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Ausritt in der Gruppe - Foto: Monika Kaup

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Ausreiten und -fahren

Mit dem Pferd in der Natur

Raus aus der Reithalle, ab in die Natur: Für viele Reiter ist es die schönste Zeit des Jahres, wenn sie mit ihren Pferden ausreiten können. Für alle, die noch nicht so lange im Sattel sitzen, ist der erste Ausritt oft aufregend. Viele Anfänger gehen das erste Mal mit der Gruppe ins Gelände. Wichtig ist , dass man dafür schon sehr sattelfest ist und der Ausbilder jedem Reiter das passende Pferd oder Pony zuteilt. Etwas ängstlichere Reiter sollten zum Beispiel ein sehr zuverlässiges und erfahrenes Pferd reiten.

In den "12 Geboten für das Reiten im Gelände" sind Empfehlungen zusammengestellt, an die sich Reiter halten sollten, damit der Ausritt nicht zum Sicherheitsrisiko wird. Für das Kutsche fahren gibt es die "12 Gebote für das Fahren im Gelände". Im Bundesrecht und Landesrecht gibt es zudem gesetzliche Vorschriften für das Reiten und Fahren im Gelände.

Und so könnte ein erster Gruppen-Geländeritt ablaufen:
Zuerst kontrolliert der Ausbilder die Ausrüstung noch mal gründlich. Sitzen Sattel und Trense korrekt? Haben alle Reiter Reithelme auf, eventuell eine Sicherheitsweste an und tragen Reitstiefel oder Stiefeletten mit Stiefelschäften/ Chapsletten, damit sie nicht mit dem Fuß durch die Bügel rutschen können? In der Reitbahn wird aufgesessen und nachgegurtet. Die Steigbügelriemen sollten ein bis zwei Löcher kürzer geschnallt werden. Nun teilt der Ausbilder, der den Ritt begleitet die Gruppe in Paare ein, die immer zu zweit nebeneinander reiten. Dabei sollte jeder während des Ritts an seiner Position bleiben. Ganz hinten reiten meist schon etwas erfahrene Reiter, damit sie die Gruppe im Auge behalten können. Bevor es losgeht, gibt der Rittführer auf dem Hof noch Bescheid, wo der Ritt hinführt und wie lange die Gruppe etwa unterwegs sein wird.

Wer das erste Mal ausreitet, kennt sein Lieblingspferd meist nur vom Reiten in der Bahn, weiß also noch nicht, wie sich das Pferd draußen in der Gruppe verhält. Kein Wunder alsw, wenn man ein bisschen aufgeregt ist, das ist ganz normal. Los geht es in der Gangart Schritt.  Auf Asphalt und Teer wird zur Schonung der Pferdebeine übrigens immer im Schritt geritten. Als Verkehrsteilnehmer bleibt die Reitergruppe immer ganz auf der rechten Seite. Die Pferde sollten „verkehrssicher“ sein, das heißt, sie sollten vorbeifahrende Autos, LKW`s, Motorräder oder Landmaschinen kennen. Bevor eine Straße überquert wird, schließen die Reiter-Pferd-Paare dicht zueinander auf, damit die Gruppe geschlossen auf das Kommando des Rittführers gleichzeitig auf die andere Seite gelangt.

Verständigung über Handzeichen
Der Rittführer gibt beim Ausreiten Handzeichen für die verschiedenen Gangarten. Streckt er seinen Arm einmal nach oben aus, heißt das „nächst höhere Gangart“. Passiert dies zweimal, heißt das „übernächst höhere Gangart“. Der gerade gestreckte Arm von oben seitlich im Halbkreis nach unten gesenkt heißt „durchparieren“. Am Anfang haben die meisten Pferde noch viel Drang nach vorne. Da ist es oft nicht so einfach, die Position in der Gruppe neben seinem Partner und hinter seinem Vordermann zu halten. Nach einer längeren Trabstrecke haben sich die meisten aber beruhigt und finden das richtige Tempo in der Gruppe. Wenn die Pferde dann zufrieden abschnauben, ist das ein gutes Zeichen.

Die Reiter sollten immer darauf gefasst sein, dass das Pferd sich im Gelände mal erschrecken könnte. Das kann ein Fasan sein, der auffliegt, ein Kaninchen, das über den Weg flitzt, Spaziergänger mit Hunden oder vielleicht sogar eine „gruselige“ Bank am Wegesrand. Der Reiter sollte dem Pferd Sicherheit geben, es mit den Hilfen umschließen und einfach energisch vorwärts an dem Hindernis vorbereiten. Geht es im Gelände steiler bergauf, dann fasst der Reiter die Zügel etwas kürzer und geht leicht mit dem Oberkörper vor. Auch beim Bergabreiten geht der Oberkörper leicht vor, die Schenkel liegen stabil am Pferd und die Zügel werden nachgefasst. Man reitet immer senkrecht zum Hang hinunter. 

Und dann kommt der erste Gruppengalopp, der möglichst nicht „Richtung Heimat“ führen sollte. Der Rittführer wird hierfür eine geeignete Strecke auswählen. Ideal wäre zum Beispiel ein Waldweg, auf dem die Reiterpaare genügend Platz nebeneinander haben und ruhig Seite an Seite galoppieren können. Hier ist der leichte Sitz gefragt, den man ja bereits vorher in der Reitstunde geübt hat. Natürlich kann es auch mal passieren, dass ein Pferd die Gruppe von hinten überholt. Dann heißt es Ruhe bewahren und Durchparieren, bis alle wieder geordnet an ihrem Platz reiten.

Nach dem Ritt werden natürlich als erstes die Pferde versorgt. Sorgfältige Hufauskratzen ist wichtig, falls sich Steinchen im Huf verfangen haben. Wenn die Pferde verschwitzt sind, kann man bei angenehmen Temperaturen die Pferde mit dem Schwamm abwaschen oder auch mit dem Schlauch abspritzen. Ist es kühler sollten sie mit einer Abschwitzdecke eingedeckt werden. Wer sich ganz gezielt auf das Ausreiten im Gelände vorbereiten möchte, kann dafür den entsprechenden Lehrgang und das passende Abzeichen, den Deutschen Reitpass (FN), absolvieren. Mehr Infos dazu gibt es bei den Landes-Pferdesportverbänden.

Dieser Text war ein Beitrag des Newsletters Pferdenah. Das ist ein kostenlosen E-Mail-Newsletter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der Landes-Pferdesportverbände rund um das Thema Ausbildung. Hier gehts zum Newsletter pferdenah...

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