Näher am Sport. Näher am Pferd. Näher am Verband.
Deutsche Kreditbank AG (DKB) - Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht
Nein zur Pferdesteuer - Foto: Holger Schupp

Anmelden

Melden Sie sich an, um im FN-Shop zu bestellen oder die vielen Vorteile einer Persönlichen Mitgliedschaft zu nutzen.

Argumente gegen die Pferdesteuer

Warum die Pferdesteuer unsinnig ist...

Gegenargumente Allgemein

1. Die von den Kommunen angeführte Mehrbelastung aller Bürger würde durch die Einführung einer Pferdesteuer ad absurdum geführt. Die Erhöhung der Grundsteuer und weiterer Steuern oder z.B. die Kindergartengebühren werden von allen geleistet – auch von Pferdeleuten. Jetzt würde aus dieser Gemeinschaft die kleine Gruppe der Pferdebesitzer willkürlich zusätzlich belastet.

2. Reiten prägt den Charakter. Die meisten Reiter werden jetzt heftig mit dem Kopf nicken. Doch was unter „Pferdeleuten“ bekannt ist, lässt sich jetzt auch belegen. Im August 2012 ließ die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in einer Studie die Auswirkungen des jahrelangen Umgangs mit Pferden auf die Charakterbildung untersuchen. Im zwischenmenschlichen Bereich zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Reitern und Nicht-Reitern. Der enge Kontakt mit dem Tier erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Sensibilität für die feine Körpersprache der Pferde. Diese Fähigkeiten kommen Reitern im Umgang mit anderen Menschen zu Gute. Davon profitieren vor allem junge Leute. Sie finden im Pferd nicht nur einen Freund, dem sie ihre Sorgen und Nöte erzählen können, sondern lernen vom ihm „fürs Leben“. Die Studienergebnisse sprechen für das Hobby mit dem Pferd. „Mit der Studie haben nicht nur wir Pferdesportverbände, sondern auch alle, die sich in unseren Vereinen und Betrieben engagieren, jetzt handfeste Argumente pro Pferd", erklärt Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

3. Der Pferdesport wird von Gemeinden, Landkreisen und dem Land in beachtlicher Höhe finanziell gefördert. Im Gegenzug werden für diese Förderung hohe Eigenleistungen erwartet. Reitvereine betreiben eigene Anlagen, für deren Unterhaltung die Mitglieder deutlich mehr Leistungen erbringen müssen als Mitglieder von anderen Vereinen, die kommunale Sportstätten nutzen.

4. Oft werden Hunde- und „Pferdesteuer“ miteinander verglichen und auf Gleichheit gepocht. Dieses ist nicht möglich. Die Hundesteuer ist eine Lenkungssteuer (Zweck: Eindämmung Hundehaltung), eine etwaige Pferdesteuer wäre dieses nicht. Hierzu erging am 19.1.2000 ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Generell ist die Besteuerung von Tieren in der heutigen Zeit als fragwürdig anzusehen und sollte vom Grundsatz her überdacht werden!

5. Eine Pferdesteuer wäre als Luxussteuer nicht haltbar, denn die meisten Reiter bzw. Eltern reitender Kinder sind Angehörige mittlerer Einkommensgruppen. Einzelne Einkäufe, die beispielsweise beim Profi-Fußball viel öfter vorkommen, dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass sich durchweg die meisten Reiter die Haltung ihrer Pferde erst durch Verzicht auf anderen Gebieten ermöglichen. Reiten ist kein Sport für Privilegierte; Reiten ist schon vor langer Zeit zum Volkssport geworden.

Gegenargumente aus sportlicher Sicht:
1. Pferdebesitz ist kein Selbstzweck, sondern dient der Ausübung von Sport. Sport ist sogar gemäß der Landesverfassung besonders förderungswürdig und wird von der öffentlichen Hand gefördert. Es wäre daher unsinnig, wenn die öffentliche Hand auf der einen Seite den Sport fördert und ihn gleichzeitig auf der anderen Seite besteuert. Mit einer Pferdesteuer würde somit erstmals eine Sportart besteuert!

