Deutsche Reiterliche Vereinigung

Coronavirus: Auswirkungen auf den Pferdesport

Aktuelle Informationen

Die Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) treffen Vereine, Betriebe, Pferdehalter, -sportler und -züchter sowie Turnierveranstalter mit besonderer Härte und erschüttern sie bis ins Mark. Als Interessenvertreter von Pferdesport und Pferdezucht setzen sich die FN und ihre Mitgliedsverbände dafür ein, dass Training, Unterricht, Turniere, Leistungsprüfungen, Lehrgänge, Seminare und andere Vereinsaktionen auf den Pferdesportanlagen auch in Corona-Zeiten stattfinden dürfen.

Die Bundes- und Landesregierungen haben beschlossen, Sportstätten für den Freizeit- und Amateursportbetrieb ab 2. November erneut zu schließen, jedoch sind Ausnahmen für den Individualsport ausdrücklich vorgesehen.

Als Bundesverband orientiert sich die FN an den Vorgaben der Bundesregierung, interpretiert sie aus fachlicher Sicht und leitet daraus Empfehlungen im Sinne von Pferdesport und Pferdezucht ab, die in den untenstehenden Downloads und FAQ nachzulesen sind. Die FN kann keine bundeseinheitlichen und rechtsverbindlichen Regeln zum Umgang mit dem Coronavirus aussprechen. Dafür sind Bundesregierung, Bundesländer, Landkreise und Kommunen zuständig. So kommt es, dass es regional und lokal unterschiedliche Regelungen für Pferdesport und Pferdezucht gibt. Die FN rät allen Pferdesportlern und Züchtern, sich die Veröffentlichungen des Landespferdesportverbandes, der Regierung und Ministerien des eigenen Bundeslandes sowie der Kommunen durchzulesen und im Zweifel beim zuständigen Ordnungsamt nachzufragen.

Die jeweiligen Verordnungen und Allgemeinverfügungen, die in den Region gelten, sind auf den Seiten der Bundesländer zu finden: www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198


News

06.11.2020 | Coronavirus: Novemberhilfe für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und andere Einrichtungen

31.10.2020 | Coronavirus: Erste Länder-Verordnungen verfügbar

29.10.2020 | Coronavirus: Position der FN zu neuen Beschlüssen

28.10.2020 | Coronavirus: Neue Beschlüsse machen Ausnahmen für Individualsport möglich


Downloads

Achtung: Es muss stets beachtet werden, dass die Corona-Lage sehr dynamisch ist und sich die unterschiedlichen Vorgaben von Bund und Ländern schnell verändern können. Deshalb unterliegen auch die genannten Dokumente einem ständigen Anpassungsprozess.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Noch nicht auf alle Fragen haben wir eine zufriedenstellende Antwort. Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, Ihre Fragen so schnell wie möglich zu beantworten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir sehr viele Anfragen rund um Corona erhalten und auch ein wenig Zeit für die Recherche benötigen. Sobald wir über die entsprechenden Informationen und Empfehlungen verfügen, werden wir sie hier veröffentlichen. Wir können jedoch keine rechtsverbindlichen Antworten geben. Ihre Fragen können Sie an die E-Mail-Adresse corona@fn-dokr.de senden.

Status Quo
Die Bundes- und Landesregierungen haben beschlossen, Sportstätten für den Freizeit- und Amateursportbetrieb ab 2. November erneut zu schließen, jedoch sind Ausnahmen für den Individualsport ausdrücklich vorgesehen. Der Beschluss bedeutet aus Sicht der FN nicht, dass die Pferdesportanlagen wie im März komplett geschlossen werden müssen. Die Pferdebesitzer oder von ihnen beauftragte Personen (z.B. Reitbeteiligung) haben also grundsätzlich weiterhin Zugang zu ihren Pferden, um die Versorgung und Bewegung der Pferde und somit das Tierwohl jederzeit sicherstellen zu können.

Position der FN
Dass der Pferdesport – mit Ausnahme des Gruppenvoltigierens – als Individualsport gilt, ist unumstritten. Ebenso, dass die Versorgung und Bewegung von Pferden zu jeder Zeit sichergestellt werden muss, um das Tierwohl zu gewährleisten.

Die FN und ihre Landesverbände vertreten folgende Position gegenüber den Ministerien:

  • Der Pferdesport ist kein Kontaktsport und findet in der Regel an der frischen Luft statt. Es liegt in der Natur der Sache, dass beim Umgang mit Pferden und beim Reiten ein Sicherheitsabstand gewahrt wird. Pferdesportlerinnen und Pferdesportler wissen, wie wichtig Disziplin und die Einhaltung von Regeln sind. Sie können sich gut organisieren und nehmen Rücksicht auf andere Menschen. Das haben sie in den vergangenen Monaten bewiesen.
  • Im Pferdesport gibt es mit Reithallen und Reitplätzen große Bewegungsflächen. Schon im Rahmen des Lockdowns im März/April durfte in den meisten Bundesländern mindestens ein Pferd pro 200 Quadratmeter bewegt werden. Mindestens das muss weiter gelten, auch wenn dies im Einzelfall bedeuten kann, dass mehr als zwei Reiter in einer Halle oder auf einem Platz reiten. Da die örtlichen Gegebenheiten auf den Pferdesportanlagen unterschiedlich sind (Größe der Halle/des Platzes, Belüftung), sind keine pauschalen Zahlenvorgaben nötig. Bei Bedarf kann eine Bewegungsfläche auch in mehrere Flächen unterteilt werden.
  • Die Pferdebewegung in der Halle/auf dem Platz bedarf einer fachkundigen Aufsicht, die die Sicherheit gewährt. Diese Aufgabe übernimmt im besten Fall ein/e Trainer/in oder ein/e Reitlehrer/in. Somit ist nach Auffassung der FN auch Unterricht erlaubt, der weniger Training als vielmehr eine Beaufsichtigung und Sicherheitsbegleitung bei der Bewegung von Pferden ist.
  • Die Pferdesportverbände wollen ihre gesellschaftliche Verantwortung weiterhin wahrnehmen und die Maßnahmen der Behörden unterstützen. Daher wird den Vereinen und Betrieben empfohlen, wieder bzw. weiterhin die Anwesenheit der Menschen auf der Anlage zu dokumentieren. Wenn es aufgrund des Platzangebotes auf der Reitanlage erforderlich ist, wird zudem empfohlen, Zeitfenster zu vergeben, um die Zahl der Menschen auf der Reitanlage zu regulieren.
  • Die Verbände haben den Vereinen und Betrieben seit dem Frühjahr umfassende Leitfäden zur Verfügung gestellt, die konsequent angewandt werden, auf den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln beruhen und stetig aktualisiert werden.

Darüber hinaus gibt es grundlegende Eckpunkte zum Hygiene- und Infektionsschutzmanagement, die für Pferdesport und Pferdezucht in ihrer Gesamtheit sichergestellt werden sollten. Dies sind:

  • Reduzierung/Begrenzung der Anwesenheitszeiten auf der Pferdesportanlage bzw. dem Zuchtbetrieb auf ein notwendiges Maß.
  • Nachvollziehbare Dokumentation der Anwesenheitszeiten der Menschen auf der Pferdesportanlage bzw. dem Zuchtbetrieb.
  • Die Anzahl der Pferde und Menschen, die gleichzeitig in einer Reithalle bzw. auf einem Reitplatz trainieren, wird mit Blick auf den Infektionsschutz so klein wie möglich gehalten und ein Sicherheitsabstand stets gewährleistet.
  • Die Anzahl der Pferde, die in einem Stalltrakt gleichzeitig gepflegt werden, wird mit Blick auf den Infektionsschutz so klein wie möglich gehalten und ein Sicherheitsabstand stets gewährleistet.
  • Reduzierung der Kontakte auf ein Minimum und Einhaltung der Mindestabstandsregeln zu anderen Personen.
  • Benennung einer Person im Reitstall bzw. Zuchtbetrieb, die für die Überwachung und Beratung zu Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben verantwortlich ist.
  • Einhaltung aller Maßgaben zum Infektionsschutz nach den AHA- plus L-Regeln der Bundesregierung. Mehr Informationen dazu: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona.html
  • Besonderer Schutz der Angehörigen von Risikogruppen.
  • Personen mit Krankheitssymptomen dürfen den Stall/die Pferdesportanlage nicht betreten.
  • Infektionsrisiken in allen Bereichen der Pferdesportanlage bzw. des Zuchtbetriebs und für alle Maßnahmen und Angebote abwägen, einordnen und entsprechende Schutzmaßnahmen umsetzen. Das gilt auch beim Zuchteinsatz von Pferden. Als Hilfestellung dafür stehen konkretisierende Leitfäden zur Verfügung, beispielsweise für den Reitschulunterricht, den Wettkampfbetrieb sowie für Zuchtveranstaltungen. Diese sind unter www.pferd-aktuell.de/coronavirus im Downloadbereich zu finden.
  • Empfehlung zur Nutzung der „Corona-Warn-App“ der Bundesregierung, um Infektionsketten schneller nachvollziehen und unterbrechen zu können. Mehr Informationen zur App gibt es unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app

Erstellung von Hygienekonzepten und Dokumentation der Anwesenheit
Um die oben genannten Punkte umsetzen zu können, empfiehlt die FN den Betreibern von Pferdesportanlagen/den Verantwortlichen in den Vereinen, unbedingt Hygienekonzepte aufzustellen und dafür zu sorgen, dass die Anwesenheit aller Personen, dazu gehören auch Tierärzte, Schmiede, Therapeuten, externe Reitlehrer und andere Dienstleister, auf der Anlage dokumentiert und abgestimmt wird, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Darf ein Stallbetreiber den Betrieb für Pferdebesitzer und Einstaller schließen oder die Anwesenheitszeit und Personenzahl auf der Anlage begrenzen?
Der Betreiber/Besitzer der Anlage hat das Hausrecht und muss beurteilen, welche Aktivitäten rund um Versorgung und Bewegung der Pferde auf seiner Anlage unter Berücksichtigung der geltenden Regeln noch stattfinden können. Da die Sportanlagen aber nicht wie im März komplett geschlossen werden müssen, sondern Ausnahmen für den Individualsport gelten, müssen Stallbetreiber ihren Einstallern auch den Zugang zu ihren Pferden gewähren und ihren Betrieb nur in absoluten Ausnahmefällen schließen. Dafür ist dann eine gute Begründung notwendig, ein pauschaler Verweis auf den eigenen gesundheitlichen Schutz und den gesundheitlichen Schutz der Kunden und Mitarbeiter wird dabei nicht ausreichen. Es müssen im Einzelfall vielmehr gravierende, zusätzliche Faktoren hinzutreten. Der Anlagenbetreiber ist rechtlich für die Einhaltung der behördlichen Vorgaben verantwortlich. Wenn er Betretungsverbote ausspricht, muss er neben der notwendigen Versorgung sicherstellen, dass Pferde ein ausreichendes Angebot an freier Bewegung haben. Sollte der Trainings-, Ausbildungs- sowie Gesundheitszustand dies zulassen, ist ein Verzicht auf zusätzliche kontrollierte Bewegung vertretbar. Sollte dies nicht möglich sein, muss er Notbewegungspläne aufstellen – stets in enger Abstimmung mit den Pferdebesitzern/Einstellern.

Was umfasst die notwendige Versorgung und Bewegung von Pferden?
Die notwendige Versorgung und Bewegung umfasst folgende Punkte und muss zu jeder Zeit sichergestellt werden, um das Tierwohl zu gewährleisten:

  • Pferdegerechte Fütterung
  • Pflege der Boxen (Ausmisten und Einstreuen, Kontrolle der Tröge und Tränken)
  • Tägliche Tierkontrolle (Ist das Pferd gesund? Hat es Verletzungen?)
  • Bewegung: Täglich mehrstündige Bewegung zusammengesetzt aus kontrollierter Bewegung (z.B. Reiten/Longieren) und freier Bewegung (Auslauf auf dem Paddock/der Weide) sind essentiell für das physische und psychische Wohlbefinden sowie die Gesunderhaltung des Pferdes. Für den Fall, dass ein Pferd ein ausreichendes Angebot an freier Bewegung hat und der Trainings-, Ausbildungs- sowie Gesundheitszustand dies zulässt, ist ein Verzicht auf zusätzliche kontrollierte Bewegung vertretbar.
  • Notwendige tierärztliche und/oder therapeutische Versorgung
  • Dringend notwendige Versorgung durch den Schmied

Gibt es eine zeitliche Begrenzung für die Anwesenheit auf der Pferdesportanlage/im Stall/in der Reithalle? Dürfen mehrere/unterschiedliche Personen ein Pferd versorgen und bewegen (z.B. Reitbeteiligungen)?
Um die gesetzlichen Regelungen bzw. Inhalte der Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer einhalten zu können, empfiehlt die FN den Betreibern von Pferdesportanlagen/den Verantwortlichen in den Vereinen, unbedingt Hygienekonzepte aufzustellen und dafür zu sorgen, dass die Anwesenheit aller Personen, dazu zählen neben den Pferdebesitzern/Reitbeteiligungen auch Tierärzte, Schmiede, Therapeuten, externe Reitlehrer und andere Dienstleister, auf der Anlage dokumentiert und abgestimmt wird, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Die FN unterstützt die Stallbetreiber darin, klare Regeln für ihren Betrieb/ihre Anlage aufzustellen – unter angemessener und verantwortungsvoller Berücksichtigung der Betriebsgröße, der vorhandenen Möglichkeiten (Ställe, Plätze, Hallen) sowie der Zahl der Einstaller. Die vorhandenen Möglichkeiten auf den Anlagen müssen mit Vernunft und Augenmaß so gut wie möglich ausgeschöpft werden. Es geht darum, die Betreuung der Pferde durch die Besitzer oder von ihnen beauftragte Personen sowie Training und Unterricht auch mit externen Trainern zu ermöglichen.

