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Ausbildung - APO, Richtlinien, Reitabzeichen - Foto: Jacques Toffi

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Pferdeführerschein Umgang

Kompetenznachweis für richtigen und artgerechten Umgang mit dem Pferd

Der Pferdeführerschein Umgang ist ein Ausbildungsangebot für jeden, der mit Pferden umgeht. Mit dieser Qualifikation erwirbt und belegt er Grundwissen rund ums Pferd. Inhaltlich geht es um das Pferdeverhalten und den verhaltensgerechten Umgang mit dem Pferd einschließlich Haltung, Fütterung und Gesundheit. Das beginnt mit dem ersten Kontakt zum Pferd und wie man Pferde pflegt. Praktisch wird das Führen des Pferdes unter Sicherheitsaspekten in Alltagssituationen geübt: das reicht vom Führen im eingezäunten Bereich bis hin zum Führen im öffentlichen Raum – zum Beispiel, wenn mit dem Pferd auf dem Weg zur Weide eine Straße passiert werden muss. Begegnungen mit potenziellen anderen Verkehrsteilnehmern wie Fahrradfahrern oder Autofahrern und das Heranführen an unbekannte Gegenstände werden kleinschrittig geübt. Damit ist der Pferdeführerschein Umgang mit dem Pferd eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Basispasses Pferdekunde, den er ab 2020 ersetzen wird. Das heißt, der Pferdeführerschein Umgang ersetzt den Basispass ab 2020 als Zulassungsvoraussetzung zum Beispiel für die Abzeichen ab Klasse 5 (Reiten, Fahren, Voltigieren, Longieren, beim Westernreiten ab Klasse 4). Der Pferdeführerschein Umgang besteht aus einem Vorbereitungslehrgang mit abschließender Prüfung analog zum bisherigen Basispass.

An wen richtet sich der Pferdeführerschein Umgang?
Der Pferdeführerschein Umgang richtet sich an jeden, der mit Pferden umgeht – auch ohne selbst zu reiten, zu fahren oder zu voltigieren. Im Kern geht es deshalb darum, Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Pferden zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Der Pferdeführerschein Umgang ist ein Kompetenznachweis für den richtigen und artgerechten Umgang mit dem Pferd. Es geht um Grundlagen, die jeder Reiter, Pferdebesitzer und Pferdefreund beherrschen sollte. Interessant sind die Angebote also nicht nur für Anfänger sondern ebenfalls für noch unerfahrene Pferdebesitzer oder Eltern reitender Kinder, die diese unterstützen wollen. Eine fundierte Ausbildung ist wichtig, um Unfällen vorzubeugen und ein Grundverständnis über die Verantwortung für den Partner „Pferd“ zu schaffen.

Der Pferdeführerschein Umgang soll für mehr Sicherheit, Unfallverhütung und Tierwohl sorgen. Er ist maßgeschneidert für Menschen, die mit einem Pferd nicht nur auf einer Anlage, sondern auch im Gelände unterwegs sind. Führen oder Spazierengehen mit dem Pferd bringen es oft mit sich, dass man mit dem Pferd Straßen nutzen muss und damit zum Verkehrsteilnehmer wird. Das stellt besondere Anforderungen an Mensch und Pferd.

Wie bekomme ich den Pferdeführerschein Umgang?
Der Pferdeführerschein Umgang ist ein Lehrgang mit abschließender Prüfung. Für den Lehrgang werden 30 Lehreinheiten empfohlen. Lehrgänge werden von Pferdesportvereinen und Pferdebetrieben angeboten.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Pferdeführerschein Umgang?
Für den Pferdeführerschein Umgang muss man an dem Lehrgang teilgenommen haben und die Prüfung bestehen.

Wie sieht die Prüfung zum Pferdeführerschein Umgang aus?
Die Prüfung besteht aus vier Stationsprüfungen, die an einem Tag absolviert werden.

Station 1: Erster Kontakt und Pferdepflege

  • Ansprechen des Pferdes und Annähern an das Pferd, Aufhalftern und aus der Box holen
  • Halten an einer vorgegebenen Stelle, Anbinden, das angebundene Pferd zur Seite weichen lassen, Passieren anderer Pferde
  • Pferdepflege, Ausrüsten des Pferdes einschließlich Anlegen von Beinschutz, Aufzäumen, Erläuterung der Ausrüstungsgegenstände

Station 2: Pferdeverhalten und verhaltensgerechter Umgang mit dem Pferd einschließlich Haltung, Fütterung und Gesundheit

  • Bedürfnisse und Verhalten des Pferdes (Herden-, Flucht- und Steppentier)
  • Haltungsformen und -anforderungen (Stallklima, Stalleinrichtung, Auslauf auf der Weide, Möglichkeiten der freien Bewegung, Boxen- und Paddockpflege, Stallhygiene)
  • Identifizieren von Pferden mittels Pferderasse, Farbe, Geschlecht, Abzeichen und Brand-zeichen/ Chiperkennung; Equidenpass thematisieren
  • Grundlagen der Anatomie (Bezeichnung der wichtigsten Körperteile, Pferdeexterieur), Pferdegesundheit (Gesundheitszustand bewerten, wesentliche Pferdekrankheiten) und Pferdefütterung (Futterarten/-mittel, Fütterungstechnik, Futterbedarf)
  • Kenntnisse über Gesundheitsvorsorge (Impfungen, Wurmkuren), Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Sicherheitsaspekte und Unfallverhütung im täglichen Umgang, einschlägige Bestimmungen des Tierschutzgesetzes, die Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes
  • Führen im Straßenverkehr (gesetzliche Regelungen, Sicherheitshinweise)

Station 3: Praktischer Umgang mit dem Pferd, Bodenarbeit, Führen im eingezäunten Bereich
Bodenarbeit ist zunächst die Erziehung des Pferdes vom Boden aus, also die Grundlage für eine harmonische Verständigung zwischen dem Menschen und dem Pferd. Die Bodenarbeit findet im alltäglichen Umgang mit dem Pferd statt. Sie ist deshalb eng mit dem Wissen um das Wesen des Pferdes, seinen Bedürfnissen und seinen natürlichen Verhaltensweisen verknüpft. Sie fördert das Vertrauen und den Respekt des Pferdes gegenüber dem Menschen und damit auch die Sicherheit im Umgang mit dem Pferd.

