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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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02.09.2012 | 18:47 Uhr | Uta Helkenberg

DKB-Bundeschampionate: Olympisches Flair auf dem Vielseitigkeitsplatz

Corona, Sunny Row W und Dutchman's Lord sind die neuen Champions

Warendorf (fn-press). „Seit ich hier dabei bin, habe ich noch keine solche Qualität erlebt wie in diesem Jahr“. Im Rückblick auf die drei Bundeschampionate auf dem Vielseitigkeitsplatz geriet Bundestrainer Hans Melzer förmlich ins Schwärmen. 

Eine Krone für Corona
In der Finalqualifikation musste sie sich noch mit dem Sieg in der zweiten Abteilung begnügen, am Ende ging sie als haushohe Siegerin der Fünfjährigen hervor: Corona, Hannoveraner Stute v. Contendro – Garibaldi, vorgestellt von der Mannschaftsolympiasiegerin und Bronzemedaillengewinnerin Sandra Auffarth (Ganderkesee). Mit einer 8,8 in der Dressur („So sieht gutes Reiten aus“, O-Ton Christoph Hess) und einer 8,0 im Springen legte das Paar den Grundstein zum Sieg. Beim abschließenden Geländeritt legten die Richter Carlheinz Boes, Horst Karsten und Hans Melzer dann sogar noch einen drauf. Sie vergaben die Note 9,5, die doppelt gewertet, einen Endstand von 35,8 Punkten für Corona und Sandra Auffarth bedeutete. „Ein Ritt, wie er fast kaum besser geht“, kommentierte Hans Melzer. Bereits als Dreijährige kam Corona in den Auffarthschen Ausbildungstall in Bergedorf, ging danach zurück zum Züchter, bekam ein Fohlen und stand im vergangenen Jahr bei der Verdener Auktion zum Verkauf. Hier schlug die Familie Auffarth gemeinsam mit Lothar Grabe (Bochum) zu und sicherte die Stute für Sandra. „Corona soll mal die Nachfolgerin für ‚Wolle’ werden“, sagte Sandras Mutter Bärbel Auffarth und ergänzte schmunzelnd. „Und es sieht doch so aus, als könnte das was werden.“

Mit 34,7 Punkten Zweite wurde Valentine v. Valentino – Varus, vorgestellt von Nadine Marzahl (Munster). Die Hannoveraner Fuchsstute aus der Zucht und im Besitz von Martina Paulus (Telspe) glänzte vor allem im Parcours und Gelände. In der Dressur noch mit einer 7,1 bedacht, gab es im Springen die Tagesbestnote von 9,0 und im Gelände die 9,3.

Mit einer 9,2 im Gelände gelang gegen Ende der Prüfung auch noch der Westfalenstute Pasadena den Sprung in die Medaillenränge. „Noch ein Pferd für die Kollektion der Marke modernes Vielseitigkeitspferd“, so Hans Melzer. Die Tochter von Priemeur’As aus einer Mutter von Kamiros II (Züchterin Angelika Beisenkötter, Dorsten, Besitzerin Annette Schnaufer, Neitersen) wurde von Josephine Schnaufer vorgestellt. Mit einer 8,2 in der Dressur und einer 7,7 im Springen kam das Paar auf ein Endergebnis von 34,3 Punkten.

Insgesamt fünf Fünfjährige bedachten die Richter im Finale mit einer Geländenote von 9,0 und besser. Unter ihnen auch der noch etwas "grün" wirkende, aber gewaltig springende Holsteiner Schimmel Meyer’s Happy v. Happy Guest xx – Caletto I. Im Sattel saß Claas Hermann Romeike (Nübbel) und manch langjähriger Zuschauer mag sich bei dem Anblick an dessen Vater Hinrich Romeike erinnert haben, der mit seinem berühmten Schimmel Marius ebenfalls einst zu Gast bei Bundeschampionaten war. Im Gesamtergebnis landete das Paar auf Platz acht (30,2).

Eine weitere 9,0 im Gelände gab es für die Siegerin der Finalqualifikation, Butt’s Avondale v. Nobre xx – Heraldik xx. Die vom Züchter und Besitzer Professor Dr. Volker Steinkraus (Hanstedt) ganz im Sinne der Butt’schen Zucht vorgenommene Anpaarung („Blut zu Blut“) ergab ein Pferd, das „ganz dem Prototyp eines Pferdes für unseren Sport“ entspricht, kommentierte Hans Melzer. Als „unglaublich intelligent“ bezeichnete ihre Reiter Anna Siemers (Salzhausen) die Hannoveraner Stute und „wie fürs Gelände gemacht“. Allerdings haperte es noch etwas in der Dressur, daher reichte es am Ende nur für Platz vier.

Olympisches Flair auch bei den Sechsjährigen
War das Starterfeld bei den Fünfjährigen mit 67 Teilnehmern sehr hoch, war es mit nur 20 Startern bei den Sechsjährigen außergewöhnlich klein. Zehn davon waren „Wiederholer“ aus dem Vorjahr. „Vielleicht müssen wir doch noch einmal die Qualifikationskriterien überdenken“, sagte Hans Melzer im Nachhinein.