Auf Anlagen, deren räumliche Kapazitäten es nicht zulassen, dass sich alle Pferdebesitzer/Reitbeteiligungen zeitgleich bei ihren Pferden aufhalten, müssen also Zeitfenster vorgegeben werden, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Dies dient dazu, allen Pferdebesitzern/Reitbeteiligungen die Möglichkeit zu geben, ihre Pferde angemessen zu versorgen und zu bewegen. Aus den Beschlüssen des Bundes und der Länder gehen jedoch keine konkreten zeitlichen Begrenzungen hervor.

Dürfen externe Trainer Unterricht erteilen? Dürfen neben Tierärzten und Schmieden auch andere Dienstleister, zum Beispiel Osteopathen oder Sattler, auf den Hof kommen?
Die Bundesregierung appelliert dringend, in der kommenden Zeit Abstand zu halten und Kontakte zu verringern. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Die Anwesenheit von externen Personen wie Trainern/Ausbildern, Tierärzten, Therapeuten und anderen Dienstleistern muss also ebenfalls auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Zudem müssen alle Aktivitäten in das Hygienekonzept der jeweiligen Pferdesportanlage integriert werden, also mit dem Betreiber der Anlage abgestimmt sein. Der Mindestabstand von 1,5 Metern sowie die bekannten Hygieneregeln müssen zu jeder Zeit eingehalten werden.

Darf ich mit meinem Pferd zum Training an einen anderen Ort fahren?
Die Bundesregierung appelliert dringend, in der kommenden Zeit Abstand zu halten, Kontakte zu verringern und wann immer möglich zu Hause zu bleiben. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sowie generell auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten. Deshalb empfiehlt die FN, in den kommenden Wochen auch auf Reisen/Fahrten mit dem Pferd zu verzichten. Sollte jedoch am eigenen Stall keine Möglichkeit gegeben sein, um dem Pferd täglich mehrstündige Bewegung zusammengesetzt aus freier Bewegung (z.B. Paddock/Weide) und kontrollierter Bewegung (z.B. Reiten/Longieren) zukommen zu lassen, sollte es aus Sicht der FN zulässig sein, zum Zwecke der notwendigen Bewegung an einen anderen Ort zu fahren, an dem etwa eine Reithalle oder ein Reitplatz vorhanden ist. Dies ist dann allerdings im Vorhinein mit dem Anlagenbetreiber abzustimmen.

Ich wohne in einem deutschen Grenzgebiet und mein Pferd steht im benachbarten Ausland. Was kann ich tun, wenn es zu Problemen bei der Ein-/Ausreise kommt?
Wir haben allergrößtes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Pferdehalter. So hart es aber leider klingt – nach unserem Kenntnisstand werden die Pferdehalter nicht zu ihren Pferden im Ausland gelangen können, wenn dies die Anweisungen der örtlichen Behörden und/oder der Polizei sind. Derzeit gibt es zwar keine grundsätzlichen Grenzschließungen für den Personenverkehr, jedoch kann jedes Land aus Infektionsschutzgründen eigene (Ausnahme-)Regelungen für den Grenzübertritt aufstellen.

Wir raten Pferdehaltern dringend, sich vor dem Grenzübertritt die jeweiligen Regelungen zur Ein- und Ausreise sowie die Quarantäne-Bedingungen beider Länder durchzulesen und zu berücksichtigen. Die aktuell ausgewiesenen Corona-Risikogebiete sind auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html zu finden.

Darüber hinaus können wir ihnen nur raten, ihr sehr verständliches und notwendiges Anliegen per E-Mail an ihren zuständigen Amtsveterinär zu schicken. Der auf der deutschen Seite regional zuständige Amtsveterinär sollte auf dem Briefpapier des entsprechenden Landkreises (oder wenigstens per E-Mail) die tiermedizinische Notwendigkeit für den Grenzübertritt bestätigen. Dieses amtliche Dokument kann an der Grenze vielleicht weiterhelfen. Bis dahin sollten die Pferdehalter die E-Mail an den Amtsveterinär ausdrucken und beim Grenzübergang vorzeigen, um damit als „Eigenbeleg“ das Anliegen nachweisen zu können. Möglicherweise kann es helfen, in Reitbekleidung an die Grenze zu fahren, um deutlich zu machen, dass der alleinige Zweck des Grenzübertritts die notwendige Versorgung und Bewegung der Pferde ist. Ob dieses Vorgehen sowie das amtliche Dokument tatsächlich von den Grenzbeamten akzeptiert wird, können wir jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Deshalb sollten die Pferdehalter dringend alternative Personen auf der anderen Seite der Grenze ausfindig machen, die ihre Pferde versorgen können/könnten, wenn es keine andere Lösung dafür geben sollte.

Darf ich in ein anderes Bundesland fahren, um mein Pferd zu versorgen und zu bewegen?
Derzeit gibt es nach Kenntnis der FN lediglich Einschränkungen bei touristischen und anderen nicht notwendigen Reisen. Da die notwendige Versorgung und Bewegung der Pferde zu jeder Zeit sichergestellt werden muss, um das Tierwohl zu gewährleisten, sollte dies ein triftiger Grund für die Fahrt in ein anderes Bundesland sein. Anderslautenden behördlichen Vorgaben – dazu zählen die Corona-Verordnungen des jeweiligen Bundeslandes und des Landkreises, in den gereist wird – ist natürlich stets Folge zu leisten. Die FN empfiehlt, stets eine Eigenerklärung für den Zweck der Fahrt mit sich zu führen. Ein Musterformular ist im Downloadbereich dieser Seite zu finden.

Darf ich ein Pferd kaufen/verkaufen und ausprobieren (lassen)?
Aus den Verordnungen der Bundesländer gehen keine klaren Regelungen zum Pferdekauf/-verkauf hervor. Deshalb empfiehlt die FN, diese Frage direkt mit den zuständigen Behörden vor Ort abzustimmen. Generell sollten Besuche externer Personen auf Pferdesportanlagen in das vorhandene Hygienekonzept integriert werden, um Menschenansammlungen zu verhindern. Die bekannten Abstands- und Hygieneregeln müssen zu jeder Zeit eingehalten werden.

Die Bundesregierung appelliert dringend an die Bürgerinnen und Bürger, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Individualsport ist in der Regel nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts erlaubt.

Manche Bundesländer haben konkrete Informationen zum Ausreiten veröffentlicht. In Baden-Württemberg gelten dabei zum Beispiel die Regelungen für Treffen und Ansammlungen im öffentlichen Raum (maximal zwei Haushalte oder Personen, die in gerade Linie miteinander verwandt sind. In allen Fällen gilt: höchstens zehn Personen).

Die FN empfiehlt dringend, sich bei den örtlichen Behörden über die geltenden Regelungen zu informieren und beim Ausreiten an die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes zu halten.

Status Quo
Die Bundes- und Landesregierungen haben beschlossen, Sportstätten für den Freizeit- und Amateursportbetrieb ab 2. November erneut zu schließen, jedoch sind Ausnahmen für den Individualsport ausdrücklich vorgesehen. Der Beschluss bedeutet aus Sicht der FN nicht, dass die Pferdesportanlagen wie im März komplett geschlossen werden müssen. Die Pferdebesitzer oder von ihnen beauftragte Personen (z.B. Reitbeteiligung) haben also grundsätzlich weiterhin Zugang zu ihren Pferden, um die Versorgung und Bewegung der Pferde und somit das Tierwohl jederzeit sicherstellen zu können.

Position der FN
Die Position der FN ist, dass die Pferdebewegung in der Halle/auf dem Platz einer fachkundigen Aufsicht bedarf, die die Sicherheit gewährt. Diese Aufgabe übernimmt im besten Fall ein/e Trainer/in oder ein/e Reitlehrer/in. Somit ist nach Auffassung der FN auch Unterricht erlaubt, der weniger Training als vielmehr eine Beaufsichtigung und Sicherheitsbegleitung bei der Bewegung von Pferden ist. Da das Reiten als Individualsport eingestuft ist, darf dieser auch ausgeübt werden. Dies gilt allerdings leider nicht für das Gruppenvoltigieren.

Im Pferdesport gibt es mit Reithallen und Reitplätzen große Bewegungsflächen. Schon im Rahmen des Lockdowns im März/April durfte in den meisten Bundesländern mindestens ein Pferd pro 200 Quadratmeter bewegt werden. Mindestens das muss weiter gelten, auch wenn dies im Einzelfall bedeuten kann, dass mehr als zwei Reiter in einer Halle oder auf einem Platz reiten. Da die örtlichen Gegebenheiten auf den Pferdesportanlagen unterschiedlich sind (Größe der Halle/des Platzes, Belüftung), sind keine pauschalen Zahlenvorgaben nötig. Bei Bedarf kann eine Bewegungsfläche auch in mehrere Flächen unterteilt werden.

Achtung: Mit dieser Position setzen sich die FN und ihre Landesverbände auf politischer Ebene für den Pferdesport ein. Rechtsverbindlich sind jedoch ausschließlich die Verordnungen und Vorgaben der Bundesländer und zuständigen Behörden. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen zur Gestaltung des Unterrichts- und Trainingsbetriebs. Diesen ist stets Folge zu leisten, um den Ordnungsbehörden keinen Anlass für die Schließung von Anlagen zu geben oder Bußgelder zu riskieren.

Darf auch in Reithallen Pferdesport betrieben werden?
Aus Sicht der FN sind Reithallen nicht mit einer komplett geschlossenen Sporthalle zu vergleichen. Die Luftzirkulation/Belüftung und das Klima sind in Gänze anders. Abgesehen von der Belüftung über das Dach (Trauf-First-Lüftung) sind bei vielen Reithallen mittlerweile ganze Seiten offen bzw. mit Windschotts versehen, so dass sehr oft von annähernd vergleichbaren klimatischen Verhältnissen auszugehen ist wie auf einem Reitplatz. Sofern Training und Unterricht auf Reitplätzen erlaubt sind, muss dies nach Auffassung der FN unter Einhaltung der notwendigen Infektionsschutzregeln auch für Reithallen gelten. Die FN rät jedoch allen Pferdesportlern, sich vor Ort über die konkreten Regelungen in ihrem Bundesland bzw. ihrer Kommune zu informieren, denn den behördlichen Vorgaben ist stets Folge zu leisten.

In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen zur Gestaltung des Unterrichts- und Trainingsbetriebs. Diesen ist stets Folge zu leisten, um den Ordnungsbehörden keinen Anlass für die Schließung von Anlagen zu geben oder Bußgelder zu riskieren.

In der folgenden Auflistung sind die jeweiligen Regelungen in den Bundesländern sowie Links zu den aktuellen Verordnungen und den Internetseiten der Landespferdesportverbände zu finden. Bitte beachten Sie unbedingt, dass die Internetseiten der zuständigen Ministerien und Verbände nach und nach aktualisiert werden und noch nicht in allen Bundesländern die ab 2. November gültigen Verordnungen und Regelungen veröffentlicht wurden. Diese Übersicht wird regelmäßig aktualisiert.

Regelungen in den einzelnen Bundesländern
Hinweis zum Voltigier- und Fahrunterricht: Solange die geltenden Kontaktbeschränkungen (in der Regel ist Sport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenes Haushalts erlaubt) und die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, sollte in den Bundesländern, in denen Einzelunterricht gestattet ist, auch Einzelvoltigier- und Fahrunterricht möglich sein.

Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg schreibt auf seiner Internetseite:

Öffentliche und private Sportanlagen und Sportstätten einschließlich anderer Einrichtungen wie Fitnessstudios, Yogastudios und Tanzschulen müssen schließen. Ausgenommen ist die Nutzung für den Spitzen- und Profisport, dienstliche Zwecke (etwa Polizei und Feuerwehren) sowie den Schulsport und den Studienbetrieb (Hochschulen).

Öffentliche und private Sportanlagen oder Sportstätten können zudem im Freizeit- und Amateurindividualsport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts genutzt werden.

Weitläufige Anlagen wie Golfplätze, Reitanlagen oder auch Tennisplatzanlagen dürfen auch von mehreren individualsportlich aktiven Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden. Voraussetzung für die Nutzung der Toiletten, Umkleiden und Duschen ist, dass sie nicht geteilt werden und Personen, die nicht gemeinsam sportlich aktiv sind, sich nicht begegnen.

Reiten ist nur individualsportlich, das heißt alleine oder mit einer Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Gruppenunterricht ist nicht erlaubt. Für Ausritte gelten die Regelungen für Treffen und Ansammlungen im öffentlichen Raum- Weitläufige Reitanlagen im Freien dürfen auch von mehreren individualsportlich aktiven Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden.

