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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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20.07.2012 | 21:43 Uhr | Daniel Kaiser

DM Voltigieren Alsfeld: Neuss dominiert zum Auftakt

Sarah Kay und Jannik Heiland gehen in Führung / Bresch und Rein im Aufwärtstrend

Alsfeld (fn-press). Der RSV-Neuss-Grimlinghausen, Sarah Kay (Sörup), Jannik Heiland (Seevetal) sowie das Duo Theresa-Sophie Bresch und Daniel Rein liegen nach dem ersten Wettkampftag der 50. Deutschen Meisterschaften im Voltigieren in Alsfeld in Führung.

Auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Le Mans (15. – 19. August) machen die Voltigiererinnen vom RSV Neuss-Grimlinghausen bei den Deutschen Meisterschaften in Alsfeld dort weiter, wo sie beim CHIO in Aachen aufgehört haben. Mit einer Wertnote von 7,547 und überragendem Vorsprung von neun Zehnteln auf die Konkurrenz sicherte sich das Team aus dem Rheinland auf Arkansas in der Hessenhalle den Sieg im Pflichtumlauf. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Mannschaften Pegasus VRV Mühlacker/Baden-Württemberg (6,636) und RuFV Filsum und Umgebung/Weser-Ems (6,586). „Tolle Leistung“, kommentierte Bundestrainerin Ulla Ramge die Leitung ihrer aktuellen Vorzeigemannschaft und blickt nun noch zuversichtlicher auf die Welttitelkämpfe. Auch im Neusser Lager selbst herrschte allgemeine Zufriedenheit. Dabei zeigte sich Vierbeiner Arkansas – im der lokalen Sportpresse soeben zum Sportler des Monats Juni gewählt – eigentlich gar nicht so souverän wie bei den vergangenen Auftritten.

„Der Boden war sehr schwierig“, beschrieb Trainerin Jessica Schmitz die Wettkampfbedingungen, mit der auch der 14-jährige Westfale zu kämpfen hatte. Die Tücken des hessischen Sandgemischs: Auf einer Seite des Zirkels war der Untergrund recht weich und tief. Eine ungleiches Verhältnis, mit dem alle Pferde und Voltigierer am Auftakttag der 50. nationalen Titelkämpfe gleichermaßen und sichtlich ihre Probleme hatten. Im direkten Vergleich lösten die Rheinländerinnen die Aufgabe einmal mehr am besten. „Ich bin stolz, dass wir uns von solchen Widrigkeiten nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagte Schmitz, die mit ihrer Mannschaft nun vor der erneuten Titelverteidigung steht.

Pech hingegen hatte der amtierende deutsche Vizemeister vom VV Ingelsberg. Adlon, das Pferd der Bayern, kam mit den widrigen Bedingungen ebenfalls nicht zurecht und erschwerte seinen Turnerinnen die Elemente durch eine unregelmäßige Galoppade. Die Mannschaft von Alexander Hartl rangiert vor den beiden abschließenden Kür-Durchgängen mit 6,385 Punkten nur auf Platz sieben. Die drittplatzierte Mannschaft aus dem vergangenen Jahr, die Voltigierer aus Mainz-Laubenheim, mussten ihren Start komplett absagen, da ihr Pferd Elevation nach einer Koppelverletzung nicht rechtzeitig wieder fit geworden war.