2. Die Pferdesteuer würde sich primär gegen die Jugend richten. Der Pferdesport holt Kinder und Jugendliche vom Fernseher weg, sie treiben Sport, lernen Verantwortung für ein ihnen anvertrautes Tier zu übernehmen und betätigen sich sinnvoll; sie sind „von der Straße“. Das Loblied, das Städte und Gemeinden ihren Sportvereinen in Bezug auf Sozial- und Jugendarbeit singen, gilt auch für Reitvereine und Reiterhöfe ihrer Kommune. Hier wird Sport getrieben und gleichzeitig Jugend- und Sozialarbeit geleistet. Eine Pferdesteuer wäre ein Affront gegen die engagierte Arbeit der gemeinnützigen Reitvereine und Reiterhöfe in ihrer Region.

3. Seit April 2008 ist Reiten vom Deutschen Olympischen Sportbund als Gesundheitssport anerkannt; nur sechs Sportarten haben bisher die strengen Auflagekriterien erfüllt und können Gesundheitsangebote mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifizieren. Eine Pferdesteuer würde sich also auch gegen die Gesundheitsförderung unserer Gesellschaft richten.

Gegenargumente aus Vereinssicht:
1. Der weitaus größte Teil der Pferde wird für gemeinnützige Zwecke der Vereinsarbeit eingesetzt (Therapiepferde, Schulpferde, Jugendarbeit, Voltigierpferde, Zucht...). D.h., es wird das soziale Engagement der Vereine besteuert. Sehr häufig werden Pferde im Therapeutischen Reiten zur Behandlung und Rehabilitation kranker und behinderter Menschen eingesetzt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist auch hier sehr hoch. Wie sollen Vereine den behinderten Kindern klar machen, dass ihr geliebtes Pony jetzt besteuert wird und wegen finanziell erdrosselnder Wirkung abgeschafft werden muss?

2. Steuerliche Gleichbehandlung aller im DOSB bzw. LSB organisierten Sportarten. Reiten ist Breitensport und damit würde erstmalig der Breitensport besteuert.

3. Jede Gemeinde vor Ort ist völlig zu Recht stolz auf die Summe der ehrenamtlich geleisteten Arbeit. Was für eine verheerende Signalwirkung hätte diese Steuer, wenn die Mitglieder der Reitervereine, die sehr häufig im Gemeindeleben ehrenamtlich aktiv sind, ihre Tätigkeit noch versteuern dürfen? Das ehrenamtliche Engagement für die Gemeinde wird abnehmen!

4. Ferner schätzt jede Gemeinde die Beteiligung von Pferden der Reitvereine/Pferdebetriebe an kulturellen und kommunalen Anlässen wie z.B. St. Martins-Umzügen, Kutschenwallfahrten etc. Eine Pferdesteuer würde diesen Mehrwert für das Gemeindeleben konterkarieren und empfindlich schwächen.

5. Viele Pferde in den Vereinen werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Selbst wenn Gemeinden sogenannte „Ausnahmetatbestände“ für einzelne Bereiche schaffen würden (Bsp. Therapiepferde), stellt sich die Frage, wie das auseinandergehalten werden soll. Eine Kontrolle und der organisatorische Aufwand sind nicht leistbar.

6. Die Steuer richtet sich gegen die sinnvolle Freizeitgestaltung der Jugendlichen, da 50 Prozent der organisierten Reiter und 75 Prozent der Aktiven unter 21 Jahre sind.