Ob und inwieweit eine Reithalle vor Ort aufgrund von Belüftungsmöglichkeiten oder der bestehenden Möglichkeit Hallenseiten komplett zu öffnen einer Sportanlage/-stätte im Freien gleichzusetzen ist, muss letztlich im Einzelfall vor Ort beurteilt und entschieden werden. Das Ministerium kann leider nur allgemeine Hinweise zur Auslegung der CoronaVO geben. Bei Zweifelsfragen ist das zuständige Ordnungsamt heranzuziehen, siehe dazu § 20 CoronaVO. Sollte in diesem Zuge vor Ort festgestellt werden, dass eine Reithalle aufgrund der vor Ort zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Sportanlage/-stätte im Freien gleichzusetzen ist, kann auch diese zeitgleich von mehreren individualsportlich aktiven Personen genutzt werden. Wir empfehlen diesbezüglich eine Begrenzung von maximal einer Person pro 200 Quadratmeter und weisen nochmals eindringlich auf die Reduzierung von physischen Kontakten auf der Anlage hin. Der Infektionsschutz und die damit verbundene weitere Eindämmung des Corona-Virus haben oberste Priorität.

Quelle: https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/verbraucherschutz/verbraucherinformationen-zum-coronavirus/faqs/

Bayern

Die Bayerische Corona-Schutzverordnung wurde mit Wirkung zum 13. November aktualisiert. Demnach sind nun „der Betrieb und die Nutzung von Sporthallen, Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten untersagt. Abweichend von Satz 1 ist für die in Abs. 1 Satz 1 genannten Zwecke der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten unter freiem Himmel zulässig. Abs. 2 und § 18 bleiben unberührt.“

Aus den FAQ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/#cc-accordion-05ea19fdaf20a210) gehen folgende Informationen hervor:

Der Betrieb und die Nutzung von Sporthallen, Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten ist nur unter freiem Himmel und nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt.

Die Ausübung von Individualsporten ist nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt. Die Ausübung von Mannschaftssportarten ist untersagt.

Der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten zur Bewegung von Tieren ist aus zwingenden Gründen des Tierwohls auch indoor zulässig (z.B. Reithallen).

Der Wettkampf- und Trainingsbetrieb der Berufssportlerinnen und Berufssportler sowie der Leistungssportlerinnen und Leistungssportler der Bundes- und Landeskader ist unter folgenden Voraussetzungen zulässig: Die Anwesenheit von Zuschauerinnen und Zuschauer ist ausgeschlossen. Es erhalten nur solche Personen Zutritt zur Sportstätte, die für den Wettkampf- oder Trainingsbetrieb oder die mediale Berichterstattung erforderlich sind. Der Veranstalter hat zur Minimierung des Infektionsrisikos ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und zu beachten, das auf Verlangen den zuständigen Behörden vorzulegen ist.

Auch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat FAQ zu den Themen Reitsport und Pensionspferdehaltung veröffentlicht. Demnach darf Reitunterricht einzeln, zu zweit oder mit den Angehörigen des gemeinsamen Hausstands nur auf einem Reitplatz unter freiem Himmel stattfinden. Dabei wird der Reitlehrer als Dienstleister nicht mitgezählt, wenn er an der Ausübung nicht beteiligt ist. Die Nutzung von Reithallen zur Ausübung von Reitsport oder Reitunterricht ist ab dem 13.11.2020 untersagt.

Die Abgrenzung zwischen Reitsport und der Bewegung von Pferden aus Gründen des Tierwohls formuliert das Ministerium wie folgt: Die Versorgung, Pflege und Bewegung der Tiere muss aus Gründen des Tierwohls gewährleistet sein. Pferdebesitzer oder von ihnen Beauftragte dürfen für die notwendige Bewegung der Pferde (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) auch Reithallen nutzen. Beim Bewegen der Pferde ist die Anzahl der Pferde in der Halle oder auf dem Reitplatz, die sich gleichzeitig dort befinden, zu begrenzen. Als Orientierungswert können hier 200 m² pro Pferd unter Einhaltung des Mindestabstands herangezogen werden. Sämtliches soziales Miteinander der Reiter ist zu vermeiden (z.B. Schließen des sogenannten Reiterstübchens). Quelle: https://www.stmelf.bayern.de/ministerium/241613/

Berlin

Generell gilt laut Corona-Schutzverordnung: Sport alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand ist unter Einhaltung des Mindestabstandes drinnen und draußen erlaubt. Für den Berufssport gilt diese Einschränkung nicht. Für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren ist Sport in Gruppen mit höchstens zehn Personen im Freien erlaubt. Es muss für die Sportanlagen ein Schutz- und Hygienekonzept vorhanden sein und eine Anwesenheitsdokumentation erfolgen. Wettkämpfe im Profisport sind erlaubt, soweit sie im Rahmen eines Nutzungs- und Hygienekonzeptes des jeweiligen Sportfachverbandes stattfinden.

Der Landespferdesportverband hat eine Konkretisierung der Corona-Schutzverordnung für den Pferdesport in Berlin bekannt gegeben. Der intensive Abstimmungsprozess mit dem Landessportbund Berlin und der zuständigen Senatsverwaltung hat zu guten Resultaten für den Pferdesport in Berlin unter Einhaltung der Schutzverordnung geführt:

Grundsätzlich sind die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten. Das Bilden von Warteschlangen und Gruppen auf der Reitanlage ist untersagt. Kinder bis zwölf Jahre dürfen in Gruppen bis zu zehn Personen gemeinsam Outdoor-Sport treiben. Die Gruppe darf von einer weiteren Person betreut werden. Für Personen über zwölf Jahren ist keine Gruppenbildung erlaubt, hier gelten Outdoor die gleichen Bestimmungen wie Indoor.

Indoor gilt: Grundsätzlich ist das Sporttreiben in allen gedeckten Sporthallen verboten. Für den Pferdesport gibt es eine Ausnahme, um dem Tierschutz Rechnung zu tragen. In einer Halle dürfen sich gleichzeitig pro 200 m² ein Reiter-Pferd-Paar aufhalten. Zusätzlich darf eine Person „am Boden“ in der Halle sein. Diese Person kann eine Reitlehrerin/ein Reitlehrer sein und sollte mindestens die Aufsicht führen und die Ordnung sicherstellen. Wenn sich mehrere Aufsichtspersonen in der Halle aufhalten, wird die Anzahl der Reiter-Pferd-Paare entsprechend reduziert.

Gruppenunterricht/Abteilungsreiten ist nicht erlaubt. Einzelvoltigieren ist erlaubt und auch Hippotherapie/Therapeutisches Reiten kann stattfinden.

Brandenburg

Der Sportbetrieb auf und in allen Sportanlagen ist untersagt. Dies gilt insbesondere für Gymnastik-, Turn- und Sporthallen, Fitnessstudios, Tanzstudios, Tanzschulen, Bolzplätze, Skateranlagen und vergleichbare Einrichtungen. Ausnahmen gibt es für den Individualsport auf und in allen Sportanlagen allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts. Die Ausübung von Kontaktsport mit Personen eines anderen Haushalts ist untersagt. Erlaubt ist auch der Schulbetrieb sowie Lehrveranstaltungen in der Sportpraxis an Hochschulen, der Trainings- und Wettkampfbetrieb der Berufssportlerinnen und sportler, der Bundesligateams sowie der Kaderathletinnen und -athleten der olympischen und paralympischen Sportarten an Bundes-, Landes- oder Olympiastützpunkten, der im Rahmen eines Nutzungs- und Hygienekonzeptes des jeweiligen Sportfachverbandes stattfindet.

Das zuständige Ministerium hat auf seiner Internetseite FAQ zur aktuellen Verordnung veröffentlicht: https://mbjs.brandenburg.de/kinder-und-jugend/weitere-themen/corona-aktuell.html. Daraus geht folgendes hervor: „Die Versorgung von Tieren (z.B. Pferden) ist kein Sportbetrieb im Sinne von § 12 Absatz1. Der Tierschutz gemäß § 2 Tierschutzgesetz ist weiter einzuhalten, d.h. Tiere dürfen im erforderlichen Umfang auch auf Sportanlagen versorgt und bewegt werden (z.B. Pferde), soweit dies für eine artgerechte Haltung erforderlich ist.

(Einzel-)Personen können weiterhin alle Sportanlagen – auch Sporthallen – nutzen, soweit es sich um Individualsport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts handelt (z.B. Tennishallen; § 12 Absatz 2 Ziffer 1). Dies gilt jedoch nur, wenn kein Kontaktsport mit Personen eines anderen Haushalts ausgeübt wird. Um Kontaktsportarten handelt es sich immer dann, wenn der Abstand von 1,50 Meter bei der regelkonformen Sportausübung nicht jederzeit eingehalten werden kann (vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 2 Halbsatz 1).

Das heißt nach den Informationen des Landesverbandes, dass auch der Pferdesport als Individualsport auf und in allen Sportanlagen allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts möglich ist. Dabei ist stets ein Abstand von mind. 1,5 Metern einzuhalten (Ausnahme: Angehörige des eigenen Haushalts). Reiten in der Halle und auf dem Außenplatz ist ebenso möglich. Eine Person, die die Reiterin bzw. den Reiter dabei kontaktfrei unterstützt, gilt nicht als sporttreibend. Kontaktsport mit Personen eines anderen Haushalts (z. B. Gruppenvoltigieren) ist nicht möglich. Als Person „eines anderen Haushalts“ gilt nicht: die Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts oder eines familiengerichtlich angeordneten begleiteten Umgangs sowie die Begleitung unterstützungsbedürftiger Personen. Eltern, Sorge- und Umgangsberechtigte dürfen also z.B. die Kinder beim Ponyreiten führen.

Weitere wichtige Aspekte der Eindämmungsverordnung für Pferdesport-Vereine und pferdehaltende Betriebe im Land Brandenburg hat der Landesverband hier zusammengestellt: https://www.lpbb.de/index.php/nachrichten/wichtige-aspekte-der-eindaemmungsverordnung-fuer-pferdesport-vereine-und-pferdehaltende-betriebe-im-land-brandenburg.html

Bremen

Die Ausübung von Sport ist nur als Individualsport und nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt. Für Kaderathleten können Ausnahmen beantragt werden. Öffentliche und private Sportanlagen sind zu schließen, soweit diese nicht zur Berufsausübung oder für die Ausübung eines Individualsports genutzt werden.

Hamburg

Die Stadt Hamburg stellt in ihren FAQ Informationen rund um den Sport in Corona-Zeiten zur Verfügung. Demnach gelten folgende Regelungen:

Laut der ab 2. November 2020 gültigen Corona-Schutzverordnung können öffentliche und private Sportanlagen im Freien geöffnet bleiben. Dazu gehören z.B. Rasen- und Sandplätze, Laufbahnen, Tennisplätze, Bootsstege sowie Reitplätze. Es kann jedoch zu Einschränkungen kommen.

Öffentliche und private Sporthallen und andere Indoor-Sportanlagen dürfen ausschließlich für Zwecke des Schulsports, des Trainings- und Wettkampfbetriebs von Profisportler*innen oder des ärztlich verordneten Gesundheits- und Rehabilitationssports geöffnet werden.

Es dürfen alle Sportarten ausgeübt werden, solange dies im Freien und unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen für den Sportbetrieb sowie unter Einhaltung der Hygieneregelungen geschieht. Dabei sind Ansammlungen und der organisierte Sportbetrieb untersagt.

Der Sportbetrieb mit Tieren, auch in Hallen, ist zulässig, soweit dieser im Hinblick auf das Tierwohl gemäß des Tierschutzgesetzes zwingend erforderlich ist.

Quelle und ausführlichere Informationen: https://www.hamburg.de/faq-sport/

Hessen

Laut der Hessischen Corona-Verordnung ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports in Sportanlagen gestattet, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene beachtet werden. Der Freizeit- und Amateursport ist auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Die neue Landesverordnung sieht somit vor, dass Sportanlagen grundsätzlich nicht mehr geschlossen sind. Das Erteilen von Unterricht in Individualsportarten im 1:1 ist zulässig. Quelle: https://www.landessportbund-hessen.de/servicebereich/news/coronavirus/faq/

Aus den Auslegungshinweisen zur Verordnung geht zudem folgendes hervor: „Das Bewegen von Pferden ist auch vor dem Hintergrund des Tierwohlschutzes auf der Sportanlage gestattet, Einzelreitkurse sind ebenfalls gestattet. Davon nicht umfasst sind Gruppenveranstaltungen, Wettbewerbe o.ä.. Das Reiten im Freien ist nur unter Einhaltung der Abstandsregelungen gestattet."

