Alles rund um die Olympischen Reiterspiele 2016 in Rio
R+V Allgemeine Versicherung AG - Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht
Zucht - Aufgaben, Themen, Schauen - Foto: Christiane Slawik

Anmelden

Melden Sie sich an, um im FN-Shop zu bestellen oder die vielen Vorteile einer Persönlichen Mitgliedschaft zu nutzen.

Brandzeichen erhalten

Unterschriften zum Erhalt des Schenkelbrandes - Brandzeichen, Pferdezucht - Foto: Ulrike Beelitz

Der Bundestag hat in seiner Plenarsitzung beschlossen, dass der Schenkelbrand bei Pferden bleibt. In der im Dezember verabschiedeten Reform des Tierschutzgesetzes heißt es, dass der Heißbrand zur Kennzeichnung von Pferden weiterhin zugelassen ist.

Gegen das Votum der Opposition hat der Bundestag dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Tierschutzgesetzes nun zugestimmt. Anders als ursprünglich vorgesehen, ist in dieser vom Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geänderten Fassung der Schenkelbrand auch weiterhin zugelassen. „Wir hoffen jetzt, dass die EU-Verordnung in Deutschland eins zu eins umgesetzt wird“, erklärt Theo Leuchten (Ratingen), Vorsitzender des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Diese sieht vor, dass die Kennzeichnung mittels Schenkelbrand als alleinige Kennzeichnungsmethode neben der Regelkennzeichnungsmethode mittels Transponder in Deutschland bestehen bleibt.

Jahrelang haben die Pferdezuchtverbände und die FN gemeinsam für den Erhalt des Schenkelbrandes gekämpft und immer wieder auf zahlreiche Gründe hingewiesen, die für die Kennzeichnung mittels Schenkelbrand sprechen. „Wir freuen uns, dass diese sehr emotional geführte Debatte am Ende zu einer fachlichen Entscheidung geführt hat und die politischen Entscheidungsträger Sachargumente und wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt haben“, so Leuchten. Dazu gehörte auch ein Gutachten, dass zu dem Ergebnis kam, dass der Schenkelbrand als eine dauerhafte Kennzeichnungsmethode gewertet werden müsse, die der Transponder-Implantation überlegen sei. In dem Gutachten wird unter anderem dargelegt, dass Untersuchungen an der Haut des Pferdes ergeben, dass beim Vergleich der beiden Kennzeichnungsmethoden auf feingeweblicher Ebene die strukturellen Veränderungen durch den Heißbrand gering und die der Transponder-tragenden Haut erheblich seien. Auch diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse haben maßgeblich dazu beigetragen, dass in der Politik ein Umdenken stattgefunden hat.

In dem neuen Gesetzentwurf ist der Schenkelbrand als Kennzeichnungsmethode bis Ende 2018 zugelassen. Auch danach werden Pferde in Deutschland unter Anwendung einer lokalen Schmerzausschaltung weiterhin mit dieser Methode gekennzeichnet werden können.