Was die Qualität betrifft, mussten allerdings keine Abstriche gemacht werden. Mit seinem Sieg in der Finalqualifikation nahm der rheinische Wallach Sunny Row W bereits die Rolle eines Favoriten ein und wurde dieser am Ende auch gerecht. „Das ist eines der besten Pferd, das ich je hatte“, sagte sein Reiter Jens Hoffrogge (Dorsten). Im vergangenen Jahr bekam er den Fuchs v. Sandro Classic – Painter’s Row xx, der eigentlich Dressurpferd werden sollte, von dessen Züchter Herbert Werth (Duisburg) zur Ausbildung. Bereits nach der ersten Geländeprüfung erkannte Joachim Hachmeister (Aurich) die Qualitäten des Pferdes und so wechselte Sunny Row W den Besitzer. In Warendorf freuten sich Reiter, Züchter und Besitzer gemeinsam über den Erfolg „ihres“ Sunny Row W, der mit einem Gesamtergebnis von 34,0 Punkten (6,9 für Dressur, 8,3 für Springen und 9,4 für Gelände) die Siegerschärpe gewann. Fast hätte Herbert Werth (übrigens nicht verwandt oder verschwägert mit der deutschen Dressurreiterin Isabell Werth) mit der dreijährigen Saphira W, vorgestellt von Lydia Camp, noch eine Medaille bei den Dreijährigen Stuten und Wallachen geholt. Das Paar wurde Vierter. 

Zweite bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden wurde der Hannoveraner Kalle v. King Kolibri – Really Fabulous xx aus der Zucht von Birgit Diekmann (Winterfeld). Der braune Wallach aus dem Besitz von Frank Ostholt (Warendorf) wurde von dessen Ehefrau Sara Algotsson-Ostholt vorgestellt, der schwedischen Silbermedaillengewinnerin von London 2012. Die Richter Tonius Lehmkuhl, Hans Melzer und Dr. Ernst Topp bestätigten Kalle „Talent für mehr“ und vergaben die glatte 9,0 für den Geländeritt. Mit einer 8 in der Dressur und einer 7,1 im Springen ergab dies ein Endergebnis von 33,1 Punkten.

Mit 32,6 Punkten belegte eine weitere Schwedin den dritten Platz. Louise Swennson-Jähde vom RV Großenwiehe stellte in Warendorf den Trakehner Fuchswallach Maybach vor. Der Der Sohn des Vollblüters Zigeunerheld aus einer Mutter von Pret a Porter aus der Zucht und im Besitz von Annkatrin Rabe (Schwichtenberg) kam mit einer 7,4 beziehungsweise 7,2 aus Dressur und Springen ins Geländefinale und setzte dort mit der Note 9,0 zum Sprung in die Medaillenränge an. 

Ein weiteres „Sehr gut“, eine 9,0 im Gelände, ging an die schwarzbraune Trakehner Stute Saviola, eine Tochter des ehemaligen Bundeschampions Grafenstolz. Großes Pech im Springen kosteten sie allerdings eine mögliche Platzierung. Sie landete mit 32,6 Punkten auf Platz vier.

A propos Grafenstolz. Dessen ehemaliger Reiter Michael Jung (Horb), mittlerweile Doppel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit, war zwar in Warendorf auch am Start, allerdings nur im Springen, wo er mit Cardea Platz drei bei den Fünfjährigen und mit Savita Platz sechs bei den Sechsjährigen belegte.

Dutchman’s Lord – wie die Mutter so der Sohn
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – dies zeigte sich bei den DKB-Bundeschampionaten bei den fünf- und sechsjährigen Vielseitigkeitsponys. Fünf Jahre nach seiner Mutter Rhapsodie holte Sohn Dutchman’s Lord die Siegerschärpe in dieser Kategorie.

Dutchman’s Lord, gezogen und im Besitz von Joachim Holländer aus Beuster in Sachsen-Anhalt, wurde in Warendorf von Championatsreiterin Leoni Leuwer (Königswinter) vorgestellt. In der Finalqualifikation verpasste der Sechsjährige noch knapp den Sieg, übernahm aber im Finale vom Fleck weg die Führung. Auf dem Viereck war er mit einer 8,5 das Maß der Dinge und auch im Springen vergaben die Richter, Carlheinz Boes und Tonius Lehmkuhl, die Note acht, von der allerdings 0,2 Punkte für Zeitüberschreitung abgezogen werden mussten. Im abschließenden Gelände trumpfte der nur 1,45 Meter kleine Dunkelbraune dann noch einmal auf. „Das war die sportlichste Runde, die wir heute Vormittag gesehen haben“, sagte Kommentator Hans Melzer und lobte Galoppiervermögen und Rittigkeit. „Noch ein bisschen mehr Lässigkeit an dem ein oder anderen Sprung und es hätte für ein „Sehr gut“ gereicht.“ So wurde eine 8,9 daraus und Dutchman’s Lord durfte sich mit einem Endstand 34,1 Punkten die Siegerschärpe umhängen lassen. „Er freut sich immer, wenn ich ihn aus dem Stall hole und mit ihm etwas mache“, sagte seine Reiterin.

Auf dem zweiten Platz landete der westfälische Fuchshengst Pascal S.W. aus der Zucht und im Besitz von Hugo Schulze Wartenhorst aus Everswinkel. Der fünfjährige Sohn des Principal Boy aus einer Mutter v. Bolero überzeugte vor allem im Gelände. Vorgestellt von Tim Kolkmann (Ostbevern) siegte er bereits in der die Finalqualifikation und erzielte auch Finale mit einer glatten 9,0 die Bestnote. In der Dressur und Springen gab es allerdings „nur“ die 7,6 und 7,5, so dass sich Pascal S.W. am Ende hinter Dutchman’s Lord einordnen musste.

Ein weiterer Hengst landete auf Platz drei: Dorian Gray. der in Weser-Ems von Heinrich Schmees (Niederlangen) gezogene und im Besitz von Regina Neubauer (Idstein) befindliche Schimmel v. Der Harlekin – Apslau xx wurde in Warendorf von Celin Zimmermann (Nieder-Waroldern) vorgestellt. In der Dressur gab es 6,8, im Springen eine 7,8 und im Gelände schließlich die 8,5, die dem Schimmel den Sprung in die Medailleränge ermöglichte.

Alle Ergebnisse unter www.dkb-bundeschampionate,de

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