„Indoor-Sportanlagen dürfen von höchstens zwei Personen oder von Angehörigen eines gemeinsamen Haushalts gleichzeitig genutzt werden. Weitläufige Sportanlagen oder Sportstätten im Freien wie z.B. Sportplätze, Leichtathletikstadien, Tennisanlagen, Golfplätze oder Reitplätze dürfen gleichzeitig von mehreren individualsportlich aktiven Personen genutzt werden.“

Die Verantwortlichen des Hessischen Innenministeriums haben dem Pferdesportverband Hessen bestätigt, dass Reithallen mit ihrer guten Durchlüftung zu den weitläufigen Sportanlagen zählen, wenn zwei Pferdelängen Sicherheitsabstand eingehalten werden. Dem Anlagenbetreiber (Vereinsvorstand, Pferdebetrieb etc.) obliegt es somit, dafür Sorge zu tragen, dass das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduziert wird. Dieser sollte daher festlegen, wie viele Pferde gleichzeitig in der Halle geritten werden dürfen. Als Richtgröße werden 125 Quadratmeter pro Pferd empfehlen.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Aktuelle Informationen zum Umgang mit den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung im Pferdesport sowie aktualisierte Handlungsempfehlungen für Vereine und Betriebe gibt es auf den Internetseiten des Pferdesportverbandes Mecklenburg-Vorpommern: www.pferdesportverband-mv.de/index.php/corona

Nach Informationen des Pferdesportverbandes gelten in Mecklenburg Vorpommern ab 2. November 2020 folgende Regelungen: Die Pferdebewegung, wie beispielsweise in der Halle/ auf dem Platz/ im Außengelände, bedarf einer fachkundigen Aufsicht, die die Sicherheit gewährt. Diese Aufgabe übernimmt im besten Fall ein/e Trainer/in oder ein/e Reitlehrer/in. Nach den Beschlüssen der Landesregierung MV ist bei Kindern und Jugendlichen (U18) eine aktive Unterrichtserteilung, als Individual- und Mannschaftssport, erlaubt. Davon dürfen Landkreise und kreisfreie Städte bei hohem Infektionsaufkommen abweichen. Bei Erwachsenen (Ü18) wird auch Unterricht ermöglicht, der weniger Training als vielmehr eine Beaufsichtigung und Sicherheitsbegleitung bei der Bewegung von Pferden ist.

Zudem dürfen generell keine Wettkämpfe im Freizeit- und Amateursport, auch nicht im Kinder- und Jugendbereich, stattfinden. Zugelassen sind nur Wettkämpfe mit und unter Profisportlern, dafür gelten bestimmte Auflagen, die der Verordnung zu entnehmen sind.

Die Veranstaltungs- und sportartspezifisches Hygiene- und Sicherheitskonzept sowie Empfehlungen des DOSB und der Landesfachverbände sind stets zu beachten und einzuhalten. Ein solches Konzept (Handlungsempfehlungen für Vereine und Betriebe) ist auf der Internetseite des Pferdesportverbandes Mecklenburg-Vorpommern zu finden: www.pferdesportverband-mv.de/index.php/corona

Niedersachsen

  • Internetseiten des Pferdesportverbandes Hannover: www.psvhan.de
  • Internetseite des Pferdesportverbandes Weser-Ems: www.psvwe.de

In Niedersachsen ist die Ausübung von Freizeit- und Amateursport eingeschränkt möglich. Das Betreiben von Mannschaftssport ist nicht gestattet. Die Ausübung von Individualsport ist hingegen unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen zulässig.

Der Pferdesportverband Hannover hat aktuelle Handlungsempfehlungen für Vereine und Betriebe herausgegeben. Diese sind hier zu finden: https://www.psvhan.de/verband/newsticker/2204-coronavirus-handlungsempfehlungen-vereine-und-betriebe-november-2020.html. Darin sind Hilfestellungen und Empfehlungen für die Erstellung der vorgeschriebenen Hygienekonzepte für Sportanlagen zu finden. Außerdem werden in den Handlungsempfehlungen u.a. Fragen dazu beantwortet, wie viele Personen sich zeitgleich auf einer Anlage befinden dürfen.

Laut den FAQ des zuständigen Ministeriums dürfen im Individualsport Wettkämpfe stattfinden. Eine Beschränkung auf den Profi-Bereich findet in den FAQ nicht statt. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Sportausübung maximal zu zweit bzw. mit Personen des eigenen Hausstands erfolgen darf. Zuschauerinnen und Zuschauer sind nicht zulässig.

Die Ausübung von Spitzen- und Profisport ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Grundsätzlich kann der Trainings- und Wettkampfbetrieb stattfinden, egal ob in geschlossenen Räumen oder unter freiem Himmel. Dies gilt sowohl für Individual- als auch für Mannschaftssportarten mit oder ohne Kontakt. Es muss jedoch ein Hygienekonzept vorliegen, das bestimmte Auflagen sicherstellt. Diese sowie weitere Informationen zum Sportbetrieb in Niedersachsen sind in den FAQ des Landes zu finden: www.niedersachsen.de/Coronavirus/antworten_auf_haufig_gestellte_fragen_faq/antworten-auf-haufig-gestellte-fragen-rund-ums-sporttreiben-188025.html

Nordrhein-Westfalen

  • Der Pferdesportverband Westfalen hat die Informationen rund um den Umgang mit dem Coronavirus im Pferdesport auf Grundlage der ab 2. November 2020 gültigen Landesverordnung aktualisiert. Unter diesem Link sind auch Antworten auf häufig gestellte Fragen zu finden: https://www.pferdesportwestfalen.de/corona-virus#c4665
  • Der Pferdesportverband Rheinland informiert seine Mitglieder unter folgendem Link: https://www.psvr-online.de/

Laut der ab 10. November gültigen Corona-Schutzverordnung ist in NRW der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen bis zum 30. November 2020 unzulässig. Ausgenommen ist der Individualsport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen.

Als Individualsport gelten nur Sportarten, die keine Team- oder Kontaktsportarten sind, sondern im Regelfall als Einzelwettkampfsportart mit maximal einer Person als Spielgegner mit Mindestabstand ausgeübt werden (Joggen, Walken, Leichtathletik, Einzelgymnastik, Tennis und ähnliches).

Die für die Einrichtungen (Sportanlagen) zuständigen Personen – in der Regel also die Vereinsvorstände und Betriebsleiter – haben den Zugang zu den Anlagen auf die zulässige Nutzung zu beschränken. Die Nutzung von Gemeinschaftsräumen einschließlich Räumen zum Umkleiden und zum Duschen von Sportanlagen durch mehrere Personen gleichzeitig ist unzulässig.

Klarstellungen durch das NRW-Gesundheitsministerium (MAGS):

Zu der Frage, ob Reitunterricht erlaubt ist oder nicht, hat das MAGS am 13. November klargestellt, dass Reitunterricht unzulässig ist. Eine Differenzierung zwischen Einzel- und Gruppenunterricht erfolgt dabei nicht. Als rechtlichen Bezug nennt das MAGS dazu die Regelungen des § 7 Absatz 1 Satz der Corona-Schutzverordnung. Dort sind die Belange der außerschulischen Bildung geregelt. Die NRW-Staatskanzlei hatte dagegen kurz zuvor mitgeteilt, Einzelunterricht im Freien sei nach §9(1) der Corona-Schutzverordnung erlaubt, sofern die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. Die Verbände hoffen, in den kommenden Tagen Näheres zu erfahren und den bestehenden Widerspruch aufklären zu können. Das MAGS hat auf eine zeitnah erwartete Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen hingewiesen, von der eine grundsätzliche Klärung zu erwarten ist.

Verbot einhalten
Für das Erste bitten die Pferdesportverbände, das Verbot des Unterrichts sehr ernst zu nehmen. Kontrollen durch Ordnungsämter sind möglich und den Weisungen der Behörden ist Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen können geahndet werden. Der Bußgeldkatalog zur CoronaSchVo sieht hier für Verstöße gegen § 7 (Absatz 1 Satz 2) einen Regelsatz von 5.000 Euro vor.

Anzahl der Pferde oder Ponys auf den Reitflächen
Die Corona-Schutzverordnung schreibt in §9 fest, dass der Individualsport nur allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstandes ausgeübt werden darf. Auf besonders großen Flächen, wie sie in Pferdesportanlagen zur Verfügung stehen oder beispielsweise auch im Golfsport, kann sich eine höhere Personenzahl bewegen, ohne gegen den Sinn der Verordnung zu verstoßen. Für Pferdesportanlagen hat das MAGS jetzt die verbandsseits vorgeschlagene Relationsgröße von 200 Quadratmetern je Pferd bestätigt (vier Pferden auf einer Fläche von 20x40 Metern). Das gilt sowohl in der Reithalle als auch auf den Außenplätzen. Es dürfen nun also auch im Freien mehr als zwei Pferde auf dem Platz sein.

Notwendiges Bewegen der Pferde aus Gründen des Tierschutzes
Für das notwendige Bewegen der Pferde aus Gründen des Tierschutzes (in Abgrenzung zum regulären Training) hat die Landesregierung bereits in §9 Absatz 5 der Corona-Schutzverordnung eine Sonderregelung hinsichtlich der Reithallennutzung vorgesehen, die in NRW einzig aus diesem Grund zulässig ist. Das gleichzeitige Verbot des Sport- und Trainingsbetriebs stellte Vereine und Reitschulen vor das Dilemma, eine Lösung für die unerlässliche Aufsicht beim Bewegen der Pferde zu finden. Auch hierzu stellen die Ministerien jetzt klar, dass die Anwesenheit eines Reitlehrers oder einer Reitlehrerin zur fachlichen Aufsicht des Bewegens von Schulpferden nicht nur möglich, sondern auch erforderlich ist, um die tierschutzkonforme Durchführung sicherzustellen und um Unfälle zu vermeiden. Das MAGS nannte einige Beispiele, um die Reichweite dieser Regelung zu verdeutlichen. Demnach gehört auch die Versorgung und Pflege der Pferde vor und nach der Bewegungseinheit (Stallgasse) zu den zu beaufsichtigenden Aspekten. Weitere Beispiele sind die Kontrolle der Ausrüstung und die Beaufsichtigung des Bewegens in der Bahn. Dabei kann das Überwachen der Abstände erforderlich sein, das Ansagen von Handwechseln und Gangarten und auch das korrigierende Einschreiten, wenn das Zügelmaß und die Einwirkungen nicht angemessen sind.

Die mit der fachlichen Aufsicht beauftragte Person muss einen hinreichenden Abstand zu den Reitschülern gewähren.

Das Ministerium hat eindringlich deutlich gemacht, dass die notwendige fachliche Aufsicht nicht mit dem normalen Reitschulalltag verwechselt werden darf. Abgrenzend zum Bewegen der Pferde wurden dazu Beispiele wie etwa das Üben von Lektionen, das Reiten von Aufgaben oder das Arbeiten am Sitz des Reiters genannt.

Diese Klarstellungen tragen in erheblichen Maß dazu bei, dass Vereine und Betriebe nun auf einer sicheren Grundlage den derzeitig eingeschränkten Alltag gestalten können.

Die Pferdesportverbände Rheinland und Westfalen bitten die Vereine, Betriebe und Reiter um sorgfältige Einhaltung der jetzt klargestellten Regelungen. Ein zu großzügiges Auslegen gefährdet den mit den Ministerien gefundenen Konsens.

Rheinland-Pfalz

Der Pferdesportverband Rheinland-Pfalz hat auf seiner Internetseite folgende Informationen veröffentlicht: Laut Verordnung ist die „sportliche Betätigung im Amateur- und Freizeitsport in Einzelsportarten auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen nur im Freien und nur alleine, zu zweit oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig. “ Das Reiten gilt dabei als Einzelsportart und ist somit unter den oben genannten Vorgaben zulässig.

Erfreulich ist, dass in der Auslegungshilfe der Verordnung „Reitkurse“ explizit als gestattet aufgeführt sind. Dies wurde in den FAQ des Landes Rheinland-Pfalz noch einmal präzisiert: Reitschulen dürfen Einzelunterricht (1:1) im Freien anbieten. Reitsport ist allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands im Freien gestattet.

Für die Nutzung von Reithallen gilt folgendes: Den Handlungsempfehlungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) folgend ist bei einer Reithalle von 20x40 Metern das Bewegen der Pferde durch vier sowie in einer Reithalle 20x60 Metern durch sechs gleichzeitig reitende Personen zulässig.

In den FAQ des Landes wird auch auf folgende Fragen eingegangen: Sind Reitschulen und Reiterhöfe geöffnet? Inwieweit sind für die Halter landwirtschaftlicher Nutztiere (z.B. Rinder, Schweine, Schafe, Pferde, Kaninchen, Geflügel, Bienen) Ausnahmen von Quarantänebestimmungen möglich, um die Versorgung der Tiere sicherstellen zu können? Inwieweit sind für Tierhalter (z.B. landwirtschaftliche Nutztiere, Pferde, Kaninchen, Geflügel, Hunde, Heimtiere) Ausnahmen von Quarantänebestimmungen möglich, um die Versorgung der Tiere sicherstellen zu können?

Sollten Vereine/Betriebe vor Ort Probleme mit der Versorgung der Pferde auf Ihrer Anlage bekommen, weist der Pferdesportverband noch einmal auf das Schreiben des MUEEF Rheinland-Pfalz aus dem März 2020 hin, das in diesem Fall um Benachrichtigung bittet. Das Schreiben ist hier zu finden: https://www.pferdesportverband-rlp.de/wp-content/uploads/2020/03/CoronaVerbande_MUEEF_RLP.pdf

Saarland

Der Pferdesportverband Saar hat auf seiner Internetseite folgende Informationen veröffentlicht: Nach der neuen Corona-Schutzverordnung, die ab 2. November 2020 gilt, ist Individualsport wie der Pferdesport (mit Ausnahme von Gruppenvoltigieren) weiterhin unter strengen Auflagen erlaubt. Der Verband hat ein Hygiene- und Schutzkonzept vorgelegt, das der Verantwortung der Pferdesportlerinnen und Pferdesportler unter diesen besonderen Umständen gerecht wird und empfiehlt dringend allen Vereinen und Betrieben, das Konzept einzuhalten. Folgende Regeln sind einzuhalten:

  • Hygiene-Beauftragten benennen
  • Infektionsschutz gewährleisten
  • Mund-Nasen-Schutz tragen
  • Zutritt zur Anlage klar regeln
  • Vor Ort Kontakte vermeiden
  • Anwesenheitszeiten dokumentieren
  • Aufenthaltsräume sind geschlossen
  • Regeln zum Bewegen der Pferde beachten

Das Hygienekonzept sowie ein Plakat mit den aktuellen Corona-Regeln stehen hier als Download zur Verfügung: https://pferdesportverbandsaar.de/2020/10/30/gemeinsam-gegen-corona/

Sachsen

In Sachsen sind organisiertes Training und Wettkampf in Individualsportarten (allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand) sowie im Berufssport ohne Zuschauer erlaubt. Somit ist auch das Reiten als Individualsportart möglich. Aus der ab 2. November geltenden Corona-Schutzverordnung gehen keine ergänzenden, konkretisierenden Informationen zum Thema Sport hervor. Der Landesverband Pferdesport Sachen (LV) hat angekündigt, sich schnellstmöglich mit dem Landessportbund Sachsen und den zuständigen Ministerien abzustimmen, um anschließend die Handlungsempfehlungen für den Pferdesport anzupassen. Bis dahin weist der Verband einmal mehr darauf hin, dass im Zweifelsfall mit dem Ordnungs-/Gesundheitsamt vor Ort für den Einzelfall zu klären ist, in welchen Rahmen „organisiertes Training und Sportwettkämpfe ohne Publikum“ gestattet werden können.

