Gefühl“, betont die Bundestrainerin. Sie halte es wie Sportwissenschaftler Neuber nicht für sinnvoll, jungen Reitern zu viele Vorgaben zu geben. Theodorescu beobachte, dass vielen jungen Reitern im Training alles von Eltern und Trainern vorgesagt würde. Das mache die Nachwuchsreiter jedoch oft unselbstständig.

„Versuche es positiv zu sagen, versuche dem Reiter zu sagen, was er besser machen kann und nicht was er falsch macht“, war eine der Botschaften des Tages, die Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft, am Ende der Konferenz in seinem Resümee nannte. Dieser Grundsatz werde auch bei der weiteren Entwicklung der neuen Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) berücksichtigt. FN/Melanie Köster

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