Bei den Damen führt die amtierende Deutsche Meisterin Sarah Kay aus Sörup. Die amtierende Vize-Europameisterin startete erstmals auf Calvador und kam mit dem zwölfjährigen sächsischen Reitpferd augenscheinlich gut zurecht. Schwierige Übungskombinationen, die sie beim CHIO in Aachen aus dem Programm gestrichen hatte, turnte sie in Alsfeld – longiert von Andreas Bäßler – in gewohnt souveräner Manier. Kay verbucht nach Pflicht und Kür 8,066 Punkte. Ebenso wie Christine Kuhirt, die aufgrund der etwas schwächeren Pflichtleistung auf Platz zwei rangiert. Die 23-Jährige vom Landesverband Westfalen überzeugte auf Fuzzy (Longe: Stefan Lotzmann) vor allem mit ihrem Kürprogramm. Auf Rang drei folgt nach zwei von vier Umläufen Jennifer Braun aus Regensburg. Die 19-Jährige, vorgestellt auf Willow an der Longe von Verena Rosenkranz, hatte die WM-Nominierung kürzlich verpasst. Ebenso wie Kuhirt, deren Pferd Fuzzy die Verfassungsprüfung beim Sichtungs-CVI in Krumke/Sachsen-Anhalt nicht passiert hatte und die Championatsträume begrub. Auf den weiteren Rängen in Alsfeld folgen aktuell Susanne Schmidt, Regina Burgmayr (beide Ingelsberg), Corinna Knauf (Köln), Theresa-Sophie Bresch (Tübingen) und Kristina Boe (Hamburg).

Auch das Zwischenergebnis der Herren glänzt mit Überraschungen. In Führung liegt Jannik Heiland vom Landesverband Hannover. Auf Dance of Gold (Longe: Silke Gedien) erturnte der 19-Jährige 8,184 Punkte und setzte sich damit vor alle Championatsteilnehmer. „Ein tolles Gespann“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge. Für eine WM-Nominierung kam das Trio allerdings nicht in Frage, da Heiland der zehnjährige Hannoveraner für den Zeitraum der Welttitelkämpfe nicht zur Verfügung steht. Auf Rang zwei folgt der amtierende Deutsche Meister Erik Oese (7,957), der sich nach leichtem Pflichtrückstand mit seiner Kür zum Thema Gollum auf Calvador (Longe: Andreas Bäßler) dicht an Heiland heranschob. Auf Platz drei rangiert Torben Jacobs. Der Kölner erturnte sich auf Radix (Alexandra Knauf) 7,582 Punkte. Viktor Brüsewitz, der dritte deutsche Le-Mans-Vertreter, patzte auf seinem Pferd Rockard H (Silke Gedien) in der Pflicht. Damit rangiert der Sportsoldat aktuell nur auf Rang zehn.

Im letzten Test vor den Weltmeisterschaften kommt Theresa-Sophie Bresch auch in ihrer Pas-de-Deux-Rolle wieder in Fahrt. Die amtierende Europameisterin im Doppelvoltigieren hatte im bisherigen Verlauf der Saison Probleme, mit ihrem alten (und zugleich neuen) Partner Daniel Rein die nötige Harmonie zu finden. Der 25-Jährige hatte sich im vergangenen Jahr verletzt und war für die EM in Le Mans ausgefallen, weshalb Bresch mit Torben Jacobs angetreten war und überraschend den Titel gewonnen hatte. Der erneute Wechsel brachte einige Probleme mit sich. Während sich Bresch im Laufe des Zeit deutlich steigern konnte, fiel der Zahnmedizinstudent verletzungsbedingt hinter sein altes Leitungsniveau zurück. Bundestrainerin Ulla Ramge und die Arbeitsgruppe Spitzensport des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) nominierten das Duo trotz verpatztem CHIO-Auftritt für die erste WM in dieser Disziplin in Le Mans. Das Gremium bewies damit offensichtlich das nötige Fingerspitzengefühl. Denn kurz vor dem Saisonhöhepunkt scheinen die Baden-Württemberger auf Cyrano – longiert von Doris Marquart – wieder in überragender Championatsform. Mit 8,507 Punkten führen Bresch/Rein mit deutlichem Abstand vor Sina-Sophie Ostermeyer und Viktor Brüsewitz (7,720), die auf Gustav (Longe: Sieglinde Butterbrodt) in den Alsfelder Zirkel einliefen.

Das Pas-de-Deux-Finale (2. Kür) steigt am Samstag um 17 Uhr. Zuvor zeigen die Teams ab 9.15 Uhr ihre erste Kür. Das Technikprogramm der Einzelvoltigierer beginnt um 13.20 Uhr (Herren) bzw. 14.30 Uhr (Damen). FN/Daniel Kaiser

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