Das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregelungen ist unumgänglich. Dazu gehört auch die Kontaktdatenerfassung. Der LV bittet darum, umsichtig zu sein und je nach den örtlichen Gegebenheiten evtl. auch wieder die Personenzahl auf der Reitanlage inkl. Stallungen sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu regeln.

Inzwischen hat der Verband seine Handlungsempfehlungen aktualisiert und veröffentlicht. Sie sind nun ebenfalls auf der oben genannten Internetseite des LV Sachsen zu finden.

Sachsen-Anhalt

Laut der ab 2. November 2020 gültigen Corona-Schutzverordnung ist der Sportbetrieb unter Einhaltung bestimmter Auflagen (z.B. Abstands- und Hygieneregeln) allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt. Darüber hinaus sind der Berufssport, der Sportbetrieb von Kaderathletinnen und Kaderathleten, die einem auf Bundesebene gebildeten Olympiakader, Perspektivkader, Ergänzungskader, Nachwuchskader 1 oder Nachwuchskader 2 eines Bundesfachverbandes des Deutschen Olympischen Sportbundes angehören, der Sportbetrieb von Landeskadern, die an den Standorten der Eliteschulen des Sports beschult werden, der Rehabilitationssport und der Schulsport erlaubt. Kontaktsport ist mit maximal 50 Personen gestattet. Es gibt jedoch Vorgaben für die Nutzung der Sportstätten (u.a. Freigabe durch den Betreiber, Höchstbelegung). Außerdem dürfen keine Zuschauer anwesend sein.

Der Pferdesportverband Sachsen-Anhalt (PSV) teilt mit: Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass nun wieder für alle Bereiche des (Pferde-) Sports Hygienekonzepte vorliegen müssen, die im Zweifel den Gesundheitsbehörden auf deren Verlangen hin vorgelegt werden müssen. Entsprechende Konzepte liegen allerdings für den Pferdesport bereits seit Monaten vor und sind auch auf der Internetseite des PSV zu finden.

Der Pferdesportverband Sachsen-Anhalt bemüht sich derzeit um Klärung weiterer pferdesportspezifischer Fragen. Dies hat nach Informationen des PSV erste Erfolge gebracht: Reiten, Fahren, und Einzelvoltigieren sind Individualsportarten im Sinne der Corona-Eindämmungsverordnung. Damit ist grundsätzlich abgesichert, dass die einzelnen Disziplinen des Pferdesports weiterhin durchgeführt werden dürfen. Des Weiteren bestätigte das Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, dass die Beaufsichtigung der Sporttreibenden durch eine zusätzliche Person schon allein aus Sicherheitsgründen gestattet ist. Zuschauer hingegen sind nicht zugelassen. Weiterhin stellt das Innenministerium klar, dass Gruppentraining mit mehr als zwei Sporttreibenden im Sinne der Kontaktminimierung grundsätzlich unzulässig ist. Ein Reitlehrer darf demnach nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig unterrichten.

Es herrscht nun auch Klarheit, dass aufgrund des beim Reiten von Natur aus bestehenden Abstands zu anderen Personen sowie der Erfordernisse des Tierwohls keine Bedenken hinsichtlich der Vorgabe: "ein Reiter-Pferd-Paar je 200 qm Reitfläche" bestehen. Die Einschränkungen nach § 8a Absatz 2 der 8. SARS-CoV-2-EindV sind dabei jedoch durchgängig sicherzustellen. Das heißt zum Beispiel, dass in einer 20x40-Meter-Reithalle maximal vier Reiter-Pferd-Paare sein dürfen aber nur zwei davon Training erhalten können. Für das Fahren und Voltigieren gilt, dass keine Bedenken am Gespannfahren und Voltigieren mit jeweils maximal zwei Personen bestehen. Der aktualisierte Leitfaden zur Durchführung von Training und der Höchstbelegung der Reitanlage ist ebenfalls auf der Internetseite des PSV zu finden. Grundsätzlich sollten bei allen offenen Fragestellungen die jeweils zuständigen Landkreise kontaktiert und in die Prozesse eingebunden werden.

Schleswig-Holstein

Die Sportausübung ist innerhalb und außerhalb von Sportanlagen nur allein, gemeinsam mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person gestattet. Soweit der Sport in Sportanlagen ausgeübt wird, haben Zuschauer keinen Zutritt. Für Berufssportler kann es zur Nutzung der Sportanlagen Ausnahmen geben, die die zuständige Behörde erteilt.

Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein hat in einer Pressemitteilung folgende Informationen veröffentlicht:

„Für den Pferdesport in Schleswig-Holstein gilt, dass das Reiten in der Reithalle oder auf dem Reitplatz dagegen auch mit mehreren Personen gleichzeitig möglich ist, wenn die einzelnen Reiter hinreichend Abstand zueinander halten und den Reitsport jeder für sich individuell ausführt. Es besteht kein Unterschied, ob der Sport drinnen oder draußen ausgeübt wird.

Das bedeutet nach Rücksprache mit dem Innenministerium, dass organisierter Gruppenunterricht wie beispielsweise eine Springstunde mit mehreren Teilnehmern nicht stattfinden darf. Unterbunden werden soll, dass sich aktiv zu einem Zweck mit mehreren Personen getroffen wird.

Somit ist auch eine gemeinsame Ausübung des Pferdesports, wie z.B. in Form von Gruppenausritten oder Gruppenvoltigieren unzulässig. Eine Ausnahme gilt nur unter den Voraussetzungen des §11 Absatz 1, dass die Sportausübung nur allein, gemeinsam mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person gestattet ist. Einzelunterricht oder auch das Einzelvoltigieren sind erlaubt, sofern die entsprechenden Abstände und Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Reiterstübchen, Casinos, Aufenthaltsräume etc. sind zu schließen. In der Sattelkammer, auf der Stallgasse und ggf. an anderen Engstellen, ist das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung („Alltagsmaske“) denkbar. Bei der Bereitstellung von Toiletten ist zu gewährleisten, dass enge Begegnungen vermieden werden und leicht erreichbare Möglichkeiten zur Durchführung der Händehygiene vorhanden sind. Andere sanitäre Gemeinschaftseinrichtungen wie Sammelumkleiden, Duschräume etc. sind für den Publikumsverkehr zu schließen.

Veranstaltungen sind lediglich für Berufssportler/Profis zugelassen. Dieses jedoch auch nur bei einem vorliegendem Hygienekonzept und Genehmigung durch das örtliche Gesundheitsamt/ Ordnungsamt.“

Thüringen

Das zuständige Ministerium in Thüringen hat eine Pressemitteilung mit folgenden Informationen für den Sport herausgegeben:

Der Freizeit- und der organisierte Sportbetrieb im Amateurbereich auf und in allen Sportanlagen werden untersagt. Ausgenommen ist Individualsport ohne Körperkontakt, also zum Beispiel Joggen, Reiten, Tennis, Golf, Leichtathletik, Schießsport und Radsport sowie weitere vergleichbare Sportarten, allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts. Auch Sport- und Schwimmunterricht der Schulen und Bildungseinrichtungen bleibt erlaubt.

Profisportveranstaltungen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Die Profisportvereine sowie Kaderathletinnen und -athleten dürfen weiter trainieren. Quelle: https://www.tmasgff.de/medienservice/artikel/neue-corona-sonderverordnung-tritt-am-montag-in-kraft

Die Einführung einer Pflicht für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes obliegt nicht der Entscheidung der FN, sondern richtet sich nach den jeweils geltenden behördlichen Vorgaben/Empfehlungen. Sollte es eine solche Pflicht geben, empfiehlt sich nach Auffassung der FN das Tragen einer entsprechenden Maske überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann, etwa beim Aufenthalt im Stall, in den Sattelkammern, auf den Stallgassen und in den Sanitärräumen. Der Stallbetreiber hat das Hausrecht und kann daher auch jederzeit eine Maskenpflicht anordnen.

Informationen zum Tragen von Mund-Nasen-Masken gibt es auch auf den Seiten der Bundesregierung unter www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/schuetzt-ein-mundschutz-vor-ansteckung--1728426

Aus dem Beschluss der Bundesregierung und der Länder geht hervor, dass Veranstaltungen des Freizeit- und Amateursports untersagt werden. Dies bedeutet nach Auffassung der FN, dass etwa Reitabzeichenlehrgänge oder Seminare der Persönlichen Mitglieder derzeit nicht stattfinden dürfen. Da jedoch Berufssportler ihren Beruf weiter ausüben dürfen, sind aus Sicht der FN Seminare und Lehrgänge von und für Berufsreiter erlaubt. Als Berufsreiter sind solche Personen zu bezeichnen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend und dauerhaft mit dem Beritt und dem Training von Pferden bestreiten.

Dem Beschluss folgend werden alle PM-Seminare im Monat November abgesagt. Alle Beteiligten und Teilnehmer wurden persönlich informiert.

Die FN bietet für Ausbilder und Persönliche Mitglieder ein umfangreiches Online-Seminar-Angebot: www.pferd-aktuell.de/seminare

Nach dem Beschluss der Bundesregierung werden zwar Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege, bleiben weiter möglich. Aus Sicht der FN sollte deshalb auch Reittherapie weiter erlaubt sein, dies jedoch stets unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen und Infektionsschutzmaßnahmen.

Aus dem Beschluss der Bundesregierung und der Länder geht hervor, dass Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen sowie Veranstaltungen im Amateur- und Freizeitsport ab 2. November 2020 untersagt werden. Lediglich Profisportveranstaltungen können stattfinden, jedoch ohne Zuschauer (in manchen Bundesländern gibt es Ausnahmen für Wettkämpfe im Freizeit- und Amateursport). Als Berufsreiter sind nach Definition der FN solche Personen zu bezeichnen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend und dauerhaft mit dem Beritt und dem Training von Pferden bestreiten. Teilweise sind auch Reiter mit Kaderangehörigkeit von den jeweiligen Landesverordnungen gedeckt. Turnierveranstalter sollten die Teilnahmeberechtigung exakt definieren und auf die Corona-Schutzverordnung des jeweiligen Bundeslandes in der aktuell gültigen Fassung verweisen.

Dieser Beschluss gilt zunächst bis Ende November 2020. Mitte des Monats werden sich die Bundeskanzlerin sowie die Regierungschefinnen und -chefs der Länder erneut treffen, um weitere Maßnahmen oder auch Lockerungen zu sprechen. Die FN hofft, dass dann auch wieder Wettkämpfe im Freizeit- und Amateursport möglich sind.

Wie läuft die Rückabwicklung, wenn Turniere abgesagt werden müssen?
Jegliche Absage eines Turniers – aus welchen Gründen auch immer – müssen die Turnierveranstalter an ihre zuständige Landeskommission melden. Die Landeskommissionen müssen wiederum zeitnah die FN über die Absage informieren, damit diese im Online-Nennungssystem Nennung-Online eingetragen werden kann. Alle Teilnehmer, die bisher für das entsprechende Turnier genannt haben, werden durch das System automatisch über die Absage informiert.

Welche Turniere sind bereits abgesagt? 
Welche Turniere abgesagt sind, ist dem Online-Nennungssystem Nennung-Online (www.nennung-online.de) zu entnehmen oder kann direkt bei den Veranstaltern sowie den zuständigen Landesverbänden erfragt werden. Hier gibt es eine Übersicht der Landesverbände.

Wie sieht es mit den Kosten aus? Bekomme ich mein Nenngeld zurück?
Müssen Turniere abgesagt werden, erhebt die FN keine Veranstaltergebühren. Sofern in der Ausschreibung keine anderslautende Regelung enthalten ist, muss der Veranstalter bei Turnieren, bei denen das Nenngeld bereits abgebucht und an den Veranstalter überwiesen wurde, das Nenngeld an die Nenner/Teilnehmer zurückerstatten. Da die Absagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in der Regel als höhere Gewalt eingestuft werden, können die Veranstalter drei Euro je reserviertem Startplatz behalten (Vielseitigkeits-LP zehn Euro). Die Nennung-Online-Gebühr bleibt bei der FN. Der Verbleib der LK-Abgabe ist in den Landesverbänden unterschiedlich geregelt.