Hintergrundwissen Schenkelbrand

  • Auslöser der Streitfrage Schenkelbrand war die effektive Tierseuchenbekämpfung in Deutschland. 
  • In Deutschland kennzeichnen die FN-Mitgliedszuchtverbände die registrierten Equiden seit Jahrzehnten mittels Schenkelbrand und leisten damit einen effektiven und funktionierenden Beitrag zur Tierseuchenbekämpfung. 
  • Der Transponder wurde ohne Not in Deutschland der organisierten Pferdezucht aufgezwungen, obwohl alternative Kennzeichnungsmethoden in der EU-Verordnung gerade für Länder wie Deutschland vorgesehen sind und allein ausreichend sicher sind. Gemäß EU-Vorgabe reicht der Schenkelbrand zur alleinigen Kennzeichnung voll aus! Daher lassen andere Mitgliedsstaaten wie z.B. Österreich, Spanien, Großbritannien und osteuropäische Länder die alternative Kennzeichnung mittels Schenkelbrand zu. 
  • Der Schenkelbrand ist unverwechselbar, sicher und leicht rückverfolgbar, vor allem aber weltweit kompatibel und für jeden Laien auch ohne Hilfsmittel mit bloßem Auge effektiv zu lesen. Neben dem Hauptaspekt der sicheren Identifikation dient er traditionell auch noch als Markenzeichen mit weltweiter Bedeutung. 
  • Der Transponder hat im Seuchenfall bei der Rückverfolgbarkeit (der Aufenthalte des einzelnen Pferdes) keinerlei Überlegenheit oder Zugewinn gegenüber dem Schenkelbrand und ist nur mit einem speziellen Lesegerät zu identifizieren, dass in der Regel nur Fachleuten zur Verfügung steht. Darüber hinaus gibt es weder ein weltweit oder europaweit vernetztes Datenbanksystem für Transponder. 
  • Der Transponder ist dem Schenkelbrand bei der Wiedererkennung registrierter Equiden nicht überlegen, im Gegenteil: Der Schenkelbrand ist unverwechselbar, sicher und rückverfolgbar, vor allem aber weltweit kompatibel und für jeden Laien, egal ob in Argentinien, USA oder China, lesbar. Das ist der Transponder nicht! Der Schenkelbrand ermöglicht seit Jahrzehnten ausnahmslos eine weltweite Identifizier- und Rückverfolgbarkeit. Transponder und Datenbanken, in denen die Transponderinformationen hinterlegt sind, können das nicht! 
  • Aussagen, dass der Transponder das Einschleppen und Ausbrechen von Pferdeseuchen verhindert bzw. verhindern kann, werden durch die in Deutschland aktuell aufgetretenen Fälle Infektiöser Anämie bei Pferden rumänischer Herkunft widerlegt; eine Kennzeichnung mittels Schenkelbrand hätte das Fälschen der Papiere definitiv erschwert, wenn nicht sogar verhindert. 
  • Bisherige Erfahrungen zeigen, dass der Transponder Ausfallraten in Höhe von bis zu zwei Prozent und mehr hat. Das bedeutet im Exportfall, dass diese Pferde nicht mehr rückverfolgt werden können und damit als Pferde deutscher Herkunft mit Zugehörigkeit zu einem deutschen Zuchtprogramm verloren sind. Dabei ist es weltweit ein begründetes Anliegen zahlreicher Menschen und nicht nur von Fachleuten, über die züchterische Herkunft eines Pferdes informiert zu sein. 
  • Das Vertrauen von Bund und Ländern kann in den Transponder nicht sehr groß sein, wenn der Bundesrat mit Verabschiedung der Viehverkehrsverordnung (ViehVerkVO) beschlossen hat, sich auf EU-Ebene gegen die verpflichtende Kennzeichnung von Schaf und Ziege mittels Transponder einzusetzen. 
  • Aussagen der Transponder sei ein "einfacher Piks ohne Belastung und Stress" und der Schenkelbrand bedeute "hochgradigen Schmerz wegen der Verbrennungen dritten Grades" sind haltlos, wie gutachterliche Stellungnahmen belegen, die ergeben haben, dass die durch den Schenkelbrand provozierten Schmerzen zwar bemerkenswert, aber als nicht "erheblich" im Sinne des Deutschen Tierschutzgesetzes einzustufen sind. Der Schenkelbrand verursacht auch keine anhaltenden oder sich wiederholenden Schmerzen im Sinne des Deutschen Tierschutzgesetzes.

Effol SuperStar-Shine

Effol, FN-Partner, Pflegemittel

Effol SuperStar-Shine spendet einen bisher nie erreichten Glanz, ohne dass sich Fell und Langhaar künstlich anfühlen. Das Putzen wird erleichtert - garantiert über mehrere Tage. Das Glanzspray löst Knoten, Späne und Stroh beim Kämmen wie von allein. 

Weitere Informationen