7. Doppelte Bestrafung für Reitvereine: Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Pensionspferdehaltung (Aufzucht und Halten von Vieh) wurde von sieben auf 19 Prozent angehoben. Die pferdehaltenden Vereine beziehungsweise Betriebe haben nicht die Möglichkeit, diese höhere Steuerlast durch Kostenreduzierung aufzufangen. Die sehr große Mehrheit der Pferdeleute rekrutiert sich eben nicht aus den „Besserverdienern“; viele Pferdebesitzer werden evtl. schon auf dieser Grundlage Schwierigkeiten haben und kaum noch in der Lage sein, ihr Pferd weiterhin zu halten. Eine Pferdesteuer bringt das Fass endgültig zum überlaufen (siehe auch Vereine).


Gegenargumente aus der Sicht Natur- und Tierschutz:
1. Grünlandflächen werden durch extensive Bewirtschaftung erhalten, was insbesondere dem Naturschutz und der Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt zugutekommt. Dieses entfällt, wenn die Pferdehaltung aufgegeben werden muss.

2. Eine Besteuerung von sogenannten Gnadenbrotpferden würde sicherlich zu ähnlichen Verhältnissen führen, wie sie schockierenderweise aktuell in Irland beobachtet werden müssen. Dort laufen ca. 20.000 verwahrloste Pferde unkontrolliert in Feld, Wald und Flur und teilweise sogar in Städten herum, weil die Besitzer keine andere Möglichkeit mehr sehen, als die Pferde sich selbst zu überlassen.


Gegenargumente aus Pferdebetriebssicht (landwirtschaftliche Grundstruktur):
1. Etliche Betriebe haben sich auf die Pferdehaltung in Form von Pensionshaltung oder Zucht umgestellt und nicht unerhebliche Investitionen für die Pensionspferdehaltung getätigt. Der finanzielle Schaden, den die Bauern durch eine von der Pferdesteuer verprellte Kundschaft erleiden würden ist existenzbedrohend.

2. Oft haben Landwirtschaftsministerien Konzepte entwickelt, landwirtschaftliche Betriebe in Ferienreiterhöfe umzuwandeln (Kontraproduktivität innerhalb der Verwaltung!). Dem sind viele Landwirte gefolgt und haben sich mit der Pferdehaltung eine alternative Existenzgrundlage schaffen können. Mit der Pferdesteuer wäre all das existenziell gefährdet.

3. Pferde bieten in der arg bedrängten Landwirtschaft eine wesentliche Einkommensquelle. Durch Pferdehaltung werden in Deutschland eine Million Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Pferde fressen hierzulande 1,6 Millionen Tonnen Futtergetreide und verbrauchen 1,8 Millionen Tonnen Heu und Stroh.

4. Doppelte Bestrafung auch für pferdehaltende Betriebe: Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Pensionspferdehaltung (Aufzucht und Halten von Vieh) wurde von 7 auf 19 Prozent angehoben. Die pferdehaltenden Betriebe bzw. Vereine haben nicht die Möglichkeit, diese höhere Steuerlast durch Kostenreduzierung aufzufangen. Die sehr große Mehrheit der Pferdeleute rekrutiert sich eben nicht aus den „Besserverdienern“; viele Pferdebesitzer werden evtl. schon auf dieser Grundlage Schwierigkeiten haben und kaum noch in der Lage sein, ihr Pferd weiterhin zu halten. Eine Pferdesteuer bringt das Fass endgültig zum überlaufen (siehe auch Vereine).


Gegenargumente Zucht:
1. Zuchttiere sind von der Steuer befreit. Jeder Pferdebesitzer, dessen Stute einen Abstammungsnachweis besitzt hat die Möglichkeit, seine Stute beim jeweiligen Zuchtverband eintragen zu lassen. Die Jahresgebühr beim Zuchtverband beträgt ca. 40 bis 60 Euro pro Person, plus eine Umlage pro eingetragenem Pferd. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Pferd wirklich zur Zucht eingesetzt wird.

2. Werden Nutztiere besteuert, so werden auch die Kosten für die Zucht eines Pferdes in die Höhe getrieben. Diese Mehrkosten sind beim späteren Verkauf des Pferdes nicht auszugleichen.