Und so läuft das ab: Sobald die Veranstaltung in Nennung-Online als "abgesagt" gekennzeichnet ist, wird dem Turnierverwalter in Nennung-Online an der Stelle, an der auch die Nennungsdaten heruntergeladen werden, eine Datei mit Daten zur Rückabwicklung zur Verfügung gestellt (siehe dazu auch FAQ unter www.nennung-online.de/faq/turnierverwaltung/68).

Wie können Turnierveranstalter Teilnehmer und Zuschauer informieren?
Turnierverwalter können in Nennung-Online „Wichtige Informationen“ bereitstellen. TORIS unterstützt beim Versenden von Informationen an Teilnehmer/Richter (Übersichten-Listen > Veranstaltung Vorbereitung > Briefe / Email-Exportdatei)

Welche Schäden drohen einem Veranstalter, wenn eine Veranstaltung wegen des Coronavirus abgesagt werden muss?
Der wahrscheinlichste Fall eines Schadens sind sogenannte frustrierte Aufwendungen. Diese kommen zustande, wenn ein Veranstalter zur Vorbereitung der Veranstaltung bereits Dinge angeschafft oder Dienstleister beauftragt hat. Teilweise wird sich der Veranstalter von diesen Verträgen wieder lösen können, weil mit der zwangsweisen Absage der Veranstaltung die Geschäftsgrundlage für die Anschaffung bzw. Dienstleistung weggefallen ist. In anderen Fällen kann er auf seinen Aufwendungen sitzen bleiben, wenn zum Beispiel bei Vertragsschluss nicht klar war, dass die Anschaffung/der Auftrag explizit für die Durchführung der Veranstaltung getätigt worden ist oder eine Rückabwicklung schlicht nicht möglich ist. Ein Haftungsschaden wegen Schadensersatzansprüchen von Teilnehmern o.ä. ist dem gegenüber unwahrscheinlich, weil in Fällen höherer Gewalt das erforderliche Verschulden des Veranstalters nicht vorliegt. Sonstige Kostenregelungen für Veranstalter ergeben sich aus den jeweiligen Verträgen mit Dienstleistern und Partnern.

Tritt eine Versicherung ein, wenn einem Veranstalter wegen einer Absage der Veranstaltung aufgrund des Coronavirus Schäden verbleiben?
Das kommt auf die Schadensform im Einzelfall und auch auf das Zustandekommen des Schadens an. Viele Versicherungsbedingungen schließen eine Haftung der Versicherung bei höherer Gewalt allerdings aus. Einzelfragen können letztlich nur von der jeweiligen Versicherung beantwortet werden.

Wie gehe ich als Veranstalter mit bereits abgeschlossenen Verträgen um?
Im Hinblick auf viele geplante Veranstaltungen sind bereits Verträge mit Dienstleistern abgeschlossen worden. Die Veranstalter sind nun mit der Frage konfrontiert, ob sie sich von diesen Verträgen lösen können, wenn die Veranstaltung wegen des Coronavirus ausfallen muss. Eindeutig kann Frage nur im Einzelfall und auf Grundlage der konkret abgeschlossenen Verträge beantwortet werden. Grundsätzlich enthält das deutsche Recht eine Vorschrift, nach der man die Anpassung eines Vertrages verlangen oder sich ggf. auch ganz von dem Vertrag lösen kann, wenn ein weiteres Festhalten an dem unveränderten Vertrag unzumutbar ist. Es ist naheliegend, dass diese Vorschrift angewendet werden kann, wenn eine Veranstaltung aufgrund einer behördlichen Verfügung abgesagt werden muss. Auch wenn hoheitliche Auflagen, wie zum Beispiel eine Beschränkung der Anzahl der Besucher, gemacht werden, können diese Auswirkung auf das Interesse an dem abgeschlossenen Dienstvertrag haben, so dass über eine Vertragsanpassung verhandelt werden kann. Die Frage nach der Zumutbarkeit ist immer eine Werte-Entscheidung, bei der die Interessen aller Vertragsparteien berücksichtigt und zum Ausgleich gebracht werden müssen. Es ist deshalb wichtig, nicht vorschnell einen Rücktritt vom Vertrag zu erklären, sondern zuvor die Möglichkeiten einer Vertragsanpassung sorgfältig zu prüfen und ggf. anzubieten.

Was muss ich beachten, wenn ich als Pferdebesitzer/Einstaller unter Quarantäne gestellt werden?
Für den Fall einer häuslichen Quarantäne sind Planung und Organisation im Vorfeld wichtig. Denn im Falle einer Quarantäne darf man das Haus nicht verlassen, auch nicht, um sein Pferd zu versorgen. Es empfiehlt sich, bereits vorab wichtige Informationen zu sammeln und Vertretungsregelungen zu treffen (Beispiel: im Falle einer Quarantäne weiß Frau XY welches Zusatzfutter mein Pferd braucht, wie es zu bewegen ist und wo Sattel und Trensen sind). Es ist auch ratsam, dem Stallbetreiber eine Liste mit den wichtigsten Daten zukommen zu lassen (Hufschmied, Tierarzt, Besonderheiten beim Reiten/ Longieren etc.), damit dieser im Falle einer Quarantäne alle Pferde entsprechend versorgen kann.

Aufruf an alle Pferdesportler: Seid bitte solidarisch und helft euch gegenseitig! Richtet Gruppen über Smartphones und Social Media ein und stimmt euch ab, wer sich wann um die Pferde kümmern kann.

Was ist, wenn der Betriebsleiter/-besitzer unter Quarantäne gestellt wird?
Jeder Betreiber/Besitzer eines Pensionstalls/einer Reitanlage muss für den Fall einer Erkrankung eine Vertretungsperson ernennen – das gilt auch unabhängig von Corona. Im dem Fall, dass eine Person aufgrund einer Infektion unter häusliche Quarantäne gestellt wird, hat sie den Anweisungen des Gesundheitsamtes unbedingt zu folgen und darf das Haus/die Wohnung nicht verlassen. Das bedeutet auch, dass der Betreiber/Besitzer den Stall/die Reitanlage nicht mehr betreten darf. Die ernannte Vertretungsperson muss dann die notwendige Versorgung und Bewegung der Pferde in Abstimmung mit den Pferdebesitzern/Einstallern koordinieren.

Welche Hilfe bietet die Bundesregierung?
Die Bundesregierung hat ein Milliarden-Schutzschild für Beschäftigte, Betriebe und Unternehmen entwickelt, die von der Corona-Krise betroffen sind. Es beinhaltet die Flexibilisierung des Kurzarbeitergeldes, steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen und die Ausweitung bestehender Programme für Liquiditätshilfen. Dies soll Unternehmen den Zugang zu günstigen Krediten erleichtern, etwa durch die Lockerung von Kredit-Bedingungen. Mehr Informationen, Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) sowie Corona-Hotlines gibt es auf den Internetseiten des Bundeswirtschaftsministeriums: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/coronahilfe.html

Programm für Überbrückungshilfen
Kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen können einen Antrag auf Überbrückungshilfe stellen, wenn ihr Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 zurückgegangen ist.

Bitte beachten: Die Überbrückungshilfe kann nur durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer über ein bundeseinheitliches Online-Portal beantragt werden: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Informationen zu den aktuellen Fördermöglichkeiten finden sich in der Übersicht Förderprogramme „Corona” von Bund und Ländern. Diese wird regelmäßig aktualisiert.

Achtung: Bitte beachten Sie, dass im Netz unseriöse Seiten kursieren können, die gegen Geldzahlung Hilfe beim Ausfüllen der Anträge anbieten. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Fake-E-Mails zur Corona-Soforthilfe, in denen zur Rückzahlung „zu viel erhaltener Fördergelder“ aufgefordert wird.

Auch E-Mails mit Zahlungsanweisungen ohne Corona-Bezug sollten mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Derzeit häufen sich Fake-Mails von Betrügern, die nach intensiver Recherche der Vereinshomepages Zahlungsaufforderungen im Namen des Vorsitzenden an den Kassenwart versenden.
Wie lassen sich gefälschte E-Mails mit Zahlungsanweisungen erkennen?

  • Prüfen Sie die Endung der Absenderadresse auf Richtigkeit (z.B. „.com“ statt „.de“, oder oft Endungen anderer Länder).
  • Fragen Sie sich, ob es plausibel ist, dass Ihr Vorstandsmitglied Sie um die Ausführung dieser Zahlung bittet und ob es einen Verwendungszweck gibt, der Ihnen bekannt ist.
  • Besonders viele Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie die Anrede („Du“ statt „Sie“, direkte Ansprache mit dem Vornamen) und Grußformel in einer Mail können Hinweise auf eine Fälschung sein.
  • Zudem wird oft ein zeitlicher Druck durch Wörter wie „schnell“ oder „sofort“ ausgeübt.
  • Im Zweifel kontaktieren Sie das Vorstandsmitglied per Telefon und lassen sich den Zahlungsauftrag bestätigen.
  • Sollte es sich um eine Fake-Mail handeln, antworten Sie nicht auf die Mail, laden Sie keine Anhänge herunter, klicken Sie keine Links an und zeigen Sie den Betrugsversuch bei der Polizei an.

Welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für landwirtschaftliche Betriebe?
Unterstützungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe sind zum Beispiel Erleichterungen bei Saisonarbeitskräften, Arbeitszeitregelungen und Hinzuverdienstgrenzen, Stundung von Steuerzahlungen und Anpassung von Steuervorauszahlungen sowie Liquiditätshilfedarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Alle diese Unterstützungsmöglichkeiten sollten direkt bei den zuständigen landwirtschaftlichen Behörden erfragt werden oder auch beim Deutschen Bauernverband bzw. den Landesvertretungen. Kontaktdaten gibt es in der Übersicht landwirtschaftlicher Behörden und Verbände.

Wo finden Vereine, Betriebe und Ausbilder weitere Praxistipps zur finanziellen Unterstützung? 
Auf der Website der Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrerverband e.V. gibt es einen hilfreichen „Praxisleitfaden zur finanziellen Unterstützung für Pferdebetriebe“. Hier wird ein Überblick über finanzielle Hilfen und organisatorische Maßnahmen gegeben, die dazu beitragen können, Kosten zu reduzieren und ggf. Umsätze zu stabilisieren: www.berufsreiter.com

Welche Corona-Sonderprogramme gibt es noch?

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
    Das KfW-Sonderprogramm 2020 steht kleinen, mittelständischen sowie Großunternehmen gemäß KMU-Definition zur Verfügung, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Das Sonderprogramm wird über die Programme „KfW-Unternehmerkredit 037/047“, (ab KMU-Unternehmensgröße „Kleinbetrieb“) sowie das Programm „ERP-Gründerkredit – Universell“ umgesetzt. Durch den "KfW-Gründerkredit Universell" werden Gründer sowie Freiberufler und junge, gewerbliche mittelständische Unternehmen gefördert, die noch keine fünf Jahre bestehen.

    Anträge können über die Hausbank gestellt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Website der KfW: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/KfW-Corona-Hilfe/

    Der KfW-Schnellkredit 2020 soll Unternehmen mit mehr als zehn Vollzeitbeschäftigten, die durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, durch eine rasche Liquiditätshilfe unterstützen. und ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet. Weitere Informationen hier.

Politische Ebene
In der Coronavirus-Krise brechen Einnahmen aus dem Schulbetrieb weg, Trainer können keinen Unterricht geben, Vereine und Betriebe stehen vor kapitalen Existenzfragen. Wir setzen uns auf politischer Ebene für die finanzielle Unterstützung der Vereine und Betriebe ein und drängen darauf, dass die Landes- und Bundesministerien im wirtschaftlichen, landwirtschaftlichen und sportlichen Bereich Maßnahmen ergreifen. Dafür sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Schildern Sie Ihre Notlage in knapper aber deutlicher Form Ihrem Kommunalpolitiker, Kreis-, Landtags- und auch Bundestagsabgeordneten aus den eigenen Regionen. Am besten in persönlichen Briefen. Die FN bittet darum, diese Briefe der Betroffenen in Kopie zu bekommen (per E-Mail an Thomas Ungruhe, tungruhe@fn-dokr.de). So können wir uns viel effektiver auf politischer Ebene für die finanzielle Unterstützung der Vereine und Betriebe einsetzen. Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner für Notsituationen im Pferdesport nach Bundesländern.

Wann kann ich eine Entschädigung für Verdienstausfälle beantragen? 
Um die Gesundheit der Bevölkerung sicherzustellen, können die zuständigen Behörden auf Basis des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) Maßnahmen treffen und zum Beispiel Personen offiziell unter Quarantäne stellen. Angestellte und selbstständig Tätige können in diesem Fall für den dadurch entstehenden Verdienstausfall eine Entschädigung beantragen. Wir haben eine Liste mit Fragen und Antworten sowie den zuständigen Behörden für eine Verdienstausfallentschädigung zusammengestellt. Wichtiger Hinweis: Eine Verdienstausfall-Entschädigung kann nur auf der Grundlage eines behördlich angeordneten „Tätigkeitsverbotes“ (Gesundheitsamt oder Ordnungsamt) gem. IfSG erfolgen.