  • Pflicht: Dreiecksvorführung
  • Wahlmöglichkeiten:
    • Bodenarbeitsparcours mit Geradeaus Führen von beiden Seiten, von Punkt zu Punkt, Gangmaßwechsel im Schritt, Slalom, Traben auf gerader Linie, Rückwärtsrichten bzw. Rückwärtstreten oder
    • Vormustern / Führen auf gerader Linie
  • dabei: Sicherheitsaspekte und Unfallverhütung beachten

Station 4: Praktischer Umgang mit dem Pferd in Alltagssituationen aus dem öffentlichen Raum
Je nach Pferd/Pony und Situation ist vom Lehrgangsleiter zu entscheiden, ob insbesondere Kinder dabei sicherheitshalber durch eine erfahrene Person begleitet werden.

  • Führen eines erfahrenen Pferdes zur Weide, Entlassen des Pferdes auf die Weide/den Paddock oder Abholen von der Weide/vom Paddock (dieses kann aus Sicherheitsgründen auch simuliert werden z.B. bei einem Tor bzw. ohne Freilassen des Pferdes erfolgen)
  • Mithilfe/Grundsätze/Sicherheit beim Verladen von erfahrenen Pferden; Sicherheitshinweise zum Transportieren von Pferden
  • In der Prüfungssituation soll das Verladen eines Pferdes oder Ponys erfolgen. Der Prüfling muss nicht zwingend der Ausführende sein, sondern kann auch als Anweisender oder lediglich Mithelfer tätig sein. Dies hängt von der individuellen Prüfungssituation ab (z.B. Alter des Prüflings). Es muss erkennbar sein, dass der Prüfling aktiv mitwirkt und das nötige Wissen besitzt, um ein Verladen korrekt durchzuführen. Mögliche Prüfungssituationen können sein:
    • Vorbereitung des Pferdes zum Transport
    • Das Verladen und/oder Ausladen, wobei der Prüfling nicht zwingend der Ausführende sein muss, sondern seine Kompetenz auch über fachlich korrekte Anweisungen (z.B. Hinweise auf mögliche Gefahren, Positionierung von Helfenden an richtiger Stelle u.ä.) und/oder Mitwirkung (z.B. Einhängen der hinteren Stange, Schließen der Klappe) zeigt.
    • Bewertet werden die Kenntnisse über ein sicheres Verladen, die Entscheidungsfindung bei auftretenden Schwierigkeiten und die Fertigkeiten beim praktischen Verladen.
  • Führen in Alltagssituationen aus dem öffentlichen Raum
    Unter „öffentlicher Raum“ wird der nicht geschlossene Nahbereich des Hofes verstanden, bei dem Begegnungen mit Dritten möglich bzw. wahrscheinlich sind. Mindestens drei Situationen sind darzustellen:
    • Begegnung mit z.B. Radfahrer, Fußgängergruppe, Fußgänger mit Hund oder Kinderwagen,
    • Passieren von Landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Baumaschinen, Autos, Motorrad/Mofa,…)
    • Vorbeiführen an anderen Pferden/Pferden auf der Weide/ Pferde in der Führmaschine
    • Heranführen an einen unbekannten Gegenstand (Mülltonne, Regenschirm, Plane, …)/an eine unbekannte Umgebung (Bereiche, in denen die Pferde in der Regel nicht geführt werden)
    • Sicherheitsaspekte und Unfallverhütung, vorausschauendes Handeln, Einschätzen des Pferdeverhaltens (Ausrüstung des Pferdeführenden und des Pferdes - Zäumung mit Zügel oder Halfter mit Führstrick/Leitseil)

Diese Prüfungsstation soll alltagstauglich die Situationen abprüfen, die jeder Pferdefreund fast täglich im Umgang mit dem Pferd bewältigt. Dabei ist eine Prüfung in der Gruppe möglich. Für einen flüssigen Prüfungsablauf empfiehlt es sich, je nach Infrastruktur der Anlage, eine Strecke zu wählen, die diese Situationen ermöglicht.

Welche Ausrüstung benötige ich für den Pferdeführerschein Umgang?

  • Mensch
    festes Schuhwerk, Handschuhe empfohlen, Reitkappe freiwillig, Gerte erlaubt
  • Pferd
    Trense, Halfter (wahlweise Stallhalfter oder Knotenhalfter, Knotenhalfter nicht zum Anbinden) mit Führstrick/Bodenarbeitsseil

R+V

Die R+V-Operationskostenversicherung für Pferde: ab 6,78 EUR mtl., ohne jährliche Höchstentschädigungsgrenze.
Übernahme der in der Tierklinik entstehenden Kosten für tierärztliche Leistungen, Medikamente und Nachsorge bis zu 14 Tage ab der Operation.

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