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Fairer Sport - Foto: Julia Rau

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Kontrollen und Sanktionen

Sicher und sauber durch die Turniersaison

Medikationskontrolle
Eine Medikationskontrolle, oft fälschlich auch Dopingprobe genannt, kann jederzeit während einer Veranstaltung, die gemäß Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) oder Wettbewerbsordnung (WBO) durchgeführt wird, erfolgen. Wer kontrolliert wird, entscheidet in der Regel das Los. Allerdings gibt es auch Verdachtskontrollen. Dass ein Pferd mehrmals während einer Veranstaltung kontrolliert wird, ist möglich. Der Reiter, Fahrer, Longenführer wird von einem Richter, dem LK-Beauftragten oder auch von einem Tierarzt angesprochen und zur Kontrolle gebeten. 

Die Durchführungsbestimmungen fordern immer erst den Versuch, Urin zu gewinnen. Der Grund hierfür ist, dass das Auffangen von Urin die einfachste Art ist, eine Körperflüssigkeit zu gewinnen, in welcher der Nachweis von verbotenen Substanzen möglich ist. Setzt das Pferd keinen Urin ab (Wartezeit mindestens 30 Minuten, kann aber angemessen ausgedehnt werden), wird eine Blutprobe entnommen. 

Der Urin des Pferdes wird in zwei Flaschen abgefüllt. Diese tragen die Kennzeichnung A und B und werden nach dem Befüllen mit Sicherheitsdrehkappen verschlossen. Es handelt sich nicht um zwei unterschiedliche Proben, sondern um die Aufteilung einer Gesamtprobenmenge in zwei Behälter. Wird anstelle einer Urin- eine Blutprobe entnommen, wird das Blut in dafür vorgesehene Blutröhrchen gewonnen. Insgesamt sechs Stück werden bei einer Medikationskontrolle gefüllt. Vier davon werden für die A-Analyse in die A-Flasche verbracht und zwei für die B-Analyse in die B-Flasche. 

Bei einer positiven A-Analyse hat der Betroffene innerhalb einer vorgegebenen Frist von einer Woche die Möglichkeit, eine B-Analyse der Probe zu beantragen. Nur dann wird die Flasche mit der Aufschrift B geöffnet und der Inhalt analysiert. Zudem ist der Betroffene ausdrücklich aufgefordert, zu den erhobenen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Sind sowohl in der A- als auch in der B-Analyse (soweit diese durchgeführt wurde) verbotene Substanzen gemäß den aktuellen ADMR festgestellt worden, liegt ein Verstoß vor. 

Trainingskontrollen
Neu eingeführt im Rahmen der Anti-Doping und Medikamentenkontrollregen, kurz ADMR, wurden die Trainingskontrollen. Von ihnen sind zunächst nur die Bundeskaderpferde der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit betroffen. Die Kontrollen finden unangemeldet statt. Im Zusammenhang mit den Trainingskontrollen ist das Führen eines Behandlungsbuches vorgeschrieben. 

Der gesamte Ablauf der Kontrolle wird in allen Einzelheiten in den ADMR der LPO beschrieben. 

Sanktionen
Wird bei einer Medikationskontrolle ein Verstoß gegen die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln festgestellt, erfolgt unverzüglich die Einleitung eines Ordnungsverfahrens. Bei Nachweis einer Dopingsubstanz bzw. der Anwendung einer verbotenen Methode oder gar im Falle der Verweigerung der Kontrolle wird der Betroffene mit sofortiger Wirkung von der Teilnahme an Turnieren vorläufig ausgeschlossen (vorläufige Suspendierung). 

Das Verfahren wird durch die Disziplinarkommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) geführt, die unabhängig besetzt ist. Der Nachweis einer gemäß Liste I bis III verbotenen Substanz kann auch als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und das Arzneimittelgesetz gewertet und nach diesen Vorschriften bestraft werden. Solche Verstöße werden von der FN der zuständigen Behörde gemeldet.

Die Höhe des Strafmaßes erfolgt in Abhängigkeit von der nachgewiesenen verbotenen Substanz. Im Bereich der Dopingsubstanzen sowie der Anwendung verbotener Methoden beträgt die Dauer der Sperre im Regelfall zwei Jahre. Bei einem Verstoß wegen unerlaubter Medikation ist mit einer Sperre von mindestens einem Monat bis zu einem Jahr zu rechnen. 

In beiden Fällen kann aufgrund außergewöhnlicher Umstände von einer Sperre abgesehen oder aber die Sperre herabgesetzt werden. Für das Herabsetzen der Sperre ist es erforderlich, dass der Betroffene nachweist, wie die verbotene Substanz in den Organismus des Pferdes gelangt ist und dass ihn keine grobe Sorgfaltspflichtverletzung im Zusammenhang mit dem festgestellten Verstoß trifft. Zusätzlich können zu den Sperren noch erhebliche Geldbußen verhängt werden. Alle Ergebnisse, die das Pferd auf dem betreffenden Turnier erzielt hat, werden annulliert. 

Verstößt der Betroffene bereits zum wiederholten Male gegen die geltenden ADMR, so erhöht sich das Strafmaß deutlich. Auch Pferde können im Falle des Verstoßes gegen die ADMR gesperrt werden. Bei Nachweis einer Dopingsubstanz oder Anwendung einer verbotenen Methode wird das Pferd für acht Wochen gesperrt. Handelt es sich bei der Dopingsubstanz um eine anabole Substanz, dann beträgt die Dauer des Ausschlusses des Pferdes von Wettkampfveranstaltungen sechs Monate.

Ansprechpartner

Foto von Angelika Stephan

Angelika Stephan

Tel 02581/6362-237
Fax 02581/6362-543

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