Wo erhalte ich Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen?
Reitvereine, Pferdebetriebe und selbstständige Unternehmen im Bereich Pferdesport sind durch die Corona-Krise von Einnahmenausfällen betroffen, während die üblichen Ausgaben bestehen bleiben. Um die hieraus resultierenden Liquiditätsengpasse zu überbrücken, können Überbrückungskredite beantragt werden. Finanzierungsangebote gibt es für sogenannte KMU (Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen), Selbständige und Freiberufler. Die Abgrenzung eines KMU ist wichtig für den Zugang zu Finanzmitteln und EU-Förderprogrammen, die speziell auf diese Unternehmen ausgerichtet sind. Die Abgrenzung erfolgt anhand von Schwellenwerten für Jahresumsatz und Bilanzsumme sowie anhand der Beschäftigtenzahl: Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigte), kleine Unternehmen (unter 50 Beschäftigte) und mittlere Unternehmen (unter 250 Beschäftigte).

Förderbanken/Landesförderinstitute: Jedes Bundesland verfügt über eine Förderbank bzw. ein Landesförderinstitut. Hierüber werden zumeist zinsgünstige Darlehen für Investitionen und Betriebsmittel unterstützt. Zur Beantragung ist die Vorlage eines Businessplans bei der Hausbank erforderlich. Diese stellt nach Prüfung der Unterlagen beim Landesförderinstitut den Antrag. Eine Übersicht der Förderbanken, die zu den jeweiligen Bundesländern führt, gibt es unter www.investitionsbank.info. Wir empfehlen, die entsprechende Website der Landesförderbanken regelmäßig zu besuchen, denn dort werden immer wieder aktuelle Informationen bereitgestellt.

Bürgschaftsbanken: Notwendige Liquiditätshilfen für gewerbliche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler können außerdem über Bürgschaftsbanken abgesichert werden. Zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise erweitern auch die Bürgschaftsbanken ihre Unterstützung von KMU. Die Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle sollen für eine erfolgreiche Bewilligung vor Ausbruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen sein. Eine kostenlose Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben kann online über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken unter https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de/ermoeglicher.de gestellt werden. Genauso kann eine Kontaktaufnahme durch die Hausbank sowie Berater erfolgen. Wichtig ist die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans, aus welchem der erforderliche Kapitalbedarf hervorgeht. Die direkten Ansprechpartner sind immer die Hausbanken. Links zu mehr Informationen zu den Krediten gibt es hier:

BADEN-WÜRTTEMBERG 
Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH 
Werastraße 13-17, 70182 Stuttgart 
Telefon: 0711-16 45 6 
E-Mail: info@buergschaftsbank.de 
Internet: https://www.buergschaftsbank.de/

BAYERN 
Bürgschaftsbank Bayern GmbH 
Max-Joseph-Straße 4, 80333 München 
Telefon: 030-31 10 04-0 
E-Mail: info@bb-bayern.de 
Internet: https://www.bb-bayern.de/

BERLIN 
BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH 
Schillstraße 9, 10785 Berlin 
Telefon: 030/311 004-0 
E-Mail: info@buergschaftsbank-berlin.de 
Internet: https://www.buergschaftsbank.berlin/start.html

BRANDENBURG 
Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH Schwarzschildstraße 94, 14480 Potsdam Telefon: 0331-649 63 0 
E-Mail: info@BBimWeb.de 
Internet: https://www.bbimweb.de/

BREMEN 
Bürgschaftsbank Bremen GmbH
Am Wall 187-189, 28195 Bremen 
Telefon: 0421-33 52-33 
E-Mail: info@buergschaftsbank-bremen.de 
Internet: https://www.buergschaftsbank-bremen.de/

HAMBURG 
BürgschaftsGemeinschaft Hamburg GmbH 
Besenbinderhof 39, 20097 Hamburg 
Telefon: 040-61 17 00 0 
E-Mail: bg-hamburg@bg-hamburg.de 
Internet: https://www.bg-hamburg.de/

HESSEN 
Bürgschaftsbank Hessen GmbH 
Gustav-Stresemann-Ring 9, 65189 Wiesbaden Telefon: 0611-15 07 0 
E-Mail: info@bb-h.de 
Internet: https://bb-h.de/

MECKLENBURG-VORPOMMERN 
Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH 
Graf-Schack-Allee 12, 19053 Schwerin 
Telefon: 0385-395 55 0 
E-Mail: info@bbm-v.de 
Internet: https://www.buergschaftsbank-mv.de/

NIEDERSACHSEN 
Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB) GmbH 
Hildesheimer Straße 6, 30169 Hannover 
Telefon: 0511-337 05 0 
E-Mail: info@nbb-hannover.de 
Internet: https://www.nbb-hannover.de/

NORDRHEIN-WESTFALEN 
Bürgschaftsbank NRW GmbH 
Hellersbergstraße 18, 41460 Neuss 
Telefon: 02131-51 07 0 
E-Mail: info@bb-nrw.de 
Internet: https://www.bb-nrw.de/de/index.html

RHEINLAND-PFALZ 
Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz GmbH Rheinstraße 4 H, 55116 Mainz 
Telefon: 06131-629 15 5 
E-Mail: info@bb-rlp.de 
Internet: https://www.bb-rlp.de/

SAARLAND 
Bürgschaftsbank Saarland GmbH 
Franz-Josef-Röder-Straße 17, 66119 Saarbrücken 
Telefon: 0681-30 33 0 
E-Mail: info@bbs-saar.de 
Internet: https://www.bbs-saar.de/

SACHSEN 
Bürgschaftsbank Sachsen GmbH 
Anton-Graff-Straße 20, 01309 Dresden 
Telefon: 0681-30 33 0 
E-Mail: info@bbs-sachsen.de 
Internet: https://www.bbs-sachsen.de/

SACHSEN-ANHALT 
Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH 
Große Diesdorfer Straße 228, 39108 Magdeburg 
Telefon: 0391-737 52 0 
E-Mail: info@bb-mbg.de 
Internet: https://www.bb-mbg.de/

SCHLESWIG-HOLSTEIN 
Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH 
Lorentzendamm 22, 24103 Kiel 
Telefon: 0431-59 38 0 
E-Mail: info@bb-sh.de 
Internet: https://www.bb-sh.de/home/startseite/

THÜRINGEN 
Bürgschaftsbank Thüringen GmbH 
Bonifaciusstraße 19, 24103 Kiel 
Telefon: 0361-21 35 0 
E-Mail: info@bb-thueringen.de 
Internet: https://bb-thueringen.de/

Die Bundesregierung fordert Bürgerinnen und Bürger auf, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt. Nach Auffassung der FN bedeutet dies auch, dass Pferdebetriebe nicht für den Reit- und Pferdetourismus öffnen dürfen.

Habe ich als Vereinsmitglied einen Anspruch auf (teilweise) Rückerstattung meines bereits geleisteten Mitgliedsbeitrages? 
Aufgrund der Schließungen von Vereinssportanlagen und der momentanen Absage von Turnierveranstaltungen stellen sich immer mehr Vereinsmitglieder die Frage, ob sie noch verpflichtet sind, ihre Mitgliedsbeiträge zu bezahlen bzw. ob sie bereits geleistete Beiträge zurückverlangen können.

Ein aufgrund der Satzung eines gemeinnützigen Vereins geschuldeter und geleisteter (echter) Mitgliedsbeitrag einerseits kann grundsätzlich nicht durch das Mitglied zurückgefordert werden. Gleichzeitig dürfte ein solcher Beitrag auch durch den Verein gar nicht zurück erstattet werden. Eine Zurückerstattung wäre gemeinnützigkeitsschädlich. Selbst ein vom Verein „gut gemeinter“ (teilweiser) Verzicht auf die Beiträge seiner Mitglieder ist daher nicht möglich.

Der Mitgliedsbeitrag dient in erster Linie zur Erfüllung der jeweiligen satzungsgemäßen Zwecke und der Erfüllung der Gesamtbelange sämtlicher Mitglieder. Entscheidend ist dabei, dass bei (echten) Mitgliedsbeiträgen – meist handelt es sich dabei um Jahresbeträge – kein Leistungsaustauschverhältnis vorliegt. Ein Mitglied leistet den Mitgliedsbeitrag nicht in Erwartung einer konkreten Gegenleistung. Außerdem ergibt sich aus der Mitgliedschaft die Verpflichtung, sich gegenüber dem Verein loyal zu verhalten und den Vereinszweck aktiv zu fördern. Alles, was dem Verein schadet, hat zu unterbleiben. Die durch den Verein aufgrund der Corona-Pandemie ergriffenen Maßnahmen liegen in aller Regel nicht in der Sphäre des Vereins. Sie können ihm daher auch nicht vorgehalten werden. 

Anders wird sich die Rechtslage jedoch darstellen, wenn ein Mitglied – neben dem Jahresbeitrag – eine finanzielle Leistung für eine durch den Verein zu erbringende, konkrete Gegenleistung (Kurs, etc.) erbracht hat. Dabei handelt es sich um ein Leistungsaustauschverhältnis. Kann diese konkrete Gegenleistung durch den Verein gar nicht erbracht werden – und wird ein Kurs beispielsweise nicht nur verschoben sondern komplett abgesagt – wird die finanzielle Leistung dem Mitglied in der Regel zurück zu erstatten sein. Es kommt jedoch auf den Einzelfall an.

Habe ich das Recht meine Mitgliedschaft (sofort) zu beenden?
Eine ordentliche Kündigung der Mitgliedschaft im Reitverein ist bei Einhaltung der jeweiligen Regelung in der konkreten Satzung möglich. Eine solche muss vom Mitglied auch nicht begründet werden. 
Eine außerordentliche (fristlose) Kündigung der Mitgliedschaft, etwa mit der Begründung, dass die Vereinssportanlagen nicht mehr genutzt werden können und/oder keine Turniere stattfinden, dürfte allerdings nicht so einfach möglich sein. Auch hier kommt es auf die jeweiligen Umstände des Einzelfalls an. Dabei ist entscheidend, ob dem Mitglied die Mitgliedschaft im Verein unter Berücksichtigung aller Umstände und unter Abwägung sowohl seiner als auch der Interessen des Vereins nicht mehr zugemutet werden kann. Gegen die Möglichkeit eines sofortigen Vereinsaustritts dürfte vor allem sprechen, dass Vereine größtenteils behördlichen Anordnungen Folge leisten und außerdem ihren gegenüber Mitgliedern bestehenden Schutzpflichten nachkommen.

Müssen ausgefallene Reitstunden, die im Voraus gezahlt wurden, nachgeholt werden, wenn ein Stall aufgrund des Coronavirus schließen musste?
Rein rechtlich stehen sich Unterrichtserteilung und Bezahlung der Reitstunde in einem Leistungsaustausch gegenüber. Wenn eine Leistung – hier die Reitstunde – nicht erbracht werden kann, entfällt auch der Anspruch auf die Bezahlung. In der aktuellen Situation ist ein solidarischer Umgang miteinander besonders wichtig. Wir Pferdesportler können die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergebenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen.
Sprechen Sie deshalb offen miteinander, zum Beispiel über einen anteiligen Solidarbeitrag, der hilft, die laufenden Kosten zu decken, oder über spätere Gegenleistungen des Betriebs oder Vereins, wenn diese extreme Ausnahmesituation überstanden ist. Schließlich hat niemand etwas von einer etwaigen Insolvenz eines Pferdebetriebs.

Das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz-, und Strafverfahrensrecht („Corona-Abmilderungs-Gesetz“) ist in Kraft getreten. Damit haben sich weitreichende Veränderungen mit wesentlichen Erleichterungen für Vereine ergeben:

Virtuelle Mitgliederversammlungen
Ursprünglich war die Durchführung virtueller Mitgliederversammlungen bislang nur in jenen Vereinen möglich, in deren Satzung dies explizit vorgesehen war bzw. in denen sämtliche Mitglieder diesbezüglich ihre Zustimmung erteilt haben. Die Gesetzesänderung bewirkt nunmehr, dass es Vereinen generell ermöglicht wird, Mitgliedversammlungen virtuell abzuhalten. Es bedarf dafür weder einer Satzungsgrundlage noch einer „Allzustimmung“. Eine virtuelle Mitgliederversammlung ist der herkömmlichen Präsenzversammlung gleichgestellt.

Welche Möglichkeiten virtueller Zusammenkünfte gibt es?
In der Praxis kann eine virtuelle Mitgliederversammlung mit Hilfe von Bildschirmübertragungen, Chatrooms, etc. aber auch via Telefon in Betracht kommen. Zu beachten ist jedoch, dass den Mitgliedern bei einer Einberufung neben den regulären formalen Vorgaben auch der Verfahrensablauf rechtzeitig übermittelt wird. Unumgänglich ist ein Authentifizierungsverfahren, um sicherzustellen, dass nur Mitglieder teilnehmen. Dabei ist es sinnvoll, die Mitglieder zu verpflichten, die erforderlichen Zugangs- bzw. „Einwahldaten“ samt Passwort keinem Dritten zugänglich zu machen und unter Verschluss zu halten.

Stimmabgabe und Beschlussfassung
Durch die Gesetzesänderung ergibt sich für einzelne Mitglieder auch die Möglichkeit, ihre Stimmen bereits im Vorfeld schriftlich abzugeben. Die Abgabe der Stimme setzt demnach gar keine Teilnahme an der virtuellen/physischen Versammlung mehr voraus.