3. Unklar ist, wie die Besteuerung von Jungtieren (bis zu einem Alter von 3 bis 4 Jahren) geregelt wird. Wo wird die Grenze gezogen? Hier sind Festlegungen reine Willkür.


Negative Auswirkungen für andere kommerzielle Wirtschaftsfaktoren der Gemeinden:
1. Tierärzte, Hufbeschlagschmiede, Landmaschinen- und Futtermittellieferanten, Sportausrüster, Gastronomen... Die Pferdebetriebe, Vereine und Pferdezuchtver-bände schaffen Arbeitsplätze.

2. Arbeitsplätze sind in Gefahr, da bekanntlich drei bis vier Pferde einen Arbeitsplatz sichern. Bei mehr als einer Million Pferde in Deutschland sind das über 300.000 Arbeitsplätze. Die „Industrie rund ums Pferd" hat ca. 5 bis 6 Mrd. Euro Jahresumsatz. Mehr als 10.000 Firmen, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen, vorwiegend aus dem Mittelstand, haben direkt oder indirekt das Pferd als hauptsächlichen Geschäftsgegenstand.

3. Pferdesportanlagen können keiner anderen Nutzung zugeführt werden.

4. Auf Pferdesteuer folgt Steuerflucht. Bei Einführung einer Pferdesteuer wird es zu einem Ausweichen der Pferdebesitzer in Randbezirke anderer Gemeinden kommen. Auch Reiter von außerhalb der Gemeinde könnten die Wege der Kommune benutzen, ohne hierfür Pferdesteuer bezahlen zu müssen. Eine Steuergerechtigkeit wäre somit nicht gegeben.

Rechtliche Klagen gegenüber der Stadt können erwartet werden:
1. Es stellt sich die Frage, welche Pferde besteuert werden. Die Pferde einheimischer Bürger oder die Pferde, die in der Gemeinde stehen (Wohnort der Besitzer)? Die meisten Pferde hält der Besitzer nicht zu Hause, sie sind in einem Pensionsstall untergebracht. Dieser Pensionsstall muss nicht am Wohnort des Pferdebesitzers liegen.

2. Der Verwaltungsaufwand zur Erfassung und Bewertung unterschiedlicher Einsatzgebiete und Steuertatbestände ist sicherlich wesentlich höher als ein mögliches Steueraufkommen. Zur Klärung der Steuertatbestände und zu erwartenden Ausnahmen wäre eine Prozessflut unausweichlich.

3. Gewerbetreibende verklagen die Stadt, da sie den Wettbewerb behindert und erhebliche wirtschaftliche Nachteile gegenüber anderen Gemeinden schafft.


Wichtiger Hinweis zum Schluss:
Die von der Deutschen Sporthochschule Köln erstellten „Sportentwicklungsberichte Pferdesport 2009 und 2011“ haben sowohl für Vereine als auch für Betriebe sehr detaillierte Fakten ergeben, mit denen vor Ort hieb- und stichfest gegen eine Pferdesteuer argumentiert werden kann bzw. die oben aufgeführten Argumente mit Zahlen belegt werden. Diese Fakten stellt die Deutsche Reiterliche Vereinigung gerne den betroffenen Pferdesportvereinen und Pferdebetrieben vor Ort zur Verfügung.



Ansprechpartner

Foto von Thomas Ungruhe

Thomas Ungruhe

Tel 02581/6362-527
Fax 02581/6362-7527

E-Mail

Höveler

Höveler Pferdefutter

Vollwert für Allergiker und Pferde mit Stoffwechselproblemen

Höveler PUR.ITAN ist ein vollwertiges Müsli ohne Melasse und Getreidekomponenten für eine gesunde und abwechslungsreiche Fütterung von Pferden mit Stoffwechselerkrankungen, Hufrehe und/oder Allergien.

Für mehr Informationen hier klicken