Während für eine wirksame schriftliche Beschlussfassung im Umlaufverfahren bislang die Zustimmung sämtlicher Mitglieder erforderlich war, ergibt sich aufgrund der Gesetzesänderung nunmehr die Möglichkeit eines Umlaufverfahrens unter erleichterten Voraussetzungen. Eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren ist bereits dann wirksam, wenn alle Mitglieder daran (lediglich) beteiligt werden UND bis zum Ende der durch den Verein gesetzten Entscheidungsfrist mindestens die Hälfte von ihnen ihre Stimme in Textform abgegeben hat. Die erforderliche Mehrheit des jeweiligen Beschlusses ergibt sich durch die Satzung bzw. durch das Gesetz. Da eine Stimmabgabe lediglich die „Textform“ voraussetzt, ist sie beispielsweise auch durch E-Mail, SMS etc. möglich.

Amtszeit von Vorstandsmitgliedern
Die Amtszeit von Vorstandsmitgliedern von Vereinen, die für eine bestimmte Zeit bestellt wurden, endete bislang nach Ablauf des für die Amtszeit festgesetzten Zeitraumes. Dies konnte dazu führen, dass ein Verein nach Ablauf dieses Zeitraumes u.U. handlungsunfähig wurde, sofern die Vereinssatzung nicht ausdrücklich Gegenteiliges vorsah. Auch diesem Umstand wurde durch das Corona-Abmilderungs-Gesetz Rechnung getragen. Es enthält nunmehr die Regelung, dass ein Vorstandsmitglied auch nach Ablauf seiner Amtszeit bis zu seiner Abberufung oder bis zur Bestellung seines Nachfolgers im Amt bleibt.

Anmerkung: Die Wirkung dieser Gesetzesänderung ist zum einen zunächst bis zum 31. Dezember 2021 beschränkt. Den Vereinen wird daher empfohlen, die neu geltenden gesetzlichen Regelungen per Satzungsänderung in die Satzung aufzunehmen und deren Anwendbarkeit dadurch auch über das Jahr 2021 hinaus sicherzustellen.

Zum anderen ist darauf hinzuweisen, dass sich die gesetzlichen Regelungen zur Beschlussfassung auf die Mitgliederversammlung beschränken. Für die Beschlussfassung des Vorstands ändert sich dadurch nichts.

Nähere Informationen gibt es unter www.vereinsrechtstag.de/aktuelles/

Insolvenzrechtliche Neuregelungen 
Aufgrund des Corona-Abmilderungs-Gesetzes ergeben sich zudem Neuerungen im Insolvenzrecht, welche rückwirkend mit 1. März 2020 in Kraft getreten sind. Für Vereine ist dabei vor allem die Neuregelung zur Stellung eines Insolvenzantrages wichtig. Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrages ist bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Dies gilt nicht, wenn die Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung) des Vereins nicht auf den Folgen der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie beruht oder wenn keine Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen. War der Schuldner (Verein) am 31. Dezember 2019 nicht zahlungsunfähig, wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht und Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.

Mit anderen Worten ist daher nach wie vor unverzüglich ein Insolvenzantrag seitens des Vorstands zu stellen, sofern sich die Insolvenzreife durch Gründe ergibt, die nicht mit der COVID-19-Pandemie in Zusammenhang stehen.

Im Hinblick auf die genannte Vermutung ist festzuhalten, dass diese auch widerlegt werden kann. Stellt sich daher in einem späteren Verfahren heraus, dass der Verein bereits am 31. Dezember 2019 zahlungsunfähig war, oder, dass sich die später eintretende Insolvenzreife nicht aufgrund der COVID-19-Pandemie ergeben hat, drohen dem Vorstand neben Schadenersatzforderungen auch Strafverfahren.

Dringender Hinweis: Dem Vorstand von Vereinen, die aktuell tatsächlich von einer (angehenden) Insolvenz betroffen sind, wird daher dringend empfohlen, sich mit der gegenständlichen sowie den weiteren Regelungen zum Insolvenzrecht im Detail zu befassen.

Der Lehrbetrieb an den Fachschulen findet teilweise wieder statt. Informationen gibt es direkt bei den Fachschulen bzw. auf deren Internetseiten. Eine Liste der anerkannten Fachschulen ist im FN-Trainerportal zu finden.

Pferdewirtprüfung Fachrichtung klassische Reitausbildung
Die ausgefallenen Zwischenprüfungen im Frühjahr 2020 sowie weitere angesetzte Zwischenprüfungen entfallen bis zum Ende des laufenden Ausbildungsjahres (31.07.2020) ersatzlos. Die Zwischenprüfung gilt somit als abgelegt bzw. teilgenommen und die Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung als erfüllt.
Die Zwischenprüfungen im Herbst sollen wie geplant stattfinden.

Die Abschlussprüfungen in der Fachrichtung klassische Reitausbildungen finden unter Einhaltung der Hygienebestimmungen wieder statt. Auch die Module der Pferdewirtschaftsmeisterlehrgänge können wieder durchgeführt werden.

Absage aller beruflichen Prüfungen
Die ausgefallenen Zwischenprüfungen im Frühjahr 2020 sowie weitere angesetzte Zwischenprüfungen entfallen bis zum Ende des laufenden Ausbildungsjahres (31.07.2020) ersatzlos. Die Zwischenprüfung gilt somit als abgelegt bzw. teilgenommen und die Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung als erfüllt.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sieht sich angesichts der momentanen Lage gezwungen, alle Abschlussprüfungen zunächst bis zum 30. April 2020 in allen Ausbildungsberufen abzusagen. Diese Prüfungen werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Aktuell kann leider noch nicht mitgeteilt werden, wann dies der Fall sein wird. Termine können erst festgesetzt werden, wenn es die Risikoeinschätzung zulässt. Unter www.landwirtschaftskammer.de werden tagesaktuell neue Informationen eingestellt.

Informationen für Trainer
Der DOSB hat beschlossen, die Vergabe für die DOSB-Lizenzverlängerungen und für die maximale Ausbildungsdauer von Trainermaßnahmen während der Corona-Krise dahin zu verändern, dass die Ausbildungsträger

  1. die DOSB Lizenzen, die bis 31. Dezember 2020 ungültig werden, auch ohne absolvierte Fortbildung um ein zusätzliches Jahr ab dem Tag des letzten Gültigkeitstages und ebenso
  2. die Ausbildungsdauer von Trainerausbildungsmaßnahmen, die aufgrund der Corona-Krise nicht abschließend stattfinden können, um ein Jahr und damit auf maximal 3 Jahre

verlängern können.

Dies bedeutet für den Pferdesport, dass Trainer C und B Lizenzen, die bis 31. Dezember 2020 ungültig werden, ab dem Tag des letzten Gültigkeitsdatums auf fünf Jahre erweitert sind und Trainer A Lizenzen auf drei Jahre Gültigkeit zu verlängern sind.

Die Ausbildungsdauer von Trainermaßnahmen, die gesplittet worden sind, z.B. Modullehrgänge, Teilprüfungen bei Wiederholungsprüfungen etc. können von zwei Jahre auf drei Jahre verlängert werden.

Ablauf der Lizenzverlängerung
Die coronabedingte Verlängerung der Trainerlizenzen von weiteren zwölf Monaten auch ohne die geforderte Anzahl an Fortbildungseinheiten erfolgt nicht automatisch sondern muss von jedem Trainer selbst angefordert werden. Der Verlängerungsantrag wird von den Trainern unter Vorlage der bereits absolvierten Fortbildungseinheiten beim jeweiligen Landespferdesportverband wie bei einer gewöhnlichen Lizenzverlängerung eingereicht und bearbeitet.
Bei weiteren Fragen zu den Abläufen melden Sie sich bitte bei Ihrem zuständigen Landespferdesportverband.

Position der FN
Ohne Pferdezucht kein Pferdesport. Die Pferdezucht und die daraus hervorgehenden Pferde sind die Basis des Pferdesports im Freizeitbereich sowie auf breitensportlicher und auf spitzensportlicher Ebene. Damit dies auch so bleibt, setzen sich die FN und die deutschen Pferdezuchtverbände dafür ein, dass wirtschaftliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Pferdezucht soweit wie möglich aufrechterhalten bleiben. Unter dem Dach der FN hat die Gemeinschaft der Zuchtverbände Konzepte dafür entwickelt, damit Zuchtveranstaltungen/Zuchttermine auch in Corona-Zeiten stattfinden können (siehe oben unter Downloads).

Kann ich mit meiner Stute zur Hengststation fahren? 
Es gibt keine tierseuchenrechtlichen Einschränkungen für den Transport von Tieren auf Grund der Corona-Pandemie. Hengststationen wird dennoch empfohlen, den Samen nach Möglichkeit kontaktfrei abholen oder durch einen Kurierdienst verbringen zu lassen. Viele Hengststationen haben entsprechende Maßnahmen ergriffen, um den Publikumsverkehr auf ihren Stationen zu beschränken. Hier hilft der Blick auf die Homepage der jeweiligen Hengststation. Dies gilt analog für Tierkliniken, sofern sie aus züchterischen Gründen aufgesucht werden. Darüber hinaus sind die aktuell gültigen Kontaktbeschränkungen des jeweiligen Bundeslandes bei allen Fahrten zu beachten.

Ab wann können wieder Hengstleistungsprüfungen, Stutbuchaufnahmen und Fohlenregistrierungen stattfinden?
Derzeit finden deutschlandweit wieder Zuchtveranstaltungen statt. Die FN und die Zuchtverbände informieren über alle Termine, die sie anbieten, auf ihren Internetseiten. Bei Hengstleistungsprüfungen sind derzeit keine Zuschauer zugelassen, die Abschlussprüfungen werden jedoch von ClipMyHorse.tv live übertragen und sind anschließend auch dort im Archiv hinterlegt. Informationen zu den Terminen sind unter www.hengstleistungspruefung.de abrufbar.

Wie sieht es mit der Eintrag von Hengsten ohne HLP ins Hengstbuch I aus? 
Hierfür gibt es einen Sonderbeschluss der FN-Mitgliedszuchtverbände, die ein Zuchtprogramm für Deutsches Reitpferd führen. Aufgrund des Ausfalls der Hengstleistungsprüfungen infolge der Coronavirus-Epidemie soll die vorläufige Eintragung von Hengsten in das Hengstbuch I im Jahr 2020 auch ohne die Nachweise der notwendigen Hengstleistungsprüfungen möglich sein. Diese Aussetzung der ZVO-Bestimmungen zum Hengstbuch I-Eintrag bedeutet jedoch nicht, dass den Hengsten die Prüfungen generell erlassen werden. Für die vorläufige oder endgültige Eintragung in das Hengstbuch I im Jahr 2021 müssen alle notwendigen Eigenleistungsnachweise gemäß Zuchtverbandsordnung (ZVO) nachgewiesen werden.

Dies bedeutet:

  • Vorläufige Eintragung von dreijährigen gekörten Hengsten ohne Teilnahme an einer 14-tägigen Veranlagungsprüfung in das Hengstbuch I für die Decksaison 2020.
  • 2021 müssen diese Hengste entweder die Teilnahme mit Ergebnis an einer 50-tägigen Hengstleistungsprüfung bzw. an einer 14-tägigen Veranlagungsprüfung im Sommer/Herbst 2020 oder Frühjahr 2021 sowie an der Sportprüfung für Hengste Teil I im Frühjahr 2021 nachweisen.
  • Vorläufige Eintragung von vierjährigen gekörten Hengsten mit entsprechendem Ergebnis aus einer 14-tägigen Veranlagungsprüfung oder einer Sportprüfung für Hengste Teil I, aber ohne Teilnahme an einer Sportprüfung für Hengste Teil I bzw. 14-tägigen Veranlagungsprüfung in das Hengstbuch I für die Decksaison 2020.
  • 2021 müssen diese Hengste entweder die Teilnahme mit Ergebnis an einer 50-tägigen Hengstleistungsprüfung oder an der Sportprüfung für Hengste Teil II in 2021 zweimal mit Ergebnis nachweisen. Falls die 14-tägige Veranlagungsprüfung noch nicht mit Ergebnis absolviert wurde, muss auch diese nachgewiesen werden.
  • Vorläufige Eintragung von fünfjährigen gekörten Hengsten mit entsprechenden Ergebnissen aus einer 14-tägigen Veranlagungsprüfung sowie aus einer Sportprüfung für Hengste Teil I, aber ohne Teilnahme an einer Sportprüfung für Hengste Teil II in das Hengstbuch I für die Decksaison 2020.
  • 2021 müssen sich diese Hengste im Laufe des Jahres 2020 zum Bundeschampionat qualifiziert oder eine 50-tägige Hengstleistungsprüfung im Herbst 2020 absolviert haben oder im Frühjahr 2021 mit Ergebnis absolvieren. Alternativ können Hengste auch die Teilnahme mit Ergebnis an der ausnahmsweise nur in 2021 durchgeführten altersgerechten Sportprüfung Teil II für 6-jährige Hengste nachweisen.

Wie sieht es bei den Ponys und Kleinpferden aus?
Auch bei den Pony-, Kleinpferde- und Sonstigen Rassen gibt es aufgrund der derzeitigen Corona-Krise eine Fristverlängerung für das Absolvieren der Hengstleistungsprüfungen. Für alle Hengste, die in diesem Jahr ihre Leistungsprüfung ableisten müssen, wird die Frist für einen Verbleib im Hengstbuch I bis Jahresende 2021 verlängert.

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Pferde mit dem neuen Coronavirus infiziert wurden oder das Virus verbreiten können. Informationen zu Untersuchungen von Tieren auf SARS-CoV 2 gibt es auf den Seiten des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) unter www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus

Stand: 26.11.2020